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Jack the Ripper - Die Geschichte hinter dem Film "From Hell"

Shownotes

Kooperation mit Streamkaffee:

Diese Folge entstand in Kooperation mit dem Film- und Serienpodcast @streamkaffee

Mein Podcast rekonstruiert die historischen Ereignisse im London des Jahres 1888 und ich untersuche, wie daraus der Mythos um „Jack the Ripper“ entstand. Jörg und Marc von Streamkaffee betrachten den Film „From Hell“ aus dem Jahr 2001: seine Atmosphäre, die Inszenierung, die Schauspieler und die Frage, wie der Film heute wirkt.

Über diese Folge:

Zwischen dem 31. August und dem 9. November 1888 wurden im Osten Londons fünf Frauen getötet:

  • Mary Ann Nichols
  • Annie Chapman
  • Elizabeth Stride
  • Catherine Eddowes
  • Mary Jane Kelly

Ihre Fälle wurden später unter der Bezeichnung „kanonische Fünf“ zusammengefasst. Ein einzelner Täter für alle fünf Fälle ist bis heute nicht bewiesen.

Die Folge folgt den erhaltenen Akten und zeitgenössischen Berichten. Sie erzählt von den Lebenswegen der Frauen, den Ermittlungen der Metropolitan Police und der City of London Police, den sogenannten Ripper-Briefen, der Kreideschrift in der Goulston Street und den Männern, die im Laufe der Jahrzehnte als Verdächtige genannt wurden.

Weitere Themen sind die modernen Untersuchungen eines Catherine Eddowes zugeschriebenen Tuchs, die wissenschaftlichen Einwände gegen die daraus abgeleiteten DNA-Behauptungen und die Frage, weshalb der Fall bis heute immer neue vermeintliche Lösungen hervorbringt.

Im letzten Teil geht es um die Geschichte hinter „From Hell“: Stephen Knights Verschwörungserzählung, die Graphic Novel von Alan Moore und Eddie Campbell und die Verfilmung aus dem Jahr 2001 mit Johnny Depp.

Der Fall ist ungeklärt. Historische Personen werden ausschließlich als damalige oder später genannte Verdächtige beziehungsweise als Gegenstand bestimmter Theorien aufgeführt. Daraus folgt keine Feststellung ihrer Täterschaft.

Achtung Inhaltswarnung:

Diese Folge behandelt Tötungsdelikte, körperliche Verletzungen, Armut, Alkoholabhängigkeit, Antisemitismus, psychische Erkrankungen, historische Diskriminierung und die Unterbringung von Menschen in Arbeitshäusern und psychiatrischen Einrichtungen.

Die Gewalttaten werden sachlich benannt und nicht ausführlich ausgemalt.

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Streamkaffee: www.streamkaffee.de

Transparenzhinweis zur Verwendung künstlicher Intelligenz:

Das Titellied, das Titelbild und die in dieser Folge verwendeten Sounds wurden mithilfe künstlicher Intelligenz generiert.

Stimmen- und Rechtehinweis: Recherche, Skript, Moderation, Aufnahme, Bearbeitung und Produktion dieser Episode stammen von mir.

Sämtliche Rechte an meiner Stimme und den Sprachaufnahmen dieser Folge liegen bei mir. Jede Nutzung, Bearbeitung, Verviältigung oder synthetische Nachbildung meiner Stimme bedarf meiner ausdrücklichen Zustimmung.

© 2026 Chronik der Schatten. Alle Rechte vorbehalten.

Quellen und Literatur: Viele Unterlagen zu den Whitechapel-Morden sind bis heute erhalten geblieben, andere gingen im Laufe der Jahrzehnte verloren. Auch von den gerichtlichen Leichenschauen liegen nicht in jedem Fall die vollständigen amtlichen Protokolle vor. Einige Aussagen kennen wir deshalb aus zeitgenössischen Zeitungsberichten und später angefertigten Transkriptionen. Wo sich Angaben widersprechen oder nur mittelbar überliefert sind, spreche ich das in der Folge an.

Erhaltene Akten und zeitgenössische Berichte:

  • Metropolitan Police, Aktenbestand „Whitechapel Murders“, The National Archives, Kew, insbesondere MEPO 3/140, MEPO 3/141, MEPO 3/3153 sowie HO 144/220–221.

  • Zeitgenössische Berichte über die gerichtlichen Leichenschauen zu Mary Ann Nichols, Annie Chapman, Elizabeth Stride, Catherine Eddowes und Mary Jane Kelly, vor allem aus The Daily Telegraph und The Times aus dem Jahr 1888. Für Mary Jane Kelly: The Daily Telegraph, 13. November 1888 – Inquest transcript.

  • Donald Swanson, Bericht über den Stand der Whitechapel-Ermittlungen an das Home Office, 19. Oktober 1888.

  • Thomas Bond, ärztlicher Bericht an Robert Anderson, 10. November 1888.

  • Thomas Arnold und Charles Warren, Berichte zur Kreideschrift in der Goulston Street, 6. November 1888.

  • Melville Macnaghten, Memorandum vom 23. Februar 1894. Die verschiedenen Fassungen sind hier als Transkriptionen zugänglich.

  • Melville L. Macnaghten: Days of My Years, London 1914.

  • John Littlechild, Brief an George R. Sims, 23. September 1913, veröffentlicht und eingeordnet unter anderem bei Stewart P. Evans und Keith Skinner.

  • Robert Anderson: The Lighter Side of My Official Life, London 1910.

  • Donald Swansons handschriftliche Randnotizen in seinem persönlichen Exemplar von Andersons Memoiren, öffentlich bekannt seit 1987.

  • Charles Booth: Life and Labour of the People in London sowie die Booth’schen Armutskarten, London 1889 ff. Online zugänglich über The National Archives und das LSE Booth Archive.

  • Zeitgenössische Ausgaben von The Times, The Star, The Illustrated Police News und East London Observer aus den Monaten August bis November 1888.

  • George Bernard Shaw: „Blood Money to Whitechapel“, Leserbrief in The Star, 24. September 1888.

  • City Press, 6. Oktober 1888, zur Belohnung der Corporation of London.

  • Hansard, Unterhaus, 13. November 1888, zur Annahme und öffentlichen Bekanntgabe von Charles Warrens Rücktritt.

  • The Times, 17. März 1903, zum Prozess gegen George Chapman wegen des Mordes an Maud Marsh.

  • Korrespondenz Königin Victorias mit Premierminister Lord Salisbury aus dem November 1888, abgedruckt unter anderem bei Stewart P. Evans und Keith Skinner.

  • Housing of the Working Classes Act 1890 und Public Health Acts Amendment Act 1890, jeweils in der ursprünglichen Fassung.

Bücher und Forschung:

  • Hallie Rubenhold: The Five. The Untold Lives of the Women Killed by Jack the Ripper, Doubleday, London 2019. Das Buch wurde 2019 mit dem Baillie Gifford Prize for Non-Fiction ausgezeichnet.

  • Drew Gray: „‘The Five’ by Hallie Rubenhold review“, History Today, Band 69, Heft 5, Mai 2019.

  • Philip Sugden: The Complete History of Jack the Ripper, London 1994/2002.

  • Paul Begg: Jack the Ripper. The Definitive History, London 2003.

  • Paul Begg, Martin Fido und Keith Skinner: The Complete Jack the Ripper A–Z, London 2010.

  • Donald Rumbelow: The Complete Jack the Ripper, London 1975/2004.

  • Stewart P. Evans und Keith Skinner: The Ultimate Jack the Ripper Sourcebook, London 2000.

  • Andrew Cook: Prince Eddy. The King Britain Never Had, 2006.

  • Matthew Sturgis: Walter Sickert: A Life, 2005.

  • Stephen Knight: Jack the Ripper. The Final Solution, London 1976. Das Buch zeigt, wie die später für „From Hell“ wichtige Verschwörungserzählung verbreitet wurde. Für ihren Wahrheitsgehalt liefert es keinen verlässlichen Beleg.

  • Andrea Nini: „An authorship analysis of the Jack the Ripper letters“, Digital Scholarship in the Humanities 33 (3), 2018, Seiten 621–636.

Woher die Verschwörungserzählung stammt:

  • BBC, Dokumentarreihe Jack the Ripper, 1973.

  • The Sunday Times, 18. Juni 1978, über Joseph Gormans damalige Bezeichnung seiner Geschichte als Schwindel. Seine späteren und erneut abweichenden Darstellungen werden unter anderem bei Donald Rumbelow sowie Stewart P. Evans und Keith Skinner eingeordnet.

Die Diskussion um das Tuch und die DNA:

From Hell: Comic und Film:

Erinnerung und öffentliche Wahrnehmung:

Wichtig für die Einordnung:

Der Fall wurde nie aufgeklärt. Die in der Folge genannten Männer tauchten in zeitgenössischen Ermittlungen, späteren Erinnerungen oder nachträglich entwickelten Theorien als Verdächtige auf. Ihre Nennung bedeutet keine Feststellung ihrer Täterschaft.

Einige Angaben wurden erst Jahre oder Jahrzehnte nach den Ereignissen niedergeschrieben. Andere widersprechen überprüfbaren Daten oder wurden von den ursprünglichen Erzählern später verändert. Diese Unterschiede werden in der Folge jeweils kenntlich gemacht.

Bei den neueren DNA-Behauptungen und den Arbeiten lebender Autorinnen, Autoren und Forschender beziehe ich mich auf ihre veröffentlichten Aussagen sowie auf die dazu erschienene fachliche Kritik.

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Transkript anzeigen

00:00:03: Herzlich willkommen zu Chronik der Schatten.

00:01:01: Schön, dass ihr wieder da seid!

00:01:03: London im Herbst des Jahres, Unser Weg führt in den Osten der Stadt, nach Whitechapel in die angrenzenden Straßen von Splitfields und bis an den Rand der City.

00:01:15: Nachts erhellen Gaslaternen einzelne Abschnitte des Straßen – dazwischen liegen Wohnhäuser, Werkstätten, Papps, Hinterhöfe- und Logierhäuse.

00:01:23: Wer keine eigene Unterkunft besitzt kann dort für wenige Pens ein Bett für eine Nacht bekommen.

00:01:28: Fehlt das Geld bleibt viel nur die Straße.

00:01:31: Innerhalb weniger Wochen werden in diesem Teil London's mehrere Frauen getötet.

00:01:35: Fünf dieser Fälle bilden später den bekanntesten Kern der sogenannten Whitechappelmorde.

00:01:40: Ob tatsächlich derselbe Täter für alle fünf Taten verantwortlich war, ist bis heute nicht bewiesen – trotzdem kennt die Welt seinen Namen Jack the Ripper.

00:01:49: Dieser Name stammt aus einem Brief, der während der Mordserie bei einer Nachrichtenagentur einging.

00:01:55: Ob der Verfasser etwas mit den Taten zu tun hatte wurde nie bewiesen.

00:01:58: In der Forschung wird das Schreiben weit hin für eine Fälschung gehalten.

00:02:02: Der Name blieb.

00:02:03: Er gab einem unbekannten Täter eine scheinbare Identität und verwandelte umgeklärte Tötungsdelikte allmählich in eine Geschichte, die sich weiter erzählen ließ.

00:02:13: Zeitungen prägten erste Bilder.

00:02:15: Spätere Bücher lieferten Verdächtige und Motive – Theaterstücke, Comics & Filme füllten die Lücken, die die historischen Dokumente offen gelassen hatten.

00:02:24: Wer Chronik der Schatten schon sehr lange hört erinnert sich vielleicht!

00:02:28: Ganz am Anfang dieses Podcasts gab es bereits eine Gemeinschaftsfolge über Jack The Ripper.

00:02:33: Seit dieser frühen Folge hat sich Kronik der Schatten weiterentwickelt.

00:02:36: Mit der Zeit ist ein eigener Stil entstanden, der näher an den Quellen bleibt, belegbare Geschichte klar von späteren Erzählungen trennt und den Menschen hinter bekannten Legenden und Mythen mehr Raum gibt.

00:02:48: Die heutige Kooperation war für mich ein guter Anlass noch einmal zu diesem Thema zurückzukehren und es neu aufzuarbeiten.

00:02:54: Die damalige Folge wird dabei nicht einfach wiederholt.

00:02:57: Dieses Mal schauen wir ausführliche auf die historischen Dokumente, auf die Lebenswege der Frauen und auf die Frage wie aus einem ungeklärten Fall einer der bekanntesten Kriminalmythen der Geschichte wurde.

00:03:08: Diese Folge entsteht in Zusammenarbeit mit dem Podcast Stream Café.

00:03:12: Mark & Jörg nehmen sich dort den Film Vorm Hell aus dem Jahr two-thausend eins mit Johnny Depp vor.

00:03:18: Sie sprechen über die Atmosphäre, die Schauspieler, die Inszenierung und darüber ob der Film heute noch funktioniert.

00:03:24: Ich übernehme die historische Seite zum Hintergrund dieses Films.

00:03:28: Wir rekonstruieren zunächst, was sich im London des Jahres.

00:03:38: Dann verfolgen wir, wie aus einer Verschwörungserzählung der Neunzehntenhundertsiebzigerjahre zunächst ein Buch anschließend eine Graphic Novel und schließlich der Film entstand.

00:03:48: Dabei schauen wir uns auch an welche Teile dieser Geschichte auf realen Personen und Ereignissen beruhen und an welchen Stellen die historischen Dokumente der Filmerzählung widersprechen – beide Podcast-Folgen greifen damit ineinander!

00:04:02: Bei Stream Café geht es um vom Hell als Film Hier bei Chronik der Schatten geht es um die Geschichte hinter dem Film und den historischen Fall, aus dem diese Erzählung hervorgegangen ist.

00:04:13: Bei diesem Thema gehört die Quellenlage selbst zur Geschichte.

00:04:17: Der Fall ist umfangreich dokumentiert – trotzdem bleibt die Überlieferung glückenhaft!

00:04:21: Erhalten sind unter anderem Obduktionsberichte, Aussagen unter Eid, zeitgenössische Mitschriften der gerichtlichen Leichen-Schauen, Polizeiakten und zahlreiche Zeitungsausgaben.

00:04:32: Viele andere Unterlagen wurden später vernichtet oder gingen verloren.

00:04:35: Ein großer Teil der Akten der City of London Police wurde im Zweiten Weltkrieg während der deutschen Luftangriffe auf London zerstört, weitere Dokumente verschwanden im Laufe der Jahrzehnte aus den Archiven teilweise durch Diebstahl, teilweise unter ungeklärten Umständen.

00:04:51: Das erhaltene Material ermöglicht eine erstaunlich gute Rekonstruktion für eine eindeutige Auflösung reicht es bis heute aber nicht.

00:04:59: Für diese Folge gilt deshalb Aussagen, die ich als Belegt bezeichne stützen sich auf ein zeitgenössisches Dokument oder eine belastbare Fachquelle.

00:05:08: Erzählungen, Theorien, Vermutungen und Gerüchte kennzeichne ich klar!

00:05:13: Eine Auswahl meiner Quellen findet ihr in den Show-Notes.

00:05:16: Auch für die Schilderung der Taten habe ich mir eine Grenze gesetzt – Ich benenne was Geschar ohne Gewalt auszumalen.

00:05:23: Im Zentrum stehen fünf Frauen deren Fälle später als kanonische fünf zusammengefasst

00:05:28: wurden.".

00:05:29: Sie waren keine Figuren in einer Schauergeschichte.

00:05:32: Sie hatten Namen, Familien, Beziehungen, Schulden und eigene Pläne.

00:05:37: Ihre Lebensgeschichten gehören genauso in diese Folge wie die Ermittlungen und die späteren Theorien über den Täter.

00:05:44: Bevor wir mit der historischen Rekonstruktion beginnen, schauen wir kurz auf den Film, Regie führten die Brüder Albert und Ellen Hughes.

00:06:20: Eine der Hauptrollen ist Johnny Depp, das bei Chapel dass im Film zu sehen isst befand sich nicht in London.

00:06:27: Die Straßenzüge wurden ab Juni zweitausend in den Berendorf Studios in Prag aufgebaut.

00:06:33: Weitere Außenaufnahmen entstanden in Cornwall und in Hirtforcher.

00:06:38: Die Handlung fasse ich bewusst nur kurz zusammen weil Mark & Jörg den Film bei Stream Café ausführlich besprechen Also hört dort gerne auch rein.

00:07:07: Während seiner Ermittlungen stößt Eberlein auf ein Geheimnis, das bis in das britische Königshaus reicht.

00:07:13: Die Frauen wissen von einer heimlichen Verbindung zwischen einem Mitglied der königlichen Familie und einer Frau aus dem East End.

00:07:20: Um dieses Geheimniss zu schützen werden die Mitwisserinnen beseitigt.

00:07:24: Hinter den Taten steht im Film der königliche Leibarzt Sir William Gull.

00:07:29: Am Ende wird Gal nicht öffentlich angeklagt.

00:07:32: Mary Kelly überlebt und zieht das aus der heimlichen Verbindung hervorgegangene Kind in Irland groß.

00:07:37: Eberlein stirbt an einer Überdosis-Opium.

00:07:40: Für unseren späteren Vergleich sind vier Punkte wichtig.

00:07:43: Der Film gibt dem Täter einen Namen und ein Gesicht.

00:07:46: Er liefert ihm ein politisches Motiv.

00:07:48: Die Ermittlungen scheitern nicht, sie werden gezielt gestoppt.

00:07:51: Mary Kelly överlebt.

00:07:53: Historisch belegt ist keiner dieser vier Punkte.

00:07:56: Sie gehören zu einer Erzählung, die erst Jahrzehnte nach den Taten entstand und über mehrere Bearbeitungsstufen schließlich in vom Hell gelangte.

00:08:04: Wie das geschah – und was von dieser Geschichte einer Überprüfung-Stand hält – schauen wir uns im späteren Verlauf der Folge ausführlich an.

00:08:11: Den Film lassen wir jetzt für eine Weile ruhen!

00:08:14: Um zu verstehen, was im Herbst, mit dem wir den Ort kennen müssen, habe ich im Jahrzehnundertachten achtzig Geschah.

00:08:19: White Chappelle prägte die Bedingungen unter denen sich die Ereignisse abspielten….

00:08:24: Es gehörte zum East End von London, östlich der City.

00:08:27: Auf dem Papier war das britische Empire damals die reichste Macht der Welt.

00:08:31: Wenige Kilometer östliche Bank of England zeigte sich ein anderes Bild.

00:08:36: Der Sozialforscher Charles Booth kartierte in diesen Jahren die Londoner Armut Straße für Straße und färbte die ärmsten Blocks in seinen Kartenschwarz ein.

00:08:45: Seine heute deutlich abwertend klingende Legende lautete unterste Schicht halbkriminell.

00:08:52: Mehrere dieser Straßen liegen in dem Gebiet, um das es gleich geht.

00:08:56: Dorset Street, Flower and Dean Street und Throwstreet.

00:09:00: Die selben Adressen tauchen in den Polizeiakten immer wieder auf.

00:09:05: Eine zentrale Rolle spielten die Logierhäuser auf Englisch Common Lodging Houses im Volksmund Dosshauses.

00:09:12: Zehntausende Menschen ohne eigene Wohnung kauften sich dort Nacht für Nacht ein Bett.

00:09:17: Ein Einzelbett kostete typischerweise vier Pens Ein Doppelbett, acht Pens.

00:09:22: Fehlten die vier Pens blieb für diese Nacht nur die Straße.

00:09:25: Die Entscheidung fiel jede Nacht um Mitternacht direkt an der Tür.

00:09:29: Das ist keine Randnotiz.

00:09:31: Bei Mary Ann Nichols und Annie Chapman ist ausdrücklich überliefert dass ihnen in ihrer letzten nacht das Geld für ein Bett fehlte.

00:09:39: bei Elizabeth Strait ist das nicht sicher.

00:09:41: Kesswin Addos kam aus einer Polizeizelle.

00:09:45: Mary Jane Kelly starb im ihrem gemieteten Zimmer.

00:09:48: Armut und unsicherer Wohnraum prägten alle fünf Lebensgeschichten, aber eben nicht auf dieselbe Weise.

00:09:55: Hinzu kamen die hohe Bevölkerungsdichte und eine starke Zuwanderung.

00:09:59: nach der Ermordung von Zah-Alexander II im Jahr eighteenhundertundachtzig und den folgenden Programmen im russischen Reich flohnt zehntausende osteuropäische Jüdinnen und Juden nach Westen.

00:10:11: Viele ließen sich im East End nieder, wo Verwandtschaftsnetze Arbeitsmöglichkeiten und vergleichsweise günstiger Wohnraum vorhanden waren.

00:10:19: Sie gründeten Werkstätten und Vereine und brachten ihre Sprachen mit.

00:10:23: Viele alteingesessene Bewohner lebten ebenfalls am Existenzminimum.

00:10:27: Antisemitismus hatte in Großbritannien eine lange Geschichte – im East-End verschärften Fremdenfeindlichkeit, wirtschaftliche Konkurrenz und sensationshungrige Berichterstattung die Lage!

00:10:39: Später wird das noch eine konkrete Rolle spielen.

00:10:42: Zwei Dinge muss man wissen, weil sie die Ermittlungen bestimmten – erstens die Polizei!

00:10:47: In London arbeiteten zwei voneinander getrennte Behörden.

00:10:51: Die Metropolitan Police war für den Großraum London zuständig und hatte ihr Hauptquartier in Scotland Yard.

00:11:01: Die Grenze zwischen beiden Zuständigkeitsgebieten verlief mitten durch das Gebiet, in dem die Taten geschahen und spielte in einer der Nächte eine erhebliche Rolle.

00:11:13: Viele kriminaltechnische Mittel, die heute selbstverständlich wirken gab es noch nicht.

00:11:18: Scotland Yard führte erst nineteenhunderteins eine Fingerabdruckdatei ein – die Blutgruppen wurden ebenfalls nineteenhunderteins beschrieben und Tatortfotografie gehörte noch lange nicht zur Routine.

00:11:28: Eine Ermittler im Jahr eighteenhundertachtzig arbeitete vor allem mit seinen Beobachtungen, Mitfragen und einem Notizbuch.

00:11:36: Zweitens die Presse.

00:11:37: Achtzehnhundertachtenachzig boomten billige Massenzeitung.

00:11:42: Einige Blätter kosteten nur einen halben Penny und erreichten ein enormes Publikum.

00:11:46: Neu gegründeter Titel wie The Star kämpften um Auflage und Angst verkaufte sich besser als Statistik.

00:11:53: Die Polizei gaben nur begrenzt Auskunft.

00:11:56: In dieses Vakuum schrieben Journalisten hinein, was sie hatten.

00:11:59: Und mitunter auch, was sich nicht verlässlich belegen ließ.

00:12:03: Behaltet das im Kopf!

00:12:04: Eine erhebliche Teil dessen, was wir heute über diesen Fall zu wissen glauben, stammt nicht aus Polizeiakten – es stammte aus Zeitungen die unter Konkurrenzdruck standen.

00:12:50: Die Geschichte beginnt nicht im Herbst, sie beginnt früher und sie beginnnt unübersichtlich.

00:12:55: Die Polizeiakte, unter der die Metropolitan Police die Ermittlungen zusammenfasste, trug den Titel Whitechapel Murders.

00:13:03: Sie umfashte am Ende elf Todesfälle zwischen eighteen- achten-achtzig und achtzehn-einenneunzig.

00:13:08: Nur ein Teil davon wird heute demselben Täter zugeschrieben – und schon die Frage welcher Teil ist umstritten?

00:13:14: Ich erzähle euch trotzdem den Anfang weil man sonst nicht versteht wie sich die Stimmung im Viertel aufgebaut hat!

00:13:24: Eine Frau namens Annie Millwood wird mit zahlreichen Stichverletzungen an Beinen und Unterleib ins Krankenhaus des Whitechapel-Arbeitshauses eingeliefert.

00:13:33: Sie beschreibt einen Angreifer mit einem Klappmesser, sie überlebt den Angriff aber am einendreißigsten März stirbt sie dem unterlagen zufolge an natürlicher Ursache.

00:13:43: ob dieser Überfall überhaupt etwas mit dem zu tun hat was später kam lässt sich nicht klären.

00:13:48: es ist eine Vermutung spätere Autoren mehr nicht.

00:13:55: Aida Wilson wird in Bo an ihrer Wohnungstür zweimal in den Hals gestochen, nachdem ein Mann Geld gefordert hat.

00:14:01: Sie überlebt und kann eine Beschreibung geben – auch hier gilt möglicher Zusammenhang unbewiesen.

00:14:12: Emma Elizabeth Smith wird in der Osborn Street überfallen, ausgeraubt und schwer misshandelt.

00:14:18: Sie schafft es aus eigener Kraft zurück im Eologierhaus und dann ins London-Hospital.

00:14:22: Dort schildert sie, sie sei von mehreren Männern angegriffen worden – von einer Gruppe nicht von einem Einzelnen!

00:14:29: Sie stirbt am nächsten Tag an einer Bauchfellentzündung.

00:14:32: Die meisten Fachleute ordnen ihren Tod heute eine Bandengewalt zu wie sie im East End verbreitet war.

00:14:38: Ihre eigene Aussage spricht dafür….

00:14:41: Siebter August, eighteenhundert achten Achtzig.

00:14:44: Masa Teprem wird im Treppenhaus von George Yardt tot aufgefunden.

00:14:49: Die Obduktion dokumentiert neununddreißig Stichwunden.

00:14:51: Bis auf eine sollen alle mit einem kleinen Klappmesser zugefügt worden sein.

00:14:56: Ihr Hals ist nicht durch Trend der Bauchraum nicht geöffnet.

00:14:59: An diesen Abweichungen entzündet sich bis heute die Diskussion.

00:15:02: Die Polizei zählte Tabrom damals zur Serie.

00:15:06: Viele heutige Autorinnen und Autoren ordnen ihren Tod anders ein, weil die beiden Merkmale fehlen, die die späteren Taten verbinden.

00:15:13: Diese vier Fälle unterscheiden sich deutlich in ihrem Ablauf und in den dokumentierten Verletzungen.

00:15:18: Ein gemeinsamer Täter war nicht nachgewiesen – Polizei und Presse rückten sie dennoch immer näher zusammen!

00:15:24: In White Chapel entstand der Eindruck, dass eine Serie von Gewalttaten ihren Anfang genommen hatte.

00:15:29: Die ausführliche, teilweise sensationsorientierte Berichterstattung verstärkte die Angst und machte die Ergebnisse weit über das Viertel hinaus bekannt.

00:15:38: Am frühen Morgen des einendreißigsten August wurde in der Becks Row eine weitere Frau gefunden.

00:15:43: Ihr Tod wurde später zum ersten Fall der sogenannten kanonischen Fünf gezählt.

00:15:48: Ihr Name war Mary Ann Nichols.

00:15:51: Bevor wir zu ihrer letzten Nacht kommen, gehen wir aber zurück an den Anfang ihres Lebens.

00:16:09: Mary Ann Walker wurde am sechsenzwanzigsten August eighteenhundertfünfundvierzig in London geboren.

00:16:14: Ihr Vater war Schlosser, später Schmied.

00:16:17: Ihre Mutter arbeitete als Wäscherin.

00:16:19: Mary Anne war das mittlere von drei Kindern.

00:16:22: Mit achtzehn Jahren heiratete sie.

00:16:24: Am sechzehnten Januar, eighteenhundertvierundsechtzig wurde sie in der Pfarrkirche Sandbrides die Frau von William Nichols – einem Maschinensetzer in einer Druckerei.

00:16:33: In den folgenden fünfzehn Jahren bekam das Paar fünf Kinder.

00:16:37: Edward John, Percy George, Alice Esther, Elizabeth Sarah und Henry Alfred.

00:16:44: Um achtzehntundachtzig zerbrachte er.

00:16:47: Was genau passiert ist bis heute nicht eindeutig und dass es sein gutes Beispiel dafür wie unterschiedlich Quellen ausfallen können!

00:16:54: William Nichols sagte später aus, seine Frau habe getrunken.

00:16:58: Das sei der Grund gewesen.

00:16:59: Ihr Vater sagte aus, William habe sie wegen einer anderen Frau verlassen.

00:17:04: Beides steht in Protokollen beides unter Eid.

00:17:07: Sicher belegt ist was danach kam.

00:17:09: Mary and Nichols verlor mit der Ehe ihre Existenzgrundlage.

00:17:13: In den acht Jahren bis zu ihrem Tod findet man sie in den Registern von Arbeitshäusern und Logierhäusers mal in Lambes, Mal in Huben, mal in Weitschappel.

00:17:23: Zwischendurch arbeitete sie als Hausbedienstete.

00:17:26: Eine Stelle in Wandsworth, die sie in den letzten Jahren verlore sie wieder, weil sie mit Kleidung im Wert von etwa drei Pfund verschwand.

00:17:34: Im Sommer in der Trolls Street lebte sie in einem Logierhaus.

00:17:39: Ab dem vierentzwanzigsten Auguste in einem anderen in der Flower- und Dienststreet sechsundfünfzig.

00:17:45: Der dreißigste August war ein Donnerstag und es regnete.

00:17:49: In den Londoner Docks hatte es an diesem Abend zwei Großbrände gegeben.

00:17:53: Viele Menschen aus Whitechapel waren unterwegs, um das Feuer zu sehen.

00:17:56: In der Nacht auf den einendreißigsten August kurz nach einem Uhr morgens wurde Mary Ann Nichols aus ihrem Logierhaus weggeschickt weil ihr die vier Pans fürs Bett fehlten.

00:18:06: Der Nachtportier sagte später aus sie habe im hinausgehenden gesagt sie werde das Geld schon auftreiben und dabei auf ihren neuen Hut gezeigt eine schwarze Samttaube, die sie erst seit Kurzem besaß.

00:18:16: Gegen halb drei traf sie an der Ecke Ospans Street auf ihre bekannte Emily Holland, die vom Doc Brandt zurückkam.

00:18:23: Holland sagte im Verfahren aus, Nichols sei betrunken gewesen, habe an einer Hauswand gelehnt und erzählt Sie haben an diesem Tag bereits dreimal Geld für ihr Bett gehabt und es dreimal wieder ausgegeben.

00:18:35: Holland versuchte sie mitzunehmen.

00:18:37: Nichols lehnte ab und ging in Richtung White Chapel Road davon – das ist die letzte belegte Begegnung!

00:18:43: Um etwa zwanzig vor vier ging der Fuhrmann Charles Allen Cross in anderen Unterlagen unter dem Namen Charles Lechmeer geführt durch die Bugs Row.

00:18:53: Er war auf dem Weg zur Arbeit, als er vor einem geschlossenen Tor etwas auf den Pflaster liegen sah.

00:18:58: Zunächst hielt er es für eine weggeworfene Plane – Die Straße war zu dieser Zeit nur schwach beleuchtet, die nächste Straßenlaterne stand am Ende der Häuserzelle.

00:19:07: Als Cross näher herangehend erkannte er die Gestalt einer Frau.

00:19:11: Kurz darauf kam der ebenfalls zur Arbeit gehende Fuhrmann Robert Paul hinzu.

00:19:15: Cross berührte die Hände und das Gesicht der Frau, ihre Hände waren kalt.

00:19:20: ihr Gesicht fühlte sich noch warm an.

00:19:22: Paul legte eine Hand auf ihre Brust und glaubte eine schwache Atmung zu spüren.

00:19:26: Cross hielt sie dagegen für Tod.

00:19:29: Ihre Röcke waren bis in die Nähe des Bauches hochgerutscht.

00:19:32: Die beiden Männer zogen die Kleidung herunter und bedeckten damit ihren Unterkörper.

00:19:36: Weder Cross noch Paul bemerkten Verletzungen.

00:19:39: Cross erklärte später vor dem Leichenschauer, dass er den durchtrennten Hals wegen der Dunkelheit nicht gesehen habe.

00:19:45: Auf dem weiteren Weg trafen sie dem Polizisten Johnis Mason und berichteten ihm von der Frau in der Bugs Row.

00:19:52: Wenig später erreichte Constable John Neil den Fundort bei seinem Rundgang.

00:19:58: Erst im Licht seiner Blendlaterne sah er Blut aus einer Wunde am Hals austreten.

00:20:03: Er rief weitere Beamte herbei und schickte einen von ihnen nach dem Arzt Reese Ralph Lulin.

00:20:09: Lulin stellte am Fundort schwere Halsverletzungen fest und erklärte Mary and Nichols für Tod.

00:20:14: Er schätzte, dass ihr Tod höchstens eine halbe Stunde zurück lag.

00:20:18: Wegen der Dunkelheit nahm er dort nur eine erste Untersuchung vor und ließ den Körper in das Leichenschau ausbringen.

00:20:24: Dort wurden erst die Verletzungsamt am Unterleib entdeckt als ihre Kleidung angehoben wurde.

00:20:29: Lulin wurde erneut gerufen und dokumentierte anschließend zwei tiefe Schnitte am Hals sowie mehrere schwere Schnittverletzung am Bauch.

00:20:37: Die beiden Fuhrmänner konnten diese Verletzungen zuvor kaum sehen, weil die Kleidung sie verdeckt hatte und es dunkel war.

00:20:44: Am Fundort fanden sich weder Schleifspuren noch Radspuren oder eine Blutspur, die von einem anderen Ort in die Bugs Row geführt hätte.

00:20:51: Blut befand sich vor allem dort wo Nichols Hals auf dem Pflaster gelegen hatte – der Leichenschauer wertete diese Umstände später als deutlichen Hinweis darauf dass sie an dieser Stelle getötet worden waren, an der man sie fand.

00:21:06: Emma Green wohnte unmittelbar neben dem Tor vor dem Nikkelslag.

00:21:10: Ihr Fenster ging direkt auf den Fundort hinaus, sie hatte in dieser Nacht nichts Auffälliges gehört.

00:21:16: Auch ein etwa dreißig Meter entfernt ein gesetzter Nachtwächter berichtete von keinen schreien oder ungewöhnlichen Geräuschen.

00:21:23: Constable Neal hat die Straße ungefähr eine halbe Stunde vor dem Fund bereits kontrolliert.

00:21:28: zu diesem Zeitpunkt hatte er dort niemanden gesehen.

00:21:31: der Leichenschauer Wayne Edwin Baxter eröffnete das Verfahren am ersten September.

00:21:36: Am Ende stand der Spruch, der in diesem Fall noch viermal fallen sollte.

00:21:40: Vorsetzlicher Mord durch eine oder mehrere unbekannte Personen.

00:21:45: Mary Ann Nichols wurde am sechsten September, eighteenhundert achten achtzig auf dem City of London Cemetery im Männerpark beigesetzt – in einem Armengrab mit der Nummer zweihundert zehn tausend siebenhundzein fünfzig.

00:21:58: Ihr Vater, ihr getrennt lebender Ehemann und ihr ältester Sohn kamen.

00:22:02: Scotland Yard schickte Frederick Aberline zurück nach Whitechapel.

00:22:05: Er hatte dort vierzehn Jahre gearbeitet und kannte das Viertel aus eigener Diensterfahrung.

00:22:11: Eberlein übernahm keine Leitungsfunktion, seine Aufgabe lag in der Detailarbeit.

00:22:18: Vor Ort wurde er dennoch rasch zu einer zentralen Figur – die Presse hatte inzwischen ein Wort gefunden, dass sich verkaufte!

00:22:24: In den Tagen nach Nichols Tod schrieben die Blätter über einen Mann, dem man im Vierteln Leather Apron nannte also Lederschürze.

00:22:32: Er wurde als Erpresser beschrieben, der Frauenbedrohr.

00:22:35: Woher diese Figur kam und wie viel daran erfunden war lässt sich heute kaum noch trennen – schon damals warfen konkurrierende Journalisten dem Star vor, sich die Geschichte zurechtgeschrieben zu haben.

00:22:46: Die Wirkung war trotzdem real!

00:22:48: Für die Bevölkerung bekam Der Täter eine Silhouette geprägt vom damaligen Bild eines bedrohlichen Fremden.

00:23:24: Annie Chapman kam am fünfundzwanzigsten September eighteenhundertvierzig in Paddington zur Welt als Eliza N Smith Ihre Eltern heirateten erst anderthalb Jahre nach ihrer Geburt.

00:23:35: Ihr Vater war Soldat, später Kammerdiener.

00:23:37: Die Familie zog mehrfach um und landete in Berkshire.

00:23:42: Am dreizehnten Juni, eighteenhundertdreiundsechzig nahm sich ihr Vater das Leben.

00:23:47: Am ersten Mai, achtzehnhundertneunundsechszig, heiratete sie in Knightsbrite den Kutscher John Chapman.

00:23:54: Das Paar bekam drei Kinder Emily Ruth, geboren in den Jahren die Alkoholprobleme beider Eltern.

00:24:19: Annie hatte allerdings schon zuvor mit Alkohlabhängigkeit gerungen.

00:24:23: Zwei Jahre später trennten sich Annie und John Chapman im gegenseitigen Einvernehmen.

00:24:27: John bekam die verbliebene Tochter, und Annie bekam eine Wochenzahlung von zehn Schillingen.

00:24:33: Am ersten Weihnachtstag, den Tag der Jungs starrt John Chapmann an Leberzerose – damit endete die Zahlung.

00:24:41: Von da an war Annie Chapman auf sich gestellt!

00:24:44: Sie verkaufte Blumen und selbstgehekelte Sachen auf der Straße, gelegentlich auch Streichhölzer.

00:24:49: Ab dem Frühsommer, in Crossingham's Logierhaus, Dorsets Street-Fünfundreißig wohnte sie.

00:24:56: Sie war zu diesem Zeitpunkt schwer krank!

00:24:58: Die spätere Obduktion wies eine weit fortgeschrittene Lungenerkrankung und Veränderung an den Hirnhäuten nach.

00:25:04: Am siebten September war sie nach überlieferten Angaben aus der Armenstation des White Chapel Infirmary entlassen worden.

00:25:11: Eine Bekannte im Logierhaus sagte aus, Chapman habe an diesem Abend erklärt sie sei zu krank um etwas zu tun.

00:25:18: Sie hatte trotzdem kein Bett.

00:25:20: Gegen halb zwei Uhr morgens am achten September verließ sie das Logierhaus um Geld aufzutreiben.

00:25:25: Der Nachtportier sagte aus sie habe ihn gebeten ihr Bett frei zu halten – sie komme gleich wieder!

00:25:31: Um kurz vor sechs Uhr morgens ging John Davis ein älterer Bewohner des Hauses Hainbury Street-IX in den Hinterhof.

00:25:39: Das Haus war ein typisches Whitechapelhaus.

00:25:41: Siebzehn Menschen wohnten darin, die Vorder- und Hintertür stand praktisch immer offen – jeder konnte durchgehen.

00:25:48: Davis fand Annie Chapman zwischen der Treppe und dem Zaun.

00:25:51: Der Polizeiarzt George Bexter Phillips traf um halb sieben ein.

00:25:55: In seinem Bericht hielt er fest, dass der Hals tief durchtrennt war und das dem Körper Organe fehlten.

00:26:01: Er sagte im Verfahren aus, dass die Entnahme der Organe aus seiner Sicht eine gewisse Kenntnis der Anatomie voraussetzte.

00:26:07: Diese Einschätzung wurde später von einem anderen Mediziner ausdrücklich bestritten.

00:26:11: Dazu kommen wir

00:26:12: noch.".

00:26:13: Sie ist wichtig, weil aus ihr eine der langlebigsten Vorstellungen des ganzen Falls entstanden ist – die vom Täter als Arzt.

00:26:20: Zwei Messingringe, die Annie Chapman getragen hatte, fehlten.

00:26:24: Sie sind nie aufgetaucht!

00:26:26: Es gab in diesem Fall etwas das es sonst kaum gab... Eine Zeugin, die den Mann gesehen haben will.

00:26:31: Elizabeth Long sagte aus sie sei gegen halb sechs an der Hanbury Street neunzwanzig vorbeigekommen und habe dort eine Frau mit einem Mann sprechen sehen.

00:26:39: Sie habe das Gesicht des Mannes nicht gesehen nur seinen Rücken.

00:26:43: Er sei etwas größer gewesen als die Frau dunkel gekleidet Mit einer braunen Deastalkermütze Und habe ausländisch gewirkt.

00:26:51: Sie habe ihn sagen hören Will you?

00:26:54: Und die Frau habe geantwortet Yes Das ist eine der wenigen Beobachtungen eines möglichen Begleiters unmittelbar bei einem späteren Tatort.

00:27:03: Sie beschreibt vor allem einen Rücken.

00:27:05: Nach Chapmans Tod kippte die Stimmung im Viertel, am zehnten September verhaftete Surgeon William Thig den Schuhmacher John Pyser – ein jüdischen Handwerker von dem es hieß Er sei Leather Apron Payser konnte für beide Tatnächte lückenlose Alibis vorlegen.

00:27:21: Für die Nacht des Doktbrands hatte er sogar einen Polizisten als Zeugen, mit dem er sich das Feuer angesehen hat.

00:27:27: Er wurde entlassen und ging später erfolgreich gegen mehrere Zeitungen vor.

00:27:31: Der Schaden war da!

00:27:33: In den Straßen wurde offenbar darüber gesprochen dass kein Engländer so etwas tun könne.

00:27:38: Es kam zu Übergriffen auf jüdische Anwohner.

00:27:41: Die Polizei musste Bereitschaften abstellen um Krawalle zu verhindern.

00:27:44: Im selben Monat gründeten Geschäftsleute und Handwerker aus dem Viertel des Whitechapel das Whitechappel-Witchlands-Komitee.

00:27:52: Vorsitzender wurde ein Bauunternehmer namens George Laske, das Komitee organisierte nächtliche Patrouillen, schrieb Petitionen an das Innenministerium, forderte eine staatliche Belohnung – bekam sie nicht!

00:28:04: Und lobte daraufhin fünfzig Pfund als eigener Tasche aus.

00:28:07: Sie engagierten sogar zwei Privatdetektive.

00:28:10: Ihre Motive waren gemischt.

00:28:12: Sorge um die Nachbarschaft, aber auch Sorge über die Geschäfte.

00:28:15: Denn abends kam niemand mehr ins Viertel.

00:28:18: Merkt euch den Namen George Lesk!

00:28:20: Er kommt im Oktober zurück.

00:28:23: Es gab in diesen Septemberwochen noch eine andere Reaktion – und die ist heute fast vergessen.

00:28:29: Am vierzehnzwanzigsten September achtzehnhundert achten Achtzig erschien im Star ein Leserbrief unter der Überschrift Blood Money to White Chappelle.

00:28:37: Verfasser war ein damals noch wenig bekannter irischer Kritiker und Journalist, der ein paar Jahre später als Dramatiker berühmt werden sollte.

00:28:45: George Bernard Shaw.

00:28:46: Er schrieb singemäß um zugespitzt Die Privatinitiative habe geschafft woran der Sozialismus gescheitert sei.

00:28:53: Während sich Leute wie er mit Bildung, Agitation und Organisation abgemüht hätten habe irgendein unabhängiges Genie die Sache in die Hand genommen.

00:29:02: Und die besitzende Presse durch die Ermordung einiger Frauenbinnen weniger Wochen zu einer Art Mitgefühl bekehrt.

00:29:08: Das ist bitterer Sarkasmus und ertrifft einen Punkt den man im Blick behalten sollte.

00:29:12: Über die Zustände im East End war jahrzehntelang berichtet worden – gelesen wurde es im Westen der Stadt erst als es dort einen Mörder

00:29:20: gab.".

00:29:35: Bevor wir zur nächsten Nacht kommen, muss ein Datum dazwischen.

00:29:38: Weil sonst die Chronologie nicht stimmt!

00:29:40: Am siebenzwanzigsten September nixundhundert achtenachzig ging bei der Central News Agency in London einen Brief ein datiert auf den fünfundzwanzigten September.

00:29:49: Er war in roter Tinte geschrieben In einer flüssigen geübten Handschrift.

00:29:53: Der Verfasser spottete über die Polizei kündigte weitere Taten an und schrieb beim Nächsten Mal werde er der Dame die Ohren abschneiden Und Sie der Polizei schicken.

00:30:03: Just for Jolly.

00:30:04: Unterschrieben war er mit einem Namen, den bis dahin niemand gehört hatte.

00:30:09: Yours truly Jack the Ripper.

00:30:11: Die Nachrichtenagentur hielt dem Brief zunächst für einen Scherz und leitete ihn erst am neunzwanzigsten September an Scottland-Jard weiter.

00:30:18: Was danach passierte ist entscheidend für alles was folgte.

00:30:22: Die Polizei ließ am dritten Oktober Faximilis des Briefes und einer später eingegangenen Postkarte drucken und öffentlich aushängen.

00:30:30: Man hoffte jemand würde die Handschrift erkennen!

00:30:32: Stattdessen bekam die Öffentlichkeit zum ersten Mal einen Namen für den Täter, einen griffigen klingenden unvergesslichen Namen.

00:30:40: Ob dieser Brief echt war ist bis heute umgeklärt – in der Forschung gilt er weit hin als wahrscheinliche Fälschung.

00:30:46: Der Name blieb trotzdem.

00:30:48: Ab Oktober, von der Niveau hatte der Fall eine Marke.

00:31:11: Wir springen nun in die Zeit drei Wochen nach Annie Chapman.

00:31:14: Elizabeth Stride wurde am siebenzwanzigsten November, von Stura Tumlehid in Schweden geboren, als Elisabeth Gustavsdorter.

00:31:23: Das Zweite von vier Kindern eines Bauernhofs lutterisch getauft.

00:31:27: Als junge Frau ging sie nach Jütebräuch in Stellung.

00:31:31: Nach dem Tod ihrer Mutter erbte sie fünfundsechzig Kohnen – mit diesem Geld reiste sie im Februar eighteenhundertsechszig nach England.

00:31:39: Am siebten März, achtzehnhundertneunund sechzig heiratete sie in London John Thomas Strait ein Schiffszimmermann zweiundzwanzig Jahre älter als sie.

00:31:48: Die beiden betrieben eine Zeit lang ein Kaffeehaus in Poplar.

00:32:01: Zu Elizabeth Strait gehört eine Geschichte, die sie selbst erzählt haben soll und die zeigt wie sorgfältig man in diesem Fall zwischen Überlieferung und Beleg unterscheiden muss.

00:32:10: Demnach seien ihr Mann und zwei Kinder beim Untergang des Ausflugs Dampfers Princess Alice auf der Thamese im September, eighteenhundert- achtensebzig ertrunken – einem der schwersten Schiffsunglücke der britischen Geschichte mit mehr als sechshundert Toten.

00:32:25: Sie selbst habe sich an einem Mast festgehalten und sei dabei von einem anderen Passagier in den Mund getreten worden, weshalb sie seither stotterte.

00:32:34: Der Teil über ihren Mann ist nachweislich falsch – John Stride überlebte das Unglück und starb erst aus dem Arbeitshaus im Poplar an, wie bereits erwähnt, topakulose.

00:32:44: Auch für gemeinsame Kinder an Borde und fürs Strides eigene Anwesenheit gibt es keinen gesicherten Nachweis.

00:32:50: Warum diese Geschichte entstand ist offen!

00:32:53: Spätere Autoren vermuteten mitunter, sie habe damit Unterstützung oder Mitgefühl gewinnen wollen.

00:32:58: Belegen lässt sich dieses Motiv nicht.

00:33:00: Ab Am Abend des neunzwanzigsten September, seien mehrere Zeuginnen und Zeugen Frauen, die sie später für Elizabeth Stride hielten.

00:33:24: Gegen elf Uhr in der Nähe der Burners Street mit einem kleinen Mann mit dunklem Schnurrbad und um Viertel vor zwölf mit einem ordentlich gekleideten Mann mit Schirmütze.

00:33:34: Um fünf nach halb eins sah Constable William Smith sie vermutlich mit einem Mann, der ein etwa forty-fünf Zentimeter langes Paket trug.

00:33:42: Ob jede Beobachtung tatsächlich Stride betraf, lässt sich nicht sicher feststellen.

00:33:47: Um Viertel vor eins beobachtete ein Zeuge namens Israel Schwarz nach eigener Aussage wie Ein Mann eine Frau am Eingang zu Burners Street packte oder stieß – zu Bodenwarf und dabei etwas rief.

00:34:00: Schwarz-Aussage ist einer der meist diskutierten des ganzen Falls weil sie in zwei unterschiedlichen Fassungen überliefert ist und weil er im gerichtlichen Verfahren nicht aussagte.

00:34:11: Um kurz nach ein Uhr morgens, fuhr Louis Dimschutz Hausmeister des Internationalen Arbeiterbildungsvereins in der Burners Street-Fierzig mit Pferd und Karren in den angrenzenden Dattfilziat.

00:34:24: Sein Pony scheute und wich nach links aus.

00:34:27: Dimschitz stieg ab, stocherte mit dem peitschen Stiel im Dunkeln und fühlte etwas... Er holte eine Kerze.

00:34:34: Elizabeth Strait lag noch warm da, der Hals war mit einem einzigen Schnitt durchtrennt – es gab keine weiteren Verletzungen.

00:34:41: Diese Abweichung macht ihren Fall bis heute umstritten.

00:34:45: Manche vermuten der Täter sei gestört worden möglicherweise von Diemschitz Karren.

00:34:50: Andere halten Strait für das Opfer eines anderen

00:34:52: Verbrechens.".

00:34:54: Belegt sind ein Schnitt, das fehlen weiterer Verletzungen und einen Hinterhof während im Vereinshaus nebenan an diesem Abend noch etwa dreißig Menschen saßen und sangen.

00:35:04: Ein Zeugenamensmessio Pekka – ein Obsthändler aus der Nachbarschaft behauptete später er habe an diesem Abend Weintrauben ans Trade und ihrem Begleiter verkauft und könne dem Mann beschreiben.

00:35:15: Die Obduktion fand keine Trauben.

00:35:17: Pekkas Geschichte erschien in Zeitungen.

00:35:19: Wegen seiner wechselnden Angaben stuften die Ermittler sie als nahezu wertlos

00:35:23: ein.".

00:35:40: Während in der Burner Street die ersten Polizisten eintrafen, ging kein Kilometer entfernt eine Frau durch die Nacht, die den Abend in einer Ausnüchterungszelle verbracht hatte.

00:35:49: Catherine Eddowes wurde am vierzehnten April, eighteenundazweihnvierzig in Bulverhemden geboren als Nächstes von zwölf Kindern eines Weißblecharbeiters.

00:35:59: Die Familie zog nach London, als sie noch ein Kleinkind war.

00:36:03: Bis achtzehnhundertsieben und fünfzig waren beide Eltern tot.

00:36:06: Mit fünfzehn kam sie in ein Arbeitshaus, in Börmensee.

00:36:10: Anfang der Sechzigerjahre begann sie eine Beziehung mit dem ehemaligen Soldaten Thomas Conway.

00:36:17: Sie nahm seinen Namen an und ließ sich seine Initialen auf den Unterarm tätowieren – ein Detail das der Polizei bei der Identifizierung helfen sollte.

00:36:27: Drei Kinder, einen Umzug nach London aus den letzten Jahren und um das Ende des Jahres.

00:36:33: Conway war strikter Abstinenzler!

00:36:36: Eddowst Trank.

00:36:37: Ab etwa in den letzten Jahren lebte sie mit dem Obstverkäufer John Kelly zusammen, die beiden schlugen sich mit Gelegenheitsarbeiten durch und zogen jeden Spätsommer wie Tausende andere Londoner zur Hopfenernte nach Kent.

00:36:49: Von dieser Hopfen-Ernte kehrten sie Ende September, die Ernte war schlecht gewesen.

00:36:55: In Hornstitch trennten sich beide am Nachmittag des neunzwanzigsten September.

00:37:00: Addos wollte in Birmingham sie ihre Tochter aufsuchen und Geld leihen.

00:37:04: John Kelly sagte später aus, Sie habe versprochen spätestens um vier zurück zu sein – sie kam nicht!

00:37:10: Am Abend fand man sie in der Allgate High Street betrunken wo sie eine Menschenmenge unterhielt indem sie eine Feuerwehrpumpe nachahmte.

00:37:19: Sie wurde festgenommen und auf die Polizeiwache Bishops Gate gebracht.

00:37:24: Um Viertel vor eins fragte sie den Diensthabenden beanten wann sie gehen dürfe.

00:37:28: Er antwortete, sobald sie in der Lage sei auf sich aufzupassen.

00:37:32: Um ein Uhr morgens wurde sie entlassen.

00:37:34: Auf die Frage nach ihrem Namen gab sie an Mary Ann Kelly.

00:37:38: Im Hinausgehen sagte sie Good Night Old Cock und wandte sich nach links in Richtung Meitersquare.

00:37:45: Ihr Logierhaus lag in der anderen Richtung.

00:37:48: Um fünf nach halb zwei sah der Handlungsreisende Joseph Lowendy, der mit zwei Bekannten aus einem Club kamen am Eingang zur Church Passage kurz eine Frau mit einem Mann stehen.

00:37:59: Die Frau hatte eine Hand auf seiner Brust.

00:38:01: Lowendy beschrieb den Mann als etwa dreißig mittelgroß mit Schirmütze und hellem Halstuch in einem Aufzug, den er mit einem Seemann verbannt.

00:38:11: Die Begegnung dauerte nur Augenblicke.

00:38:13: Lowenty erklärte selbst, er könne dem Mann nicht wieder erkennen!

00:38:18: Neun Minuten später, um vierundvierzig Minuten nach eins kam Constable Edward Watkins bei seinem Rundgang in den Mater Square.

00:38:26: Er hatte dem Platz vierzehn Minuten zuvor schon einmal kontrolliert – er war leer gewesen!

00:38:31: Beim nächsten Rundgang war der Platz nicht mehr leer.

00:38:34: Catherine Addos lag in der südwestischen Ecke.

00:38:36: Der Hals war durchtrennt, der Bauchraum geöffnet, Organe fehlten und ihr Gesicht wies mehrere Schnittverletzungen auf.

00:38:43: Der zuständige Polizeiarzt Frederick Gordon Brown hielt später fest, dass diese Verletzungen keinem für ihn erkennbaren praktischen Zweck dienten.

00:38:52: Der Mater Square lag in der Zuständigkeit des City of London Police.

00:38:56: Innerhalb einer Stunde arbeiteten deshalb zwei Behörden an zwei Tatorten – sie führten getrennte Akten und hatten unterschiedliche Leitungswege, tauschten aber Informationen aus und kooperierten bei der Fahndung.

00:39:36: Um fünf vor drei Uhr morgens ging Constable Alfred Long durch die Golden Street etwa eine Viertelstunde Fußweg vom Mater Square entfernt.

00:39:44: Im Hauseingang eines Mietshauses fand er ein Stück Stoff, es war blutig und es passte wie sich herausstellte zu der Schürze, die Catherine Addos getragen hatte.

00:39:53: Wer das Stück dorthin brachte, hatte es offenbar benutzt und weggeworfen.

00:39:57: An der Wand darüber stand mit Kreide einen Satz – The Jews are the men that will not be blamed for nothing!

00:40:05: Auf Deutsch, die Jews sind die Männer, die nicht grundlos beschuldigt werden.

00:40:09: Ein Satz mit einer falschen Schreibweise, einer doppelten Verneinung und keiner eindeutigen Betreuung.

00:40:15: Seine Bedeutung lässt sich nicht eindeutlich bestimmen – seine Urheberschaft ist unbekannt!

00:40:20: In einem Hauseingang im East End war Kreide-Schrift nichts Ungewöhnliches.

00:40:24: Superintendent Thomas Arnold von der Metropolitan Police sah die Schrift am grün morgen und hielt ihre Beseitigung wegen möglicher Unruhen für

00:40:33: dringend.".

00:40:34: Polizeichef Sir Charles Rowan kam persönlich hinzu und bestätigte diese Entscheidung.

00:40:40: Die Beamten der City Police baten darum, wenigstens auf einen Fotografen zu warten – dennoch wurde die Schrift vor Tagesanbruch abgewaschen.

00:40:48: Die später schriftlich festgehaltene Begründung nach antisemitischer Aufwiegelung und tatsächlichen Übergriffen im Viertel könne der Satz an dieser Wand schwere Ausschreitungen auslösen.

00:40:58: Kriminalistisch war diese Entscheidung problematisch weil eine mögliche Spur vernichtet.

00:41:03: Die Verantwortlichen reagierten zugleich auf die konkrete Gefahr von Ausschreitungen in der Straße.

00:41:09: Für die Einordnung zählt vor allem, es ist nicht belegt, dass der Täter die Kreideschrift verfasst hatte – sicher mit dem Fall verbunden ist nur das darunter gefundene Schürzenstück!

00:41:19: Was blieb sind mehrere zeitgenössische Abschriften in Berichten, Notizen und spätere Aussagen?

00:41:25: Sie weichen den Schreibweise- und Wortlauts voneinander ab.

00:41:28: Die Corporation of London setzte in den Tagen danach eine Belohnung von fünfhundert Pfund aus.

00:41:34: Die City Of London Police machte sie öffentlich bekannt, die Regierung setzte weiterhin keine Aus mit der Begründung staatliche Belohnungen führten erfahrungsgemäß zu falsch anzeigen.

00:41:45: Am ersten Oktober traf bei derselben Nachrichtenagentur eine Postkarte ein.

00:41:49: Handschrift und Sprache ähnelten dem Brief von September.

00:41:53: Ihr Verfasser schrieb von einem Double Event This Time doppelten Ereignis dieses Mal.

00:41:59: Die erste Frau habe kurz geschrien, anschließend heißt es «kunden finish straight off», sinngemäß ich konnte es nicht sofort zu Ende bringen.

00:42:08: Gemeint war offenbar dass der Verfasser seine Tat an Elizabeth Strait nicht wie beabsichtigt fortsetzen konnte – was ihn daran gehindert haben soll schrieb er nicht.

00:42:16: Häufig wurde die Zeile später als Hinweis gedeutet »der Täter sei in Deadfields Yard gestört worden«.

00:42:23: Belegt ist diese Erklärung.

00:42:25: Auf den ersten Blick konnten diese Angaben wie Täterwissen wirken.

00:42:29: Die Postkarte wurde allerdings erst am ersten Oktober abgestempelt, zu diesem Zeitpunkt waren die beiden Tötungen bereits öffentlich bekannt und Einzelheiten kursiert in London.

00:42:39: Die Angaben beweisen daher weder das der Verfasser an den Taten beteiligt war noch dass Strait und Catherine Addos von demselben Mann getötet wurden.

00:43:04: Der Oktober brachte keinen weiteren Mord an einer, der später als zusammengehörig gezählten Frauen.

00:43:09: Er brachte etwas anderes.

00:43:10: Am zweiten Oktober fanden Dauerbeiter im Kellergeschoss des Neubaus in denen die Metropolitan Police in Whitehall einziehen sollte den Rumpf einer Frau – Kopf und Beine fehlten!

00:43:20: Ein Arm war bereits drei Wochen zuvor aus der Themse gefischt worden.

00:43:23: Ein Bein kam am siebzehnten Oktober dazu.

00:43:26: Die Frau wurde nie identifiziert.

00:43:29: The Whitehall Mystery und stellte sofort die Verbindung zu Whitechipell her.

00:43:34: Die Polizei fand keinen sicheren Zusammenhang mit den Whitechapel-Morden, spätere Darstellungen gruppierten den Fund mit mehreren zwischen XVIII, VII, VIII und IX innen und an der Thamese entdeckten zerteilten Frauenleichen unter der Bezeichnung Thames-Tortho-Mörders.

00:43:50: Viele heutige Fachleute trennen diese Fälle von den sogenannten kanonischen Fünf vor allem wegen der deutlich anderen Vorgehensweise.

00:43:57: Am sechzehnten Oktober, der Vorsitzende des White Chapel Ritulence-Komitee Post nach Hause geschickt.

00:44:06: Eine kleine Pappschachtel.

00:44:08: Darin lag ein Stück eines menschlichen Organs eingelegt in Weingeist und einen Brief.

00:44:13: Der Brief war in einer völlig anderen Handschrift geschrieben als der vom September – ungelenk mit vielen Fehlern in einem Ton, der eher roh als spöttisch wirkt!

00:44:22: Der Verfasser schrieb er habe die Niere einer Frau entnommen und andere Hälfte gebraten und

00:44:26: gegessen.".

00:44:27: Er forderte Lesk auf ihn zu fangen, wenn er könne.

00:44:30: Oben in der Ecke standen zwei Wörter die dem Film und der Vorlage später ihren Titel gaben – from hell!

00:44:36: Lesk hielt das Ganze zunächst für einen üblen Scherz von Studenten.

00:44:40: Auf drängendes Komitees brachte er die Schachtel zu einem Arzt und schließlich zu Thomas Openshaw, dem Kurator des Pathologischen Museums am London Hospital.

00:44:49: Openshr bestätigte dass es sich um eine menschliche Niere handelte und zwar um die linke Hälfte.

00:44:55: An diesem Punkt endet das Belegbare.

00:44:58: Von hier an folgt die Erzählung... OpenShore selbst dementierte kurz darauf öffentlich, dass er all das gesagt habe.

00:45:18: Mit den Methoden von eighteen-achten-achtzig ließ sich weder das Geschlecht noch das Alter noch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Person bestimmen.

00:45:26: Für Personen mit Zugang zur medizinischen Einrichtung war menschliches Nierengewebe grundsätzlich

00:45:31: erreichbar.".

00:45:32: Einige Forschende halten es für möglich, dass dieser Brief authentisch war.

00:45:36: Gerade weil sich in Handschrift Ton- und Rechtschreibung deutlich von anderen Zuschriften unterscheidet – und weil ihm ein menschliches Organbeilag.

00:45:44: Andere sehen darin einen makabren Scherz.

00:45:46: Beweisen lässt sich weder das eine noch das andere.

00:45:49: Das Original ist seit langen verschwunden, erhalten sind

00:45:51: Fotografien.".

00:45:53: Insgesamt ging bei Polizei und Presse in diesem Wochen mehrere Hundert Zuschriften ein, die Vorgaben vom Täter zu stammen.

00:45:59: Viele waren offenkundige Scherze oder Fälschungen.

00:46:02: Keine einzige konnte sicher authentiziert werden!

00:46:06: Die Akten aus September und Oktober zeigen den enormen Umfang der Verhandlung.

00:46:10: Beamte gingen von Haus zu Haus, verteilten Handzettel, befragten Bewohnern und ließen sich Zimmer zeigen.

00:46:15: Donald Swanson berichtete dem Innenministerium am neunzehnten Oktober unter anderem von rund achtzigtausend verteilter Flugblättern – etwa zweitausend überprüften Logierhausbewohnern mehr als dreihundert genauer überprüfte Personen und achtzig Festnahmen.

00:46:30: Zu den kontrollierten Berufsgruppen gehörten Sechsundsebzig Schlachter und Metzger samt ihren Beschäftigten.

00:46:36: Die Polizei verglich sogar die Fahrpläne von Viehtransportschiffen, die zwischen London und den Häfen auf den europäischen Festland verkehrten mit den Tatzeiten.

00:46:45: Eine passende Übereinstimmung fanden sie jedoch nicht – auch das zeigt wie weit die Ermittlungen reichten.

00:47:13: Über keine der fünf Frauen wissen wir so wenig wie über die letzte.

00:47:16: Zugleich ranken sich um keine so viele Erzählungen!

00:47:19: Fast alles, was über ihre frühen Jahre bekannt ist, stammt aus der Aussage ihres früheren Lebensgefährten Joseph Barnett bei der gerichtlichen Leichenschau.

00:47:28: Barnett konnte dabei nur wiedergeben, was Kelly ihm zuvor erzählt hatte.

00:47:33: Demnach wurde sie um eighteenhundertsechzig in Limerick in Irland geboren und kam noch als Kind nach Wales.

00:47:39: Dort habe sie im Alter von etwa sechzehn Jahren einen Bergarbeiter namens Davis oder Davies geheiratet, ihr Mann sei später bei einer Explosion in einem Bergwerk ums Leben gekommen.

00:47:50: Nach seinem Tod sei sie zunächst nach Cardiff und anschließend nach London gegangen.

00:47:54: dort haben Sie sich in ein Bordell im West End aufgehalten.

00:47:58: Ein Mann habe sie später mit nach Frankreich genommen wo sie nach Barnetts Aussage höchstens zwei Wochen blieb.

00:48:05: Barnett gab ihren Namen als Marie-Chanette Kelly an und erklärte, er sei ihm in französischer Schreibweise genannt worden.

00:48:12: Ob dies tatsächlich ihr vollständiger Geburtsname war lässt sich nicht belegen – auch zu den übrigen Angaben zu ihren frühen Jahren fehlen bis heute zweifelsfrei zugeordnete Geburten, Heirats oder Volkszählungsunterlagen.

00:48:24: Ihre Biografie vor der Ankunft in London beruht daher weitgehend auf dem was sie Barnett erzählt haben soll.

00:48:31: Belegt es ihre letzte Zeit!

00:48:32: Am achten April, eighteen-sieben-achtzig lernte sie in der Commercial Street den Fischsträger Joseph Barnett kennen.

00:48:39: Am Tag darauf zogen sie zusammen.

00:48:41: Ab Anfang achtzehnhundert achten achtzig wohnten Sie im Zimmer dreizehn von Millerskirt einem Hinterhof hinter der Dorset Street.

00:48:49: sechsenzwanzig.

00:48:50: Das etwa dreieinhalb Meter breite Zimmer war sperrlich mit Bett, Tischen und einem Stuhl mobiliert.

00:48:56: Die zeitgenössischen Angaben zur genauen Zahl der Tische weichen voneinander ab – die Miete betrug vier Schillink- und sechs Pens in der Woche.

00:49:04: Der Schlüssel zu Tür war irgendwann verloren gegangen.

00:49:06: Stattdessen griff man durch eine zerbrochene Fensterscheibe neben der Tür und öffnete den Riegel von innen.

00:49:12: Die Scheibe war bei einem Streit zwischen Kelly und Benett zerbrochen worden.

00:49:16: Wer sie einschlug ist in der überlieferten Aussage nicht

00:49:18: festgehalten.".

00:49:20: In das Loch war ein Mantel gestopft, gegen Zug und Blicke.

00:49:23: Im Juli-Achzenhundert achten Achtzig verlor Barnett seine Arbeit am Billingsgatefischmarkt – ab da wurde es eng!

00:49:30: Am dreißigsten Oktober kam's zum Streit weil Kelly andere Frauen bei sich übernachten ließ die sonst auf der Straße geschlafen hätten.

00:49:38: Barnett zog aus.

00:49:39: er kann trotzdem fast täglich vorbei oft mit ein paar Münzen Der achte.

00:49:43: November-Aachzehnhundert achtundachtzig war ein Donnerstag.

00:49:46: Barnett kam um Viertel vor acht, blieb kurz und ging wieder.

00:49:49: Er sagte später aus wie sein Nüchtern gewesen.

00:49:52: Gegen halb neun besuchte sie eine Bekannte namens Lizzie Orlberg.

00:49:56: Nach nicht unabhängig bestätigten Presseberichten wurde Kelly später am Abend in zwei Kneipen der Gegend gesehen.

00:50:02: Um Viertel vor zwölf sah die Nachbarin Mary Ann Cox sie in der Dorset Street.

00:50:08: Deutlich betrunken, im Begleitung eines kurzenstämmigen Mannes um die sechsen dreißig mit fleckigen Gesicht vollem rötlichen Schnurrbad, dunkler schäbiger Kleidung und einer runden harten Melone.

00:50:19: Seine Haarfarbe bemerkte Cox nicht – er trug einen Croup-Bier.

00:50:23: Kelly sagte zu Cox Sie werde jetzt singen!

00:50:26: Zwischen Mitternacht und ein Uhr hörten mehrere Bewohner gesang aus dem Zimmer.

00:50:30: Was danach kommt, ist widersprüchlich und ich sage euch ausdrücklich dazu dass hier die Beweislage schwach wird.

00:50:36: Ein arbeitsloser Arbeiter namens George hat Schinssen sagte aus er habe Kelly gegen zwei Uhr morgens in der Flower and Dean Street getroffen.

00:50:45: sie habe ihn um Geld gebeten er habe keines gehabt.

00:50:49: Danach habe sie einen Mann angesprochen, mit dem sie zurück zu ihrem Zimmer gegangen sei.

00:50:53: Hatschinsen beschrieb diesem Mann außergewöhnlich detailliert – Alter, Kleidung, Hutform eine Urkette mit rotem Stein sogar die Farbe der Wimpern!

00:51:02: Er gab an er habe danach noch forty-fünf Minuten gegenüber im Hof gestanden und

00:51:06: gewartet.".

00:51:07: Hatshinsens Aussage ist die Quelle der berühmten außergewönlich detaillerierten Beschreibungen eines möglichen Begleiters.

00:51:14: Drei Punkte schwächen ihren Wert.

00:51:16: Hutchinson meldete sich erst, nachdem das gerichtliche Verfahren am zwölften November bereits abgeschlossen war.

00:51:22: Sein Detailreichtum ist für eine nächtliche Beobachtung im Gaslicht schwer nachzuvollziehen.

00:51:27: Teile seiner Angaben ließen sich zudem nicht mit anderen Aussagen vereinbaren – die Polizei nahm ihn zunächst ernst.

00:51:34: Zeitgenössische Presseberichte meldeten wenige Tage später seine Aussagehaber an Bedeutung verloren.

00:51:40: Der Grund dafür ist in den erhaltenen Akten nicht eindeutig

00:51:42: dokumentiert.".

00:51:44: Zwei Nachbarinnen, Elizabeth Prater und Sarah Lewis berichteten von einem einzigen Ruf.

00:51:49: Mörder gegen vier Uhr morgens.

00:51:51: Prater beschrieb ihn als gedämpft und leise – Louis als laut!

00:51:55: Beide sagten aus, dass sie deswegen nicht aufgestanden seien.

00:51:59: In der Dorset Street rief nachts ständig irgendjemand irgendwas….

00:52:03: Am Morgen des neunten November schickte der Vermieter John McKessie seinen Gehilfen Thomas Boya los, um Mietrückstände einzutreiben.

00:52:11: Kelly schuldete nirgendwo-zwanzig Schilling – etwa sechs Wochen!

00:52:15: Kurz nach Viertel vor elf klopfte Boya.

00:52:17: Niemand antwortete.

00:52:19: Er ging um die Ecke, schob den Mantel aus dem zerbrochenem Fenster und sah hinein.

00:52:23: Was er sah muss ich hier nicht

00:52:25: beschreiben.".

00:52:26: Es genügt zu sagen dass Mary Jane Kelly als einzige der fünf Frauen in einem geschlossenen Raum starb… und dass der Täter dort ungestört Zeit hatte, die er an keinem der anderen Tatorte hatte.

00:52:38: Die nächste Entscheidung belastet die Ermittlungen bis heute – die Polizei betrat den Raum zunächst nicht.

00:52:44: Sir Charles Warren hatte Wochen zuvor angeordnet bei einem neuen Fall Bluthunde für die Spurensuche einzusetzen.

00:52:53: Zwei Stunden und forty-fünf Minuten blieb der bewachte Tatort unberührt, während sich im Hof Nachbarn und vor der Einfahrt Pressevertreter versammelten.

00:53:01: Erst um halb zwei Uhr nachmittags ließ Superintendent Thomas Arnold die Tür aufbrechen – Die Hunde kam nie!

00:53:08: Die zuvor erprobten Tiere standen der Polizei zu diesem Zeitpunkt tatsächlich nicht zur Verfügung.

00:53:14: Aber Lane erfuhr erst gegen Halb zwei, dass der Auftrag, die Hunde zu schicken wiederrufen worden war….

00:53:19: Zu dieser Verzögerung kam eine bittere Fügung.

00:53:22: Warren hatte sein Rücktritzgesuch am achten November eingereicht, nach monatelangem Streit mit dem Innenminister und einem Zeitschriftenartikel den er ohne Genehmigung veröffentlicht hatte.

00:53:32: Das Gesuch wurde am zehnten November angenommen und am zwölften November im Unterhaus öffentlich mitgeteilt.

00:53:38: Formell blieb Warren bis zum ersten Dezember im Dienst bis ein Nachfolgerbereit stand Der neunte November, der Tag der Lord Majors Show des großen Umzugs zur Amtseinführung des Londoner Oberbürgermeisters.

00:53:54: Während in der City kutschen und kapellen durch die Straßen zogen standen zwei Meilen weiter östlich Polizisten im Hinterhof und warteten auf Hunde.

00:54:04: Das gerichtliche Verfahren fand am zwölften November im Rathaus von Schordich unter der Leitung des Coronas Roderick McDonald statt.

00:54:12: Zwölf Zeugen sagten innerhalb eines Tages aus.

00:54:15: Die Geschworenen kamen zu dem Schluss, dass Mary Jane Kelly von einer oder mehreren unbekannten Personen vorsätzlich getötet worden war – damit entsprach das Ergebnis den vorausgegangenen vier gerichtlichen Leichen-Schauen.

00:54:27: Am neunzehnten November, achtzehnhundert achten Achtzig wurde Mary Jane Kelley auf dem katholischen Friedhof St.

00:54:33: Patricks in Light and Stone beigesetzt.

00:54:36: Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich kein Verwandter gemeldet.

00:54:40: Acht Trauernde begleiteten den Sack in zwei Kutschen, Joseph Barnett eine Person aus dem Umfeld ihres Vermieters John McCarthy sowie sechs Frauen die bei der gerichtlichen Leichenschau ausgesagt hatten.

00:54:52: Zu ihnen gehörten Mary Ann Cox Elizabeth Prater Caroline Maxwell Sarah Lewis Julia Rentoney Maria Harvey Schorditsch.

00:55:05: versammelten sich mehrere Tausend Menschen.

00:55:07: Die Kosten der Beerdigung übernahm Henry Wilton, der seit Jahrzehnten als Küster an der Kirche tätig war.

00:55:14: Zeitgenössischen Berichten zufolge konnten sich Mitglieder der Öffentlichkeit anschließend mit Spenden an den Ausgaben beteiligen.

00:55:21: Auf dem heutigen Erinnerungsstein steht... Die genaue Lage des ursprünglichen Grabes ist nicht mehr gesichert.

00:55:33: Das Areal wurde nineteen hundred siebenvierzig neu geordnet und für weitere Bestattungen vorbereitet, der Stein kennzeichnet daher nur den ungefähr rekonstruierten Bereich ihrer Grabstelle.

00:56:12: Nach dem neunten November hörten die Taten in dieser Form auf.

00:56:15: Warum weiß niemand?

00:56:17: Eine weitere Reaktion zeigt, wie weit die Erschütterung reichte.

00:56:21: Unmittelbar nach dem Fund in Millerscurt wandte sich Königin Victoria persönlich an ihrem Premierminister Lord Salbury.

00:56:28: Sie schrieb diese neue noch entsetzliche Remort zeige die absolute Notwendigkeit entschiedenen Handelns.

00:56:34: All diese Hinterhöfe müssten beleuchtet und die Ermittler besser werden.

00:56:38: In weiteren Nachrichten stellte sie konkrete Fragen, waren die Vieh- und Passagierschiffe überprüft worden?

00:56:44: Hatte man ermittelt wie viele alleinstehende Männer im Viertel eigene Zimmer bewohnten?

00:56:49: Gab es nachts genug Überwachung?

00:56:51: Aus ihrer Sicht musste die Kleidung des Täters Blut durchträngt sein und irgendwo aufbewahrt werden!

00:56:57: Dass eine Monarchin ihren Premierminister konkrete Ermittlungsansätze schickte, wirkt aus heutiger Sicht ungewöhnlich.

00:57:03: Ihre Fragen waren durchaus sachlich – zugleich zeigen sie wie diese fünf Todesfälle innerhalb weniger Wochen von einer lokalen Meldung zu einer Staatsangelegenheit wurden!

00:57:13: Die Akte lief trotzdem weiter.

00:57:14: Neben den später in der offiziellen Aktenserie geführten Todes fällen, wurden weitere Angriffe öffentlich mit dem Fall in Verbindung gebracht.

00:57:22: Annie Farmer gehörte nicht zu den elf Aktenfällen….

00:57:29: Anni Farmer wird in einem Logierhaus mit einer oberflächlichen Halswunde gefunden.

00:57:34: Ein Mann rennt aus dem Haus, die Untersuchung kommt zu dem Schluss das die Verletzung möglicherweise selbst zugefügt war.

00:57:40: Die folgenden Todesfälle wurden dagegen in der Akten-Serie White Shepelmörders geführt am Ende des Jungs, der jahre Jahre alt ist.

00:57:50: Er wird in Klaaks Yard in Poplar tot aufgefunden und erdrosselt.

00:57:54: Die Polizeiführung hielt einen Unfall für möglich – die geschworenen entschieden auf Mord.

00:57:59: Einen Zusammenhang mit den anderen Fällen gilt bis heute als unwahrscheinlich.

00:58:06: Elis McKenzie wird in der Castle Alley in Whitechapel mit zwei Stichen am Hals gefunden.

00:58:12: Dazu eine oberflächliche Verletzung.

00:58:15: Hier gehen die Fachmeinungen der damaligen Ärzte offen auseinander.

00:58:19: Thomas Bond hielt es für dieselbe Hand, George Baxter Phillips widersprach ausdrücklich – diese Uneinigkeit steht in den Akten!

00:58:26: Zwei Sachverständige gleicher Fall entgegengesetzte Schlüsse.

00:58:31: Drei-Center Februar, Achtzehnhunderteinundneunzig.

00:58:48: Francis Coles wird unter einem Eisenbahnbogen in den Swello Gardens mit durchtrenten Hals gefunden – noch lebend!

00:58:55: Sie stirbt bevor Hilfe kommt.

00:58:57: Ein Heizer namens James Thomas Settler wird festgenommen und kurzzeitig als der gesuchte Täter gehandelt.

00:59:03: Am dritten März, Aachzehnunderteinundachtzig wird er aus der Untersuchungshaft entlassen.

00:59:08: die Beweise reichen nicht für eine Anklage.

00:59:11: Coles ist der letzte Todesfall der zu akten Serie Whitechapelmörders gezählt wird.

00:59:15: Die Ermittlungen führten zu keiner Anklage.

00:59:18: Erhaltende Unterlagen reichen noch über eighteenhundertneinundneunzig hinaus, sodass sich ein einzelner formaler Schlusspunkt nicht seriös angeben lässt.

00:59:26: Frederick Aberlane verließ Whitechappell bereits vorher.

00:59:30: Er wurde im Dezember, also zum Chiefinspektor befördert und ging am August, Februar, in den Ruhestand.

00:59:38: In seiner Personalakte waren vierundachtzig dienstliche Belobigungen verzeichnet.

00:59:43: Der Fall blieb ungelöst – er ist es bis heute!

00:59:55: Ein ungelöster Fall hinterlässt trotzdem Spuren und dieser hat mehr hinterlassen als eine Legende….

01:00:00: Zwei Jahre nach dem Herbst, und den Public Health Acts Amendment Act, das Wohnungsgesetz bündelte und erweiterte ältere Eingriffsmöglichkeiten.

01:00:17: Kommunen konnten gesundheitsgefährdende Wohngebiete räumen, Wohnraum schaffen und dafür leichter Kredite aufnehmen – es setzte nicht erstmals allgemeine Mindeststandards!

01:00:27: In den folgenden Jahrzehnten wurden einzelne Elendsquartiere des East End saniert oder abgerissen.

01:00:33: Ein direkter Ursache.

01:00:35: Wirkungszusammenhang lässt sich daraus nicht ableiten – die Reformbewegung existierte schon lange, Charles Booth hatte seine Erhebungen begonnen und frühere Gesetze hatten kommunale Eingriffe bereits ermöglicht.

01:00:46: Die Morde verstärkten jedoch die öffentliche Aufmerksamkeit für Armut-und Wohnverhältnisse im East End.

01:00:53: Journalisten, die von der Taten nach Weitschappel kamen berichteten zugleich darüber wie Menschen dort lebten.

01:01:00: Die Flower and Deen Streets in der Mary Ann Nichols ihre letzte Nacht begannen existiert heute nicht mehr.

01:01:06: Die Dorset Street in der Annie Chapman wohnte und Mary Jane Kelly Stab wurde abgerissen und überbaut.

01:01:13: Die Becks Row wurde bald nach den Ereignissen umbenannt und heißt heute Durrat Street.

01:01:18: Die Burner Street heißt heute Henrikus Street.

01:01:21: Es ist eine merkwürdige Bilanz, der Täter wurde nie gefunden.

01:01:25: Viele konkrete Straßen- und Elendsquartiere in denen die Geschichte spielte wurden in den folgenden Jahrzehnten umbenannt, abgerissen oder überbaut.

01:02:04: Vor dem Verdächtigen lohnt ein nüchterner Blick auf die Mittel der damaligen Ermittler.

01:02:09: Das pauschale Urteil, die Londoner Polizei sei, dass sie sich schlicht unfähig gewesen war, greift angesichts des dokumentierten Aufwand zu kurz.

01:02:18: Der Ermittlung fehlten Ergebnisse und zugleich viele technische und organisatorische Möglichkeiten, die heute selbstverständlich sind.

01:02:25: Fingerabdrücke wurden bei Scotland Yard erst einmal als Identifizierungsverfahren eingeführt – wir haben eben schon mal kurz darüber gesprochen!

01:02:32: Die menschlichen AB-Nullblutgruppen wurden ebenfalls nineteenhunderteins veröffentlicht.

01:02:37: Ein forensischer Test zur Unterscheidung von Menschen und Tierblut kam ungefähr zu gleichen Zeit auf.

01:02:43: Tatortfotografie war keine Routine, von Mary Jane Kelly's Zimmer sind zwei Tatortaufnahmen überliefert – beide außergewöhnliche Dokumente ihrer Zeit.

01:02:52: Es gab keine durchsuchbare zentrale Datenbank, keine Verkehrsdaten, keine Kameras und keine Spurensicherung im heutigen Sinn.

01:02:59: Aussagen wurden allerdings durchaus gesammelt und von Beamten wie Donald Swanson in Berichten zusammengeführt.

01:03:06: Nur ließ sich das nicht mit heutigen Such- und Vergleichssystemen

01:03:09: leisten.".

01:03:10: Personal war vorhanden und wurde eingesetzt, bei Haus zu Haus Durchsuchungen, tausendem Befragungen unter Überprüfung ganzer Berufsgruppen.

01:03:18: Zivile Beamte gingen in Verkleidung durch die Straßen – auch der Einsatz von Frauen als Lockpersonen wurde erwogen!

01:03:25: Die Verantwortlichen verwarfen die Idee, weil sie das Risiko nicht übernehmen wollten.

01:03:29: Dazu kamen strukturelle Probleme – zwei Polizeibehörden mit getrennten Akten und Leitungswegen trotz praktischer Zusammenarbeit ein Innenministerium, das eine Belohnung verweigerte, eine Presse, die schneller schrieb als ermittelt wurde und eine Bevölkerung in der viele Menschen aus guten Gründen nicht mit der Polizei sprachen.

01:03:47: Später kam der Aktenverlust hinzu, von dem ich zu Beginn gesprochen habe.

01:03:51: Mit den Unterlagen ging Wissen verloren – ebenso die Möglichkeit spätere Behauptungen anhand der Dokumente zu widerlegen!

01:03:58: Wer heute etwas über diesen Fall behauptet muss nur selten damit rechnen dass ein erhaltenes Aktenstück die Behauptung eindeutig wiederlegt.

01:04:05: Auf diesem Boden sind unzählige Theorien gewachsen.

01:04:09: Das heutige Bild gleicht einem Puzzle bei dem Teile fehlen und niemand mehr sagen kann wie viel es ursprünglich war.

01:04:15: Ein Dokument aus dieser Zeit verdient trotzdem besondere Erwähnung, weil es etwas damals Ungewöhnliches versucht.

01:04:21: Der Polizeiarzt Thomas Bond fasste im November, in einem Bericht zusammen, was sich seiner Ansicht nach über den Täter ableiten ließ.

01:04:31: Er ordnete die fünf später kanonisch genannten Taten derselben Person zu.

01:04:36: Der Ansicht seines Kollegen Philips, der Täter verfüge über medizinische oder anatomische Kenntnisse widersprach Bond ausdrücklich.

01:04:44: Nach seiner Einschätzung besaßt er nicht einmal die technische Erfahrung eines Metzgas, Pferdeschlachters oder einer anderen Person, die regelmäßig Tierkörper zerlegte.

01:04:53: Bond entwarf außerdem das Bild eines äußerlich unauffälligen wahrscheinlich einzigängerischen Mannes aus Brüchen unter Liege.

01:05:02: Der Bericht wird oft als eines der frühesten erhaltenen kriminalistischen Täterprofile bezeichnet, ob Bonds Schlussfolgerung zutrafen weiß niemand.

01:05:11: Bemerkenswert ist dass er ausgerechnet die Vorstellung zurückwies, die sich besonders hartnäckig gehalten hat – die vom Täter als Arzt!

01:05:47: Es gibt heute über hundert Namen, die irgendwann als Täter benannt wurden.

01:05:51: Die allermeisten davon stammen aus Büchern des zwanzigsten und einenszwanzigste Jahrhunderts.

01:05:55: Aussagekräftiger ist die kleine Gruppe von Namen, wie damalige oder später mit den Akten befasste Polizeibeamte nannten – auch diese Namen sind jedoch keine Beweise!

01:06:04: Das zentrale Dokument ist eine handschriftliche Aufzeichnung von Melville McNaughton, datiert auf den Dreiundzwanzigsten Februar, achtzehnhundertvierneinzig.

01:06:13: MacNaughtons war zu diesem Zeitpunkt chief constable der Kriminalabteilung bei Scotland Yard.

01:06:19: Er trat allerdings erst im Juni, achtzenhundertneunachtzig in die Metropolitan Police ein und war während der fünf Taten nicht selbst an der Ermittlung beteiligt.

01:06:27: Sein Papier entstand als Reaktion auf Presseberichte, die einen anderen Mann als Täter benannt hatten.

01:06:32: McNaughton hielt fest, es habe fünf und nur fünf Opfer gegeben.

01:06:37: Diese spätere Einschätzung prägte die bis heute übliche Bezeichnung der sogenannten kanonischen Fünf.

01:06:43: Seine Aufzeichnung nennt drei Männer gegen die aus seiner Sicht mehr Sprach als gegen den Mann aus der Zeitung.

01:06:49: Montague John Deweyde Geboren eighteenhundertsiebenundfünfzig Anwalt- und Hilfslehrer an einer Schule in Blackheath Absolvent von Winchester und Oxford, begeisterter Cricket-Spieler und Mitglied des Malibn-Cricket Club.

01:07:04: Im November, im November, wurde er aus seiner Schulstelle entlassen – aus bis heute ungeklärten Gründen.

01:07:11: Am einendreißigsten Dezember, im September, wurde seine Leiche aus der Temse gezogen mit Steinen in den Taschen.

01:07:17: Die Untersuchung ergab Selbsttötungen geistiger Verwirrung.

01:07:20: McNaughton schrieb, seine eigene Familie habe ihn verdächtigt und berief sich auf private Informationen die er nicht näher benannte.

01:07:28: Die überprüfbaren Angaben tragen McNaoughtons Verdacht nur schwach.

01:07:32: Druid wohnte südlich der Themse und nicht im Tatgebiet, konnte London aber erreichen.

01:07:37: Cricket-Berichte und Terminunterlagen zeigen ihnen an einzelnen Tagen anderswo – ein Spiel am Tag nach dem Tod von Mary Ann Nichols ist jedoch kein Alibi für die vorherige Nacht!

01:07:47: Schwerer wiegen McNaughton sachliche Fehler.

01:07:50: Er beschrieb Druid als ein forty-jährigen Arzt, Druid war ein Dreißig und Jurist – das macht auch die nicht überprüfbare private Information weniger belastbar.

01:08:05: Michael Ostrock Ein russischstämmiger Hochstapler und Dieb mit langer Vorstrafenliste.

01:08:11: MacNoughten beschrieb ihn in der abwertenden Sprache seiner Zeit als gefährlichen Irren.

01:08:16: Spätere Archiv-Recherchen ergaben, dass Ostrock während des maßgeblichen Zeitraums in Frankreich in Haft saß.

01:08:23: Für die fünf kanonischen Taten ist er damit praktisch ausgeschlossen.

01:08:32: Kosminski Macnoten nannte nur den Nachnamen.

01:08:36: Er beschrieb einen polnisch jüdischen Mann aus Whitechapel der Frauenhasse und in eine Anstalt eingewiesen worden sei.

01:08:42: Das ist Macnotens Charakterisierung aus dem Jahr.

01:08:47: Dieser dritte Name ist der Einzige, der bis heute ernsthaft diskutiert wird und er führt zu zwei weiteren Dokumenten.

01:08:54: Robert Anderson seit Anfang September, von Mell Leiter der Kriminalabteilung schrieb in seinen Memoaren die Identität des Täters sei ihm bekannt.

01:09:05: In der Sprache seiner Zeit bezeichnete er den Mann als einen polnischen Juden aus der Unterschicht.

01:09:11: Ein Zeuge habe ihn zweifelfrei erkannt, sich jedoch geweigert gegen ihn auszusagen.

01:09:16: Anderson nannte keinen Namen – für die Einordnung ist wichtig dass er kurz nach Amtsantritt krankheitsbedingt rund ein Monat in der Schweiz verbrachte und während eines wesentlichen Teils der frühen Ermittlungen fehlte.

01:09:29: Eine weitere Quelle sind die sogenannten Swanson-Marginalien.

01:09:33: Donald Swanson war der Chefinspektor, der die Ermittlungen von Scotland Yard auskoordinierte.

01:09:39: In seinem persönlichen Exemplar von Anderson's Memoaren finden sich handschriftliche Notizen an den Rändern und auf dem hinteren Vorsatzblatt.

01:09:47: Demnach sei der Verdächtige in ein Polizeierholungsheim an der Küste gebracht, dort von einem Zeugen identifiziert und anschließend in eine Anstalt eingewiesen worden.

01:09:58: Am Ende der Notiz steht ein Name – Kosminski.

01:10:01: Das Buch wurde erst nineteenhundertsiebenundachtzig aus dem Familienbesitz öffentlich bekannt.

01:10:06: Am ehesten passen diese Angaben zu Ewen Kosminski, er wurde am elften September achtzehnhundertsechzig in Quotawa im damals russisch beherrschten Polen als Sohn eines Schneiders geboren.

01:10:18: Vermutlich floh er achtzehunderteinundachtzlich nach der Ermordung des Zahren und den folgenden Pogromen mit Geschwistern nach London.

01:10:26: Er arbeitete als Friseur und lebte bei Verwandten in Whitechapel, unmittelbar im Tatgebiet.

01:10:32: Am zwölften Juli, Eighthennundertneunzig wurde er in ein Arbeitshaus aufgenommen und nach drei Tagen entlassen.

01:10:39: Am vierten Februar, Achtzehnhunderteinundneunzig kam er erneut dorthin.

01:10:43: Drei Tage später wurde er an die psychiatrische Anstalt Colony Hedge verlegt.

01:10:49: In den Krankenakten steht, die Erkrankung bestehe seit eighteenhundertfünfundachtzig.

01:10:53: Vermerkt sind Stimmen hören und die Angst von anderen vergiftet zu werden.

01:10:58: Achtzehnhundertvierneunzig wurde er nach Liefsten verlegt – dort starb er am vierentzwanzigsten März nineteenhundertneunzent.

01:11:06: Was gegen diese Identifizierung spricht ist erheblich und es gehört ausdrücklich dazu!

01:11:12: Die Taten endeten im November achtzehnthundertachtenachtzig.

01:11:15: Aaron Kosminski wurde erst mehr als zwei Jahre später dauerhaft eingewiesen.

01:11:20: Seine Anstaltsakten schildern ihn meist als nicht gewalttätig, zugleich sind zwei Vorfälle dokumentiert bei denen er einen Stuhl beziehungsweise ein Messer erhob.

01:11:30: Das ist ein Widerspruch aber kein Beleg für eine Mordserie!

01:11:34: Swanson's Notiz erweckt außerdem den Eindruck der Verdächtige sei bald nach der Einweisung gestorben.

01:11:40: Aaron Kosminz gelebte noch achtundzwanzig Jahre.

01:11:43: In keiner erhaltenen offiziellen Polizeiakte wird er mit vollem Namen als Täter festgehalten.

01:11:48: Auch die geschilderte Identifizierung an der Küste lässt sich nicht unabhängig belegen.

01:11:52: Möglich ist, dass spätere Erinnerungen verschiedene Personen oder Vorgänge miteinander vermischten.

01:11:58: Anderson behauptete Jahrzehnte später Gewissheit.

01:12:01: Swanson's private Randnotiz scheint diese Erinnerung mit dem Namen Kosminski zu verbinden.

01:12:07: Das sind keine zwei unabhängigen zeitgenössischen Identifizierungen – die Angaben entstanden lange nach den Ereignissen, widersprechen überprüfbaren Daten in wichtigen Punkten und reichen nicht für einen Tatnachweis.

01:12:19: Interessant ist außerdem dass Frederick Eberlein der Mann, der monatelang vor Ort war, in einem Zeitungsinterview three einen anderen Verdächtigen für denkbar hielt!

01:12:30: Severin Antoniowicz Kvosewski, der sich später George Chapman nannte – ein polnisch-stämmiger Barbiergehilfe, der in Whitechapel arbeitete.

01:12:41: Ihm werden drei Giftmorde an Lebensgefährtinnen zugeschrieben.

01:12:46: Wurde er im Prozess wegen des Mordes an Mode Marsh verurteilt und anschließend hingerichtet.

01:12:52: Dagegen spricht vor allem der deutlich andere belegte.

01:12:55: Modus Kurosowski vergiftete Frauen aus seinem persönlichen Umfeld über längere Zeit.

01:13:00: Eine Verbindung zu den Weitschippell-Taten ist nicht belegt.

01:13:04: Drei hochrangige Polizeibeamte, verschiedene Überzeugungen keine Beweise – das ist die ehrlichste Zusammenfassung dieser später überlieferten Verdachtslage.

01:13:23: Zurück zu dem Namen.

01:13:24: ohne den es diesem Mythos nicht gebe!

01:13:26: Der Brief vom September, der den Namen erfand gilt heute überwiegend als Fälschung.

01:13:32: Mehrere Punkte sprechen dafür.

01:13:34: Er ist auffällig routiniert und in einer geübten Hand geschrieben.

01:13:38: Sein Inhalt geht nicht über das hinaus was bereits in den Zeitungen stand.

01:13:42: Auffälliges auch der Adressat.

01:13:44: Der Brief ging an eine Nachrichtenagentur und nicht an die Polizei.

01:13:50: Wurde berichtet, der Journalist Fred Best habe gegenüber einem Kollegen behauptet er und ein Mitarbeiter des Star hätten die Briefe verfasst um die Geschichte am Laufen zu halten.

01:13:59: Diese Erzählung aus zweiter Hand kam mehr als vierzig Jahre später auf und liefert allein keinen Beweis.

01:14:05: sie zeigt lediglich dass einzelne Journalisten später eine Beteiligung der Presse behaupteten.

01:14:10: Die Polizei behandelte dem Brief nicht durchgehend gleich.

01:14:13: Zunächst als Scherz, nach der Doppelnacht als mögliche Spur – weshalb sie Faximiles verbreitete.

01:14:19: Später hielten hochrangige Beamte die Zuschriften überwiegend für Fälschungen.

01:14:24: Macnoten äußerte in seinen nineteenhundertvierzien erschienen Memoaren den Verdacht ein Journalist, stehe hinter den bekannten Zuschriften.

01:14:31: In einem privaten Brief von neunzehnhundertdreizehn schrieb der frühere Leiter des Special Branch John Littlechild Scotland Yard habe den Reporter Thomas Ballink oder dessen Vorgesetzten für den Urheber gehalten.

01:14:45: Beides sind spätere Einschätzungen, keine zeitgenössischen Tatnachweise.

01:14:49: Der Brief an George Lask mit der halben Niere unterscheidet sich deutlich von den anderen Zuschriften – andere Handschrift, andere Rechtschreibung, anderer Ton.

01:14:58: Er wurde privat dann einen Mann geschickt, dessen Adresse nicht ohne Weiteres bekannt war und enthielt menschliches

01:15:03: Nierengewebe.".

01:15:05: Einige Forschende halten ihn deshalb für möglicherweise authentisch.

01:15:08: Andere verweisen darauf, dass ein Makabra Scherz mit einem Präparat aus einem anatomischen Institut damals ebenso vorstellbar war.

01:15:16: Entschieden ist das nicht und es wird nicht mehr entschieden werden – das Original ist verschwunden!

01:15:21: Was sich sagen lässt.

01:15:22: die Briefe haben den Fall geprägt wie kaum etwas anderes und ihr Beitrag zur Aufklärung war null.

01:15:49: An diesem Punkt kehren wir zum Film zurück.

01:15:51: Ihr erinnert euch an die vier Punkte vom Anfang.

01:15:54: Ein Täter mit Namen und Gesicht, ein politisches Motiv.

01:15:57: Gestoppte statt gescheiterte Ermittlung – eine überlebende Mary Kelly.

01:16:01: Der Kern dieser Erzählung wurde nicht erst für den Film erfunden.

01:16:05: Er entstand in mehreren Stufen und sein Ausgangspunkt lässt sich auf ein Jahrzehnt genau datieren.

01:16:13: In deren Umfeld trat ein Mann auf, der sich Josef Zickert nannte und mit bürgerlichen Namen Joseph Gorman hieß.

01:16:22: Er gab an, der uneheliche Sohn des Malers Walters Zickers zu sein und erzählte eine Familiengeschichte.

01:16:30: Seine Großmutter habe heimlich einen englischen Prinzen geheiratet, aus der Verbindung sei eine Tochter hervorgegangen und um diese Ehe zu vertuschen, seien mehrere Frauen aus Whitechapel beseitigt worden.

01:16:42: Der Journalist Steven Knight griff die Erzählung auf.

01:16:52: Knight baute Gormans Erzählung zu einer geschlossenen Verschwörungstheorie aus.

01:16:56: Der königliche Leibarzt Sir William Gall habe die Frauen im Auftrag des Premierministers Lord Salisbury getötet, gefahren von einem Kutscher namens John Natalie, gedeckt von einer Freimauraloge, deren Rituale sich angeblich in der Anordnung der Tatorte spiegelten.

01:17:13: Das Buch wurde ein Bestseller und zur zentralen Quelle vieler späterer Verschwörungsfassung – darunter die Graphic Novel- und Mittelbar.

01:17:20: der Film Zentrale Bestandteile dieser Erzählung widersprechen über prüfbaren Dokumenten.

01:17:26: Ich gehe hier die Punkte durch, weil man sie kennen

01:17:28: sollte.".

01:17:29: Der Prinz Hofjournale, Terminkalender und Reiseunterlagen verorten Prinz Albert Victor in den maßgeblichen Zeiträumen außerhalb White Chappels.

01:17:38: In der Nacht des dreißigsten September, der doppelnacht hielt er sich bei der königlichen Familie in Belmuelle in Schottland auf.

01:17:47: Er starb.

01:17:50: Als offizielle Todesursache wurde eine Lungenentzündung nach Influenza angegeben.

01:17:55: Für die im Film gezeichte Syphilis gibt es keinen verlässlichen Beleg – der Arzt!

01:18:00: Sir William Gull war ein hoch angesehener Mediziner, der unter anderem in den Begriff Anorexia nervosa prägte und den Prinzen von Wales, im Jahr eighteenundateinundsebzig während einer schweren Typhuserkrankung behandelt hatte.

01:18:15: Im Herbst-Achzehnundat siebenundachzig ein Jahr vor den Taten erlitt Gull einen Schlaganfall mit vorübergehender Lehmung und Sprachstörung.

01:18:23: Er erholte sich teilweise, schränkte seine Arbeit aber stark ein, er litt weitere Anfälle und starb am neunzwanzigsten Januar, achtzehnhundertneinzig.

01:18:32: Seine Erkrankung ist kein lückenloses Alibi – sie macht die körperlich- und organisatorisch anspruchsvolle Rolle aus der Verschwörungserzählung jedoch wenig plausibel.

01:18:42: Dann die Frau Annie Elizabeth Crook und ihre Tochter Alice waren reale Personen.

01:18:47: Alice wurde am achtzehnten April, eighteenhundertfünfundachtzig geboren.

01:18:51: Für eine Ehe mit dem Prinzen oder für seine Vaterschaft gibt es keinen Beleg.

01:18:55: Reiseunterlagen verorten ihn während eines wesentlichen Teils des wahrscheinlichen Empfängniszeitraums in Heidelberg.

01:19:02: Mutter und Tochter lebten in Armut und zeitweise im Arbeitshaus beziehungsweise in Anstalten.

01:19:07: Straßen-und Bauunterlagen zeigen außerdem dass die Häuser mit den Nummern vier bis vierzehn der Cleveland Street schon vor der angeblichen Ratia abgerissen worden waren.

01:19:17: Dann der Kutscher.

01:19:19: John Netley soll der Erzählung zufolge in der Thamese ertrunken sein.

01:19:23: Tatsächlich starb er drei, als er von seinem eigenen Wagen überfahren wurde.

01:19:29: Dann die Lose.

01:19:30: Sir Charles Warren war Freimaurer.

01:19:32: Für Lord Salisbury Robert Anderson und William Gull gibt es dagegen keinen verlässlichen Mitgliedsnachweis.

01:19:39: Warrens Mitgliedschaft belegt für sich weder ein Ritualmotiv noch eine Vertuschung.

01:19:44: Für eine solche Verschwörung fehlt jede belastbare Spur.

01:19:48: Dann die Frauen.

01:19:50: Es gibt keinen Beleg dafür, dass die fünf Getöteten eine feste Gruppe bildeten, gemeinsam von einem königlichen Geheimnis wussten oder mit Annie Crook verbunden waren.

01:20:00: Das sich einzelne von ihnen im engen Milieu des East End begegnet sein könnten lässt sich weder beweisen noch ausschließen.

01:20:06: Die im Film zentrale gemeinsame Erpressung ist historisch nicht belegt.

01:20:11: Dann der Tathergang.

01:20:13: Nach der Theorie wurden die Frauen in einer Kutsche getötet und anschließend abgelegt.

01:20:17: Die zeitgenössischen Befunde sprechen bei den kanonischen Fällen stark dafür, dass die tödlichen Verletzungen an den Fundorten zugefügt wurden.

01:20:25: Eine Kutscha als gemeinsamer mobiler Tatort ist nicht belegt.

01:20:29: Hinzu kommt die wechselhafte Geschichte ihrer Hauptquelle.

01:20:32: Neid hatte in seinem Buch auch Gormans angeblichem Vater Den Maler Walter Sicker zum Mitheter erklärt.

01:20:38: Am achtzehnten Juni, die Sonday Times berichtete Joseph Gorman habe die Geschichte als Schwindel und große Lüge bezeichnet.

01:20:48: Später rückte Gorman von diesem Widerruf teilweise wieder ab und kehrte zu teilen seiner Erzählung zurück.

01:20:54: Dieses Hin und Her beweist nicht das jede Einzelheit erfunden war – es zeigt aber wie unzuverlässig die zentrale mündliche Quelle ist!

01:21:02: Gegen die Theorie sprechen vor allem die unabhängig überprüfbaren Widersprüche.

01:21:06: Neid selbst hielt an seiner Version fest, er argumentierte – Die Widersprüche in Gormans Angaben sprechen eher für als Gegendessen Glaubwürdigkeit.

01:21:16: Er starb wenige Jahre später jung an einem Hirntumor.

01:21:19: Sein Freund, der Autor Colin Wilson äußerte später die Vermutung Neid habe das Buch mit einem Augenzwinkern geschrieben und sei dann von seinem eigenen Erfolg eingeholt worden, der eine Rücknahme unmöglich machte.

01:21:32: Ich lasse das so stehen wie es ist – als Einschätzung eines Freundes nicht als Tatsache!

01:21:52: Aus einer historisch nicht tragfähigen Theorie wurde trotzdem eines der bedeutendsten Werke der Comicgeschichte auch weil sein Autor nie behauptet hat ein Sachbuch zu schreiben….

01:22:03: Ab Ninzehundertneunundachtzig erschien in der Anthologie T.Bugh eine Serie mit dem Titel vom Hell geschrieben von Ellen Moore, gezeichnet von Eddie Campbell.

01:22:14: Nach dem Ende der Anthology wurde sie in eigenen Heften fortgesetzt und war nineteenhundertsechsenneunzig abgeschlossen.

01:22:20: Neunzehnhundert neunundneinzig erschienen die Gesamtausgabe – Untertitel Being a Melodrama In Sixteen Parts Ein Melodramer in Sechzehn Teilen.

01:22:30: Das Wort Melodrama steht schon im Titel.

01:22:33: Moor benutzt Neitz Konstruktion als Gerüst und verändert sie deutlich, für ihn steht die Täterfrage weniger im Mittelpunkt.

01:22:40: Er fragt, was für eine Gesellschaft solche Taten hervorbringt und was sie später daraus macht.

01:22:45: Sein erklärter Ansatz lautet Ein Verbrechen lässt sich nur verstehen wenn man die gesamte Gesellschaft betrachtet in der es geschieht.

01:22:53: Im Buch verhandelt er die Geburt des zwanzigsten Jahrhunderts Klassenverhältnisse Die Architektur Londons und Vorstellungen von Zeit.

01:23:01: Die Ripper-Geschichte dient ihm als Vehikel für diese Themen.

01:23:04: Das Entscheidende steht im Anhang.

01:23:21: Einen Autor, der im Anhang seines eigenen Werks dessen Prämisse demontiert hat ziemlich klar gesagt was er meint.

01:23:35: Das Werk wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit mehreren Eisner und Harvey Awards.

01:23:41: Und in dem Kritikerpreis des Festivals von Angolam.

01:24:28: Der Film übernimmt die Verschwörung und lässt den Anhang weg – das ist die eigentliche Verschiebung!

01:24:34: Was im Buch als bewusst gewähltes Melodrama markiert ist, steht im Film als Auflösung da.

01:24:39: Dazu kommen Veränderungen, die sich gut nachvollziehen lassen wenn man weiß worauf sie beruhen.

01:24:46: Der Film zeigt ihn als opiumabhängigen Einzelgänger mit Visionen, der sich in eine Zeugin verliebt und an einer Überdose stirbt.

01:24:56: Er war über fünfzig Jahre mit Emma Beamond verheiratet.

01:25:14: Nach seiner Pensionierung, arbeitete er ab vier für die Detektaipinkarten unter anderem gegen Falsspieler in Monte Carlo.

01:25:23: Für eine Drogenabhängigkeit oder hellseherische Fähigkeiten gibt es in den Quellen keinen Anhaltspunkt.

01:25:29: Elle Moores Vorlage zeichnet Aberlane deutlich rauer und bodenständiger, die elegante entrückte Filmfigur ist eine Entscheidung der Verfilmung über die Moore öffentlich seinen Unmut äußerte.

01:25:41: Dann gibt es Mary Kelly.

01:25:43: Sie überlebt im Film und zieht in Irland Alice Crook groß Ein reales Kind, für dessen königliche Abstammung es keinen Beleg gibt.

01:25:50: Historisch starb Mary Jane Kelly am neunten November, und wurde am neünzehnten November in Lainstown beerdigt.

01:25:59: Für ein Überleben die Pflege von Alice und einen Umzug nach Irland gibt es keinerlei Beleg.

01:26:05: Dann ist da William Gull, eignet nach einem Schlaganfallgesundheit deutlich eingeschränkt – dass er der Täter war es nicht belegt!

01:26:13: Dann gibt's die Frauen.

01:26:14: Im Film bilden sie eine zusammengehörige Gruppe, die sich kennt und schützt.

01:26:18: Historisch gibt es keinen Beleg für diese Gruppe oder ein gemeinsames Geheimnis.

01:26:22: Hier haben wir schon drüber gesprochen.

01:26:24: Und dann gibt es die Ermittlung!

01:26:26: Im Film kommt Everlane der Wahrheit nahe und wird gestoppt – historisch blieb der Fall ungelöst.

01:26:31: Es gibt keinem Beleg dafür dass die Ermittelungen gezielt abgebrochen oder behindert wurden um den Täter oder das Königshaus zu schützen.

01:26:39: Ich will das nicht als Vorwurf formulieren.

01:26:41: From Hell ist ein Spielfilm nach einer Graphic Novel, die wiederum eine historisch nicht tragfähige Verschwörungserzählung als dramatisches Gerüst

01:26:48: nutzt.".

01:26:49: Auf dieser Kette liegen mehrere Bearbeitungsschritte und in jedem verändert sich die Geschichte.

01:26:55: Der Film ist atmosphärisch dicht, Die Ausstattung ist beeindruckend, Ihren Home spielt großartig!

01:27:01: Als historische Rekonstruktion ist er nicht verlässlich – wie er als Film funktioniert, ob er heute noch trägt, Ob die Bildsprache gealtert ist, was Deb in dieser Rolle macht, das besprechen die beiden bei Stream Café ausführlich Und da gehört es auch hin.

01:27:15: Seit den neunziger Jahren gibt es regelmäßig Meldungen, der Fall sei endlich gelöst.

01:27:19: Zwei davon sollte man kennen, weil sie exemplarisch zeigen wo die Grenzen liegen.

01:27:24: Eimer gibt es den Schal.

01:27:25: In dem Jahr zwei Tausend vierzehn stellte der Autor Russell Edwards ein Tuch vor das seiner Darstellung zufolge am Tatort von Catherine Addos sichergestellt und danach in einer Familie weiter gegeben worden war.

01:27:37: Der Molekularbiologe Jerry Louie Lainan untersuchte es und berichtete zusammen mit David Miller über mitochondriale DNA-Spuren, die zu mütterlichen Linien von Eddowes und einer Schwester Ewen Kosminski passen sollten.

01:27:51: Die Fachzeitschrift Journal of Forensic Science veröffentlichte die Studie im Druck vor ab online und in den Druck.

01:28:01: Die Kritik daran ist umfangreich und stammt aus der Fachwelt selbst!

01:28:05: Zur Herkunft.

01:28:06: Die Erzählung der Polizeibeamte Ames Simpson habe das Tuch am Tatort an sich genommen, lässt sich durch die erhaltenen Akten nicht stützen.

01:28:14: Die Leiche wurde von Constable Watkins gefunden.

01:28:18: Simpson gehörte einer anderen Polizeibehörde an und war in Chesson mehr als zwanzig Kilometer entfernt stationiert.

01:28:25: Im polizeilichen Verzeichnis von Catherine Addos Kleidung ist ein solches Tuch nicht aufgeführt.

01:28:32: Das Tuch ging über mehr als ein Jahrhundert durch viele Hände.

01:28:36: Eine lückenlose Beweismittelkette vom Tatort bis ins Labor gibt es nicht.

01:28:40: Angehörige der Eddos-Linie kamen zu denen mit dem Stück in Kontakt, Der DNA Forenzi Capita Gil verwies deshalb öffentlich auf die zweifelhafte Herkunft und Handhabung.

01:28:50: Solche Umstände schließen eine Laboranalyse nicht grundsätzlich aus, schwächen aber ihren Beweiswert erheblich.

01:28:57: Zur Methode In der öffentlichen Debatte um das Buch von zwei Tausend vierzehn wurde eine Variantenbezeichnung als möglicher Übertragungsfehler kritisiert.

01:29:06: Aus drei Eins Vier Punkt Eins C müsse demnach Drei Eins Fünf Punkt Eins Zee werden, eine Variante die bei mehr als neuneinzig Prozent der menschen-europäischer Abstammung vorkommt.

01:29:18: Die spätere Fachpublikation beantwortete nicht alle Einwände.

01:29:22: Zweitausendvierundzwanzig versah die Zeitschrift sie mit einer offiziellen Expression of Concern Methodische und statistische Bedenken seien nicht ausgeräumt, und die Autoren hätten die Originaldaten nicht mehr vorlegen können.

01:29:48: Ein letzter Punkt betrifft die Mitochondriale DNA.

01:29:58: Sie wird über die mütterliche Linie vererbt und kann eine gemeinsame mütternliche Linie stützen oder ausschließen – eine einzelne Person identifiziert sie dadurch noch nicht.

01:30:08: Selbst eine saubere Übereinstimmung würde weder beweisen, dass die Spur-.

01:30:19: Die Schriftstellerin Patricia Cornwell legte ab zwei tausend-zwei in mehreren Büchern ihre These dar, der Maler Walter Sickert sei der Täter und ließ dafür unter anderem Briefe untersuchen.

01:30:30: Der Ergebnisse stellten keine individuelle DNA Verbindung zwischen Sickert und den Taten her.

01:30:36: Hinzu kommt viele angebliche Täterbriefe gelten – wie wir wissen – selbst als Fälschungen und sind keine gesicherten Tatortspuren!

01:30:44: Dokumente sprechen außerdem dafür, dass Sikath-Teile des Sommers und Herbstes in Frankreich verbrachte.

01:30:50: Für jede einzelne Tat Nacht ergibt sich daraus jedoch nicht automatisch ein lückenloses Alibi!

01:30:56: Ein anerkanter Beweis für seine Täterschaft existiert nicht.

01:31:00: Das Grundproblem ist bei diesen modernen Ansätzen dasselbe, Für die untersuchten Gegenstände fehlt eine lückenlos dokumentierte Kette vom Tatort bis ins heutige Labor.

01:31:09: Technik kann eine schlechte Herkunftsgeschichte nicht nachträglich reparieren.

01:31:13: Sie können Spuren analysieren aber deren Bedeutung hängt davon ab woher das Material stammt und wer es berührt hat.

01:31:33: Eine opferzentrierte Perspektive ist nicht völlig neu, hat in den vergangenen Jahren aber deutlich mehr öffentliche Aufmerksamkeit bekommen.

01:31:40: Für mich ist sie die wichtigste Entwicklung der jüngeren Beschäftigung mit dem Fall.

01:31:59: Rube & Holt konstruiert ihre Leben aus Kirchenbüchern, Volkszählungen, Arbeitshausregistern und Gerichtsakten.

01:32:06: Das Buch gewann in dem Jahr den Bailey Gifford Prize von Nonfiction.

01:32:11: Rubenholz-Zentrale Beobachtung betrifft eine vermeintliche Selbstverständlichkeit.

01:32:16: Über hundert Jahre lang wurden alle fünf Frauen häufig pauschal als Prostituierte bezeichnet.

01:32:22: Rubenholt argumentierte die zeitgenössischen Quellenbelegensexarbeit bei Mary Ann Nichols, Annie Chapman und Catherine Addos nicht verlässlich.

01:32:31: Andere Historikerinnen und Historiker verweisen auf Polizeiangaben, Presseberichte und Zeugenaussagen, die sie als Hinweise auf gelegentliche Sexarbeit deuten.

01:32:39: Die Quellen erlauben hier keine so kategorische Aussage, wie viele ältere Darstellungen sie treffen.

01:32:45: Für Elizabeth Strait und Mary Jane Kelly ist Sexarbeit deutlich besser dokumentiert.

01:32:50: Diese Unterscheidung verändert die Frage – die klassische Erzählung fragt, warum hat der Prostituierte getötet?

01:32:58: Eine opferzentrierte Befragung fragt nach den Lebensumständen, die diese Frauen in dieser Nacht verwundbar macht.

01:33:04: Armut, Alkoholabhängigkeit, unsichere Wohnverhältnisse und das Alleinsein zu später Stunden spielten jeweils unterschiedliche Rollen.

01:33:12: Einige hatten in ihrer letzten Nacht keine Unterkunft oder waren aus anderen Gründen unterwegs – fehlendes Bettgeld traf nicht auf alle fünf zu!

01:33:21: Man muss deshalb dazu sagen, dass Rubenholz-Deutung in der Forschung auf sachlichen Widerspruch gestoßen ist unter anderem beim Historiker Drew Gray.

01:33:30: Die Debatte betrifft die Reichweite einzelner Quellen und die Frage was aus fehlenden Straf- und Gerichtsakten geschlossen werden darf – sie ändert nichts daran das die Lebensgeschichten der Frauen lange hinter dem Tätermythos verschwanden.

01:33:43: Hier liegt der bleibende Wert dieses Perspektivwechsels.

01:33:46: Die Öffentlichkeit erzählte lange weit weniger über die Frauen, als über den Täter dessen Identität unbekannt blieb.

01:33:53: Diese Schieflage ist der Grund warum in dieser Folge jede der fünf Biografien vor der jeweiligen Tat steht.

01:34:28: Bevor wir zum Schluss kommen möchte ich drei Vorstellungen anschauen, die praktisch jeder mit diesem Fall verbindet – die aber in dieser festen Form nicht aus dem Vernehmungsprotokollen stammen!

01:34:38: Erstens der Nebel.

01:34:39: Wenn man an White Shepel, denkt man an dichten gelben Nebel unter Gaslatern.

01:34:46: London's Spock war real und wurde in der Heizperiode besonders schlimm!

01:34:50: Die fünf kanonischen Taten lagen jedoch zwischen Ende August und Anfang November.

01:34:55: In den zentralen Zeugenaussagen- und Leichenschauprotokollen spielt dichter Nebel keine erkennbare Rolle, überliefert sind je nach Nacht viel mehr Regen, Wind oder klare Sicht.

01:35:05: Der allgegenwärtige Nebel wurde vor allem durch spätere Illustrationen, Bühnenfassungen und Filme zum festen Bild – er ist ein wirkungsvolles Motiv aber kein gesicherter gemeinsamer Wetterbericht für die Tatnächte!

01:35:18: Zweitens der Zylinder, der Umhang und die Arztasche.

01:35:22: Das ikonische Gesamtbild hoher Hut, weniger Mantel, schwarze Ledertasche ist durch keine gesicherte Täterbeobachtung belegt.

01:35:29: Zeuginnen und Zeugen beschrieben verschiedene möglicherweise gar nicht identische Männer Meist mittelgroß, dunkelgekleidet mit Schirm und Jagdmütze.

01:35:38: Einmal mit Hellemhalztuch einmal mit einem länglichen

01:35:41: Paket.".

01:35:42: Die Angaben waren kurz, widersprüchlich und reichten zu keiner Identifizierung.

01:35:46: Aus solchen Splittern formten Bildpresse, Bühne und später der Film den vornehmen nächtlichen Besucher aus dem Westen.

01:35:53: Das ist Iconografie, kein verlässliches Verhandlungsbild.

01:35:56: Das ist nicht nur eine Fußnote – es zeigt wie stark ein wiederholtes Bild unsere Erinnerung an eine Quellenlage überformen kann die in Wahrheit unscharf ist.

01:36:05: und drittens das Ende der Serie.

01:36:16: Belegt ist dieser Zusammenhang nicht.

01:36:19: Im Betracht gezogen wurden auch Haft, Unterbringung in einer Anstalt, Wegzug freiwilliges Aufhören oder weitere Taten die nicht zu Serie gerechnet wurden.

01:36:28: Für keine dieser Möglichkeiten gibt es im konkreten Fall genügend Belege um sie verlässlich zu gewichten.

01:36:35: Ein Ende ohne Erklärung ist erzählerisch unbefriedigend.

01:36:38: Jede Generation hat deshalb eine eigene Erklärungen nachgeliefert – belegt ist keine davon!

01:37:06: Bleibt die Frage, die man sich bei diesem Fall irgendwann stellen muss.

01:37:09: Warum ausgerechnet der?

01:37:11: Im London des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts starben Menschen an Hunger, Tuberkulose anderen Krankheiten Arbeitsunfällen und Gewalt.

01:37:20: Die fünf Frauen aus Whitechapel sind ein winziger Ausschnitt.

01:37:23: Der erfundene Name des Täters ist bis heute bekannter als ihre Namen.

01:37:28: Ein Teil der Antwort liegt im Zeitpunkt.

01:37:30: Die Taten fielen in die Hochphase, der billigen Massenpresse.

01:37:35: Der Fall wurde zu einer der ersten großen modernen Kriminalsensationen, die ein landesweites Publikum nahezu in Echtzeit verfolgen konnte – Tag für Tag für einen halben Penny!

01:37:46: Auch der Name spielte eine Rolle.

01:37:47: Ohne den Brief vom September-Achzehnhundertachtenundachtzig würden wir heute von den White Shepelmorden sprechen, einem nüchternen

01:37:55: Aktentitel.".

01:37:56: Der erfundene Name gab dem Unbekannten eine Gestalt, die sich erzählen und vermarkten ließ.

01:38:01: Der offene Ausgang trägt ebenfalls dazu bei!

01:38:05: Ein aufgeklärter Fall endet mit einem Urteil – ein ungelöster Fall bleibt eine offene Form in die jede Zeit ihre eigenen Fragen hineinlegt.

01:38:14: Teile der viktorianischen Presse projizierten die Angst vor einem fremden Einwanderer auf den Täter.

01:38:20: Die Siebziger Jahre machten daraus eine Verschwörung des Establishments.

01:38:24: Unsere Zeit sieht ein DNA-Problem und eine Frage nach den Opfern.

01:38:28: Der Fall wirkt wie ein Spiegel seiner jeweiligen Gegenwart.

01:38:33: Schwer schön zu reden, ist der kommerzielle Anteil – mit dem Fall wird Geld verdient durch Führungen, Museen und Merchandise.

01:38:40: Zwei Tausend Fünfzehn eröffnete in Ostlondern einen Jack the Ripper Museum, obwohl die Planungsunterlagen zuvor ein Museum über Frauen im East End beschrieben hatten.

01:38:50: Dagegen gab es deutliche Proteste!

01:38:58: Das war keine repräsentative historische Bewertung, zeigt aber die enorme Reichweite des Mythos.

01:39:13: Vielleicht ist das die eigentliche Wahrheit dieses Falls?

01:39:16: Wir wissen nicht wer er war – wir wissen aber sehr genau wer wir sind wenn wir über ihn sprechen!

01:39:49: Am Ende dieser Folge steht kein Name.

01:39:51: Das ist unbefriedigend und ich finde, man sollte diese Unbefriedigtheit aushalten statt sie mit der nächsten besten Theorie zu füllen!

01:39:59: Was wir sicher wissen lässt sich in wenigen Sätzen sagen Zwischen dem einendreißigsten August um den neunten November eighteenhundert achten Achtzig wurden im Osten Londons fünf Frauen getötet deren Fälle später als die kanonischen fünf zusammengefasst worden Mary and Nichols Annie Chapman Elizabeth Strait Catherine Addos und Mary Jane Kelly.

01:40:20: Ob alle fünf demselben Täter zum Opfer fielen, ist nicht bewiesen.

01:40:24: Nach den überlieferten bzw.

01:40:26: geschätzten Altersangaben waren sie ungefähr ca.

01:40:29: twenty bis siebenundvierzig Jahre alt.

01:40:31: Besonders Mary Jane Kellys frühe Biografie bleibt unsicher.

01:40:35: Sie hatten Familien Beziehungen Krankheiten Schulden und eigene Lebensgeschichten.

01:40:40: Bei Nichols & Chapman fehlte in ihrer letzten Nacht nachweislich das Bettgeld.

01:40:45: Die Polizei überprüfte tausende Hinweise und Personen erhob aber gegen keinen Täter Anklage.

01:40:51: Ein genaues Datum, an dem die gesamte Akte endgültig geschlossen worden wäre lässt sich nicht seriös nennen.

01:40:58: Jenseits dieser Grundzüge mischen sich weitere belegbare Details mit Deutungen.

01:41:03: Manche Deutung sind gut begründet andere schlecht und einige wurden von ihren eigenen Urhebern zeitweise oder ganz zurückgenommen.

01:41:12: Zwischen Legenden, Mythos und Realität verläuft in diesem Fall keine saubere Linie.

01:41:17: Über mehr als ein Jahrhundert hat jede Generation etwas hinzugefügt.

01:41:21: Mein Versuch für diese Folge war deshalb den Quellen Schritt-für-Schritt zu folgen und jede Aussage einzuordnen.

01:41:28: Dass sie ist belegt, dass sie es überliefert oder umstritten – das hier kam später durch Bücher, Bühne oder Film hinzu!

01:41:41: Deswegen bin ich euch sehr dankbar, wenn ihr zugehört habt bis zum Schluss.

01:42:11: Geht gern rüber, hört rein und abonniert Streamcafé wenn ihr schon mal da seid.

01:42:15: Den Link findet ihr in den Show-Notes!

01:42:17: Mit beiden Folgen bekommt ihr den Film und seine historische Grundlage aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln.

01:42:23: Die vollständige Liste der Bücher und Unterlagen, mit denen ich für diese Folge gearbeitet habe findet ihr in den Show Notes.

01:42:29: Wenn euch die Folge gefallen hat könnt ihr Chronik der Schatten mit einem Abo auf eurer Podcast-Plattform unterstützen.

01:42:35: Über eine Bewertung und einen Kommentar freue ich mich ebenfalls sehr!

01:42:39: Jede Rückmeldung und jede Weiterempfehlung hilft dabei dass der Podcast von mehr Menschen gefunden wird.

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01:43:13: Danke dass ihr mit mir durch die Schatten gereist.

01:43:15: seid und bleibt wachsam für die Geschichten.

01:43:39: Hmm, legende und jede Seite Ein Flüstern das Tief in dir spricht Bis die Realität durch die Finsternis bricht.

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