Robin Hood: Die Geschichte hinter der Legende
Shownotes
Robin Hood gehört zu den bekanntesten Sagengestalten Europas. Ob hinter dem Namen eine historische Person stand, ist bis heute ungeklärt.
Die frühesten erhaltenen Balladen zeigen einen Geächteten, der sich deutlich von späteren Darstellungen unterscheidet. Robin ist dort ein Yeoman und kein enteigneter Graf. Sein König heißt Edward. Maid Marian, Bruder Tuck und Richard Löwenherz spielen in dieser frühen Überlieferung noch keine Rolle.
Die Folge beginnt mit einer Nacherzählung zentraler Motive aus den ältesten Robin-Hood-Texten. Anschließend führt die Spur in das mittelalterliche Forstrecht, die Praxis der Ächtung und englische Gerichtsakten des 13. Jahrhunderts. Spätere Chronisten, Dorffeste, Theaterstücke, Romane und Filme veränderten die Figur immer weiter.
In dieser Folge geht es unter anderem um: • Robin Hood in den frühen mittelalterlichen Balladen • die „Gest of Robyn Hode“ • Little John, Much und Will Scarlet • den Sheriff von Nottingham und Guy of Gisborne • Barnsdale und den Sherwood Forest • königliches Forstrecht und die Ächtung von Gesetzlosen • Robert Hod und die Gerichtsakte von 1225/1226 • den Namen „Robehod“ in einer Akte aus dem Jahr 1262 • Robin-Hood-Reime in „Piers Plowman“ • Maid Marian und Bruder Tuck • die spätere Verbindung zu Richard Löwenherz • Robin Hood als Earl of Huntington • das vermeintliche Grab im ehemaligen Priorat von Kirklees • Walter Scotts „Ivanhoe“ • Robin Hood in Literatur, Film und Popkultur • die verschiedenen Forschungspositionen zu einem historischen Vorbild
Historische Einordnung: Eine bestimmte historische Person kann nach heutigem Forschungsstand nicht eindeutig als Robin Hood identifiziert werden. Mehrere reale Gesetzlose und Namensspuren wurden als mögliche Vorbilder diskutiert. Ebenso möglich ist, dass die Figur aus unterschiedlichen Personen, Erzählmotiven und Erfahrungen mit mittelalterlicher Rechtsprechung entstand.
Die Folge kennzeichnet, welche Inhalte aus Balladen und späteren Erzählungen stammen, welche Angaben durch historische Dokumente belegt sind und an welchen Stellen es sich um Forschungsthesen handelt.
Inhaltswarnung:
Diese Folge enthält Schilderungen mittelalterlicher Gewalt. Thematisiert werden unter anderem Raub, Gefangenschaft, Enthauptung, die Tötung eines vermutlich sehr jungen Begleiters, die Verstümmelung eines Leichnams sowie ein tödlich endender Aderlass.
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Musik-, Stimm- und Produktionsrechte Gesprochener Text, Stimme, Skript, Bearbeitung und Produktion dieser Episode liegen – soweit nicht anders angegeben – bei mir.
Weitere verwendete Audioelemente, Sounds oder Medien stammen gegebenenfalls aus PowerDirector 365. Auch hierfür lag mir zum Zeitpunkt der Veröffentlichung die erforderliche Lizenz vor.
Alle Rechte an der konkreten Zusammenstellung, Bearbeitung und Einbindung in diese Episode liegen bei mir, soweit rechtlich zulässig und soweit nicht anders gekennzeichnet.
Hinweis zur Verwendung künstlicher Intelligenz
Das Titelbild sowie der Gesang und die musikalische Umsetzung der Titelmusik wurden mithilfe generativer künstlicher Intelligenz erstellt. Der Liedtext stammt vollständig von mir.
Die Musik dieser Folge wurde von mir selbst erstellt. Verwendete KI-gestützte Musik und musikalische Elemente wurden mit Suno erstellt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag mir die entsprechende Nutzungslizenz vor.
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QUELLEN UND LITERATUR
Mittelalterliche und frühneuzeitliche Quellen: • Gerichts- und Verwaltungsakten von Yorkshire, Einträge zu "Robert Hod" / "Hobbehod", 1226–1234 (The National Archives, London, Pipe Rolls). • Eintrag zu "William Robehod", Berkshire, 1261/62 (The National Archives; Erstpublikation durch David Crook, siehe unten). • William Langland: The Vision of Piers Plowman, B-Text (ca. 1377), Passus V (Erwähnung der "rymes of Robyn Hood"). • Andrew of Wyntoun: Orygynale Cronykil of Scotland (ca. 1420). • Walter Bower: Scotichronicon (Fortsetzung, ca. 1440–1447), Eintrag zum Jahr 1266. • Robin Hood and the Monk, Handschrift ca. 1450 (Cambridge University Library, MS Ff.5.48). • Robin Hood and the Potter, Handschrift ca. um 1500 (Cambridge University Library, MS Ee.4.35). • A Gest of Robyn Hode, frühe Drucke ca. 1495–1510 (u. a. Druck von Wynkyn de Worde). • Robin Hood and Guy of Gisborne, überliefert im Percy Folio Manuscript (17. Jh., British Library, Add MS 27879). • John Major: Historia Majoris Britanniae (Paris 1521), Buch IV (Datierung in die Zeit Richards I.). • Hugh Latimer: Sermons preached before King Edward VI (1549), Bericht über den "Robin Hood's Day". • Anthony Munday (mit Henry Chettle): The Downfall of Robert Earl of Huntington / The Death of Robert Earl of Huntington (London 1598/1601). • Martin Parker: A True Tale of Robin Hood (London 1632). • Joseph Ritson: Robin Hood: A Collection of All the Ancient Poems, Songs and Ballads, 2 Bde. (London 1795). • Walter Scott: Ivanhoe (Edinburgh 1819). • Howard Pyle: The Merry Adventures of Robin Hood (New York 1883).
Wissenschaftliche Literatur: • R. B. Dobson / J. Taylor: Rymes of Robyn Hood. An Introduction to the English Outlaw, London 1976 (Standard-Quellensammlung mit Kommentar). • J. C. Holt: Robin Hood, London 1982 (überarbeitete Auflagen 1989, 2011; Standardwerk zur historischen Einordnung, u. a. zu Robert Hod 1226 und zum Publikum der Balladen). • David Crook: Some Further Evidence Concerning the Dating of the Origins of the Legend of Robin Hood, in: English Historical Review 99 (1984), S. 530–534 (Erstveröffentlichung des "William Robehod"-Fundes von 1262). • David Crook: Robin Hood. Legend and Reality, Woodbridge 2020. • Stephen Knight: Robin Hood. A Complete Study of the English Outlaw, Oxford 1994; ders.: Robin Hood. A Mythic Biography, Ithaca 2003 (zur literarischen Entwicklung, Munday, Maispiele, Marian). • Stephen Knight / Thomas Ohlgren (Hg.): Robin Hood and Other Outlaw Tales, Kalamazoo 1997 (TEAMS-Edition der Balladentexte mit Einleitungen; online frei zugänglich über die University of Rochester, "The Robin Hood Project"). • A. J. Pollard: Imagining Robin Hood. The Late-Medieval Stories in Historical Context, London 2004. • J. R. Maddicott / Diskussionsbeiträge von R. H. Hilton, M. Keen u. a. in der Zeitschrift Past & Present (1958–1961) zur sozialen Deutung der Balladen. • David Baldwin: Robin Hood. The English Outlaw Unmasked, Stroud 2010 (zur Godberd-These). • Zum Forstrecht: Charter of the Forest (1217); einführend etwa die Überblicksdarstellungen bei Holt (1982) sowie die Editionen der Forest Charters. • Zum Grab von Kirklees: Diskussion und Befunde bei Dobson/Taylor (1976) und Knight (1994).
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Transkript anzeigen
00:00:08: Willkommen zurück zu Chronik der Schatten.
00:01:01: Schön, dass ihr wieder dabei seid!
00:01:03: Es gibt Geschichten die muss man eigentlich gar nicht mehr vorstellen.
00:01:06: Geschichten, die so tief in unserer Vorstellung verankert sind das schon ein einziges Bild reicht.
00:01:12: Ein dunkler Wald, ein gespannter Bogen eine Kaputze im Schatten der Bäume.
00:01:17: Manche Figuren begleiten uns, seit wir Kinder sind.
00:01:19: Sie tauchen im Büchern auf in Filmen und Zeichentrickserien, auf Theaterbühnen und in alten Erzählungen.
00:01:27: Irgendwann glaubt man sie zu kennen?
00:01:29: Man meint zu wissen wer sie waren, wofür sie standen und welche Geschichte hinter ihnen steckt!
00:01:34: Doch bei manchen Legenden ist genau dieses Gefühl trügerisch – denn je bekannter eine Figur wird, desto mehr Schichten legen sich über ihren Ursprung.
00:01:43: Jede Generation verändert ein Detail Jede Zeit fügt etwas hinzu.
00:01:48: Aus einem Namen wird ein Held, aus einem Helden wird ein Symbol.
00:01:52: Aus einen Symbol wird irgendwann eine Geschichte die scheinbar schon immer so erzählt wurde.
00:01:57: Heute schauen wir uns eine dieser Figuren an – eine Figur, die vermutlich jeder von euch sofort vor Augen hat!
00:02:04: Ein Mann in Grün mit Bogen und Kaputze der im Wald lebt, die Reichen bestiehlt und den Armen gibt.
00:02:10: Robin Hood.
00:02:12: Ich gebe zu, als dieser Wunsch immer öfter in meinem Postfach auftauchte habe ich kurz gezögert.
00:02:17: Robin Hood kennt man den nicht schon?
00:02:20: Die Antwort – das kann ich euch nach Wochen der Recherche sagen lautet….
00:02:24: nein!
00:02:25: Was wir zu kennen glauben ist eine Geschichte die über Jahrhunderte hinweg gewachsen ist.
00:02:29: Schicht um Schicht wie die Jahresringe eines Baumes im Sherwood Forest.
00:02:34: Vieles, was heute für uns selbstverständlich zu Robin Hood gehört stand am Anfang gar nicht fest.
00:02:40: Manches kam erst spät hinzu – einiges das wir aus Filmen kennen findet sich in den ältesten Texten überhaupt nicht!
00:02:47: Bevor wir loslegen wie immer an dieser Stelle ein Wort zur Arbeitsweise dieser Folge.
00:02:52: Alles was ich euch heute als belegbare historische Spur präsentiere stützt sich auf erhaltene Texte, historische Dokumente und seriöse Forschung.
00:03:00: Eine Auswahl der Quellen dazu findet ihr wie immer gesammelt in den Show-Notes.
00:03:05: Dort wo wir das Reich der Belege verlassen und in die Welt der Sage eintauchen, sage ich es euch ausdrücklich dazu!
00:03:12: Das gilt für die gesamte Folge – und es gilt ganz besonders für das was jetzt kommt.
00:03:17: Denn beginnen werden wir nicht mit Akten und Archiven.
00:03:20: Beginnen werden wir mit der Geschichte selbst.
00:03:22: Mit einer Nacherzählung auf Grundlage der ältesten erhaltenen Robin Hood Texte vor allem der frühen Balladen.
00:03:30: Diese Texte wurden erst im späten Mittelalter beziehungsweise in der frühen Druckzeit greifbar, gehen aber wahrscheinlich auf ältere Erzähltraditionen zurück.
00:03:41: Was ihr gleich hört ist also keine Tatsachenschilderung – es ist Sage, es ist Überlieferung!
00:03:47: Es ist ein Blick in die Robin-Hutwelt, bevor Hollywood Kinderbücher und moderne Abenteuerfilme daraus den Helden machten, den viele heute vor Augen haben….
00:03:56: Diese frühe Robinhood-Welt ist düsterer, blutiger und merkwürdiger als man es vielleicht erwartet.
00:04:02: Macht's euch bequem!
00:04:04: Wir reisen ins England des Mittelalters in einen Wald, in dem die Bäume Ohren haben.
00:04:37: Stellt euch ein Wald vor der kein Ende zu haben scheint.
00:04:40: Eichen so alt dass niemand sich an eine Zeit ohne sie erinnert.
00:04:45: Lichtungen auf denen das Rotbild frisst als gehöre ihm die Welt Fade die sich verzweigen und wieder verlieren.
00:04:52: Wer hier hineingeht ohne den Weg zu kennen, kommt vielleicht nie wieder heraus.
00:04:57: Die alten Balladen nennen zwei solcher Orte – den Sherwood Forest by Nottingham und das überrascht viele noch häufiger den Wald von Barnsdale weiter nördlich in Yorkshire Dort wo die große alte Straße nach Norden führt.
00:05:12: eine Straße auf der Mönche Ritter-und Kaufleute reisen Eine Straße, auf der man besser nicht allein unterwegs ist Denn in diesem Wald lebt ein Mann, der nach keinem Gesetz mehr lebt.
00:05:24: Ein geächteter!
00:05:25: Die frühe Erzählung gibt ihm keinen Adelstitel, keine tragische Vorgeschichte, keinen enteigneten Vater.
00:05:32: Sie sagt nur... Ein Hühne von einem Mann dessen Spitzname ein Scherz ist, den jeder versteht der ihn sieht.
00:05:54: Matsch?
00:05:55: Der Sohn des Müllers Will Scarlett Männer die der Wald aufgenommen hat weil die Welt draußen keinen Platz mehr für sie hatte.
00:06:04: Eines der merkwürdigsten Details dieser alten Erzählung ist Robbins Frömmigkeit.
00:06:09: Dieser Geächtete Dieser Räuber ist ein Mann, der die Jungfrau Maria verehrt.
00:06:14: In den Balladen heißt es er habe sie über alles geliebt und keine Messe versäumt wenn er es vermeiden konnte.
00:06:20: Aus Erfurcht vor ihr so erzählt es die Sage tat er Frauen kein Leid an.
00:06:25: Ein Räiber der betet Haltet diesen Gedanken fest.
00:06:28: Wir kommen später darauf zurück Denn er verrät uns viel über die Welt in der diese Geschichte entstanden ist.
00:07:00: Die längste und wichtigste der frühen Robin Hood-Erzählungen trägt den Titel Adjust of Robin Hood.
00:07:05: Schon dieser Text zeigt uns einen Robin, der anders ist als der Held aus vielen modernen Filmen – denn diese Geschichte beginnt nicht mit einem Kampf, nicht mit dem Überfall oder auch mit einem großen Auftritt des Sheriffs.
00:07:18: Sie beginnt mit einem Abendessen!
00:07:20: Tief im Wald wartet Robin Hood mit seinen Männern auf eine Mahlzeit.
00:07:24: Doch Robin setzt sich erst an die Tafel wenn ein Gast bei ihm ist….
00:07:28: Das ist seine Regel, fast ein kleines Ritual.
00:07:32: Also schickt der Little John und einige der anderen hinauf zur Straße!
00:07:36: Dort sollen sie jemanden finden, der mit ihnen speist – einen Baron vielleicht?
00:07:41: Einen Bischof?
00:07:42: Ein
00:07:42: Abt?!
00:07:42: Einen Mann, der genug Geld bei sich trägt um die Mahlzeit hinterher bezahlen zu können.
00:07:48: Doch der Gast den Sie zurückbringen sieht ganz anders aus als Robin es erwartet haben dürfte….
00:07:53: Es ist ein Ritter Ein Mann, der einst Würde ausgestrahlt haben muss nun aber wirkt als sei ihm die ganze Welt auf die Schultern gefallen.
00:08:01: Seine Kleidung ist abgetragen – sein Gesicht ist grau.
00:08:04: vor Sorge!
00:08:05: Er sitzt im Sattel wie jemand, der nicht mehr weiß wohin er noch gehen soll.
00:08:09: Robin empfängt ihn trotzdem mit allen Ehren.
00:08:12: Der Ritter bekommt Essen, trinken und einen Platz am Tisch.
00:08:16: Für einen Moment ist er kein verzweifeltem Mann auf einer staubigen Straße.
00:08:23: Erst nach dem Mal stellt Robin die Frage, die kommen muss.
00:08:26: Was kann dieser Ritter für die Bewertung bezahlen?
00:08:29: Der Mann senkt den Blick.
00:08:31: Zehn Schilling sagt er – mehr besitze er nicht auf der Welt.
00:08:35: Little John durchsucht sein Gepäck.
00:08:37: Wahrscheinlich erwartet jeder in diesem Moment das die Ballade nun eine Lüge aufdeckt!
00:08:42: Verstecktes Silber, einen zweiten Beutel, ein Mann der Ärmer tut als er ist.
00:08:47: Doch Little John findet genau das was der Ritter gesagt hat.
00:08:50: Zehnt Schilling Der Mann hat die Wahrheit gesprochen.
00:08:55: Nun kippt die Szene, aus einem möglichen Überfall wird ein Gespräch.
00:08:59: Robin lacht ihn nicht aus – er demütigt ihn nicht!
00:09:02: Er fragt wie einen Ritter in eine solche Not geraten konnte?
00:09:05: Die Antwort führt aus dem Wald heraus hinein in eine Welt aus Schulden, Ehre und drohendem Verlust.
00:09:14: Um ihn vor dem Galgen zu retten, musste der Vater alles verpenden was er hatte.
00:09:19: Sein Land, sein Gut, seine Zukunft!
00:09:22: Der Gläubiger ist in dieser Erzählung kein namenloser Geldverleihe aus einer dunklen Gasse.
00:09:27: Es ist der reiche Abt von St.
00:09:29: Marine in York.
00:09:31: Vierhundert Pfund fordert er – eine gewaltige Summe.
00:09:34: Der Termin Zurückzahlung steht fest.
00:09:37: Kann der Ritter nicht zahlen?
00:09:38: Verliert er sein Land an das Kloster?
00:09:41: Der Tag ist fast gekommen.
00:09:42: Der Ritter ist unterwegs wie ein Mann, der schon weiß, dass er alles verlieren
00:09:46: wird.".
00:09:47: Robin hört ihm zu.
00:09:49: In der Ballade liegt in diesem Moment etwas Merkwürdiges in der Luft – da sitzen Männer die selbst außerhalb des Gesetzes leben und vor ihnen steht ein Ritter, der nach allen Regeln der Ordnung behandelt wurde und trotzdem kurz davor ist, ruiniert zu werden.
00:10:04: Robin wendet sich an seine Männer.
00:10:05: Er fragt sie ob Sie diesen Mann nicht vierhundert Pfund leihen wollen?
00:10:09: Als Sicherheit, sagt Robin, genüge ihm die Jungfrau Maria selbst.
00:10:12: Einen besseren Bürgen gebe es in ganz England nicht!
00:10:17: Also zählen die Geächteten das Silber ab – Nicht hastig, nicht beiläufig, sondern mit einer Art feierlicher Ruhe.
00:10:24: Sie geben dem Ritter neue Kleider ein gutes Pferd und littel John gleich mit dazu als
00:10:28: Knappe.".
00:10:29: In dieser Szene zeigt die alte Erzählung sehr deutlich, worum es ihr geht.
00:10:34: Der Räuber im Wald verhält sich ehrenhafter als der geistliche Würdenträger im Kloster.
00:10:39: Recht, Moral und Macht stehen hier auf verschiedenen Seiten!
00:10:43: Der Ritter reitet nach York.
00:10:45: Im Kloster sitzt der Abt bereits beim Festmal.
00:10:48: Innerlich scheint er das Land des Ritters schon zu besitzen.
00:10:51: Als der Ritter eintritt, noch immer trotzdem recht ärmlich bekleidet und um Aufschub bittet, kostet er abt seine Überlegenheit aus.
00:10:59: Die Ballade zeigt ihn als Mann, wer auf die Demütigung seines Schuldners wartet – doch dann verändert sich alles!
00:11:07: Der Ritter richtet sich auf.
00:11:08: Er greift nach dem Beutel.
00:11:10: vor den Augen des Abtes zählt er die Vierhundert Pfund ab Stück für Stück bis auf den letzten Penny.
00:11:17: Das Gesicht des Abdes so will es.
00:11:18: die Ballade hättet ihr sehen sollen.
00:11:52: Ein Jahr vergeht, der Ritter hat sein Land behalten.
00:11:55: Er ist wieder zu Wohlstand gekommen und nun macht er sich auf dem Weg zurück in den Wald.
00:11:59: Er will Robin Hood das Geld zurückgeben – Vierhundert Pfund genau wie versprochen!
00:12:04: Doch unterwegs wird er aufgehalten.
00:12:06: Bei einem Ringkampf soll ein Joman unrecht geschehen.
00:12:09: Der Ritter greift ein.
00:12:10: Er hilft dem Mann obwohl er dadurch Zeit verliert.
00:12:13: Währenddessen wartet Robin im Wald.
00:12:15: Der Gast bleibt aus.
00:12:17: die Stunden ziehen sich.
00:12:19: Schließlich schickt Robin seine Männer erneut hinauf zur Straße.
00:12:23: Bringt mir einen Gast!
00:12:25: Dieses Mal führen sie ein Mönch zu ihm, einen Mönchi aus St.
00:12:29: Marien in York.
00:12:31: Damit schließt sich der Kreis auf eine Weise die fast so schön wirkt um Zufall zu sein.
00:12:37: Genau aus jenem Kloster das den Ritter beinahe um seinen Land gebracht hätte kommt nun ein Mann in Robbins Wald.
00:12:44: Robin fragt ihn wie viel Geld dabei sich trägt?
00:12:46: Der Mönche antwortet Zwanzig Schilling, kaum mehr.
00:12:50: Little John durchsucht die Satteltaschen.
00:12:52: Darin liegen achthundert Pfund.
00:12:54: Robin bricht den Gelächter aus.
00:12:56: Für ihn ist die Sache klar.
00:12:57: Die Jungfrau Maria seine Bürgerin hat Wort gehalten.
00:13:00: Wie hat ihm sein Darlene zurückgezahlt?
00:13:03: Und das sogar doppelt.
00:13:05: Der Mönch darf weiter reiten Allerdings deutlich leichter als er gekommen ist.
00:13:09: Als der Ritter schließlich verspätet im Wald erscheint und Robin seine Vierhundertpfund anbietet, winkt Robin ab Die Schuld sei beglichen, die Gottesmutter habe bezahlt.
00:13:19: Das ist der Humor dieser alten Erzählung.
00:13:21: Rom trocken und gnadenlos zugleich!
00:13:24: Der Glaube selbst wird hier nicht verspottet – die Kritik trifft jene, die sich hinter Frömmigkeit amt und Würde verstecken, während sie andere
00:13:31: ausnutzen.".
00:14:05: Natürlich hat diese Geschichte auch einen Gegenspieler….
00:14:08: ihr kennt seinen Titel...der Sheriff von Nottingham.
00:14:11: In den alten Balladen trägt er keinen eigenen Namen Er braucht doch keinen, er ist weniger als Mensch gezeichnet mehr als Amt.
00:14:18: Er steht für die Ordnung außerhalb des Waldes – Für Gericht, Strafe, Zugriff und Gefängnis.
00:14:24: Für Männer wie Robin bedeutet diese Ordnung am Ende meistens nur eines… den Strick!
00:14:29: Eine der Episoden erzählt wie Little John unter falschen Namen in Die Dienste des Sheriffs tritt.
00:14:34: Schon das klingt wie der Anfang eine Streichs ….
00:14:36: Und tatsächlich hat diese Szene fast etwas Derbes komisches.
00:14:41: Little John arbeitet im Haus des Sheriffs, isst sich durch dessen Küche und gerät mit dem Koch aneinander.
00:14:47: Die beiden prügeln sich – doch keiner kann den anderen besiegen!
00:14:50: Statt weiter gegeneinander anzutreten erkennen sie offenbar dass die besser auf derselben Seite stehen sollten.
00:14:56: Also schließen Sie sich zusammen.
00:14:59: Der Koch geht mit Little John in den Wald.
00:15:01: Vorher nehmen sie noch das silbergeschierte Sheriffs mit.
00:15:04: Doch damit ist die Demütigung des Sherifs längst nicht vorbei….
00:15:07: Little John lockt seinen ahnungslosen Dienstherren später mit dem Versprechen eines prächtigen Hirschestiefen in den Wald.
00:15:14: Der Sheriff folgt ihm, vermutlich in der Erwartung auf Jagdbeute und Besitz – doch zwischen den Bäumen wartet kein Hirsch, dort wartet Robin Hood samt Gefolge!
00:15:25: Der Sheriff, sonst ein Mann der Befehle, der Verhaftungen und der Drohungen steht plötzlich allein in jener Welt, in der seine Macht kaum noch etwas wert ist….
00:15:34: Er muss bei den Geächteten übernachten in dünnem Tuch auf hartem Boden.
00:15:38: Am Ende lässt Robin ihn schwören, den Männern des Waldes nie wieder nachzustellen – es ist ein Schwur, den der Sheriff geben muss!
00:15:47: Ein Schwur ,den er später brechen
00:15:49: wird.".
00:16:05: Bevor wir in diese Episode gehen einen kurzer Hinweis Die folgende Szene ist deutlich brutaler als die Robin-Hutbilder, die viele aus Kinderbüchern oder Filmen kennen.
00:16:14: Es geht um Verrat, Tötung und auch um einen sehr jungen Begleiter.
00:16:19: Wer Robin Hood nur aus Filmen kennt, denkt an einen fröhlichen Schellen.
00:16:22: Die früher Ballade Robin Hood and the Monk niedergeschrieben in einer Handschrift des Fünfzehnten Jahrhunderts erzählt eine andere Geschichte – eine die man Kindern besser nicht vorliest.
00:16:33: Sie beginnt am hellen Morgen im Frühling.
00:16:35: Robin will zur Messe nach Nottingham in die Stadt seines Todfeindes.
00:16:39: Er hat lange keine Messe mehr gehört und seine Liebe zu Gottes Mutter lässt ihm keine Ruhe.
00:16:44: Little John redt ihm ab!
00:16:46: Die beiden geraten unterwegs in Streit.
00:16:49: Über eine Wette beim Bogen schießen, um Geld, um Stolz und sie trennen sich im Zorn.
00:16:54: Robin geht allein in die Stadt.
00:16:57: In der Kirche erkennt ihn ein Mönch.
00:16:59: Ein Mönchen den Robin einst auf der Straße ausgeraubt hat.
00:17:03: Der Mann schlägt Alarm, der Sheriff kommt mit bewaffneten Es gibt einen Kampf in der Kirsche!
00:17:08: Robbins Schwert zerbricht Und der berühmteste geächtete Englans wird gefangen genommen und in den Kerker geworfen.
00:17:15: Die Nachricht erreicht den Wald.
00:17:16: Nun zeigt sich, was Little John für ein Mann ist – der Streit ist vergessen!
00:17:21: Gemeinsam mit Matsch, dem Müllerssohn fängt er dem München ab, der die Nachricht von Robbins Gefangennahme persönlich zum König bringen soll.
00:17:28: Was dann geschieht erzählt die Ballade ohne jedes Zögern und ich gebe es euch ungeschönt wieder.
00:17:36: Matt stötet den kleinen Pagen, der dem Mönch begleitet – wahrscheinlich einen sehr jungen Diener möglicherweise noch ein Kind damit es keinen Zeugen gibt.
00:17:45: Das ist der Moment, wo viele moderne Vorstellungen von Robin Hood zerreißt.
00:17:49: Die frühe Überlieferung zeigt Robins Gefährten nicht als harmlose Spaßfiguren!
00:17:54: Sie sind Geächtete in einer brutalen Welt und diese Ballade lässt keinen Zweifel daran, dass ihre Treue auch in grausame Gewalt umschlagen kann….
00:18:03: Mit den Briefen des toten Mönchs reisen Little John und Matsch selbst zum König.
00:18:07: Sie geben sich als Boten aus, kassieren Lohn- und Beförderung, kehren mit königlichem Siegel nach Nottingham zurück – und der Sheriff, der das Siegel sieht, öffnet ihnen jede Tür!
00:18:17: In der Nacht erschlagen sie den Kerkermeister, befreien Robin und verschwinden über die Stadtmauer in die Dunkelheit.
00:18:23: Als Robin wieder im Wald ist, bietet er Little John an, ihm als Anführer zu weichen….
00:18:29: Der Mann hat ihm schließlich das Leben gerettet.
00:18:31: Little John lehnt ab, er will nichts weiter sein als sein Gefährte.
00:18:36: Selbst der König – als er von der ganzen Sache erfährt kann ein widerwilliges Staunen nicht unterdrücken!
00:18:41: Solche Treue sagt er sinngemäß, finde man in ganz England.
00:18:45: kein zweites Mal.
00:18:46: Little Jon habe sie alle zum Narren gehalten, ihn selbst den König
00:18:51: eingeschlossen.".
00:19:13: Eine weitere alte Ballade bringt eine Gestalt ins Spiel die ihr aus modernen Verfilmungen kennt Gei auf Gisburn.
00:19:20: Die erhaltene Handschrift stammt aus dem siebzehnten Jahrhundert, doch die Forschung hält den Stoff meist für deutlich älter.
00:19:27: Der Geideser Ballade ist kein glatter Höfling aus einem Film – er isst ein Kopfgeldjäger!
00:19:33: Seine Verkleidung iß bis heute verstörend.
00:19:36: Er trägt ein vollständiges Pferdefell über dem Körper mit Samtkopf und Mähne.
00:19:41: Ein Mann im Fell eines Tieres Mit Kopf-und Schweif der durch den Wald streift um einen anderen Mann zu töten.
00:19:47: Robin und Guy begegnen sich ohne dass Guy weiß, wen er vor sich hat.
00:19:52: Sie messen sich im Bogen schießen Dann nennt Robin seinen Namen Und es kommt zum Schwertkampf auf Leben und Tod.
00:19:59: Robin strauchelt doch erfängt sich Die Ballade lässt ihn in diesem Moment die Jungfrau Maria anrufen.
00:20:05: dann tötet er Guy auf Gisburn.
00:20:07: Was folgt, gehört zu den düstersten Bildern der alten Überlieferung.
00:20:11: Robin schlägt dem Toten den Kopf ab, spießt ihn auf seinen Bogen und verstümmelt das Gesicht mit dem Messer bis niemand mehr erkennen kann wer dieser Mann einmal war.
00:20:21: Dann zieht er das Pferdefell über bläst den Geishorn unter.
00:20:25: Sheriff, der das vereinbarte Signal hört glaubt Robin Hutt sei tot.
00:20:29: In Geis Verkleidung gelangt Robin zum Sheriff der dem vermeintlichen Kopfgeldjäger jede Belohnung anbietet.
00:20:37: Robin verlangt nur eines, den gefangenen Töten zu dürfen, den der Sheriff an diesem Tag gefasst hat.
00:20:43: Dieser Gefangene ist Little John.
00:20:47: Statt ihn zu töten schneidet Robin ihm die Fesseln durch und drückt im Geiß Bogen in die Hand.
00:20:52: Der fliehende Sheriff von Nottingham stirbt durch Little Johns Feil.
00:20:56: In dieser Ballade endet die Jagd mit dem Tod des Jägers.
00:21:26: Zurück zu großen Jest, der langen Erzählung die viele Fäden der frühen Robin-Hutwelt bündelt.
00:21:32: Dort eskaliert der Konflikt anders!
00:21:34: Der Sheriff bricht seinen Schwur, stellt Robin eine Falle bei einem Bogenschießturnier – der berühmte Preis dafür ist in der alten Erzählungen ein Pfeil mit silbernem Schaft und goldenem Schmuck aus dem später oft einfach der Silberne Pfeile wurde….
00:21:48: Und er belagert schließlich die Burg des Ritters, Der Ritter wird gefangen, seine Frau fleht Robin um Hilfe an.
00:21:57: Robin stürmt nach Nottingham.
00:22:00: Diesmal gibt es kein Padon!
00:22:02: Er tötet den Sheriff eigenhändig und befreit den Ritter.
00:22:05: Nun ist eine Grenze überschritten – ein toter Sheriff ist keine einfache Waldgeschichte mehr.
00:22:10: Das ist eine Sache der Krone.
00:22:21: Edward, unser stattlicher König.
00:22:27: Richard Löwenherz, der für viele heute untrennbar zu Robin Hood gehört, kommt in den ältesten erhaltenen Robinhood-Texten schlicht nicht vor!
00:22:36: Wann und wie er in die Sage hineingerieht klären wir später?
00:22:39: Es ist eine der spannendsten Spuren dieser ganzen Recherche.
00:22:44: Der König reist nach Nottingham und findet ein geplündertes Land vor – genauer gesagt ein tergiaktes Land.
00:22:51: Das Rotwild der Königlichen Forste ist dezimiert.
00:22:54: Wovon sollen geächtete sonst leben?
00:22:57: Monatelang bekommt er König Robin nicht zu fassen, schließlich gibt ihm ein Förster den entscheidenden Rat – wenn der Könige Robin Hut sehen wolle, müsse er sich als Mönch verkleiden!
00:23:08: Der König von England zieht eine Kutter an, reitet mit kleinem Gefolge in dem Wald und wird prompt angehalten.
00:23:15: Robin bittet den vermeintlichen ab zur Tisch bewertet ihn mit dem Wildbrett des Königs, was die Ballade sichtlich genießt und veranstaltet.
00:23:23: zu ehrenndes Gast es ein Bogen schießen mit einer besonderen Regel.
00:23:27: Wer das Ziel verfehlt bekommt vom Anführer persönlich einen kräftigen Hieb!
00:23:32: Als Robin selbst verfehlte besteht er darauf, dass die Regel auch für ihn gilt – und er bittet den abzuzuschlagen.
00:23:39: Der König krempelt den Ärmel hoch und schlägt Robin Hood in solcher Wucht zu Boden, daß diesem schwindelt.
00:23:46: In diesem Moment, so erzählt es die Ballade, erkennt Robin im Gesicht des falschen Mönchs seinen König.
00:23:53: Er fällt auf die Knie und mit ihm knien alle seine Männer.
00:23:56: Der König gewährt Gnade unter einer Bedingung.
00:23:59: Robin tritt in sein Dienst und folgt ihm an den Hof.
00:24:03: Robin sagt zu – er geht an denhof!
00:24:05: Er trägt nun das Königsfarben statt des Waldgrüns.
00:24:10: Aber's funktioniert nicht….
00:24:11: Die Ballade gibt ihn fünfzehn Monate.
00:24:13: Fünfzehn Monate, in denen er sein Geld verschenkt bis nichts mehr da ist.
00:24:18: Fifzehn Monate, in den seine Gefährten ihn einer nach dem anderen verlassen – bis nur Little John und Scatlock übrig sind!
00:24:26: Eine Figur die in der späteren Robin Hood Tradition Eng mit dem Namensformen Scarlock oder Scarlet verbunden wird.
00:24:33: Dann beobachtet er eines Tages junge Männer beim Bogen schießen Und das Heimweh packt ihn wie eine Krankheit.
00:24:40: Er bittet den König um sieben Tage Urlaub Angeblich für eine Wallfahrt zu einer Kapelle, die er einst der heiligen Maria Magdalena im Wald von Barnsdale errichtet hat.
00:24:50: Er kehrte in den Wald zurück – er bläßt in sein Horn!
00:24:53: Hundertvierzig Männer so will es die Erzählung kommen aus dem Grün und entblößen das Haupt vor ihm.
00:25:01: Robin holt ist wieder da….
00:25:02: Aus den sieben Tagen werden zweiundzwanzig Jahre.
00:25:06: an den Hof kehrt er nie zurück.
00:25:37: Jede große Sage braucht ein Ende und das Ende dieser Sage ist ein Verrat.
00:25:42: Robin wird alt, er wird krank!
00:25:44: Die Erzählung schickt ihn zum Adalas – damals eine verbreitete medizinische Behandlung ins Priorat von Kirkless, ein Frauenkloster in Yorkshire.
00:25:53: Die Priorin dort ist in manchen Fassungen seine Verwandte.
00:25:56: Wem sollte einen Mann vertrauen?
00:25:58: Wenn nicht
00:25:59: ihr?!
00:26:00: Doch die Priorin hat einen geliebten oder verbündeten... Die beiden haben Robins Tod beschlossen.
00:26:09: Die Priorin öffnet ihm die Ader und lässt das Blut fließen, und fließen...und fließen!
00:26:15: Die jüngeren Fassungen der Sage schmücken diese Szene später zu einem der berühmtesten Sterbebilder der englischen Literatur aus – das sage ich ausdrücklich dazu.
00:26:24: Diese Ausgestaltung ist jünger als die frühe Jest.
00:26:27: In diesen späteren Fassung bläst der geschwächte Robin ein letztes Mal sein Horn.
00:26:32: Little John bricht durch die Kloster Tür und will das Kloster niederbrennen….
00:26:36: Robin verbietet es ihm.
00:26:38: Er habe Frauen nie ein Leid getan und er werde nicht als Mann sterben, der damit anfängt.
00:26:44: Dann bittet er um seinen Bogen schießt einen letzten Pfeil aus dem Fenster und verlangt dort begraben zu werden wo der Pfeile fällt!
00:26:52: Die alte Jest selbst ist Kager.
00:26:54: sie braucht für Robins Tod nur wenige Strophen fast beiläufig wie ein Nachsatz aber ihre letzten Zeilen solltet ihr hören denn Sie gehören zu den frühesten schriftlichen Urteilen über diesem Mann.
00:27:06: Singemäß heißt es dort, Hab der Barmen mit seiner Seele Denn er war ein guter Geächteter Und tat den armen Leuten viel Gutes.
00:27:14: Das ist sie – die Erzählung!
00:27:16: Kein enteigneter Graf, kein Kreuzzug, kein Richard Löwenherz, kein Bruder Tuck, keine Maid Marion Zumindest nicht in dieser frühen Schicht der Überlieferung Wo all das herkommt, was wir heute oft für den Kern der Geschichte halten – wer dieser Robin gewesen sein könnte?
00:27:33: Ob es ihn überhaupt gab und warum ausgerechnet diese Sage über Jahrhunderte überlebt hat während tausend andere vergessen wurden.
00:27:41: Darum geht's jetzt!
00:27:44: Wir verlassen dem Wald der Erzählungen und betreten das Archiv.
00:27:47: Ich verspreche euch Die Wirklichkeit hinter dieser Legende ist mindestens so fesseln wie die Legende selbst Ab.
00:27:54: hier geht es wieder um belegte historische Spuren.
00:27:57: Erzählungen, spätere Ausschmückungen und Forschungsthesen werden weiterhin als solche gekennzeichnet.
00:28:23: Um zu verstehen wo diese Sage herkommt müssen wir zuerst verstehen in was für einer Welt sie entstanden ist.
00:28:29: Zwei Dinge sind dafür entscheidend und beide sind historisch gut belegt – das Königliche Forstrecht und die Rechtsfigur der Echtung.
00:28:38: Nach der normanischen Eroberung von hierher erklärten die englischen Könige große Landstriche zu königlichen Forsten.
00:28:47: Falls ihr jemanden schnarchen hört, das ist mein Hund!
00:28:52: Forst bedeutete dabei nicht einfach Wald – es war ein juristischer Begriff.
00:28:57: Ein Forst war ein Gebiet, in dem ein eigenes Sonderrecht galt – das Forstrecht.
00:29:02: Dieses Recht diente vor allem dem Schutz des königlichen Jagdwildes besonders des Rotwilts.
00:29:09: Wer dort unerlaubt jagte Bäumefelde, rodete oder andere geschützte Ressourcennutze konnte schwer bestraft werden.
00:29:16: In der Frühzeit nach der Eroberung drohten bei bestimmten Vergehen auch drastische Leibestrafen.
00:29:23: Nach den Reformen des frühen dreizehnten Jahrhunderts, besonders durch die Forstcharta von twelvehundertsebzehn standen vor allem Geldbußen, Haft und der Verlust wirtschaftlicher Rechte im Vordergrund.
00:29:35: Diese Forstgesetze waren über Generationen hinweg einer der großen Konfliktpunkte zwischen der Krone und vielen Schichten der Bevölkerung.
00:29:44: Beschwerden darüber finden sich bis in die Magna Carta von zwölfhundert fünfzehn und in die eigens nachgeschobene Forstchata von zwälfhundert siebzehn.
00:29:54: Der Sherwood Forest bei Nottingham war ein solcher königlicher Forst, ein ausgedehntes Gebiet aus Wald, Heide- und Lichtungen durch das wichtige Verkehrswege nach Norden führten.
00:30:06: Das zweite Element ist die Echtung auf Englisch Ordlerie Wer sich der Gerichtsbarkeit entzog, also zu einem Prozess nicht erschien und auch nach mehrfacher öffentlicher Aufforderung nicht auftauchte, konnte zum Outlaw erklärt werden.
00:30:21: Das war kein symbolischer Akt – ein Gehechteter stand außerhalb des üblichen Rechtsschutzes.
00:30:27: Sein Besitz konnte an die Krone fallen und er verlor den Schutz der Gesetze.
00:30:32: Mittelalterliche Rechtsgelehrte benutzen dafür ein drastisches Bild.
00:30:36: Der Gehechte trage den Wolfskopf!
00:30:39: Damit war gemeint, er verlor den üblichen Schutz des Rechts und konnte wie ein gefährlicher Feind verfolgt werden.
00:30:46: In der Praxis lebten solche Männer häufig dort wo der Zugriff der Obrigkeit schwächer war – in großen Wäldern an Grenzräumen entlang von Fernstraßen, geächteten Banden.
00:30:57: die reisende Ausraupten sind für das England des Dreizenten- und Vierzehntenjahrhunderts vielfach dokumentiert.
00:31:03: Das ist keine Romantik, das ist Aktenlage.
00:31:07: Die Sage von Robin Hood ist also keine freie Fantasie über eine völlig erfundene Welt.
00:31:13: Viele ihrer wichtigsten Bausteine haben reale historische Gegenstücke, Wälder in denen das Wild.
00:31:19: der Krone gehörte.
00:31:21: Forstgesetze, die als hart empfunden werden konnten.
00:31:24: Sheriffs – die als königliche Amtsträger Steuern eintrieben.
00:31:28: Gerichte abhielten und geächtete Jagden.
00:31:31: Klöster, die Als Großgrundbesitzer- und Geldgeber auftreten konnten.
00:31:36: Fernstraßen auf denen Reisende verwundbar waren!
00:31:39: Die Welt der Sage war erfunden.
00:31:41: Ihre sozialen Spannungen waren es nicht.
00:31:44: Nur eines fehlt bisher… Der Mann selbst.
00:31:47: Also suchen wir
00:31:49: ihn.".
00:32:08: Eine der frühesten Spuren, die die Forschung mit dem Namen Robin Hood in Verbindung bringt findet sich nicht in einer Dichtung sondern in einem der trockensten Dokumente, die das Mittelalter zu bieten hat.
00:32:18: In Rechnungs- und Gerichtsunterlagen der Königlichen Verwaltung von Yorkshire Für die Jahre twelvehundertfünfundzwanzigund zwölfhundertsechzeixendzwanzigs verzeichnen die Akten einen Mann namens Robert Hott.
00:32:31: Robert?
00:32:31: Nicht Robin!
00:32:32: Aber Robin war damals eine geläufige Koseform von Robert.
00:32:37: Dieser Robert Hott war flüchtig, hatte sich also offenbar der Justiz entzogen.
00:32:43: Sein Besitz im Wert von zweiunddreißig Schilling und sechs Pents wurde von der Krone eingezogen – Der Posten taucht in den Abrechnungen der Folgejahre wieder auf!
00:32:52: In dem Folgejahren erscheint daraus eine andere Schreibweise… Hobbe-Hot vermutlich einfach eine mittelalterliche Namensvariante kein neuer Mensch und keine eigene Figur.
00:33:04: Genau das ist spannend, weil es zeigt wie uneinheitlich Namen damals geschrieben wurden und wie nah diese Namensformen an späteren Robin Hood Schreibweisen liegen.
00:33:15: Mehr wissen wir über diesen Mann jedoch nicht – kein Wald, keine Bande, keine Heldentaten, keinen Sheriff von Nottingham!
00:33:23: Nur ein Mann eine Region, eine Flucht und eingezogener Besitz.
00:33:28: Ob dieser Mann der Ursprung der Sage ist lässt sich nicht beweisen….
00:33:32: Er ist aber einer der frühesten dokumentierten Kandidaten, die in der Forschung ernsthaft diskutiert wurden.
00:33:37: Gerade deshalb weil seine Spur aus Verwaltungsschrift gut stand und nicht aus späterer Legenden pflege!
00:33:44: Der Robin Hood Forscher James Holt hielt ihn für besonders beachtenswert – gerade weil an ihm nichts Spektakuläres ist, außer Name, Ort und Status.
00:33:54: Ein flüchtiger Mann namens Hot in Yorkshire, in einer Region, in der die frühen Balladen Robin besonders häufig verorten.
00:34:01: Mehr ist es nicht – aber weniger ist das auch nicht!
00:34:05: Dann kommt ein Pfund, der für die Robin-Hutforschung fast noch wichtiger ist….
00:34:25: Stießt der britische Archivar David Crook in den Akten des Nationalarchivs auf einen Eintrag, der die Datierung der ganzen Sage verändert hat.
00:34:33: Es geht um ein Mann aus Berkshire im Süden Englerns weit weg von Sherwood und Barnstale.
00:34:39: In einer Gerichtsakte von twelvehundertsechzig wird er als William Sohn des Robert-Löpfewehr geführt.
00:34:46: Ihm wurden unter anderem Raub und das Beherbergen von Dieben vorgeworfen.
00:34:50: Ein Jahr später, twelvehundertzehnsechzig taucht derselbe Fall in einer königlichen Verwaltungsakte wieder auf.
00:34:57: Dort hat ein Schreiber den Namen des Mannes verändert.
00:35:00: Aus William dem Sohn des Robert Lefevere ist geworden – William Robahot!
00:35:06: Lasst euch das auf der Zunge zergehen….
00:35:09: Ein Justizschreiber im Jahr twelvehundertzehnzechzig sieht einen angeklagten Räuber namens William, dessen Vater Robert hieß und macht daraus sinngemäß einen William Robin Hood.
00:35:20: Das spricht stark dafür dass dieser Schreiber den Namen Robin Hood bereits kannte – wahrscheinlich als feststehenden Begriff Spitznam oder Typennamen für ein Räber bzw.
00:35:30: Gesetzlosen.
00:35:32: Mit anderen Worten Der Befund spricht stark dafür, dass der Name Robin Hood, zwölfhundertsechzig bereits als Beinahme oder Typennahme für einen gesetzlosen Verstanden werden konnte.
00:35:43: Die Forschung hat seither weitere Fälle aus dem dreizehnten und vierzehnten Jahrhundert zusammengetragen in denen Männer als Robin Hood Robbehott- oder ähnlich ins Strafakten auftauchen.
00:35:55: Der Name scheint also früh zu einem Etikett geworden zu sein – fast zu einer Marke für Gesetzlose!
00:36:01: Das bedeutet Zweierlei Erstens.
00:36:04: Die Wurzeln der Sage reichen mindestens tief ins dreizehnte Jahrhundert zurück, möglicherweise noch früher.
00:36:11: und zweitens die Suche nach dem einen echten Robin Hood wird dadurch schwieriger denn schon früh scheint der Name nicht mehr nur auf eine Person zu verweisen sondern auch ein Typus.
00:36:22: wer in den Akten nach Robin Hood sucht findet viele und genau deswegen findet er vielleicht keinen von den Gerichtsakten.
00:36:52: zur Literatur.
00:36:54: Die früheste, weit hin anerkannte Erwähnung von Robin Hood Dichtung findet sich in einem der bedeutendsten Werke der mittelenglischen Literatur.
00:37:03: In William Langlands Fersdichtung Piers Plomen – die sogenannte B-Fassung wird meist auf etwa thirteenhundertsiebenundsebzig datiert.
00:37:12: Die Stelle ist kurz aber sie hat es in sich.
00:37:16: Langland lässt dort die personifizierte Trägheit auftreten einen faulen Priester namens Floss.
00:37:23: Dieser Priester bekennt, sein Vater Unser könne er nicht fehlerfrei aufsagen sowie der Pfarrer es sinkt.
00:37:29: Aber Reime von Robin Hood – die kenne er!
00:37:32: Das ist eine Art Geburtsstunde der Robin-Hut Dichtung in der schriftlichen Überlieferung.
00:37:37: Sie verrät uns Entscheidendes.
00:37:39: Erstens um thirteenhundertsebend und siebenzig existierten Robinhood-Reime also Balladen oder Lieder und sie waren so verbreitet dass ein Dichter sie ohne lange Erklärungen erwähnen konnte.
00:37:51: Das Publikum wusste offenbar, was gemeint war.
00:37:55: Zweitens – diese Reime galten der frommen Obrigkeit nicht unbedingt als erbauliche Literatur, eher als etwas das ein schlechter Priester im Kopf hat während er seine Gebete vergisst.
00:38:06: Robin Hood beginnt seine schriftliche Karriere also als Unterhaltung des einfachen Volkes und als Ärgernis für jene die Ordnung und Frömmigkeit bewahren wollen.
00:38:16: Beides wird er nie ganz ablegen!
00:38:19: Auffällig ist auch, was vor diesem Datum fehlt.
00:38:22: Kein bekannter Chronist des zwölften oder dreizehnten Jahrhunderts erwähnt Robin Hood als berühmten Geächteten seiner eigenen Zeit.
00:38:29: Keinen Zeitgenosse von Richard Löwenherz, kein Beamter, kein Mönch der die Ereignisse seiner Tage fest hielt, berichtet von einem Mann dieses Namens – Der Sheriffs Tötete und Könige Traf.
00:38:40: Für eine Figur, die später so groß wurde, ist dieses Schweigen
00:38:43: bemerkenswert.".
00:38:45: Im fünften Jahrhundert geschieht ebenfalls etwas Bemerkenswertes.
00:38:49: Geschichtsschreiber beginnen Robin Hood in ihre Kroniken aufzunehmen, als wäre er eine historische Person.
00:38:55: Ausgerechnet die Ersten, die das tun sind keine Engländer sondern Schotten!
00:38:59: Um vierzehntundzwanzig vollendet der schottische Chronist Andrew of Rheintown seine Reimkronik.
00:39:06: Darin verortet er Robin Hood und Little John in den Jahren um zwölfhundertdreiechzig bis zwölfundachfünfundachtzig, als Waldleute in Inglewood und Barnstale von denen sich das Volk gern erzähle.
00:39:18: Rund zwei Jahrzehnte später, um vierzehnhundertvierzig greift Walter Bauer das Thema auf – ein schottischer Abt, der die große Chronik seines Landes fortschrieb!
00:39:27: Bauer datiert anders.
00:39:29: Er setzt Robin Hood in das Jahr twelvehundertsechzechzig, in die Zeit nach der Schlacht von Ivesham als die Anhänger des gescheiterten Adelsaufstands um Seimendem und Fort enteignet wurden und viele von ihnen zu geächteten wurden.
00:39:44: Robin Hood schreibt Bauer sei unter diesen Enterbten aufgestiegen ein berühmter Räuber.
00:39:50: Das törichte Volk so sinngemäß seine Haltung feiere ihn den Komödien und Tragödien über alle anderen Balladenhelden hinweg.
00:39:58: Man hört die Verachtung des Kirchenmannes förmlich durch das Pergament.
00:40:02: Zugleich bestätigt er uns ungewollt, wie populär diese Geschichten um vierzehnhundertvierzig gewesen sein müssen.
00:40:09: Interessant ist auch was Bauer noch notiert!
00:40:11: Eine Episode in der Robin sich weigert eine Messe zu unterbrechen obwohl seine Feinde nahen – Die Frommeseite Robbins war also bereits damals ein wichtiger Bestandteil.
00:40:20: der Figur Haltet kurz inne und sortiert mit mir die Lage.
00:40:24: Wir haben jetzt mehrere Datierungen im Raum Die Gerichtsakte von zwölfhundert sechsundzwanzig.
00:40:30: Bauers Dattierung auf zwölvhundert sechzig, Windtowns Datierung auf die zwölfundachtziger Jahre.
00:40:36: Keine dieser Angaben stammt von einem Zeitgenossen Robin Hood's!
00:40:40: Alle schreiben mit großem zeitlichen Abstand.
00:40:43: Robin Hood ist zu diesem Zeitpunkt bereits das was er bis heute geblieben ist – eine Figur, die jede Generation dorthin setzt wo sie sie braucht.
00:40:52: Und Richard Löwenherz?
00:40:53: Immer noch Fehlanzeige.
00:40:56: Der kommt erst später, aber er kommt!
00:41:30: Nun erreichen wir die Texte aus denen ich euch im Anfang erzählt habe – Die ältesten erhaltenen Robin Hood-Dichtungen selbst.
00:41:37: Die Ballade Robin Hood and the Monk, die Geschichte von Verrat, Kerker und dem getöteten Paschen ist in einer Handschrift überliefert, die meist in die Mitte des fünften Jahrhunderts datiert wird.
00:41:48: Sie liegt heute in der Universitätsbibliothek von Cambridge.
00:41:52: Etwa später in einer Handschrift um fifteenhundert ist Robin Hood and the Potter überliefert.
00:41:58: Eine eher schwankhafte Geschichte, in der Robin mit einem Töpfer die Kleider tauscht und verkleidet auf dem Markt von Nottingham Töpfewahre verschleudert – ausgerechnet an die Frau des Sheriffs!
00:42:09: Das Herzstück aber ist die Jest of Robin Hood, jene lange Erzählung in über vierhundert Strophen, deren Handlung ihr am Anfang gehört habt.
00:42:17: Nach Einschätzung der Forschung wurde sie im fünften Jahrhundert aus älterem Erzähl gut zusammengefügt – erhalten es sie in mehreren frühen Drucken aus der Zeit um Fünfzehnhundert.
00:42:27: Das Buchdruck Zeitalter hatte gerade begonnen und Robin Hood gehörte zu den Stoffen, die früh gedruckt wurden.
00:42:33: Auch das sagt etwas über seine Popularität!
00:42:36: Hier möchte ich noch einmal festhalten, was diese frühen Texte zeigen.
00:42:40: Denn das ist das Fundament für alles, was danach kommt!
00:42:43: Der Robin der Frühen Balladist ein Yo-Man Ein freier Mann einfachen Standes Kein enteigneter Adeliger.
00:42:50: Sein König heißt Edward nicht Richard.
00:42:53: Seine Heimat ist mindestens so sehr Barnsdale in Yorkshire wie Sherwood.
00:42:57: Er ist fromm bis zur Selbstgefährdung und zugleich von einer Gewalttätigkeit die spätere Jahrhunderte sorgfältig geglättet haben.
00:43:04: Seine Feinde sind vor allem der Sheriff und in der Jest auch reiche geistliche Würdenträger.
00:43:09: Er kämpft nicht pauschal gegen die Reichen, und auch nicht gegen den Adel als solchen – dem verarmten Ritter hilft er ausdrücklich!
00:43:17: Ein Programmatisches Nimm es den Reichen und gib es den Armen, formulieren die frühen Balladen nicht als Robins Auftrag.
00:43:25: Was die Jest am Ende festhält ist eher eine Bilanz.
00:43:28: Er habe Armenleuten viel Gutes getan… Und keine Marion kein Tuck Womit wir bei der Frage wären, die sich jetzt auftränkt?
00:43:36: Wo kommen sie denn dann her und wer sind die
00:43:38: überhaupt?".
00:44:08: Um Mate Marion und Bruder Tuck zu finden müssen wir die Bibliothek verlassen und auf den Dorfplatz gehen.
00:44:15: Denn im fünften und sechzehnten Jahrhundert war Robin Hood nicht in erster Linie Lektüre – er war ein Fest!
00:44:22: In England dieser Zeit sind sogenannte Maispiele dokumentiert, vor allem Frühlingsfeste der Gemeinden.
00:44:28: In vielen Orten gehörten dazu Robin Hood-Spiele.
00:44:31: Ein Mann des Dorfes verkörperte Robin Hood führte Umzüge an veranstaltete Bogen schießen und sammelte Geld.
00:44:38: Erhaltene Kirchenrechnungen zeigen dass solche Spiele durchaus Einnahmen für Gemeindekassen und Kirchen bringen konnten.
00:44:45: Der berühmteste geächtete Englands als Spendensammler der Kirchengemeinde – die Geschichte hat Humor!
00:44:52: In dieser Festkultur wanderten zwei Figuren ein, die in den frühesten Robin-Hutballaden noch keine Rolle spielen.
00:44:58: Made Marion scheint aus einer anderen Tradition in den Robin-hutschstoff hineingewandert zu sein.
00:45:04: Die Forschung bringt sie häufig mit älteren Robben und Merionstoffen aus der französischen Hürtendichtung und mit späterer Maifest Kultur in Verbindung.
00:45:12: Ein besonders bekannter früher Text ist das Sinkspiel Robert E. Marion des Dichters Adam de la Hall aus dem späten dreizehnten Jahrhundert.
00:45:28: Dieser Schäfer Robin ist ursprünglich nicht der englische geächtete Robin Hood, doch in der Festkultur wo ein Maikönig oft eine Maiköhnigen brauchte konnten solche Traditionen miteinander verschmelzen.
00:45:40: Marion wurde Robins Gefährtin.
00:45:43: Bruder Tuck wiederum taucht im späten fünften Jahrhundert in einem erhaltenen Fragment eines Robin Hood-Spiels auf.
00:45:49: Dazu gibt es eine reizvolle dokumentierte Fußnote.
00:45:52: Bereits fourteenhundertsebzehn erscheint den Königlichen Schreiben ein realer flüchtiger Kaplan aus Sasex, Robert Robert Stafford der unter dem Kampfnamen Freere Tuck – Bruder tuc mit einer Bande Raub und Wilderei betrieben haben soll!
00:46:09: Ob der Spielname vom realen Räuber Kaplan inspiriert war oder ob Stafford sich nach einer solchen existierenden Spielfigur benannte, ist nicht abschließend geklärt.
00:46:18: Die Forschung diskutiert beide Richtungen – so oder so.
00:46:21: Marion und Tux sind spätere Zuwanderer in die Robin-Hutsage.
00:46:25: Sie kommen über Spiel-, Fest- und Theater in die Geschichte … nicht über die ältesten Balladen!
00:46:31: Wie ernst die Obrigkeit diese Festkulturnahmen zeigt.
00:46:34: eine viel zitierte Episode aus der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts.
00:46:38: Hugh Latimer, Bischof von Wooster und einer der prominentesten Prediger der englischen Reformation berichtet in einer fifteenhundertneunvierzig gehaltenen Predigt Empört wie er in einem Dorf predigen wollte und vor verschlossener Kirche stand.
00:46:52: Man habe ihm gesagt Die Gemeinde habe keine Zeit!
00:46:55: Es sei Robin Hood Tag – die Leute seien fort um für Robin Hood zu
00:46:59: sammeln.".
00:47:00: Ein Bischof der Krone, ausgesperrt von einem Geächteten, der seit Jahrhunderten tot war – falls er je gelebt hatte.
00:47:07: In Schottland ging man härter vor.
00:47:09: Dort verbot das Parlament, die Robin-Hutspiele ausdrücklich per Gesetz, weil solche Feste immer wieder in Unruhen kippten.
00:47:18: Viel geholfen hat es offenbar
00:47:20: nicht.".
00:47:45: Jetzt kommen wir zu der Verwandlung, die aus dem Jomen der Ballade den Robin Hood gemacht hat, den viele aus Filmen kennen.
00:47:52: Sie geschah in mehreren Schritten und zwei davon sind besonders wichtig!
00:47:56: Schritt eins.
00:47:56: Fünfzehnhundertundzwanzig veröffentlichte der schottische Gelehrte John Major, auch John Mayer genannt seine lateinische Geschichte Großbritanniens.
00:48:06: Darin platzierte er Robin Hood erstmals in der Überlieferung deutlich in die Regierungszeit von Richard Löwenherz – in den Jahren von elfhundertdrei neunzig und elfhundertvierneunzig als Richard in Gefangenschaft war und sein Bruder Johann im Land großen Einfluss ausübte.
00:48:23: Womit Major diese Datierung begründete, verrät er nicht.
00:48:26: Eine Quelle dafür nennt er nicht!
00:48:28: Aber die Verbindung war in der Welt und sie war erzählerisch unwiderstehlich – ein abwesender guter König, ein schlechter Stellvertreter, ein Held, der im Wald gegen Missstände kämpft.
00:48:39: Major prägt außerdem das Bild des edlen Räubers stärker aus.
00:48:43: Robin habe von den Reichen genommen, Frauen und Arme verschont und nur zur Verteidigung getötet.
00:48:49: Er nennt ihn singemäß den menschlichsten aller
00:48:51: Räuber.".
00:48:52: Das berühmte Prinzip vom Nehmen bei den Reichen zu Gunsten der Armen wird hier in einem Gelertenwerk von fifteenhundert-einenzwanzig deutlich stärker greifbar.
00:49:02: Viele Jahrhunderte nach der Zeit, in der Robin gelebt haben soll – die exakte moderne Formel ist später zugespitzt worden.
00:49:10: aber der moralisch aufgewertete Räuber ist beim Major klar erkennbar.
00:49:15: Schritt zwei Um fifteenhundertachten, neunzig und neunneunzig entstehen im Londoner Theaterumfeld Stücke über den Fall und dem Tod von Robert Earl of Huntington.
00:49:26: Sie sind vor allem mit Anthony Monday verbunden – teils auch mit Henry Chattel.
00:49:31: In diesen Stücken ist Robin Hood erstmals durchgängig.
00:49:33: das was die frühen Balladen nicht aus ihm gemacht hatten… ein Graf!
00:49:38: Ein zu unrecht verfolgter oder enteigneter Adel-Liga der in dem Wald fließt... An seiner Seite eine adelige geliebte Namens Matilda, die im Exil den Namen Mate Marion annimmt.
00:49:49: Monday verlegt die Handlung in die Richard Löwenherzzeit, die John Major bereits angeboten hatte und verknüpft sie mit dem Konflikt um Prinz Johann.
00:49:59: Damit steht das Gerüst auf dem bis heute viele Verfilmungen ruhen!
00:50:02: Der edle Lord Robin von Huntington bzw.
00:50:05: später Robin von Locke's Lade, der gegen Prinz Johann für den Abwesenden Richard kämpft.
00:50:10: an seiner Seite die adelige Marion.
00:50:13: Warum diese Veredelung?
00:50:15: Die Forschung sieht darin weniger Zufall als Zeitgeist!
00:50:18: dass Elisabethanische Theater liebte Standeskonflikte, gefallene Adelige und tragische Verstreckungen.
00:50:25: Zugleich machte ein griefflicher Robin die Figur gesellschaftsfähiger!
00:50:30: Ein adeliger Rebell dem Unrecht geschieht ist für die Obrigkeit leichter zu akzeptieren als ein gewöhnlicher Mann der Sheriffs tötet.
00:50:37: Der Jomen der Balladen war eine Provokation – der Earl of Huntington ist eine Tragödienfigur.
00:50:43: Ihr könnt euch vorstellen welche Version die besseren Überlebenschancen hatte….
00:50:47: In den letzten Jahren war es so, dass der Verletzungsdrucker Martin Parker das neue Bild in eine sogenannte wahre Geschichte von Robin Hood.
00:50:55: Schon dieser Anspruch ist problematisch.
00:50:58: Parker präsentiert Robin als Earl of Huntington, nennt ein genaues Sterbedatum und arbeitet mit einer angeblichen Grabentschrift – womit wir bei einem Grab wären?
00:51:08: Denn natürlich gibt's einen Grab!
00:51:32: Auf dem Gelände des ehemaligen Priorats von Kirkless in West Yorkshire, genau dort wo die Sage Robin sterben lässt gibt es bis heute eine eingefriedete Grabstelle, die mit Robin Hood verbunden wird.
00:51:44: Eine Inschrift nennt ihn Robert Earl of Huntington und gibt ein todes Datum an.
00:51:50: Für Robin Hood.
00:51:50: Touristen ist das ein Wallfahrtsort für die Forschung ist es ein Lehrstück.
00:51:55: Die heute bekannte Grab-Innschrift ist nach heutigen Forschungsstand kein mittelalterlicher Beleg.
00:52:01: Sie gehört in die neuzeitliche Traditionsbildung um Robin Hood.
00:52:13: Ältere Berichte erwähnen zwar bereits einen Stein oder Ort, der mit Robins Grab in Verbindung gebracht wurde.
00:52:19: Doch die ausgeschmückte Inschrift mitsamt Grafentitel und genauem Datum gehört nach allem was wir wissen in eine spätere Phase der Sagenpflege.
00:52:28: Mit anderen Worten, Kirkless ist nach heutigem Forschungsstand kein beweisbares Grab eines historischen Robin Hood.
00:52:35: Es ist aber ein echtes Grab der Legende – Ein Ort an dem man seit Jahrhunderten eine Geschichte bestattet und sie dadurch am Leben hält.
00:53:09: Zwei Bücher fehlen noch um den Bogen in unsere Gegenwart zu schlagen.
00:53:13: In den letzten Jahren veröffentlicht der englische Gelehrte Joseph Ritzen eine zweibändige Sammlung von Robin Hood-Barladen.
00:53:21: Es war eines der ersten großen wissenschaftlich wirkenden Sammlungen des Stoffes.
00:53:25: Ritcen war ein akribischer Sammler und seine Ausgabe wurde zur Schatzkammer für viele spätere Bearbeitungen.
00:53:33: Zugleich war Ritsen ein politisch leidenschaftlicher Mann geprägt von den Ideen der französischen Revolution, Sein Vorwort zeichnet Robin als jemanden, der den Mächtigen die Stirn bot.
00:53:44: Dabei übernimmt Ritzen auch spätere und unsichere Überlieferungen – etwa den adeligen Robert von Loxley mit samt angeblichen Lebensdaten.
00:53:53: Angaben, die aus späteren Quellen stammen, bekamen durch Ritzens Autorität den Anstrich von Tatsachen.
00:53:59: Der Sammler, der die Sage bewahren wollte hat sie dadurch ein Stück weit festgeschrieben.
00:54:05: Dann, in den letzten Jahren, kommt der Roman, der alles versiegelt.
00:54:09: Ivanhoe von Walter Scott.
00:54:11: Scott braucht Robin Hood nur als Nebenfigur.
00:54:14: Als Robin von Locksley trefft sichere Anführer der Freischützen, aber er bettet ihn in eine Erzählwelt ein die seither untrennbar mit der Sage verbunden ist – das England der elfhundertneunziger Jahre gespalten den unterdrückte Angelsachsen und herrschende Nomanen mit Richard Löwenherz.
00:54:34: Dieses Bild eines schwellenden Volkskonflikts mehr als hundert Jahre nach der normanischen Eroberung gilt der heutigen Geschichtsforschung als starke literarische Überzeichnung.
00:54:45: Als historisches Deutungsmuster hat es sich längst überlebt.
00:54:49: Erzählerisch war's aber ungeheuer wirkungsvoll, Scots Roman wurde ein europäischer Bestseller und sein Robin – der sächsische Freiheitskämpfer im normalen England – wurde zur Blaupause des neunzehntenundzwanzigsten Jahrhunderts.
00:55:02: Von dort ist der Weg kurz und gut ausgeleuchtet.
00:55:10: Die Abenteuer des Robin Hood mit Errol Flynn in leuchtenden Technikolor, den Standard an dem sich bis heute viele Bilder messen lassen – inklusive des lachenden Helden im Grün.
00:55:53: Die meisten modernen Versionen erzählen im Kern Mandes Grafen ins Kotzkulisse, garniert mit Motiven der alten Balladen.
00:56:10: Der silberne Pfeil, der verkleidete König, der Kampf mit dem Sherrif, der Wald als Gegenwelt.
00:56:16: Auch der berühmte Zweikampf mit dem Stab auf den Baumstamm über dem Bach durch den Little John oft in die Geschichte eintritt gehört zu den vertrauten Motiven.
00:56:25: In den ältesten Texten spielt er allerdings noch keine zentrale Rolle – er ist vor allem in späteren Balladen und Bearbeitungen greifbar!
00:56:33: Damit ist die Chronologie komplett.
00:56:35: Von der Gerichtsakte des Jahres, zwölfhundert sechsundzwanzig bis zur Kinoleinwand bleibt die Frage um diese seit Jahrhunderten gelehrte Lokalhistoriker Schriftsteller und Fans streiten.
00:56:47: gab es ihnen nun?
00:57:08: Ich will euch hier nichts verkaufen, was die Forschung nicht hergibt.
00:57:11: Deshalb sage ich es vorweg in aller Klarheit Es gibt keinen wissenschaftlichen Konsens darüber das Robin Hood eine bestimmte historische Person war.
00:57:20: Es gibt aber mehrere seriöse Sichtweisen und alle haben Argumente.
00:57:25: Schauen wir sie uns nacheinander an.
00:57:27: Die erste Sichtweise sagt Irgendwo am Anfang dieser Überlieferung stand ein Mensch aus Fleisch und Blut.
00:57:33: Das stärkste Argument dafür ist die frühe und auffällige Dichte der Namenspuren.
00:57:38: Ein Name, der schon twelvehundertsechzig als Beiname oder Typenbegriff für einen Räuber taugt muss vorher eine gewisse Bekanntheit gehabt haben!
00:57:47: Die Balladen sind außerdem auffallend präzise in ihrer Geografie – sie nennen reale Regionen und Orte Barnsdale, Nottingham, Kirkless, Straßen, Kirchen und Wälder.
00:57:59: Auch soziale Details wirken lebensnah – die Praxis vom Geldverleih, die Rolle geistlicher Grundbesitzer, die Bedeutung von Echtung, Sheriffs- und Königlichen Forstrecht.
00:58:09: Innerhalb dieser Sichtweise konkurrieren mehrere Kandidaten.
00:58:13: Der Robert Hott, der Jocher Akten von twelvehundertsechstenzwanzig ist einer der frühesten und für manche Forscher plausiblen Kandidaten.
00:58:21: Er war ein flüchtiger Mann mit passenden Namen in einer passenden Region.
00:58:25: Mehr als diese Coincidence hat er allerdings nicht zu bieten!
00:58:32: Er war ein dokumentierter Gesetzloser, der nach dem Scheitern des Mondfort aufstand in den twelvehundertsechziger und frühen zwölfhundertsiebziger Jahren mit einer Bande im Raum Sherwood und in angrenzenden Grafschaften aktiver.
00:58:47: Er erhielt Unterschlupft bei einem Ritter, wurde gejagt, gefasst und eingekerkert.
00:58:52: Diese Stationen erinnern auffallend an Motive der Jest- und passengut zu Boas Datierung auf zweihundert sechzig.
00:59:00: Gottbörd hieß allerdings nicht Robin Hood!
00:59:03: Außerdem liegt seine Karriere nach dem Berkscherfund von twelvehundertzehnsechzig, der zeigt das der Name Robin Hood damals bereits geläufig gewesen sein dürfte.
00:59:13: Gottbörd könnte den Stoff also höchstens beeinflusst oder angereichert haben – als Ursprung der Sage ist es schwerer zu fassen!
00:59:21: Daneben tauchen in der populären Literatur weitere Kandidaten auf… Etwa ein Robert Hood aus Wakefield, der mit dem Erzbischof von York in Verbindung gebracht wurde.
00:59:32: Solche Belegketten gelten in der heutigen Forschung jedoch häufig als unsicher oder
00:59:36: brüchig.".
01:00:08: Die zweite Sichtweise hält dagegen – die Suche nach dem einen echten Robin Hood verfehlt vielleicht das Wesen der Quellen!
01:00:15: Das Hauptargument ist das Schweigen der Zeitgenossen.
01:00:18: Kein bekannter Chronist des dreizehnten Jahrhunderts berichtet von einem berühmten geächteten Namens Robin Hood, obwohl ein solcher Mann wenn er wirklich Könige beschäftigt und Sheriffs getötet hätte auffallen müsste.
01:00:30: Alle historischen Datierungen stammen aus späteren Jahrhunderten und widersprechen einander.
01:00:35: Dazu kommt schon die frühesten greifbaren Verwendungen des Namens haben Etikettcharakter.
01:00:41: Wenn Schreiber ab twelvehundertsechzig Kriminelle als Robohood bezeichnen, dann fassen wir möglicherweise nicht den Anfang einer Personenüberlieferung sondern bereiten ihr Ergebnis.
01:00:52: Einen Typen Namen für Gesetzlose.
01:00:54: Auch der Stoff der Balladen besteht aus Motiven die in vielen Erzähltraditionen vorkommen Der verkleidete Held, der Wettkampf als Falle Die Befreiung aus dem Kerker, der treue Gefährte, die Verkehrung von Macht durchlist.
01:01:09: Solche Motive erzählt man sich in England auch von anderen Outlaw-Figuren wie Gamelin, Heward oder Falk Fitzwarwin.
01:01:17: Bei ihnen sind historische Kerne und freie Dichtung ebenfalls schwer voneinander zu trennen.
01:01:22: Robin Hood wäre demnach ein Sammelpunkt an dem sich verschiedene Erzählmotive echte Erfahrungen mit Recht und Macht und der Name eines Gesetzlosen miteinander verbunden haben….
01:01:34: Eine ältere Theorie aus dem neunzehnten Jahrhundert wollte in Robin Hood sogar einen verblassten Waldgeist oder eine mythologische Frühlingsgestalt sehen.
01:01:43: Diese Deutung gilt heute in dieser Form weitgehend als überholt – die Verbindung zu den Mai-Spielen ist nachweislich spät, während die frühe Robinhood Überlieferung sehr weltlich sozial und rechtlich geprägt
01:01:55: ist.".
01:01:56: Ich erwähne diese alte Deutung trotzdem, weil sie zeigt wie jede Epoche ihren eigenen Robin konstruiert.
01:02:03: Die Romantik suchte einen Mythos und fand ihn im Wald!
01:02:51: Seit dem zwanzigsten Jahrhundert wurde darüber intensiv gestritten.
01:02:54: Eine Richtung las die Balladen als Stimme bäuerliche Protests, als Echo sozialer Spannungen, die sich thirteenhundertachtzig im großen englischen Bauernaufstand entluden.
01:03:04: Robin wäre dann ein Wunschstraum der geknechteten.
01:03:08: Dagegen wandte unter anderem James Holt ein, dass die Balladens viele klassische Sorgen der Bauern kaum thematisieren – Frondienste, Leib eigentlich scharf.
01:03:17: konkrete Abgabenlast!
01:03:19: Ihr Held ist ein Yo-Man und Holz sah das Publikum eher in den Hallen kleiner Landadeliga und in der breiteren Schicht freier Leute, Handwerker und Bediensteter.
01:03:28: Andere Forscher betonen dass die Balladen über Standesgrenzen hinweg anschlussfähig waren – ihr eigentliches Thema sei weniger Klassenkampf als korrupte Amtsführung!
01:03:38: Der Schrift er das Recht beugt.
01:03:40: Der Abt, der in der Erzählung hart und hart gier ich als gläubiger Auftritt.
01:03:44: Der Richter, der auf Seiten der Mächtigen steht Das sind Missstände, über die sich im England des Vierzehnten und Fünfzehntenerhunderts viele Menschen ärgern konnten – vom Knecht bis zum Ritter.
01:03:57: Robin bestraft in den frühen Balladen nicht Reichtum an sich!
01:04:00: Er bestraft Amtsmissbrauch, Gier- und gebrochenes Vertrauen.
01:04:04: Der König selbst bleibt in dem Balladen übrigens unangetastet — ja sogar verehrt.
01:04:09: Der Protest richtet sich gegen schlechte Diener des Königs, nicht gegen die Krone als solche.
01:04:15: Auch das passt gut zur mittelalterlichen
01:04:16: Mentalität.".
01:04:17: Vielleicht liegt hier die Antwort auf die Frage, warum ausgerechnet diese Sage so lange überdauert hat.
01:04:24: Sie hat einen Kern der nicht alt hat – das Gefühl dass Recht und Gerechtigkeit nicht immer dasselbe sind, dass Institutionen, die schützen sollen von Menschen missbraucht werden können….
01:04:34: Das macht nicht automatisch recht bedeutet.
01:04:37: Dazu kommt der Wunsch es möge irgendwo jemandem geben, der damit nicht durchkommt, jemandem der frei ist, gewitzt treu zu seinen Leuten, gefährlich genug um gefürchtet zu werden und fromm genug um nicht nur ein Ungeheuer zu sein.
01:04:51: Jede Epoche hat dieses Gefäß neu gefüllt – das Spätmittelalter goss einen Ärger über Sheriffs, Äppte oder ungerechte Amtsführung hinein.
01:05:00: die tut der Zeit ihre Lust an festen, spielen und gefallenen Aden liegen.
01:05:05: Die Romantik ihrem Freiheitsdurst.
01:05:08: Das zwanzigste Jahrhundert seien Sozialromantiker in Strumpfhosen.
01:05:12: Der Behälter blieb derselbe.
01:05:14: Ein Mann, ein Wald, ein Bogen.
01:05:50: Was bleibt also, wenn der Pulverdampf aus sieben Jahrhunderten sich verzogen hat?
01:05:55: Es bleibt ein Flüchtiger Robert Hott in einer Yorker-Gerichtsakte von zwölfhundertzechsundzwanzig.
01:06:00: Von dem wir kaum mehr wissen als seinen Namen, seine Flucht und den eingezogenem Besitz!
01:06:06: Es bleibt einen Schreiber, der zwölfundundzeinzechzig einen angeklagten Räuber als Robohut bezeichnet – und uns damit verriet, dass der Name damals bereits bekannt gewesen sein dürfte….
01:06:16: Es bleibt ein fauler Priester aus Pierce Plowman, der seine Gebete nicht richtig kann aber Reime von Robin Hood kennt.
01:06:23: Es bleiben Balladen voller Blut Frömmigkeit und bitterem Witz die einen ganz anderen Mann zeigen als den, denen wir aus modernen Bildern zu kennen glauben.
01:06:32: Es bleiben Dorffeste, ein ausgesperrter Bischof, einen Theaterdichter der einen Joman zum Grafen machte.
01:06:38: Ein Grabstein, der mehr über Legendenpflege verrät als über mittelalterliche Bestattung.
01:06:43: und ein schottischer Romancier, der der Sage ihr dauerhaftes Kostüm schneiderte.
01:06:48: Vor allem aber bleibt eine Erkenntnis die ich aus dieser Recherche mitnehme!
01:06:52: Die Frage war nie nur ob Robin Hood gelebt hat – die größere Frage ist warum wir ihn seit Jahrhunderten nicht sterben lassen?
01:07:00: Solange irgendwo ein Amt missbraucht wird, ein Schwacher ausgepresst wird.
01:07:05: Ein Recht gebeugt wird – wird sich jemand einen Mann im Wald herbei erzählen?
01:07:09: Wir haben Robin Hood nicht eindeutig gefunden weil er wahrscheinlich nie nur einer war.
01:07:14: Er ist eine Stelle die jede Zeit neu besetzt.
01:07:17: Wenn euch diese Folge gefallen hat dann erzählt sie gern weiter.
01:07:21: Das ist schließlich genau die Art auf dieser Stoff.
01:07:24: seit dem Mittelalter überlebt.
01:07:26: Ihr helft Chronik der Schatten außerdem sehr, wenn ihr dem Podcast abonniert.
01:07:29: Eine positive Bewertung da lasst oder einen Kommentar schreibt!
01:07:33: Gerade Kommentare und Abos sind für mich unglaublich wichtig weil sie nicht nur zeigen was euch bewegt sondern auch dabei helfen dass die Folgen sichtbarer werden und neue Hörerinnen und Hörern den Weg zu diesen Geschichten finden.
01:07:46: Erreichen könnt ihr mich wie immer auf Instagram unter chronik.der.chatten-podcast oder per Mail an podcastatchronik-der-chatten.de.
01:07:56: Danke, dass Ihr mit mir durch die Schatten gereist seid und bleibt wachsam für die Geschichten hinter den Geschichten!
01:08:38: Ja.
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