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Die Titanic - Der Untergang eines Mythos

Shownotes

Inhaltswarnung:

In dieser Folge sprechen wir über den Untergang der Titanic. Es geht um eine reale Katastrophe mit mehr als 1.500 Toten. Erwähnt werden Angst, Panik, Tod im eiskalten Wasser, Verlust, geborgene Leichname, trauernde Angehörige sowie der Tod von Kindern und Familien. Bitte achtet gut auf euch und entscheidet selbst, ob ihr diese Folge gerade hören möchtet.

In dieser Folge geht es um:

– die Entstehung der Titanic und der Olympic-Klasse – Harland & Wolff in Belfast – White Star Line, Cunard und den Wettlauf um Größe, Luxus und Prestige – die Jungfernfahrt der Titanic im April 1912 – Southampton, Cherbourg und Queenstown – Eiswarnungen, Funkverkehr und die Rolle der Marconi-Funker – die Kollision mit dem Eisberg am 14. April 1912 – die Evakuierung und die Rettungsboote – die Carpathia und die Californian – Bruce Ismay und die Frage nach Schuld und Verantwortung – Klassenunterschiede und Überlebenschancen – die Bergung der Opfer – den Fund des Wracks 1985 – die Titanic als Grabstätte und Forschungsobjekt

– Mythen, Legenden und Verschwörungserzählungen rund um die Titanic

Besprochene Mythen und Legenden: – „praktisch unsinkbar“ und der spätere Unsinkbarkeitsmythos – das letzte Lied des Orchesters – Kapitän Smiths letzte Worte – die angebliche Mumie an Bord – Morgan Robertsons „Futility“ / „The Wreck of the Titan“ – die Olympic-Titanic-Tauschtheorie – J.P. Morgan und die Fed-Verschwörungserzählung – Kohlenbrand, Materialfragen und optische Täuschungen

– kleinere Legenden wie Jenny, die Schiffskatze, und angebliche Vorzeichen

Wenn euch diese Folge gefallen hat, folgt Chronik der Schatten gerne auf eurer Podcast-App und lasst eine Bewertung da. Damit helft ihr dem Podcast sehr und sorgt dafür, dass noch mehr Menschen die Geschichten hinter den Geschichten entdecken.

Schreibt mir eure Gedanken dazu gerne auf Instagram: @chronik.der.schatten_podcast

oder per Mail an: Podcast@chronik-der-schatten.de

Chronik der Schatten gibt es jetzt auch auf YouTube: https://youtube.com/@chronikderschattenpodcast?si=mg8Gh6OxOlf0EZgc

Ein besonderes Dankeschön geht an Luke in den USA, der einige der Funksprüche für diese Folge eingesprochen hat. So führt diese Folge eine kleine Verbindung über den Atlantik – bis dorthin, wo die Titanic einst ankommen sollte. Ihr findet ihn auf Instagram unter: https://www.instagram.com/leonlagrey/

Danke, dass ihr heute wieder mit mir durch die Schatten gereist seid.

Bleibt wachsam — für die Geschichten hinter den Geschichten.

Frage an euch: Welche Szene, welcher Moment oder welche Frage aus dieser Titanic-Geschichte bleibt euch am meisten im Kopf?

Wenn euch die Folge gefallen hat, freue ich mich sehr über eine positive Bewertung, ein Abo oder eine Weiterempfehlung. Gerade bei so aufwendig recherchierten Folgen hilft das unglaublich dabei, dass „Chronik der Schatten“ weiter wachsen kann.

Musik-, Stimm- und Produktionsrechte Gesprochener Text, Stimme, Skript, Bearbeitung und Produktion dieser Episode liegen – soweit nicht anders angegeben – bei mir.

Weitere verwendete Audioelemente, Sounds oder Medien stammen gegebenenfalls aus PowerDirector 365. Auch hierfür lag mir zum Zeitpunkt der Veröffentlichung die erforderliche Lizenz vor.

Alle Rechte an der konkreten Zusammenstellung, Bearbeitung und Einbindung in diese Episode liegen bei mir, soweit rechtlich zulässig und soweit nicht anders gekennzeichnet.

Hinweis zur Verwendung künstlicher Intelligenz

Das Titelbild sowie der Gesang und die musikalische Umsetzung der Titelmusik wurden mithilfe generativer künstlicher Intelligenz erstellt. Der Liedtext stammt vollständig von mir.

Die Musik dieser Folge wurde von mir selbst erstellt. Verwendete KI-gestützte Musik und musikalische Elemente wurden mit Suno erstellt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag mir die entsprechende Nutzungslizenz vor.

Mein Mikro findet ihr hier: https://amzlink.to/az0fmj3oRmgSC

Quellen und Recherchegrundlage:

Diese Folge basiert auf historischen Untersuchungsberichten, Zeugenaussagen, Schiffsdokumenten, zeitgenössischen Berichten und moderner Titanic-Forschung. Besonders wichtig waren dabei die Protokolle und Abschlussberichte der amerikanischen Senatsuntersuchung von 1912 sowie der britischen Wreck Commissioner’s Inquiry unter Lord Mersey. Beide Untersuchungen sind heute unter anderem über das Titanic Inquiry Project zugänglich.

Für technische Details, Passagier- und Besatzungsdaten, Funkverkehr, Rettungsbootfragen und die Einordnung einzelner Aussagen wurden außerdem Fachportale und Datenbanken wie Encyclopedia Titanica, das Maritime Museum of the Atlantic in Halifax, Unterlagen zur International Ice Patrol sowie Veröffentlichungen zu Harland & Wolff, White Star Line und RMS Titanic Inc. herangezogen.

Zu den wichtigsten Sekundärquellen gehören unter anderem Werke von Walter Lord, Robert D. Ballard, Richard Howells, Mark Chirnside, Frances Wilson, Tim Maltin sowie moderne technische Neubewertungen wie A Centennial Reappraisal und Materialanalysen zu Stahl und Nieten, unter anderem von Tim Foecke und Jennifer Hooper McCarty.

Einzelne Originalworte in der Folge – etwa Funksprüche der Californian und Titanic, Frederick Fleets Meldung „Iceberg right ahead“, Harold Brides Erinnerung an den SOS-Funkspruch sowie Auszüge aus Esther Harts Brief vom 14. April 1912 – wurden nur dort verwendet, wo sie durch Untersuchungsprotokolle, überlieferte Funklisten oder dokumentierte Briefe belegbar sind. Szenische Elemente, für die keine wörtliche Originalquelle erhalten ist, wurden im Skript ausdrücklich als atmosphärische Rekonstruktion gekennzeichnet.

Für spätere Entwicklungen wurden außerdem Quellen zum Wrackfund von 1985, zur Bergung und Ausstellung von Artefakten, zur Debatte um die Titanic als Grabstätte sowie offizielle Untersuchungen und Berichte zur Implosion des Tauchboots Titan berücksichtigt.

Hinweis: Zahlen zu Passagieren, Überlebenden und Todesopfern schwanken je nach Quelle leicht. In der Folge werden deshalb bewusst gerundete Werte, Spannen oder die am breitesten gestützten Angaben verwendet. Mythen, Legenden, Theorien und nicht eindeutig belegbare Überlieferungen werden in der Folge klar als solche eingeordnet.

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Transkript anzeigen

00:00:03: Herzlich willkommen zurück bei Chronik der Schatten.

00:01:02: Schön, dass ihr wieder dabei seid!

00:01:04: Heute reisen wir an einen Ort, an dem es keine Schatten gibt weil es dort gar kein Licht gibt.

00:01:09: Knapp viertausend Meter unter der Oberfläche des Nordatlantiks, dort wo der Wasserdruck einen ungeschützten Menschen in Sekunden töten würde liegt ein Wrack.

00:01:18: Zerbrochen in zwei Teile vom Ross zerfressen.

00:01:21: Bewohnt nur noch von Tiefseekrebsen und Bakterien die sich langsam durch den Stahl arbeiten.

00:01:26: Fast jeder Mensch auf diesem Planeten kennt seinen Namen – Titanic!

00:01:31: Bevor wir aufbrechen wie immer ein Wort zu unserem Kompass für diese Reise.

00:01:36: Alles, was ihr in dieser Folge hört beruht auf belegbaren Fakten.

00:01:40: Auf Untersuchungsberichten Zeugenaussagen Schiffsdokumenten und der Arbeit von Historikern.

00:01:46: Und überall dort wo wir das Gebiet der gesicherten Fakte verlassen Wo wir uns Erzählungen Legenden oder Theorien nähern werde ich es euch ausdrücklich sagen Denn gerade bei der Titanic ist die Grenze zwischen Geschichte und Mythos über hundert Jahre lang immer wieder verwischt worden.

00:02:03: Heute ziehen wir sie nach.

00:02:13: In dieser Folge sprechen wir über den Untergang der Titanic.

00:02:16: Dabei geht es um eine reale Katastrophe, bei der mehr als ein tausend Fünfhundert Menschen starben.

00:02:22: Es werden Szenen von Angst, Panik, Kälte, Tod im Wasser, Verlust, geborgenen Leichnahmen und trauernden Angehörigen erwähnt – auch Kinder und Familien gehören zu den Opfern dieser Geschichte!

00:02:35: Ich erzähle diese Folge so respektvoll und faktenbasiert wie möglich….

00:02:38: Trotzdem kann der Inhalt belastend sein.

00:02:41: Achtet bitte gut auf euch und entscheidet selbst, ob ihr diese Folge gerade hören möchtet!

00:02:54: Sie ist eine Geschichte über Hochmut und Heldenmut.

00:03:03: Über Klassenunterschiede, die über Leben und Tod entschieden.

00:03:07: Über Zufälle, die sich zu einer Katastrophe verketten.

00:03:11: Und sie ist eine Geschichte, die bis heute weitererzählt, verdreht und ausgeschmückt

00:03:16: wird.".

00:03:17: In dieser Folge gehen wir gemeinsam an Bord!

00:03:19: Wir erleben dem Bau dieses Giganten – Die ersten Tage der Jungfernfahrt, Danach schauen wir hinter die Kulissen, auf die Untersuchungen, die Schuldfragen und die Konsequenzen.

00:03:36: Und ganz am Ende widmen wir uns dem, wofür dieser Podcast steht – den Legenden, die sich um dieses Schiff ranken wie Seetank um ein Wrack!

00:03:45: Macht es euch bequem?

00:03:46: Wir schreiben das Jahr neunzehntundertsieben und befinden uns in einem Stadthaus im Londoner Stadtteil Belgravia.

00:04:16: Die genaue Datierung ist nicht überliefert, die zusammenkunft selbst aber gut dokumentiert.

00:04:21: Treffen sich zwei Männer zum Abendessen in der Londoner Residenz von Lord William James Peery.

00:04:28: Peery ist Vorsitzender der Werft Harland & Wolfen Belfast – der größten Schiffswerf der Welt!

00:04:34: Sein Gast Joseph Bruce Ismayi Geschäftsführer der Rederei White Star Line.

00:04:41: Beide Männer haben ein Problem und dieses Problem hat einen Namen.

00:04:45: Cunard Die konkurrierende britische Rederei Cunadline hat in jenem Jahr zwei Schiffe in Dienst gestellt, die alle bisherigen in den Schatten stellen.

00:04:55: Die Lusitania und dem Mauritania – beide sind die schnellsten Passagierschiffe der Welt!

00:05:02: Dem Mauritanya wird das blaue Band, die inoffizielle Auszeichnung für die schnellste Atlantik-Überquerung mehr als zwanzig Jahre lang halten.

00:05:11: QNAT wurde dabei von der britischen Regierung finanziell unterstützt, mit der Auflage die Schiffe im Kriegsfall als Hilfskreuzer zur Verfügung zu stellen.

00:05:21: Die White Star Line kann bei diesem Geschwindigkeitswettlauf kaum mithalten – also entscheiden Ismay und Pewey an diesem Abend das Spiel zu wechseln!

00:05:30: Die neuen Schiffe sollen über Größe, Komfort- und Luxus überzeugen.

00:05:35: Drei Schiffe einer neuen Klasse sollen entstehen so gewaltig, dass sie alles bisher Dagewesende übertreffen.

00:05:41: Die Olympik-Klasse – Olympic, Titanic und ein drittes Schiff das später unter dem Namen Britannik vom Stapel laufen wird.

00:05:49: Zu diesem Zeitpunkt steckt hinter der White Star Line übrigens einen Amerikaner.

00:05:54: Die Rederei gehört seit twohundzehnt zum Schifffahrtstrust International Mercantile Marine Company des amerikanischen Bankiers John Pierpont Morgan.

00:06:04: JP Morgan, einer der mächtigsten Finanziers seiner Zeit.

00:06:09: Merkt euch diesen Namen!

00:06:10: Er wird uns am Ende der Folge noch einmal begegnen wenn wir über Verschwörungserzählungen sprechen.

00:06:35: Am einunddreißigsten März onehundzenthundertnein wird auf der Werft von Haarland & Wolf in Belfast der Kiel del Titanic gelegt Baunummer-Fierhunderteins.

00:06:54: Ihr Schwesterschiff Olympic, Baunumer Fierhundert ist zu diesem Zeitpunkt bereits seit einigen Monaten im Bau.

00:07:01: Die beiden Rümpfe wachsen nebeneinander heran – unter einem eigens errichteten Portalgerüst das so gewaltig ist dass es selbst zur Touristenartfraktion wird!

00:07:11: Die Zahlen sind für die damalige Zeit kaum zu begreifen.

00:07:15: Die Titanic wird rund zweihundertsechsundneinzig Meter lang und etwa achtundzwanzig Meter breit sein.

00:07:21: Vom Kiel bis zur Spitze der Schornsteine misst sie etwa dreiundfünfzig Meter.

00:07:26: Ihre Wasserverdrängung liegt bei über zweiundfünftig tausend Tonnen, vermessen ist sie mit sechsundvierzichttausend dreihundert achtundzwanzig Bruttoregistertonn.

00:07:35: Damit ist sie bei ihrer Fertigstellung das größte Schiff der Welt – geringfügig größer als ihre Schwester Olympik!

00:07:44: Drei Millionen Nieten halten den Rumpf zusammen von Hand und mit hydraulischen Maschinen eingeschlagen.

00:07:50: Bis zu fünfzehntausend Arbeiter sind auf der Werft beschäftigt.

00:07:54: Die Arbeit ist gefährlich, während des Baus der Titanic kommt es zu tödlichen Unfällen unter den Werfterbeitern.

00:08:01: Die überlieferten Zahlen schwanken je nach Quelle leicht – dokumentiert sind mehrere Todesfälle die direkt mit dem Bau in Verbindung stehen.

00:08:09: Darunter der fünfzehnjährige Samuel Scott, der im April nineteenhundertzehn von einer Leiter stürzte Und der Arbeiter James Dobbin, der bei den Vorbereitungen zum Stapellauf tödlich verletzt wurde.

00:08:23: Der Antrieb zwei gewaltige Kolbendampfmaschinen für die äußeren Schrauben und eine Niederdruckturbine für die mittlere Schraube gespeist von neunundzwanzig Kesseln mit einhundertneunundfünfzig Feuerstellen.

00:08:36: Die Maschinenanlage leistet rund forty-sechtausend PS und soll dem Schiff eine Reisegeschwindigkeit von einundzwanzig bis zwanzig Knoten ermöglichen, mit einer Höchstgeschwindigkeiten von etwa dreiundzwantzig Knot.

00:08:49: Schnell aber eben bewusst langsamer als die CUNA-Drenner.

00:08:53: Dazu kommt jenes Konstruktionsmerkmal das später zum Kern des Mythos werden wird!

00:08:59: Der Rumpf ist durch fünfzehn Querschotten in sechzehn Abteilungen unterteilt.

00:09:03: Das Schiff soll schwimpfig bleiben, wenn zwei beliebige dieser Abteilung voll laufen oder sogar die vorderen vier.

00:09:11: Das war mehr als die Vorschriften verlangten und mehr als den meisten Schiffe der Zeit boten.

00:09:17: Hier müssen wir kurz innehalten denn an dieser Stelle beginnt bereits die Legendenbildung.

00:09:22: Die berühmte Behauptung, die White Star-Line habe die Titanic offiziell als unsinkbar beworben ist in dieser absoluten Form nicht belegbar.

00:09:30: Was sich tatsächlich nachweisen lässt?

00:09:32: Die Fachzeitschrift des Schippbilder beschrieb die Schiffe der Olympic Klasse neunzehndhundertelf als practically unzinkable – praktisch unsinkbaar!

00:09:43: Auch im Werbematerial tauchte diese vorsichtigere Formulierung ins Zusammenhang mit der Schottenkonstruktion auf.

00:09:49: Aus dem praktisch unsinkbar der Ingenieure wurde im öffentlichen Bewusstsein ein Unsinkbar ohne Einschränkung.

00:09:56: Allerdings passierte dieses vor allem nach dem Untergang, als die Ironie dieser Zuschreibung die Geschichte um so tragischer machte.

00:10:03: Der Mythos vom Schiff das Gott selbst nicht versenken könne ist also zu einem erheblichen Teil eine nachträgliche Erzählung.

00:10:11: Das ist der erste Schatten den wir heute ausleuchten.

00:10:13: Es wird nicht der letzte sein.

00:10:16: Am einunddreißigsten Mai-Ninzehndertelf läuft die Titanic vom Stapel.

00:10:20: Rund eine hunderttausend Menschen sehen zu wie der Rumpf, geschmiert mit Tonnen von Talg, Seife und Öl in zweiundsechzig Sekunden ins Wasser des Flusses leggengleitet.

00:10:30: Eine Schiffstauffe mit Champagnerflasche gibt es nicht – das war bei der White Star Line nicht üblich!

00:10:36: Ein Werftarbeiter soll dazu später sinngemäß gesagt haben man habe das Schiff einfach ins Wasser geschoben.

00:10:42: Eine Anekdote, die in der Belfaster-Überlieferung kursiert aber als gesichertes Zitat nicht festzumachen ist.

00:10:50: Es folgen Monate der Ausrüstung – Die leere Stahlhülle verwandelt sich in das was die Zeitungen einen schwimmenden Palast nennen.

00:10:57: Die erste Klasse erhält eine große Treppe mit Schmiedeisern im Glasturm.

00:11:01: Speisesäle im Stil verschiedener Epochen, ein Schwimmbad, ein türkisches Bad, einen Scrash-Curt, ein Café Parisien mit echten Ratanmobilia und sogar einen eigenen Trainingsraum ausgestattet mit Geräten die damals als hochmodern galten.

00:11:17: Die teuersten Sweets mit eigener Promenade kosten für eine einfache Überfahrt in der Hochsaison mehrere hundert Pfund.

00:11:24: Nach heutiger Kaufkraft ein Betrag in der Größenordnung von mehreren Zehntausend Euro.

00:11:30: Ein Punkt geht in der Erzählung oft unter Auch die dritte Klasse der Titanic ist für ihre Zeit bemerkenswert.

00:11:36: Während Auswanderer auf vielen anderen Schiffen in großen Schlafseelen untergebracht werden, bietet die Titanic überwiegend Kabinen für zwei bis zehn Personen dazu Gemeinschaftsräume und einen eigenen Speisesaal mit richtigen Mahlzeiten.

00:11:50: Für viele der Auswanderer an Bord wird es der größte Komfort sein den sie je erlebt haben!

00:12:11: Während die Titanik ausgerüstet wird, passiert etwas das auf den ersten Blick nichts mit ihr zu tun hat.

00:12:17: Im September neunzehntelf kollidiert ihr Schwesterschiff Olympic vor der englischen Küste mit dem britischen Kriegsschiff HMS Hawke.

00:12:25: Die Olympique muss zur Reparatur zurück nach Belfast in die Werft, in der gerade die Titanic fertiggestellt wird.

00:12:32: Arbeiter und Material werden abgezogen – die Fertigstellung der Titanic verzögert sich.

00:12:37: Die Jungfernfahrt, ursprünglich für den zwanzigsten März-Ninzehundertzwölf geplant wird auf dem zehnten April verschoben.

00:12:44: Haltet diesen Gedanken kurz fest!

00:12:46: Ohne die Kollision der Olympik wäre die Titanic drei Wochen früher in See gestochen unter anderen Wetterbedingungen mit einer anderen Eislage im Nordatlantik.

00:12:56: Ob sie dann ihr Eisfeld getroffen hätte kann niemand sagen Aber es ist eine der vielen Weichenstellungen an denen die Geschichte hätte anders verlaufen können.

00:13:05: Diese Kollision wird uns außerdem am Ende der Folge wieder begegnen.

00:13:09: Sie ist der Ausgangspunkt einer der hartnäckigsten Verschwörungserzählungen der Schifffahrtsgeschichte.

00:13:16: Am zweiten April, zwölf, absolviert die Titanic ihre Probefahrten in der irischen See.

00:13:21: Einen einzigen Tag lang – Geschwindigkeitstests, Wendemanöver, ein Notstopp aus voller Fahrt!

00:13:27: Etwa zwölft Stunden, dann stellt der Vertreter der britischen Handelsbehörde des Board of Trade das Seetüchtigkeitszeugnis aus Gültig für ein Jahr.

00:13:37: Noch am selben Abend läuft die Titanic aus Belfast aus Richtung Southampton, Mittwoch der zehnte April neunzehnhundert zwölf.

00:14:11: Southampten Liegeplatz vierundvierzig.

00:14:13: Seit dem frühen Morgen strömen Menschen zum Hafen.

00:14:17: Werfen wir einen Blick auf die Menschen, die an diesem Tag an Bord gehen.

00:14:20: Denn die Titanic ist ein Querschnitt der Gesellschaft ihrer Zeit – von einem der reichsten Männer Amerikas bis zur mittellosen Auswandererfamilie getrennt durch Decks-, Türen- und Ticketpreise!

00:14:32: Das Kommando führt Kapitän Edward John Smith, zweiundsechzig Jahre alt, der dienstälteste Kapitäne der White Star Line.

00:14:39: Smith ist eine Berühmtheit.

00:14:41: Wohlhabende Stammgäste buchen ihre Überfahrten gezielt auf seinen Schiffen, man nennt ihn den Millionärskapitän.

00:14:48: In vielen Darstellungen heißt es die Fahrt der Titanic sollte seine letzte vor dem Ruhestand sein – das ist plausibel und wurde damals auch in Zeitungen berichtet von der Rederei aber nie eindeutig bestätigt.

00:15:00: Auch hier verschwimmt die Quellenlage bereits.

00:15:04: In der ersten Klasse versammelt sich an diesem Tag und an den folgenden Zustiegshefen ein erstaunliches Aufgebot der transatlantischen Hocharistokratie des Geldes, John Jacob Esther IV.

00:15:16: Einer der reichsten Männer der Welt mit seiner jungen schwangeren zweiten Frau Madeleine.

00:15:21: Benjamin Guggenheim Erbe eines Bergbauimperiums.

00:15:25: Isidor Strauss Mitinhaber des New Yorker Kaufhauses Macy's – mit seiner Frau Ida Margaret Brown aus Denver, die die Nachwelt als die unsinkbare Molly Brown kennen wird.

00:15:38: Wobei dieser Spitzname eine spätere Erfindung ist – zu Lebzeiten nannte man sie Maggie!

00:15:44: Und natürlich Joseph Bruce Ismai selbst der Chef der Rederei, Ebenfalls am Bord – Thomas Andrews, der leitende Konstrukteur von Haarland & Wolff, der mit einer Gruppe von Werftmitarbeitern letzte Mängel dokumentieren und beheben soll.

00:16:03: Insgesamt werden sich auf der Fahrt rund ein-tausend dreihundert Passagiere an Bord befinden!

00:16:08: Die genauen Zahlen schwanken je nach Quelle leicht weil Passagierlisten unvollständig waren, Namen doppelt geführt wurden und einige Passagere kurzfristig stornierten.

00:16:18: Dazu kommen ungefähr neunhundert Besatzungsmitglieder Rund zwei-tausend zweihundert Menschen also.

00:16:23: Und das ist ein wichtiger Punkt!

00:16:26: Die Titanic war für über dreitausend dreihundert Menschen zugelassen, sie war auf ihrer jungen Pfandfahrt nur zu etwa zwei Dritteln belegt.

00:16:34: Dazu kommen die Rettungsboote – zwanzig Stück, vierzehn große Holzrettungsbote, zwei kleinere sogenannte Notboote und vier zusammenklappbare Boote mit Segeltuchwänden, die sogenannten Collapsibles.

00:16:48: Zusammen bieten sie Platz für eintausend, einhundert, achtundsiebzig Menschen.

00:16:52: Für etwas mehr als die Hälfte der Menschen an Bord – für etwa einen Drittel der zugelassenen Höchstzahl.

00:16:58: Das Unfassbare daran?

00:17:00: Es war legal!

00:17:02: Die Vorschriften des britischen Board of Trade stammten aus dem Jahr achtzehnhundertneunzig und richteten die Zahl der Rettungsboote nach der tonnage des Schiffes aus.

00:17:11: Die tatsächliche Zahl der Menschen An Bord war dabei kein ausreichender

00:17:15: Maßstab.".

00:17:16: Und die Skala endete bei Schiffen über zehntausend Tonnen.

00:17:19: Die Titanic hatte über sechsemvierzichttausend.

00:17:22: Sie führte sogar mehr Boote mit, als das Gesetzes verlangte!

00:17:26: Die Davids – also die Aussetzvorrichtungen – waren übrigens so konstruiert, dass sie deutlich mehr Bootes hätten tragen können.

00:17:34: Ein früher Entwurf sah mehr Boots vor.

00:17:37: Am Ende blieb es bei der resuzierten Zahl.

00:17:40: Die genauen Beweggründe für diese Entscheidung wurden nie abschließend geklärt….

00:17:44: In den Untersuchungen wurde später über Kostengründe und ästhetische Erwägung gesprochen.

00:17:50: Belegt ist vor allem, man hielt mehr Boote schlicht nicht für nötig – das Schiff selbst galt als sein eigenes Rettungsboot.

00:18:20: Um zwölf Uhr mittags legt die Titanic ab Und bei Nahe endet die Jungpfandfahrt.

00:18:24: schon nach wenigen Minuten Der Sog der gewaltigen Schiffsschrauben reist das im Hafen verteute Passagierschiff New York von seinen Leinen los, die Trossen reißen.

00:18:34: Die New York treibt führerlos auf die Titanic zu!

00:18:37: Nur durch schnelles Eingreifen eines Schleppers und ein geschicktes Manöver wird die Kollision in letzter Sekunde verhindert.

00:18:44: Nach den meisten Schilderungen fehlten am Ende nur wenige Meter.

00:18:47: Manche Passagiere – so wird es später berichtet – sehen darin ein böses Ohmen….

00:18:52: Aber das ist die Sorte Erzählung, die immer erst nach der Katastrophe ihre Bedeutung bekommt.

00:18:58: Wäre die Titanic sicher in New York angekommen hätte sich an diesem Zwischenfall kaum jemand erinnert.

00:19:04: Am Abend des zehnten April erreicht die Titanic Cherbourg in Frankreich wo Passagiere per Tenderboot zusteigen darunter die Esters und Margaret Browne.

00:19:14: am Mittag des elften April ankrat sie vor Queenstown in Irland dem heutigen Cove.

00:19:19: Hier gehen vor allem irische Auswanderer an Bord, die in Amerika ein neues Leben beginnen wollen.

00:19:25: Sieben Passagiere verlassen das Schiff in Queenstown darunter der junge Theologie-Student François Browne – ein begeisterter Hobbyfotograf.

00:19:33: Seine Aufnahmen von Bord sind heute einige der letzten Fotografin der Titanic überhaupt!

00:19:39: Um etwa dreizehn Uhr dreißig lichtet die Titanic für Queenstoun den Anker und nimmt Kurs auf New York.

00:19:45: Es ist das letzte Mal dass sie Land in Sicht weiter hat….

00:20:01: Die folgenden Tage verlaufen ereignislos.

00:20:04: Im besten Sinne!

00:20:05: Das Wetter ist gut, die See ist ruhig – das Schiff läuft hervorragend.

00:20:09: Am Bord entfaltet sich das Leben einer schwimmenden Kleinstadt.

00:20:13: In der ersten Klasse diniert man in Abendkardrobe, flaniert auf dem Promenatendeck, schwimmt im beheizten Pool.

00:20:19: In dieser zweiten Klasse, die komfortabler ist als die erste Klasse vieler anderer Schiffe, reisen Lehrer geistliche Kaufleute.

00:20:27: In der dritten Klasse, tief im Schiffsbauch und im Bug- und Heckbereich wird abends musiziert und getanzt.

00:20:33: Die Klassen sind dabei strikt getrennt – durch Türen, Gitter und schlicht durch die Architektur des Schiffes.

00:20:39: Diese Trennung war keine böswillige Besonderheit der Titanic.

00:20:43: Sie entsprach damals auch den Vorgaben der amerikanischen Einwanderungsbehörden, die aus Quarantäne gründen eine Absonderung der Auswanderer verlangten.

00:20:54: Die Titanic steigert in diesen Tagen schrittweise ihre Geschwindigkeit.

00:21:00: Vom elften auf den zwölften April legt sie dreihundertsechzig Seemeilen zurück, dann fünfhundertneunzehn und dann fünfhunzent sechsundvierzig.

00:21:09: Am Sonntag dem vierzehnten April läuft sie mit etwa zweiundzwanzig Knoten nahe ihrer Höchstgeschwindigkeit wobei noch nicht einmal alle Kessel angefeuert sind.

00:21:20: Mitten in dieser scheinbar ruhigen Überfahrt gibt es ein Dokument das heute besonders berührt Ein Brief geschrieben nicht in Panik, nicht im Wissen um eine Katastrophe sondern an einem ganz gewöhnlichen Sonntagnachmittag an Bord der Titanic.

00:21:34: Die Passagierin Esther Hart die mit ihrem Mann Benjamin und ihrer Tochter Eva in der zweiten Klasse reiste schrieb am vierzehnten April neunzehnhundertzwölf an ihre Familie nur wenige Stunden vor der Kollision And we are resting in the library after lunchen.

00:21:56: Auf Deutsch heißt das ungefähr, meine lieben alle Es ist Sonntag Nachmittag und wir ruhen uns nach dem Mittagessen in der Bibliothek aus.

00:22:05: Dieser Satz ist so schlicht, so alltäglich Und gerade deshalb trifft er so tief.

00:22:11: Esther Hart beschreibt keinen Schrecken, keine Vorahnung, keine Gefahr.

00:22:16: Sie beschreibt einen ruhigen Nachmittag auf einem Schiff das wenige Stunden später im Nordatlantik sinken wird.

00:22:23: Esther Hart und ihre Tochter Eva überlebten.

00:22:26: Irmann Benjamin Hart starb in dieser Nacht.

00:22:30: Ein verbreitetes Missverständnis sei hier gleich ausgeräumt.

00:22:34: Die Titanic jagte nicht dem blauen Band hinterher, sie war konstruktionsbedingt zu langsam um die Rekorde der CUNA-Schiffe zu brechen und das wusste jeder an Bord.

00:22:44: Worüber später allerdings sehr wohl gestritten wurde – ob man versuchte früher als geplant etwa schon am Dienstagabend statt am Mittwochmorgen in New York anzukommen um einen prestigeträchtigen Auftakt zu schaffen!

00:22:57: Die überlebende Elizabeth Slein sagte später unter Eid aus, sie habe am dreizehnten April ein Gespräch zwischen Ismay und Kapitän Smith mitgehört, in dem Ismay sinngemäß drängte die Olympik zu übertreffen und Dienstag anzukommen.

00:23:11: Ismay bestritt das – hier stehen Aussagen gegen Aussagen!

00:23:15: Ein Muster, dass uns in dieser Geschichte noch oft begegnen

00:23:18: wird.".

00:23:19: Während an Bord das Leben seinen Gang geht laufen im Funkraum die ersten Warnungen ein….

00:23:25: Der Funkraum der Titanic, ausgestattet mit der modernsten Makoni-Funkanlage ihrer Zeit – mit einer Reichweite von mehreren Hundert Sehmeilen wird von zwei jungen Männern betrieben.

00:23:36: Jack Phillips, twenty-fünf Jahre alt und Harold Bright, zweiundzwanzig.

00:23:41: Wichtig zu verstehen?

00:23:43: Die beiden gehören nicht zur regulären Schiffsbesatzung im engeren Sinn!

00:23:47: Sie sind Angestellte der Makoni

00:23:48: Gesellschaft.".

00:23:49: Ihr Hauptgeschäft liegt weniger in der Schiffssicherheit als im kommerziellen Telegram-Verkehr der Passagiere.

00:23:56: Grüße, Börsenaufträge, Geschäftsnachrichten – bezahlt nach Wortpreis!

00:24:01: Navigationsrelevante Meldungen leiten sie an die Brücke weiter aber es gibt kein festes Protokoll.

00:24:07: auch das wird in dieser Nacht eine Rolle spielen.

00:24:10: Bereits am zwölften und dreizehnten April empfängt die Titanic Eiswarnung anderer Schiffe.

00:24:16: Der Winter, neunzehntelf, war ungewöhnlich mild gewesen.

00:24:20: Die Eisdrift aus der Arktis reicht in diesem Frühjahr weiter nach Süden als in den Jahren zuvor.

00:24:27: Am Sonntag, dem vierzehnten April verdichten sich die Meldungen dramatisch – im Laufe dieses Tages erreichen die Titanic mindestens sechs Eiswarnungen.

00:24:36: Am Vormittag funkt die Corona-Eisberge und Packeis auf der Route.

00:24:41: Diese Meldung erreicht die Brücke und wird ausgehängt!

00:24:44: Gegen Mittag meldet die Baltic-Eis.

00:24:47: Kapitän Smith zeigt dieses Telegram Bruce Ismay, der es in die Jackentasche steckt und erst Stunden später nach Aufforderung zurückgibt – ein Detail das in den Untersuchungen breit diskutiert werden wird.

00:25:00: Die Amerika meldet EIS ebenso am Abend die Kalifornien, eine Name, den ihr euch merken solltet.

00:25:09: funkte Metherbar eine Warnung, die ein großes Eis fällt mit schweren Packeismassen und zahlreichen großen Eisbergen exakt auf dem Kurs der Titanic beschreibt.

00:25:19: Nach allem was sich rekonstruieren ließ erreichte diese Meldung die Brücke nie.

00:25:24: Phillips arbeitete zu diesem Zeitpunkt einen Berg kommentieller Telegramma ab, weil die Funkanlage in der Nacht zuvor ausgefallen war und repariert werden musste.

00:25:34: Gegen drei Uhr meldet sich noch einmal die Kalifornien.

00:25:38: Sie liegt, das wissen wir heute nur wenige bis einige Dutzend Kilometer entfernt gestoppt am Rand eines ausgedehnten Eisfelds, dass ihr Kapitän Stanley Lord nicht im Dunkeln überqueren will.

00:25:49: Ihr Funker, Kirill Evans funkt die Titanic an!

00:25:53: Im US-Senatsverhör gab Evans den Wort laut so wieder... Also auf Deutsch, hör mal mein Freund, Wir haben gestopt und sind von Eis umgeben….

00:26:06: Weil die Kalifornien so nah ist, dröhnt ihr Signal Ohren betäubend laut in Philips Kopfhörern.

00:26:11: Mitten hinein in seinen Telegram Stau!

00:26:14: Auch Philips Antwort ist durch Evans spätere Aussage überliefert Auf Deutsch?

00:26:24: Sei still sei still ich bin beschäftigt.

00:26:26: Ich funke gerade mit Cape Race.

00:26:28: Das klingt brutal, war in der knappen Funkersprache der Zeit aber vor allem eine rupige Aufforderung die Leitung frei zu halten.

00:26:35: Kirill Evans hört noch eine Weile zu dann schaltet er gegen dreiundzwanzig Uhr dreißig sein Gerät ab und geht zur Bett.

00:26:42: Die Kalifornien hat nur einen einzigen Funker Eine Funkwache rund um die Uhr ist neunzehnthundert zwölf nicht vorgeschrieben.

00:26:50: Rund vierzig Minuten später wird die Titanic ein Eisberg rammen.

00:26:54: Bleiben wir aber noch kurz bei der Frage, die sich an dieser Stelle jeder stellt.

00:26:58: Warum fuhr die Zitanik trotz all dieser Warnungen mit fast voller Geschwindigkeit weiter?

00:27:04: Die Antwort ist unbequem weil sie nicht von einem einzelnen Schurken handelt – es war damals gängige Praxis!

00:27:11: Die Kapitäne der Nordatlantik-Route fuhren bei klarem Wetter mit voller Fahrt durch gemeldete Eisgebiete und verließen sich darauf, Eisberge rechtzeitig zu sichten und

00:27:20: auszuweichen.".

00:27:22: Kapitän Smith hatte in Jahrzehnten auf See genau das immer wieder getan, wie praktisch all seine Kollegen.

00:27:28: Die britische Untersuchung wird später feststellen, dass Smith nur tat was üblich war – und dass genau diese Üblichkeit das Problem war!

00:27:36: Am Abend des vierzentten April wurde der Kurs weiter südlich geführt.

00:27:41: Ob dies bewusst als Reaktion auf die Eislage geschah oder im Rahmen der vorgesehenen Navigation lag, wird unterschiedlich eingeordnet.

00:27:49: Die Bedingungen in dieser Nacht sind dabei türkischer als sie klingen.

00:27:54: Die See ist spiegelglatt, Überlebende beschrieben sie als glatt wie ein Mühlenteich – etwas das selbst erfahrene Seeleute so noch kaum erlebt hatten!

00:28:03: Es ist eine mondlose Stockdunklenacht aber Sternen klar Was nach idealen Sichtbedingungen klingt, ist das Gegenteil.

00:28:11: Ohne Wellen gibt es keine weiße Brandungslinie am Fuß eines Eisbergs, das wichtigste nächtliche Erkennungszeichen.

00:28:18: Die beiden Ausgucke im Mastkorb Frederick Fleet und Reginald Lee haben zudem keine Fernglaser.

00:28:24: Die Ferngleser für den Mast korb sind seit Southampton unauffindbar.

00:28:28: Nach der gängigsten Rekonstruktion lagen sie in einem Spint, dessen Schlüssel einen Southampton kurzfristig vom bordgegangene Offizier versehentlich mitgenommen hatte.

00:28:38: Ob Ferngleser in dieser Nacht etwas geändert hätten, ist allerdings umstritten.

00:28:42: In den Untersuchungen sagten erfahrene Seeleute aus, dass man nachts mit bloßem Auge eher etwas entdeckt und das Glas erst danach zur Identifizierung

00:28:52: nutzt.".

00:28:52: Die Lufttemperatur ist im Lauf des Abends auf dem Gefrierpunkt gefallen.

00:28:57: Das Wasser des Atlantiks hat in dieser Nacht eine Temperatur von etwa minus zwei Grad Celsius.

00:29:02: Salzwasser gefriert erst unterhalb von null Grad.

00:29:20: Sonntag, vierzehnte April, neunzehnt zwölf.

00:29:23: Dreiundzwanzig uvierzicht Schiffszeit Im Mastkorb.

00:29:26: etwa fünfzehn Meter über dem Deck schält sich für Frederick Fleet aus der Dunkelheit eine Masse die schwerzer ist als die Nacht dahinter.

00:29:34: Er schlägt dreimal die Glocke Das Signal für ein Hindernis voraus und greift zum Telefon zur Brücke.

00:29:41: Der sechste Offizier James Moody nimmt ab.

00:29:44: Flitzworte sind durch seine spätere Aussage überliefert.

00:29:47: Iceberg, right ahead!

00:29:49: Iceberg direkt voraus!

00:29:52: What do you see?

00:29:53: Iceberg Right Ahead!

00:29:54: Thank You!

00:29:56: Harder Starboard Stop!

00:29:58: Full Speed Astern.

00:30:01: Auf der Brücke hat der erste Offizier William Murdock die Wache.

00:30:17: Was in den folgenden gut dreißig Sekunden geschieht ist bis heute Gegenstand von Detail-Debatten In denen Grundzügen aber durch die Aussagen der Überlebendem rekonstruiert.

00:30:27: Murdoch befiehlt hard Steuerbord.

00:30:29: Nach der damaligen, am Ruder-Pinnenprinzip orientierten Kommandosprache bedeutet das eine Drehung des Schiffes nach Backbord – also nach links!

00:30:38: Er lässt die Maschinen stoppen bzw rückwärts laufen.

00:30:41: Die Aussagen dazu widersprechen sich teilweise und betätigt den Hebel, der die wasserdichten Schotttüren in dem Maschineräumen schließt.

00:30:49: Die Titanic beginnt zu drehen… Der Bug schwenkt nach Backboard … bei nahe reicht es….

00:30:55: Bei Nahe.

00:30:56: Der Eisberg schrammt an der Steuerbordseite des Schiffes entlang unterhalb der Wasserlinie.

00:31:02: Oben am Deck spüren die meisten Passagiere kaum etwas – ein Zittern, einen Schaben und leichter Ruck.

00:31:08: Einige schlafen einfach weiter!

00:31:10: In der ersten Klasse fällt bei manchen kaum ein Glas um.

00:31:13: Ein paar Nachtschwärmer bemerken Eisbrocken, die auf das vordere Welldeck gefallen sind und beginnen damit zu spielen.

00:31:19: Es gibt Berichte über improvisierte Eisbälle Tief unten im Schiff in den Kesselräumen.

00:31:24: fünf und sechs erleben die Heizer etwas völlig anderes.

00:31:28: Mit einem Geräusch wie Donna reißt die Bordwand auf, Eiswasser schießt herein!

00:31:33: Was genau hat dieser Eisberg angerichtet?

00:31:35: Lange stellt man sich einen langen Riss vor, einen aufgeschlitzten Rumpf.

00:31:39: Die moderne Forschung unter anderem Echolot-Untersuchungen am Wrack in den Neunzehnhundertneunzigerjahren zeichnen ein anderes Bild.

00:31:47: Der Eisdruck hat die Stahlplatten an mehreren Stellen eingedrückt – niedreihenauf gesprengt, Plattenstöße aufklaffen lassen!

00:31:55: Die Gesamtfläche der Öffnungen war erstaunlich klein.

00:31:58: Die Schätzungen liegen in der Größenordnung von gerade einmal etwa einem guten Quadratmeter, vielleicht über rund neunzig Meter Schiffslänge.

00:32:06: Aber diese Verteilung ist das Todesurteil!

00:32:21: Ihr erinnert euch, das Schiff war so gebaut dass es mit vier überfluteten Bugabteilungen schwimmfähig bleibt.

00:32:27: Mit fünf nicht!

00:32:29: Und die Querschotten reichen nicht durch das ganze Schiff nach oben – die meisten enden ein oder zwei Decks über der Wasserlinie.

00:32:36: Wenn der Bug tief genug sinkt läuft das Wasser über die Oberkante eines Shots in die nächste Abteilung wie bei einer Eiswürfelschale die man schräg hält.

00:32:45: Kapitän Smith ist binnen Augenblicken auf der Brücke.

00:32:48: Kurz darauf lässt er Thomas Andrews holen den Konstrukteur, gemeinsam inspizieren sie das Vorschiff.

00:32:55: Andrews braucht nicht lange für seine Rechnung.

00:32:57: Seine Einschätzung wie sie aus den Aussagen rekonstruiert wurde – Das Schiff wird sinken.

00:33:03: Mathematisch unausweichlich.

00:33:05: verbleibende Zeit vielleicht eine Stunde?

00:33:07: Vielleicht zwei!

00:33:09: Es ist etwa Mitternacht.

00:33:10: an Bord befinden sich rund zwei tausend zweihundert Menschen.

00:33:13: Die Rettungsboote fassen Eintausend Einhundert-Achden-Siebzig.

00:33:17: Das nächste bekannte Schiff, das auf Funkrufe antworten wird – die Carpathia ist über Fünfzig Seemeilen entfernt, etwa vier Stunden Fahrt!

00:33:26: Die Mathematik dieser Nacht ist von Anfang an gnadenlos und Smiths & Andrews kennen sie als Erste.

00:33:54: Was nun folgt sind die zwei Stunden und Vierzig Minuten über die Meer geschrieben wurde als über die meisten Kriege.

00:34:00: Ich erzähle Sie euch so, wie sie sich aus den Zeugenaussagen der beiden großen Untersuchungen rekonstruieren lassen.

00:34:07: Und ich sage es gleich dazu – die Uhrzeiten sind teils Annäherungen!

00:34:12: Kaum ein Überlebender hat in dieser Nacht auf die Uhr gesehen.

00:34:16: Kurz nach Mitternacht gibt's Missdie Befehle Rettungsboote klarmachen Passagiere wecken, Schwimmwesten anlegen.

00:34:22: Im Funkraum diktiert er Philips die Position und dem Befehl Hilfe zu rufen.

00:34:27: Philips fungt.

00:34:28: CQD das damals etablierte Makoni-Notsignal.

00:34:32: Einer der überlieferten Notrufe empfangen von der Kapizia lautet Auf Deutsch?

00:34:48: Kommt sofort!

00:34:49: Wir haben einen Eisberg gerannt.

00:34:51: Dies ist ein CQD-Notruf, alter Freund.

00:34:53: Unsere Position?

00:34:54: Einen Vierzig Grat, sechsundvierzig Minuten Nord.

00:34:57: Fünfzig Grat vierzehn Minuten West.

00:35:00: Später in der Nacht auf Brights halbscherzhaften Vorschlag hin funkt Philips auch das neue internationale Notsignal SOS.

00:35:08: Bright erinnert sich später an seine eigenen Worte.

00:35:16: Also auf Deutsch, schick SOS.

00:35:19: Das ist das neue Signal und es könnte deine letzte Chance sein, es zu senden!

00:35:24: Die Titanic ist nicht wie oft erzählt wird dass erste Schiff das SOS funkt – das Signal war schon einige Jahre zuvor eingeführt und auch benutzt worden.

00:35:32: aber es ist wohl der Moment der SOS endgültig ins Weltgedächtnis einbrennt Mehrere Schiffe antworten.

00:35:40: Das Entscheidende, die Kapizia der Cunard-Line Kapitän Arthur Wostron auf dem Weg von New York Richtung Mittelmeer.

00:35:48: Als ihr Funker Harold Cotton, der nur zufällig noch am Gerät sitzt er wollte sich gerade die Schuhe ausziehen, die Notmeldung aufnimmt und Wostrock Weg dreht dieser sein Schiff ohne zu zögern.

00:35:59: Wostron treibt die Carpe Sia, gebaut für vierzehn Knoten auf über siebzehn.

00:36:03: Er lässt Heizung und Warmwasser drosseln um jeden Dampf in die Maschine zu leiten.

00:36:07: Lässt Suppe, Decken- und Seile vorbereiten.

00:36:10: Postiert zusätzliche Ausgucke denn auch er rast nun nachts durch das selbe Eisgebiet!

00:36:16: Es ist eine der großen sehmännischen Leistungen dieser Nacht – aber die Carpes Sia ist soweit weg.

00:36:21: Jeder an Bord der Titanik der rechnen kann weiß dass….

00:36:25: Gegen Nullo-Fünfundzwanzig beginnt die Aussetzung der Boote.

00:36:29: Gegen Nulle-Funfundvierzig ist das Erste im Wasser, Boot sieben Steuerbordseite Kapazität – Fünfundsechzig Personen An Bord etwa achtundzwanziger.

00:36:40: Diese Zahl steht stellvertretend für die erste Phase der Evakuierung.

00:36:44: Die Boote gehen halb leer zu Wasser.

00:36:47: Warum?

00:36:48: Mehrere Gründe greifen ineinander alle in den Untersuchungen dokumentiert.

00:36:53: Viele Passagiere glauben schlicht nicht an die Gefahr.

00:36:55: Das Schiff wirkt riesig, fest heller leuchtet!

00:36:58: Die Nacht ist eist kalt und ein kleines Holzboot, zwanzig Meter über dem Schwarzen Atlantik, wirkt deutlich bedrohlicher als das warme unsinkbare Schiff.

00:37:07: Einige Offiziere haben zu dem Sorge voll besetzte Boote könnten beim Abführen durchbrechen oder Kenntan.

00:37:14: Eine Fehleinschätzung – die Boote waren dafür ausgelegt... Und ein für diesen Sonntagmorgen angesetzter Bootsmanöver Drill, der das hätte zeigen können, war ausgefallen.

00:37:23: Manche Offiziere planen die Boote später an einer unteren Lade Luke voll zu besetzen – dazu kommt es nie!

00:37:30: Hinzu kommt, es gab nie eine Rettungsbootübung mit dem Passagieren, keine Zuteilung von Bootsplätzen und Teile der Besatzung waren auf diesem nagelneuen Schiff erst seit wenigen Tagen eingesetzt.

00:37:42: Der Befehl lautet Frauen und Kinder zuerst, aber er wird auf den beiden Seiten des Schiffes unterschiedlich ausgelegt.

00:37:49: Ein Detail mit dramatischen Folgen.

00:37:51: Auf der Backbordseite versteht er zweite Offizier, Charles Leitholler den Befehl als nur Frauen und Kinder – und lässt Männer selbst dann kaum einsteigen wenn Plätze frei bleiben!

00:38:02: Auf der Steuerbord-Seite lässt Murdoch Männer zu, wenn keine Frauen oder Kinder mehr in der Nähe sind.

00:38:08: Wer in dieser Nacht überlebt hängt also auch davon ab auf welcher Seite des Schiffes man zufällig steht.

00:38:13: Gegen Nullo-Fürmvierzig steigt die erste Notrakelle auf.

00:38:17: Insgesamt lässt die Titanic im Laufe der Nacht etwa acht weiße Raketen abfeuern.

00:38:22: Und hier kommen wir zu einem der dunkelsten Kapitel dieser Nacht!

00:38:26: Von der Brücke der Titanic aus sieht man die Lichter eines Schiffes am Horizont, nach den meisten Aussagen im Norden scheinbar nur wenige Meilen entfernt.

00:38:34: Smith lässt Boote anweisen, zu diesem Licht zu rudern, Passagiere abzuliefern und zurückzukehren.

00:38:40: Der vierte Offizier Boxhole versucht das Schiff mit einer Morselampe anzurufen….

00:38:45: Es kommt keine Antwort, die je als solche bestätigt wurde.

00:38:49: Spiegelbildlich dazu?

00:38:51: Auf der gestoppten Kalifornien sehen die Wachoffiziere in dieser Nacht ein Schiff und später weiße Raketen – acht an der Zahl!

00:38:59: Sie melden es ihrem Kapitän Stanley Lord, der in der Kartenhauskohle liegt….

00:39:04: Lord fragt nach der Farbe der Raketen, lässt Morse Versuche unternehmen und unternimmt sonst nichts.

00:39:10: Der Funker schläft – niemand weckt ihn für einen simplen Tastendruck, der alles geklärt hätte!

00:39:15: Erst am frühen Morgen, als Evans wieder an sein Gerät geht, erfährt die Kalifornien was geschehen ist.

00:39:21: Ob das Schiff dass die Titanic sah die Kalifonien war?

00:39:24: Ob die Kalfonien die Titanic saa oder ein drittes Schiff dazwischen lag wie weit die beiden wirklich voneinander entfernt waren um diese Frage top bis heute eine erbitterte Forschungsdebatte und wir kommen im Hintergrund ausführlich darauf zurück.

00:39:38: Fest zu halten ist hier nur das Faktum, dass beide Untersuchungen feststellten ein Schiff in Sichtweite sah die Notraketen der Titanic und kam nicht.

00:39:48: An Deck der Titanic spielt unterdessen das Schiffsorchester – das ist gut bezeugt und keine bloße Legende!

00:39:54: Die acht Musiker um den Bandleader Wallace Hartley, die normalerweise in zwei getrennten Ensembles auftreten, finden sich zusammen und spielen.

00:40:02: Zunächst im Saloon der ersten Klasse später oben an Deck.

00:40:06: Wrecked Time, heitere ruhige Stücke um Panik zu dämpfen.

00:40:09: Sie spielen während die Boote zur Wasser gehen und nach übereinstimmenden Aussagen bis kurz vor dem Ende keiner der acht überlebt was sie als letzte Stück spielten.

00:40:19: dazu kommen wir bei den Legenden denn in diesem Bereich gehört diese Frage.

00:40:24: gegen ein Uhr ist die Schräglage des Schiffes nach vorn unübersehbar.

00:40:28: Die Stimmung kippt langsam von Unglauben zu ernst In der letzten Stunde dann zur Verzweiflung.

00:40:34: Boot sechs, Backboard gegen ein Uhr.

00:40:38: An Bord unter anderem Margaret Brown und der Ausguck Frederick Fleet.

00:40:43: Boot elf verlässt das Schiff überladen – gegen einunddreißig berichten Zeugen vom ersten Tumult-Szenen an den verbliebenen Booten.

00:40:50: An mindestens einer Stelle werden Warnschüsse in die Luft abgegeben.

00:40:54: Der fünfte Offizier Low bezeugte das später selbst.

00:40:58: Aus dieser Phase stammen die Szenen, die sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt haben und die zu großen Teilen tatsächlich bezeugt sind.

00:41:05: Ida Strauss – die sich weigert ohne ihrem Mann Isidore ins Boot zu steigen.

00:41:10: Zeugen überlieferten ihre Worte singemäß.

00:41:13: Wir haben so viele Jahre zusammen gelebt.

00:41:15: wohin du gehst gehe ich auch.

00:41:18: Die beiden wurden zuletzt nebeneinander an Deck gesehen.

00:41:21: Isidores Leichnam wurde später geborgen.

00:41:26: John Jacob Esther, der seine schwangere Frau in Boot vier setzt und ruhig fragt ob er sie wegen ihres Zustands begleiten dürfte bekam diese Möglichkeit von Leitholler nicht.

00:41:36: Esther tritt zurück Es stirbt.

00:41:38: sein Leichnam wird später geborgen Benjamin Guggenheimer, der sich mit seinem Kammerdiener in Abendkadroh bewirft.

00:41:44: Sein überlieferter Ausspruch – man habe sich in ihre beste Kleidung gekleidet und sei bereit wie Gentleman unterzugehen – stammt aus dem Bericht eines Überlebenden Stuarts den Guggeheim eine Nachricht an seine Frau auftrug.

00:41:57: Wörtlich verbürgt.

00:41:58: im juristischen Sinne ist so etwas nie aber es ist zeitnah und aus erster Hand überliefert keine spätere Ausschmückung.

00:42:06: Dann gibt's die andere weniger glanzvolle Wahrheit dieser Nacht!

00:42:09: Die dritte Klasse.

00:42:11: Die nackten Zahlen, wie sie die britische Untersuchung festhielt, sprechen eine deutliche Sprache.

00:42:16: In der ersten Klasse überlebten etwa zweiundsechzig Prozent der Passagiere in der zweiten etwa einundvierzig Prozent und in der dritten etwa fünfundzwanzig Prozent.

00:42:25: Bei den Kindern ist der Kontrast am bittersten!

00:42:28: In der ersten und zweiten Klasse überlebten fast alle Kinder.

00:42:31: In der dritten Klasse starb über die Hälfte.

00:42:34: Warum?

00:42:35: Die Untersuchungen fanden keine Belege für einen Befehl, Passagiere der Dritten Klasse aktiv zurückzuhalten.

00:42:41: Die populäre Vorstellung von durchgehend abgesperrten Gittern hinter den Menschen eingesperrt ertranken ist in dieser Pauschalität nicht belegt.

00:42:49: Einzelne Zeugen berichteten allerdings durchaus von zeitweise verschlossenen Absperrungen.

00:42:59: Gesichert ist das Strukturelle.

00:43:00: Die Wege aus der dritten Klasse zum Bootstack waren lang und verwinkelt, viele Auswanderer sprachen kein Englisch – es gab kaum Anweisungen, manche wollten ihr Gepäck oft ihren gesamten Besitz nicht zurücklassen….

00:43:12: Und als viele von ihnen das Bootstuck erreichten, waren die Boote fort.

00:43:16: Niemand musste sie einsperren!

00:43:18: Das Schiff selbst, seine Architektur und seine Ordnung erledigte das.

00:43:22: Gegen ein Uhr vierzig steigt Bruce Ismay in das Falt Boot C eines der letzten Boote auf der Steuerbordseite.

00:43:29: Nach seiner eigenen von Zeugen im Kern gestützten Darstellung standen in diesem Moment keine Frauen und Kinder mehr in unmittelbarer Nähe, das Boot wurde gerade abgeführt und erstieg ein.

00:43:40: Dieser eine Schritt über die Boardwand wird sein restliches Leben definieren – auch dazu später mehr!

00:43:46: Gegen zwei Uhr fünf geht das letzte regulär abgeführte Boot zu Wasser, das Faltboot D Die Faltbote A und B auf dem Dach des Offiziersquartiers verzurt, bekommt die Besatzung nicht mehr rechtzeitig klar.

00:43:59: Sie werden vom hereinströmenden Wasser vom Deck gespült.

00:44:02: Auf- und um diese beiden Boote werden sich in den letzten Minuten dutzende Menschen retten – darunter der zweite Offizier Leithorler, der Funker Bride und der Chefbecker Charles Eugene dessen Geschichte wir gleich noch streifen!

00:44:15: Im Funkraum sendet Philips bis zuletzt, auch nach dem Smith die Funke gegen zwei Uhr fünf von ihrem Pflichten entbunden hat.

00:44:22: Die Stromversorgung wird schwächer – die Signale verzerren.

00:44:26: Einer der letzten von der Kapethia aufgenommenen Sätze lautet….

00:44:32: Der Maschinenraum steht bis zu den Kesseln unter Wasser.

00:44:36: Gegen zwei Uhr siebzehn hört die Virginien nur noch einen schwachen kaum lesbaren Secure-Ruf.

00:44:42: Dann bricht das Signal ab!

00:44:43: Harold Bride überlebt auf dem umgedrehten Falt Boot B. Jack Phillips stirbt in dieser Nacht, nach Brides Bericht war er noch auf oder an Boot B?

00:44:52: Er lag dort aber der Kälte und der Schöpfung!

00:44:55: Die Schilderungen über seine letzten Stunden gehen im Detail auseinander... Die Maschinen- und Elektromannschaften halten die Pumpen, die Generatoren – und damit das Licht bis fast zum Schluss am Laufen.

00:45:11: Das Licht der Titanic brennt bis wenige Minuten vor dem Untergang.

00:45:15: Keiner der leitenden Ingenieure

00:45:16: überlebt.".

00:45:18: Gegen zwei Uhr fünfzehnt taucht die Brücke ein.

00:45:21: Das Vorschiff ist unter Wasser.

00:45:23: Das Heck hebt sich!

00:45:24: Die Schrauben kommen aus dem Wasser.

00:45:26: In den Aussagen der Überlebenden beginnt nun das Grauen Das Rutschen und Krachen im Inneren des Schiffes, als sich Kessel, Möbel alles bewegliche losreißt.

00:45:35: Der vordere Schornstein bricht und stürzt in eine Gruppe schwimmender.

00:45:39: Menschen klettern dem ansteigenden Heck entgegen, klammern sich an Relink, winchen, toller!

00:45:45: Dann bricht das Schiff.

00:45:46: Heute seit der Entdeckung des Wracks wissen wir es

00:45:49: sicher.".

00:45:50: Die Titanic zerbrach an der Oberfläche oder knapp darunter zwischen dem dritten und vierten Schornstein in zwei Teile.

00:45:57: Die enorme Hebelkraft des aufragenden, nicht mehr vom Wasser getragenen Hacks überstieg die Festigkeit des Rumpfes.

00:46:04: Viele Überlebende beschrieben genau das!

00:46:06: Beide offiziellen Untersuchungen von nineteenhundertzwölf kamen dennoch zum Schluss das Schiff sei intakt gesunken und über siebzig Jahre lang galten die Zeugen des Auseinanderbrechens als unzuverlässig.

00:46:18: Das Wrack gab ihn nineteenhundertfünfundachtzig recht, auch dass eine Lehre darüber wie offizielle Wahrheit und tatsächliche Wahrheit auseinanderlaufen können.

00:46:27: Das Heck richtet sich noch einmal auf, schwimmt kurze Zeit, fühlt sich, stellt sich steil und gleitet dann in die Tiefe.

00:46:35: Es ist zwei Uhr zwanzig am Morgen des fünfzehnten April.

00:46:38: neunzehnhundertzwölf – zwei Stunden und vierzig Minuten nach der Kollision ist die Titanic verschwunden!

00:46:46: Was dann kommt beschreiben Überlebende übereinstimmend als das Schlimmste der ganzen Nacht Vor allem die Geräusche danach.

00:46:52: Hunderte Menschen treiben in etwa minus zwei Grad kalten Wasser, die meisten in Schwimmbästen.

00:46:58: Viele sterben durch Kälteschock unter Kühlung und Kreislaufversagen.

00:47:01: Bei anderen wirken Kälte Erschöpfung und Ertrinken zusammen.

00:47:05: Der überlebende Jack Thayer verglich das Schreien später mit dem Lärm von Zikaden in einer Sommernacht.

00:47:11: Andere sprachen von einem einzigen langen Stöhnen, dass nach etwa zwanzig dreißig Minuten leiser wurde und er

00:47:17: starb.".

00:47:18: Im Wasser dieser Temperatur führt der kalte Schock binnen Minuten zur Erstarung, Bewusstlosigkeit, Herzstillstand.

00:47:25: Nur wenige besonders robuste Menschen überleben länger.

00:47:29: Der Chefbecker Charles Eugene sagte später aus er habe sich lange im Wasser gehalten und sei schließlich auf Faltbutt B gezogen worden beziehungsweise haben sie daran gehalten.

00:47:40: Er führte sein Überleben selbst halb im Ernst auf den Whisky zurück, den er zuvor getrunken hatte.

00:47:45: Medizinisch ist Alkohol bei Unterkühlung eher schädlich – sein Fall bleibt eine bemerkenswerte gut-bezeugte

00:47:52: Anomalie.".

00:48:11: Nun kommt das Kapitel dass die Überlebenden selbst ihr Leben lang verfolgte.

00:48:16: In den achtzehn Rettungsbooten, die teils halb leer auf dem Wasser liegen sind nach den gängigen Rechnungen noch um die vierhundert bis fünfhundert Plätze frei.

00:48:25: Ein einziges Boot kehrt organisiert zu den Schwimmenden zurück.

00:48:28: Boot vierzehn unter dem fünften Offizier Harold Low der mehrere Boote zusammen bindet, Passagiere umverteilt und dann zurück rudert.

00:48:37: Er wartete nach eigener Aussage, bis das Gewimmel sich gelichtet hatte aus Angst dass Boot werde von Verzweifelten zum Kenntan gebracht.

00:48:45: Als er ankommt, findet er nur noch eine Hand vor Lebende.

00:48:48: Drei oder vier zieht er aus dem Wasser – nicht alle überleben!

00:48:53: In den anderen Booten wird diskutiert, gestritten, geweint und nicht zurückgerudert.

00:48:58: Die Angst vor hunderten ertrinkenden Überbord gezogen zu werden war real und wurde später von vielen so begründet.

00:49:05: Ob sie das nichts tun rechtfertigt hat jede und jeder der Beteiligten für sich beantworten müssen.

00:49:11: ein Leben

00:49:12: lang.".

00:49:13: Margaret Brown soll in Boot sechs energisch für eine Umkehr gestritten haben, gegen den Steuermann Hitchens.

00:49:18: Diese Auseinandersetzung ist durch Aussagen anderer Bootsinsassen gestützt und der wahre Kern ihres späteren Rooms.

00:49:26: Gegen drei Uhr dreißig sehen die Menschen in dem Boden Raketen am Horizont – diesmal die richtigen!

00:49:32: Die Kapothea.

00:49:33: Gegen vier Uhr erreicht sie die Position.

00:49:36: um vier Uhr zehn nimmt sie das erste Boot auf, Boot zwei Bis etwa acht Uhr.

00:49:41: dreißig dauert es, alle Boote einzusammeln.

00:49:44: Das letzte ist Boot zwölf – gefährlich überladen!

00:49:47: Am Ruder Charles Leithorler der ranghöchste Überlebende der Besatzung.

00:49:52: Die Kapitia nimmt etwa siebenhundert fünf bis siebhundert zwölfe Überlebenden auf.

00:49:57: Auch hier schwanken die Zählungen leicht.

00:50:00: Kapitän Rostron lässt über der Untergangsstelle einen kurzen Gottesdienst halten Dann setzt er Kurs auf New York.

00:50:07: Über ein-tausend Fünfhundert Menschen sind tot.

00:50:10: Die heute meist zitierten Zahlen rund eintausend Fünfundertote, die britische Untersuchung kam auf eintausend Vierhundertneunzig, die amerikanisch auf Eintausenfünfhunderteinzehn.

00:50:22: Andere seriöse Zählungen liegen dazwischen oder leicht darüber.

00:50:26: Dass wir die Opferzahl einer der berühmtesten Katastrophen der Geschichte nicht auf die Person genau kennen sagt viel über das Chaos dieser Tage!

00:50:35: Am Morgen des fünfzehnten April trifft übrigens auch die Kalifornien ein.

00:50:39: Nachdem ihr Funke aufgewacht war und die Nachricht die Brücke erreicht hatte, sie durchsucht das Treibgutfeld – Sie findet niemanden mehr lebend.

00:51:21: Während die Capesia durch nebel- und schlechtes Wetter Richtung New York dampft spielt sich an Land einen Drama der Desinformation ab!

00:51:28: Die Funktechnik ist jung.

00:51:30: Amateure und Stationen funken durcheinander.

00:51:33: Meldungen werden verstümmelt, kombiniert erfunden….

00:51:36: Am fünften April melden Zeitungen, zunächst die Titanic sei noch über Wasser und werde nach Hellifax geschleppt.

00:51:43: Manche Berichte behaupten sogar alle Passagiere seien gerettet!

00:51:47: Für Angehörige muss das wie eine erste Entwarnung geklungen haben – Stunden bevor die Wahrheit

00:51:53: durchsäkerte.".

00:51:54: Die White Star-Line in New York gibt zunächst beruhigende Erklärungen ab.

00:51:58: Effizepräsident Philipp Franklin erklärt am Vormittag des fünften April noch sinngemäß, man vertraue absolut darauf, dass die Titanic unsinkbar sei.

00:52:07: Zu diesem Zeitpunkt liegt sie bereits seit Stunden auf dem Meeresgrund.

00:52:11: Am Abend muss Franklin vor Reportern den Totalverlust einräumen.

00:52:15: Auf der Kapazia funkt Harold Bright, der trotz erfrorener Füße neben Harold Cotten ans Gerät geht, Listen der Überlebenden!

00:52:22: Und ignoriert auf Anweisung weitgehend die Anfragen der Presse.

00:52:26: Sogar eine, die mit der Autorität des US-Präsidenten Taff verbunden wird, der sich nach seinem Freund und Berater Archibald Bad erkundigt – Bad ist tot!

00:52:36: Am Abend des achtzehnten April läuft die Kapazia bei Regen in New York ein.

00:52:41: Zehntausende Menschen stehen schweigend am Hafen.

00:52:44: Die leeren Rettungsbote der Titanic, das einzige was von ihr zurückkommt werden zuvor am White Star Pier

00:52:50: abgeliefert.".

00:52:52: Dann gehen die Überlebenden von Bord.

00:52:54: Einige werden von Angehörigen erwartet, andere von Reportern, Kameras und Blitzlicht.

00:52:59: Sie kommen in einer Stadt an, die längst erfahren hat das nicht alle gerettet wurden – aus der Hoffnung der ersten Meldungen ist entsetzen

00:53:07: geworden.".

00:53:08: Noch in derselben Nacht setzt der amerikanische Senator William Eldon Smith durch, dass Bruce Ismay und die britischen Besatzungsmitglieder das Land nicht verlassen bevor sie ausgesagt haben.

00:53:19: Am nächsten Morgen, dem neunzehnten April beginnt im Waldorf Astoria Hotel die amerikanliche Untersuchung.

00:53:25: Die Geschichte der Titanic ist zu Ende – die Geschichte über die Titanic beginnt!

00:53:42: Die amerikanische Senatsuntersuchung unter William Allen Smith beginnt am neunzehnten April.

00:53:49: Keine vierundzwanzig Stunden nach Ankunft der Kapitia und dauert bis Ende Mai.

00:53:54: Zweiundachtzig Zeugen werden vernommen – Offiziere, Matrosen, Funker, Passagiere aller Klassen ist Mai gleich als erster.

00:54:03: Die britische Presse verspottet Senator Smith als ahnungslosen Landrattenpolitiker.

00:54:08: Berühmt wurde seine Frage, woraus ein Eisberg bestehe und die trockene Antwort des Zeugen aus Eis.

00:54:17: Aber gerade Miss Lionfragen zwingen die Seeleute Selbstverständlichkeiten auszusprechen, die sonst nie protokolliert worden wären.

00:54:25: Sein Abschlussbericht ist deutlich!

00:54:27: Er kritisiert die übliche Praxis mit voller Fahrt durch Eisgebiete zu laufen, die unzureichenden Bootskapazitäten, die fehlende Organisation der Evakuierung, das Verhalten der Kalifornien und die veralteten britischen Vorschriften.

00:54:42: Eine individuelle juristische Schuld im strafrechtlichen Sinne weist er niemanden zu.

00:54:48: Kapitän Smith ist tot – und die Praxis, die er befolgte war

00:54:51: Branchenstandard.".

00:54:53: Eine direkte Folge der amerikanischen Untersuchung und der Erfahrungen dieser Nacht?

00:54:58: Die USA verschärfen die Funkvorschriften.

00:55:00: Der Radio Act von twelve betrifft bestimmte seagängige Passagierschiffe, schreibt unter anderem eine durchgehende Funkwache beziehungsweise klare Empfangsbereitschaft sowie Regeln für Notfrequenzen vor.

00:55:14: Nie wieder soll ein rettendes Schiff in Sichtweite schlafen weil sein einziger Funker zu Bett gegangen ist!

00:55:34: Die britische Untersuchung unter Lord Mercy läuft vom Mai bis Juli, mit fast hundert Zeugen und tausende protokollierten Fragen – formal gründlicher, technisch versierter aber von Anfang an mit einem strukturellen Problem.

00:55:48: Das Board of Trade dessen veraltete Rettungsbotschriften selbst in der Kritik standen war eng mit dem Untersuchungsrahmen verbunden.

00:55:57: Kritiker sprachen damals wie heute davon dass hier das Establishment über sich selbst zu Gericht saß.

00:56:03: Das Ergebnis liest sich entsprechend.

00:56:06: Der Verlust des Schiffes sei auf die Kollision mit einem Eisberg in Folge zu hoher Geschwindigkeit zurückzuführen.

00:56:12: Kapitän Smith habe einen Fehler begangen, aber keinen fahrlässigen – er sei der allgemeinen Praxis gefolgt!

00:56:19: Die White Star-Line wird im Bericht nicht in die direkte Verantwortung genommen.

00:56:23: Ismail wird von dem Vorwurf entlastet, sich vorgedrängt zu haben….

00:56:27: Besonders kritisch fällt das Urteil über Kapitän Stanley Lord von der Kalifornien aus.

00:56:32: Hätte sie auf die Raketen reagiert, so der Bericht hätte sie möglicherweise viele oder alle Menschenleben retten können!

00:56:40: Beide Untersuchungen zusammen verändern die Seefahrt für immer Die wichtigsten Konsequenzen?

00:56:45: Rettungsbootplätze für alle an Bord Verpflichtende Bootsübungen Durchgehende Funkwache Notraketen ausschließlich als Notsignal Die erste internationale Konvention zum Schutz des menschlichen Lebens auf See zusammen.

00:57:02: Soleil – ein Regelwerk, das in fortgeschriebener Form bis heute die Grundlage der weltweiten Schiffssicherheit bildet.

00:57:09: Und ab Jahrzehnten patrouilliert die internationale Eispatrouille im Nordatlantik überwacht die Eisdrift und warnt die Schifffahrt.

00:57:18: eine Einrichtung, die ebenfalls bis heute existiert.

00:57:21: Es ist die bittere Bilanz vieler Katastrophen.

00:57:24: Die Sicherheit, die tausendfünfhundert Menschen das Leben gerettet hätte wurde mit ihrem Tod bezahlt.

00:57:42: Kein Kapitel der Titanic-Geschichte ist so vergiftet wie dieses.

00:57:45: Deshalb sortieren wir es sauber.

00:57:48: Durch Lockbücher und Aussagen bei der Schiffe ist festgehalten.

00:57:51: Die Kalifornien lag in dieser Nacht gestoppt am Eisfeld.

00:57:54: Ihre Offiziere berichteten von einem Schiff und im Laufe der Nacht von weißen Raketen.

00:58:00: Kapitän Lord wurde mehrfach informiert, und ordnete außer Mose versuchen keine Fahrtaufnahme an.

00:58:06: Der Funker schlief – niemand weckte ihn!

00:58:08: Wir haben eben darüber gesprochen.

00:58:11: Umstritten ist praktisch alles andere vor allem die Distanz.

00:58:15: Die von beiden Schiffen notierten Positionen lagen etwa neunzehn bis zwanzig Seemeilen auseinander.

00:58:21: Allerdings wissen wir seit der Entdeckung des Frags, dass die von der Titanic gefunkte Position um etwa dreizehn Seemeilen falsch war.

00:58:28: Rekonstruktionen seriöser Forscher kommen auf tatsächliche Abstände irgendwo zwischen etwa fünf und zwanziger Seemeile.

00:58:35: Lords Verteidiger, sie nennen sich bis heute Lorditus, argumentieren das von der Kalifornien gesehenes Schiff sei zu klein und zu nah gewesen um die Titanic zu sein.

00:58:45: Es müsse ein drittes nie identifiziertes Schift dazwischen gelegen haben.

00:58:50: Die Gegenseite verweist darauf dass das mysteriöse dritte Schiff trotz hundertjähriger Suche nie plausibel benannt werden konnte dass die Raketen exakt aus der Richtung und im Zeitfenster der Titanic-Raketen aufstiegen, und das das beobachtete Schiff zu dem Zeitpunkt verschwand als die Titanic sank.

00:59:08: Eine Neubewertung des britischen Verkehrsministeriums aus dem Jahr nineteenhundertzweiundneinzig kam zu einem salomonischen Ergebnis.

00:59:16: Die Kalifornien war wohl weiter entfernt als neunzehnhundertzwölf angenommen und hätte rechtzeitig vermutlich nicht mehr alle retten können, aber sie sah die Notsignale und hätte reagieren müssen.

00:59:27: Lord selbst wurde nie strafrechtlich belangt, verlor aber seine Stellung und kämpfte bis zu seinem Tod nineteenhunderzeigundsechzig um

00:59:35: Rehabilisierung.".

00:59:37: Was an dieser Episode über die Schlagzeilen hinaus hängen bleibt, ist etwas Allgemeineres.

00:59:42: Acht Raketen von mehreren Wachoffizieren gesehen gemeldet diskutiert und wegdefiniert.

00:59:48: Es könnten Gesellschaftsraketen sein eine Signalübung ein Schiff das einem anderen etwas mitteilt.

00:59:54: Jeder in der Kette hoffte ein anderer werde die unbequeme Entscheidung treffen.

00:59:59: es ist ein Lehrstück über Verantwortungsdifusion dass mit Schifffahrt nur am Rande zu tun hat.

01:00:22: Joseph Bruce Ismaye betritt New York als einer der meistgehassten Männer in der westlichen Welt.

01:00:28: Die Hirst-Presse, deren Verleger mit Ismay eine alte Abneigung verbannt, taucht ihn J. Brute Ismay – Jay V. Bestia.

01:00:36: Karikaturen zeigen ihn im Rettungsboot zwischen ertrinkenden Frauen.

01:00:40: Die Erzählung vom feigen Redereichchef, der sich an Frauen und Kindern vorbei ins Boot drängte während sein Kapitän heldenhaft unterging war einfach zu gut um sie an Fakten zu prüfen….

01:00:51: Doch die Untersuchungen prüften sie.

01:00:54: Ergebnis?

01:00:54: Es fand sich kein Zeuge dafür, dass Ismaj jemanden verdrängt hätte!

01:00:58: Das Faltboot C wurde mit freien Plätzen abgefährt – als nach übereinstimmenden Aussagen keine Frauen und Kinder in unmittelbarer Nähe standen.

01:01:07: Die britische Untersuchung formulierte es nüchtern.

01:01:10: Wäre er nicht eingestiegen, hätte das Schiff lediglich ein Leben mehr gekostet….

01:01:14: Bleibt die moralische Frage und sie ist nicht klein.

01:01:18: Durfte ausgerechnet der Chef der Rederei einen Platz nehmen, solange irgendwo auf dem Schiff?

01:01:23: Und es waren noch weit über tausend Menschen am Board Frauen- und Kinderwahn, die den Weg zum Bootsteg nicht gefunden hatten?

01:01:30: Diese Frage hat keine juristische Antwort.

01:01:32: Ismay zog sich von der Spitze der Rederei zurück, lebte zurückgezogen und miet das Thema bis zu seinem Tod.

01:01:42: Ob er ein gebrochener Einsiedler war wie die Legende es will oder einen Mann, der schlicht ein stilles Privatleben führte auch darüber streiten die Biografien.

01:01:50: Sicher ist – Die öffentliche Erzählung hatte ihr Urteil längst gefällt bevor eine Untersuchung begann!

01:02:11: Die Überlebensstatistik der Titanic ist eines der meist analysierten Datensätze der Sozialgeschichte und sie erzählt zwei Geschichten gleichzeitig.

01:02:19: Die erste, Frauen- und Kinder.

01:02:21: zuerst wurde tatsächlich weitgehend befolgt.

01:02:23: Etwa drei Viertel der Frauen am Bord überlebten rund die Hälfte der Kinder aber nur etwa jeder fünfte Mann.

01:02:30: In der ersten Klasse starben prozentual mehr Männer als in der dritten Klasse Frauen.

01:02:38: Eine Frau der ersten Klasse hatte die besten Überlebenschancen von allen an Bord.

01:02:42: Nach den gängigen Auswertungen überlebten dort fast alle Frauen.

01:02:46: Ein Kind der dritten Klasse hat erschreckend schlechte Chancen, je nach Zählung kaum besser als ein erwachsener Mann der ersten klasse.

01:02:53: Beides gehört zur Wahrheit – die Titanic war in ihrer letzten Nacht gleichzeitig einen Ort victorianischer Opferbereitschaft und ein exaktes Abbild der Klassengesellschaft, die sie gebaut hatte.

01:03:07: Auch die Besatzung zahlte einen enormen Preis.

01:03:10: Von rund neunhundert Crewmitgliedern starben etwa drei Viertel, in manchen Straßenzügen der Hafenfviertel von Saushemden verlor fast jedes Haus einen Angehörigen – die Stadt trauerte über Generationen.

01:03:23: Eine Dimension, die ins Spielfilmen meist fehlt?

01:03:25: Die Bergung!

01:03:26: Die White Star Line Charterte ab dem siebzehnten April Schiffe allen voran die Mackay Bennett aus Hellifax um Opfer zu bergen.

01:03:34: Insgesamt wurden in den Wochen nach dem Untergang rund dreihundertdreißig Leichnahme gefunden.

01:03:40: Etwa ein Drittel davon wurde auf See bestattet, die übrigen nach Helifex gebracht.

01:03:45: Dort auf dem Fairview Lawn Cemetery und zwei weiteren Friedhöfen liegen über hundert Opfer – viele unter Steinen, die nur eine Nummer tragen!

01:03:54: Erst moderne DNA-Forschung konnte ab den zweitausender Jahren Einzelne von ihnen identifizieren, darunter ein kleiner Junge der Jahrzehnte lang als das unbekannte Kind vererrt worden war.

01:04:06: Sydney Leslie Goodwin, neunzehn Monate alt aus England dessen gesamte Familie unterging.

01:04:12: Die große Mehrheit der Toten wurde nie gefunden – der Nordatlantik ist ihr Grab.

01:04:30: Nach Neunzehnthundertzwölf versankt die Titanic langsam aus den Schlagzeilen.

01:04:34: Zwei Weltkriege lieferten größere Katastrophen.

01:04:37: Ihr Schwesternschiff Britannik im Ersten-Weltkrieg als Lazaretschiff im Einsatz sank in der Eges nach einer Minenexplosion.

01:04:45: Die Olympic dagegen fuhr bis von dem Jahr und wurde dann abgewrackt, die einzige der drei Schwester, die im Bett starb – wenn man so will!

01:04:55: An Bord der Britanik befand sich bei ihrem Untergang auch Violet Jessop.

01:04:59: Ihre Geschichte, klingt bei nahe erfunden ist aber gut belegt.

01:05:25: Die Olympik wurde nach vielen Dienstjahren abgewrackt, die Britannik sank im Krieg und die Titanic verschwand in jener Aprilnacht aus der Welt der Lebenden.

01:05:37: Was blieb waren Erinnerungen, Akten, Fotos, Gegenstände aus den Rettungsbooten und eine Frage, die Jahrzehnte lang unbeantwortet bliebe – wo genau lag das Schiff?

01:05:49: Das Frag selbst galt als unauffindbar, falsch gefunkte Position fast viertausend Meter tiefe!

01:05:55: ewige Dunkelheit.

01:05:56: Pläne ist zuheben kursierten über Jahrzehnte, von seriös bis grotesk!

01:06:01: In den neunzehntundertsiebziger Jahren wurde allen Ernstes vorgeschlagen das Wrack mit Ping-Pong-Bellen oder in Eiseingefroren aufschwimmen zu lassen – Ideen die an der schlichten Physik scheiterten.

01:06:13: Am ersten September nineteenhundertfünfundachzig kurz nach Mitternachtsschiffszeit fand eine französisch-amerikanische Expedition unter Jean Louis Michel und Robert Ballois Das Wrack Rund einundzwanzig Kilometer von der nineteenhundert zwölf gefunkten Position entfernt in etwa dreitausend achthundert Metern Tiefe.

01:06:32: Der Durchbruch gelang, weil das Team den Suchansatz veränderte.

01:06:36: Gesucht wurde vor allem nach dem Kilometer langen Trümmerfeld, dass ein zerbrechendes Schiff hinterlassen musste.

01:06:42: Die erste Kamera fand einen Schiffskessel Eine pikante Fußnote der Geschichte, die erst Jahrzehnte später vollständig öffentlich wurde.

01:06:50: Ballorts Expeditionen war eingebettet in einen geheimem Auftrag der US-Marine, die Wrax zwei ja gesunkener Atomuhboote zu untersuchen.

01:06:59: Die Titanic Suche war offiziell Tarnung und Zugabe mit dem Zeitbudget das nach dem Militärauftrag übrig blieb.

01:07:06: Es blieben zwölf Tage – sie reichten!

01:07:10: Die Bilder von nineteenhundertfünfundachtzig und der bemannten Tauchgänge neunzehnhundertsechstenachzig veränderten die Titanik-Forschung fundamental.

01:07:17: Das Schiff lag in zwei Hauptteilen, etwa sechshundert Meter voneinander entfernt – die Zeugen von neunzenhundertzwölf hatten Recht gehabt!

01:07:25: Der Bug steckt tief im Schlamm erstaunlich intakt.

01:07:28: Das Heck ist ein zerfetztes Trümmerfeld, zerrissen von implodierender Luft und dem Aufprall.

01:07:34: Dazwischen das Trümmerfeld, Geschirre, Kohlen, Badewannen, Schuhe… Immer wieder Schuhe, paarweise dort wo einst Menschen lagen deren Körper das Meer längst aufgelöst hat.

01:07:46: Seither tobt einen Streit der bis heute anhält.

01:07:48: Balleur plädiert dafür das Wrak als Grabstätte unangetastet zu lassen Ein Unternehmen dass sich die Bergungsrechte sich hatte.

01:07:56: Heute RMS Titanic Inc.

01:07:58: holte in mehreren Expeditionen Tausende Artefakte herauf von Geschirr über Schmuck Bis zu einem Tonnen schweren Rumpfsegment und stellte sie weltweit aus.

01:08:08: Befürworter sprechen von Bewahrung und Bildung.

01:08:11: Gegner vom Grabraub- und Kommerz.

01:08:13: Beide Seiten haben Argumente, und ich überlasse euch das Urteil!

01:08:17: Nur ein Faktum noch dazu?

01:08:19: Das Wrack selbst zerfällt.

01:08:21: Eisen fressende Bakterien nach dem Fundort sogar wissenschaftlich Hallo Monas Titanic hergekauft, zerfetzen den Stahl Aufbauten sind in den letzten Jahrzehnten nachweislich eingestürzt.

01:08:33: In einigen Generationen wird von der Titanic weit mehr übrig sein als einen rostfarbener Abdruck im Sediment.

01:08:41: Ein dunkles Echo erhielt diese Geschichte im Juni, als das Tauchboot-Titan des Unternehmers Ocean Gate auf dem Weg zum Wrack implodierte und alle fünf Insassen starben – darunter der französische Titanic-Veteran Paul-Henry-Naschollet, Spätere Untersuchungen, Anhörungen und Auswertungen machten gravierende Fragen zur Konstruktion, Prüfung und Sicherheitskultur des Unternehmens sichtbar.

01:09:08: Rund hundertelf Jahre nach dem Untergang starben erneut Menschen im Umfeld des Zitanikwracks – diesmal durch ein modernes Tauchboot und durch einen Umgang mit Risiko der viele Beobachter an die alte Warnung erinnerte.

01:09:22: Technikvertrauen wird gefährlich wenn Warnzeichen übergangen werden!

01:09:26: Aber dies ist eine Geschichte für sich.

01:09:51: Der befund, dass die Musiker bis kurz vor dem Untergang spielten ist wie erzählt vielfach bezeugt.

01:10:19: Also ein Fakt!

01:10:20: Was sie zuletzt spielte, ist es nicht.

01:10:22: Mehrere Überlebende berichteten vom Corwell und die Erzählung verbreitete sich in den Zeitungen binnen Tagen wie ein Lauffeuer – möglicherweise auch weil derselbe Corwell mit einem früheren Schiffsuntergang verbunden wurde und schlicht zu perfekt passte.

01:10:38: Dagegen steht die Aussage des Funkers Harold Bright, der das Schiff als einer der letzten verließ.

01:10:43: Er hörte zuletzt ein Stück, das er als Autumn bezeichnete.

01:10:47: Worunter Forscher entweder einen Hypnos dieses Namens oder den damals populären Walzer Sorschtetemp verstehen?

01:10:55: Hinzu kommt ein nüchterndes Problem – wer den Corwell hörte saß in Booten, teils hundert Meter entfernt über offenem Wasser zwischen Schreien und Maschinen lernt!

01:11:04: Und welche der mehreren völlig unterschiedlichen Melodien die zu diesem Corwell existieren hätten die britischen Musiker überhaupt

01:11:10: gespielt?!

01:11:12: Die ehrliche Antwort lautet, wir wissen es nicht und wir werden es nie wissen.

01:11:16: Die Legende aber war stärker als jede

01:11:18: Quellenkritik.".

01:11:19: Beim Begräbnis des Bandleaders Wallace Hartley zudem in seiner Heimatstadt Zehntausende Menschen kamen wurde der Cowell gespielt – auf seinem Grabstein ist er bis heute verewigt.

01:11:30: Manchmal schreibt die Legende die Geschichte einfach weiter.

01:11:48: Über die letzten Minuten von Kapitän Smith kursierten schon neunzehnhundertzwölf mindestens vier Versionen Er habe sich an der Brücke einschließen lassen.

01:11:56: Er habe schwimmend ein Kind zu einem Boot gebracht und sei dann zurück ins Wasser geglitten, er habe sich erschossen, er hat seinen Männern ein letztes Be-British Boys zugerufen.

01:12:06: Keine dieser Versionen ist belegbar – sie widersprechen einander, stammen teils von Zeugen die nachweislich nicht in seiner Nähe waren.

01:12:13: und das Be-Britisch taucht vor allem in der patriotischen britischen Presse auf und zieht heute sein Denkmal in Leechfield.

01:12:21: Gesichert ist nur Smith wurde zuletzt auf oder nahe der Brücke gesehen.

01:12:26: Er überlebte nicht, sein Leichnamen wurde nie identifiziert.

01:12:30: Auch die hartnäckige Erzählung – ein Offizier genannt wurden Smith selbst und erster Offiziel Murdoch – haben sich in den letzten Minuten erschossen, ließ sich nie verifizieren.

01:12:40: Es gab vereinzelte, einander widersprechende Zeugenaussagen über Schüsse in der Endphase aber keinem beleg wer dort auf wehen oder sich selbst schoss.

01:12:49: Die Familie Murdochs kämpft bis heute gegen die Darstellung seines Suizids, wie sie etwa der Spielfilm von adhesive zeigte.

01:12:58: Die Filmproduktion entschuldigte sich später öffentlich in seiner schottischen Heimatgemeinde.

01:13:03: Murdoch ist nach Aktenlage der Offizier dessen Handeln in jener Nacht die meisten Menschenleben rettete.

01:13:24: Eine der schillerndsten Titanic-Legenden Im Frachtraum habe sich eine verfluchte ägyptische Mumie befunden – die Priesterin von Armon Ré.

01:13:33: Deren Fluch, das Schiff in den Untergang riss.

01:13:35: Das ist nachweislich falsch und die Entstehungsgeschichte ist besser als der Mythos selbst!

01:13:40: Der fragliche Mumiendeckel – nicht einmal eine Mumie nur ein Sackdeckel befand sich zwölf im britischen Museum in London wo er sich heute noch befindet und besichtigt werden kann.

01:13:51: Die Frachtlisten der Titanic sind erhalten.

01:13:54: Eine Mumier taucht darin nicht auf.

01:13:56: Der wahre Kern, der Journalist William T. Steadt ein berühmter Spiritualismus-Enthusiast erzählte mit Berichten zufolge noch an Bord der Titanic beim Dinner genüsslich grusel Geschichten über eben diesen angeblich verfluchten Sackdeckel.

01:14:11: Stedt ging mit dem Schiff unter und Überlebende trugen seine Tischgeschichte an Land wo sie sich mit der Katastrophe zu einer neuen Legende verband – eine Geistergeschichte die ihren eigenen Erzähler überlebte und sich an sein Grab heftete!

01:14:25: Ganz nebenbei, Stead hatte Jahre zuvor fiktive Texte über Schiffsuntergänge mit zu wenigen Rettungsbooten veröffentlicht.

01:14:32: Was uns elegant zum nächsten Punkt bringt.

01:14:50: Der Name des Schiffes Titan.

01:15:07: Das Buch existiert wirklich, es erschien ursprünglich in den letzten Jahren unter dem Titel Futility und ist heute unter The Wreck of the Titan greifbar.

01:15:17: An der Echtheit- und Datierung des Grundtexts besteht kein Zweifel – wichtig ist nur nach dem Untergang der Titanic wurde die Geschichte neunzehnt zwölf neu aufgelegt und in einzelnen Details überarbeitet.

01:15:30: Der Kern der Parallele ist also echt.

01:15:32: Bei technischen Einzelvergleichen muss man aber genau hinschauen, ob man die ursprüngliche Fassung oder die spätere Ausgabe vor sich hat.

01:15:40: Fakt ist die Erzählung – spekulativ ist was daraus gemacht wird!

01:15:44: Rhoffeti über sinnliche Vorahnung Beweis für Zeitreisen Die nüchterne Erklärung.

01:15:50: Robertzen war mit der Seefahrt vertraut und schrieb eine damals naheliegende Warngeschichte.

01:15:55: Das Leiner immer größer wurden, dass die Rettungsbootvorschriften nicht mithielten.

01:16:00: Dass die Eisroute im April gefährlich war – all das stand in den Fachdebatten seiner Zeit!

01:16:05: Wer realistisch über die absehbare Katastrophe schreiben wollte landete fast zwangsläufig bei diesem Szenario und ein Riesenschiff taucht man im englischen naheliegend

01:16:15: teiten.".

01:16:17: Verblüffend bleiben die Übereinstimmungen trotzdem, sie dient nur kein Wunder.

01:16:21: Sie dient das Echo einer Gefahr, die viele kommen sahen und niemand ernst genug

01:16:25: nahm.".

01:16:25: Robertson selbst wies den Prophetentitel Zeitlebens zurück.

01:16:30: Im selben Atemzug wird oft erzählt auffällig viele Passagiere hätten ihre Buchung wegen böser Vorahnungen storniert.

01:16:37: Richtig ist... Es gab zahlreiche Stornierungen und Umbuchungen aus den banalsten Gründen von Krankheit bis Geschäftsterminen.

01:16:45: JP Morgan selbst, der Eigentümer des Mutterkonzerns, sagte seine Teilnahme ab offiziell aus gesundheitlichen Gründen.

01:16:52: Berichte über Vorahnungen tauchten fast ausnahmslos nach dem Untergang auf – ein klassischer Fall des Phänomens das sich vorzeichen immer erst rückwirkend zeigen!

01:17:03: Bei zwei Tausend Reisenden und ihren Angehörigen findet sich nach jeder Katastrophe jemand mit einem unguten Traum.

01:17:21: Kommen wir zur Königin der Titanic.

01:17:23: Verschwörungserzählungen, und ich markiere sie gleich Eingangs!

01:17:27: Das folgende ist eine widerlegte Theorie keine offene Frage – Sie geht so... Die Neunzehnhunderteilf bei der Hork-Kollision beschädigte Olympic sei irreparabel und nicht versichert gewesen.

01:17:39: Die White Star Line habe deshalb heimlich die Schiffe vertauscht, die Beschädigter olympik sei als Titanic auf die Jungfernfahrt geschickt und absichtlich versenkt worden um die Versicherungssumme zu kassieren.

01:17:50: Warum diese Erzählung nicht trägt?

01:17:52: in aller Kürze?

01:17:53: Die beiden Schiffe waren keine identischen Zwillinge.

01:17:56: Es gab dutzende bauliche Unterschiede, etwa bei den Promenadendeckfenstern der Kabinenanordnung unzähligen Details die tausenden Werftarbeitern Besatzungen und Hafenbehörden hätten auffallen müssen.

01:18:09: Ein Tausch hätte Monate an Umbauten und das Schweigen einer ganzen Stadt erfordert.

01:18:14: Am Wrack wurden Bauteile mit der eingeschlagenen oder gemalten Baunummer Fierhundert Eins gefunden Denn Nummer der Titanic Die Olimpik trug die Vierhundert.

01:18:24: Die Olympik war nach der Kollision keineswegs irreparabel, sie wurde binnen Wochen in Stand gesetzt und fuhr noch dreiundzwanzig Jahre – wir haben drüber gesprochen!

01:18:33: Und ökonomisch ist die Geschichte absurd.

01:18:35: Die Titanic war nur zu etwa zwei Dritteln ihres Bauwerts versichert.

01:18:40: Die White Star Line machte durch den Untergang einen Herbenverlust vom unbezahlbaren Reputationsschaden ganz abgesehen.

01:18:47: Wer Versicherungsbetrug plant, versenkt sein Schiff nicht unterversichert mit einem eigenen Konzernchef an Bord und auf einer Route, auf der die Rettung von Menschen vom Zufall abhängt.

01:18:58: Die Tauschtheorie wurde in den Neunzehnhundertneunzigerjahren durch ein populäres Buch groß und lebt seither in Dokus-und sozialen Medien fort – sie ist von der seriösen Forschung einhellig verworfen!

01:19:09: Ein Ableger dieser Erzählung, der in den letzten Jahren vor allem durch das Internet geistert sei der Vollständigkeit halber erwähnt und ebenso klar eingeordnet.

01:19:18: Die Behauptung JP Morgan habe die Titanic versenken lassen um Gegner der späteren amerikanischen Notenbank zu töten.

01:19:26: Mit dieser Notenbank ist die Federal Reserve gemeint – kurz FED!

01:19:30: Sie wurde im Jahr nach dem Untergang der Titanic und ist bis heute die Zentralbank der Vereinigten Staaten.

01:19:39: Vereinfacht, steuert sie wichtige Teile der amerikanischen Geldpolitik – etwa Leitzinsen-, Geldversorgung- und Finanzstabilität.

01:19:47: In der Verschwörungserzählung werden John Jacob Esther, Benjamin Guggenheim und Isidos Strauss als angebliche Gegner dieser späteren Notenbank dargestellt.

01:19:57: Für die Behauptung existiert kein belastbarer Beleg.

01:20:01: Nach bisher belegbarer Quellendage ist für keinen der drei Männer eine dokumentierte Gegnerschaft zur Notenbank Idee nachgewiesen.

01:20:08: Dazu kommt, Die Federal Reserve entstand aus politischen Mehrheiten, wirtschaftlichen Debatten und einem längeren Gesetzgebungsprozess – sie hing nicht am Leben oder Tod von drei einzelnen Passagieren auf der Titanic!

01:20:21: Diese Erzählung ist deshalb ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie eine Verschwörungstheorie rückwärts konstruiert wird.

01:20:27: Man nimmt prominente Tote, setzt sie in einen späteren politischen Zusammenhang und baut daraus ein Motiv das in den Quellen kein Halt

01:20:35: findet.".

01:20:50: Neben dem Verschwörungen gibt es seriöse Debatten die regelmäßig als neue Wahrheit über die Titanic durch die Medien gehen – und die wir sauber einsortieren sollten!

01:20:59: Erstens der Kohlebrand.

01:21:02: Belegt ist, dass in einem Kohlebunker der Titanic seit der Abfahrt möglicherweise schon seit Belfast ein Schwehlbrand glommen wie er in Kohlebunkern jener Zeit häufiger vorkam.

01:21:13: Heizer schaufelten die Kohler ab Der Brand galt vor der Kollision als gelöscht und die Untersuchung vonundzehntundertzwölf vermerkte ihn als nebensächlich.

01:21:22: Eine Zwei-Tausend-Siebzehn-Prominentvertretende These behauptete, der Brand habe das Schott und die Bordwand entscheidend geschwächt!

01:21:29: Die Mehrheit der Fachleute hält dagegen – die Hitze betraf eine andere Stelle als den Hauptbereich des Eisschadens und gesunken wäre das Schiff mit fünf überfluteten Abteilungen.

01:21:38: so oder Plausibel ist allenfalls, dass der Zustand des betroffenen Schots den Ablauf im Detail beeinflusste.

01:21:46: Kategorisierung, wahrer Kern, umstrittene und wahrscheinlich stark überzogene Schlussfolgerung.

01:21:53: Zweitens das Sprödematerial.

01:21:55: Untersuchungen an geborgenem Stahl und Nieten zeigten, dass der Schiffbaustahl von nineteenhundertzwölf bei eiseskältisch-bröder reagieren konnte als moderner Stahl.

01:22:05: Und das ein Teil der von handgeschlagenen Eisnieten Schlackeeinschlüsse aufwies.

01:22:10: Die Nähte könnten dadurch leichter aufgesprungen sein!

01:22:13: Das ist ernst.

01:22:14: zunehmende Materialforschung, kein Mythos.

01:22:17: Aber auch hier gilt die Einordnung der Forscher selbst – Die Titanic entsprach dem besten Standard ihrer Zeit!

01:22:23: Kein Schiff von nineteenhundertzwölf hätte diesen Schlag seitlich über fünf sechs Abteilungen unbeschadet überstanden.

01:22:30: Das Material erklärte teils des Schadenbildes nicht die Katastrophe.

01:22:35: Drittens die optische Täuschung.

01:22:38: Eine in den Zwei-Tausendzehner Jahren ausgearbeitete These besagt, in jener Nacht hätten Kaltluftschichten über dem eiskalten Wasser eine sogenannte Kaltwasserspiegelung erzeugt.

01:22:49: Ein Luftspiegelungsphänomen das den Horizont anhebt und verunklart!

01:22:53: Das könnte erklären, warum der Eisberg so spät gesehen wurde und sogar, warum Titanic- und Kalifornien die Signale der jeweils anderen seltsam verzerrt war nahmen.

01:23:04: Die Wetterlage passt zu der These – mehrere Zeugen beschrieben einen merkwürdig flimmernden Horizont, beweisen lässt sie sich naturgemäß nicht mehr.

01:23:12: Kategorisierung?

01:23:14: Wissenschaftlich fundierte Hypothese offen!

01:23:17: Ihr merkt das Muster.

01:23:18: Die seriösen Alternativthesen ersetzen die Hauptursache nicht.

01:23:22: Sie verfeinern sie, am Kern ändert sie nichts.

01:23:25: Ein Schiff fuhr nachts mit hoher Geschwindigkeit in ein gemeldetes Eisfeld und für die Menschen an Bord gab es nicht genug Boote.

01:23:47: Zum Abschluss dieses Teils ein Strauß kleinerer Erzählungen im Schnelldurchlauf jeweils mit Etikett.

01:23:54: Die Champagnerflasche, die beim Stapelauf nicht zerbrach und so den Fluch brachte – falsch!

01:23:59: Es gab wie erzählt gar keine Taupe mit Flaschen.

01:24:01: Die Legende wanderte von anderen Schiffen herüber.

01:24:05: Der angebliche Werbespruch, nicht einmal Gott kann dieses Schiff versenken!

01:24:09: Als offizielle Reklame nicht belegt – überliefert ist die Wendung vor allem aus Erinnerungen überlebender etwa als Bemerkung eines Stewards gegenüber einer Passagierin beim Einschiff und als Pressefloskel nach dem Untergang.

01:24:31: Tatsächlich belegt ist mit dem heitianischen Ingenieur Joseph Larosch genau ein schwarzer Passagier an Bord, der seine Familie rettete und selbst starb – eine wahre Geschichte die lange kaum erzählt wurde.

01:24:45: Das Hundeparadies am Bord warer Kern etwa einen Dutzend Hunde reisten mit drei kleine Überlebten in Booten auf dem Schoß ihrer Besitzerinnen Und die Behauptung, eine Schiffskatze namens Jenny habe das Schiff mit ihren Jungen in Saushämten vorausahnt verlassen.

01:25:03: Hübsche Geschichte, Quellenlage – Eine einzige späte Anekdote Etikett?

01:25:08: Sehmanns Garn bis jemand Besseres findet Was all diese großen und kleinen Legenden verbindet.

01:25:15: Sie machen aus einem sinnlosen Unglück eine sinnvolle Geschichte.

01:25:18: Ein Fluch, eine Prophezeiung ein Betrug, einen Ohmen.

01:25:22: Alles davon ist erträglicher als die banale Wahrheit, dass ein Tausend Fünfhundert Menschen starben weil Routinen, Vorschriften, Zufälle und ein paar Grad Rudervinkel an einem ruhigen Sonntagabend unglücklich zusammenfielen.

01:25:36: Mythen sind auch das zeigt die Titanic oft nichts anderes als die Notwehr des Verstandes gegen den Zufall.

01:26:16: Was bleibt von der Titanic wenn man die Schatten ausgeleuchtet hat?

01:26:20: Es bleibt zunächst etwas sehr Konkretes.

01:26:22: Jedes Rettungsboot, das heute auf einem Kreuzfahrtschiff für jeden einzelnen Menschen am Board bereithängt, jede Bootsübung am ersten Reisetag, jede durchgehend besetzte Funkstation die Eispatrouille, die noch immer jeden Frühjahr über den Nordatlantik wacht – all das sind Fußnoten zum Fünfzehnten April.

01:26:41: neunzehntundertzwölf!

01:26:42: Selten hat eine einzelne Nacht die Sicherheitskultur einer ganzen Branche so vollständig umgeflügt….

01:26:49: Es bleibt eine Mahnung, die weit über die Schifffahrt hinaus reicht.

01:26:52: Die Titanic sank durch eine Kette von Normalitäten.

01:26:55: Volle Fahrt im Eisgebiet – normal!

01:26:58: Ein Funker der Telegramme von Passagieren über Eiswarnungen stellt… normal!

01:27:03: Boote für die Hälfte der Menschen – vorschriftmäßig.

01:27:06: Ein Nachbarschiff das Raketen weg erklärt … menschlich.

01:27:10: Keiner der Beteiligten hielt sich an diesem Abend für leichtsinnig.

01:27:13: Darin liegt die unbequemste Lehre dieser

01:27:15: Geschichte.".

01:27:17: Sie wurde vor dem selben Wrack auf erschütternde Weise erneut sichtbar.

01:27:22: Es bleiben die Menschen.

01:27:24: Ida Strauss-Debleep Wallace Hartley und seine sieben Musiker Die Ingenieure, die das Licht brennen ließen.

01:27:31: Harold Lowe, der als Einziger zurück ruderte.

01:27:34: Arthur Rostron, der durch dasselbe Eis raste, vordem die Titanic gewarnt worden war.

01:27:40: Joseph LaRosche, der seine Familie in ein Boot setzte.

01:27:43: und die über ein Tausend Fünfhundert Namen, von denen die meisten nie eine Geschichte bekamen weil sie in der dritten Klasse reisten oder vor den Kesseln standen.

01:27:52: Die Titanic ist deshalb mehr als ein Mythos und mehr als sein Wrack.

01:27:56: Sie ist eine Erinnerung daran, dass praktisch unsinkbar und unsinkbaar zwei verschiedene Dinge sind.

01:28:02: Auf See wie überall sonst!

01:28:05: Tief unten im Atlantik arbeiten die Bakterien weiter am Stahl – in einigen Jahrzehnten wird das Schiff endgültig verschwunden sein.

01:28:13: Die Geschichten aber, die Waren wie die Erfundenen werden bleiben.

01:28:17: Unsere Aufgabe, eure und meine, ist nur, die beiden

01:28:21: auseinanderzuhalten.".

01:28:23: Falls euch diese Episode gefallen hat, hilft es mir außerdem sehr wenn ihr Chronik der Schatten positiv bewertet, dem Podcast abonniert oder die Folge an jemanden weiterempfehlt, der sich ebenfalls für die Geschichten hinter bekannten Ereignissen interessiert.

01:28:51: Ich freue mich wirklich jedes Mal sehr, wenn ich Kommentare und eure Gedanken zu folgen bekomme.

01:28:56: Danke dass ihr heute mit mir durch die Schatten gereist seid!

01:28:59: Ich weiß das ist gerade bei der Geschichte der Titanic nicht selbstverständlich weil es so viel darüber gibt.

01:29:04: bleibt weiterhin wachsam für die Geschichten hinter den Geschichten.

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