Die Franklin-Expedition – 129 Männer und das Schweigen im Eis
Shownotes
Achtung Triggerwarnung:
In dieser Folge geht es um Tod, Krankheit, Hunger, Kälte, sterbliche Überreste und im späteren Verlauf auch um Kannibalismus als äußerste Überlebenshandlung in einer absoluten Notsituation. Außerdem geht es um koloniale Sichtweisen und den Umgang mit den Inuit und ihren Überlieferungen.
In dieser Folge geht es um:
- Die Franklin-Expedition von 1845
- Sir John Franklin und den britischen Traum von der Nordwestpassage
- HMS Erebus und HMS Terror
- Francis Crozier und James Fitzjames
- die letzten Briefe aus Grönland
- Beechey Island und die drei Gräber von John Torrington, John Hartnell und William Braine
- die Victory-Point-Note
- den Marsch über King William Island
- John Rae und die Berichte der Inuit
- Lady Jane Franklin und die Suche nach ihrem Mann
- Charles Dickens und die öffentliche Debatte um Raes Bericht
- die Exhumierungen der 1980er Jahre
- Skorbut, Tuberkulose, Hunger, Blei und andere mögliche Todesursachen
- die wissenschaftlichen Hinweise auf Kannibalismus
- Inuit-Überlieferungen und ihr später bestätigter Wert für die Forschung
- die Wrackfunde von HMS Erebus und HMS Terror
- DNA-Identifizierungen von Besatzungsmitgliedern bis 2026 -die Legendenbildung rund um die Franklin-Expedition
Diese Folge ist die Geburtstagsfolge zum dreijährigen Bestehen von Chronik der Schatten. Danke an alle Shadows, die diesen Podcast seit drei Jahren begleiten, hören, teilen, kommentieren und weitertragen.
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Musik-, Stimm- und Produktionsrechte Gesprochener Text, Stimme, Skript, Bearbeitung und Produktion dieser Episode liegen – soweit nicht anders angegeben – bei mir.
Weitere verwendete Audioelemente, Sounds oder Medien stammen gegebenenfalls aus PowerDirector 365. Auch hierfür lag mir zum Zeitpunkt der Veröffentlichung die erforderliche Lizenz vor.
Alle Rechte an der konkreten Zusammenstellung, Bearbeitung und Einbindung in diese Episode liegen bei mir, soweit rechtlich zulässig und soweit nicht anders gekennzeichnet.
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Das Titelbild sowie der Gesang und die musikalische Umsetzung der Titelmusik wurden mithilfe generativer künstlicher Intelligenz erstellt. Der Liedtext stammt vollständig von mir.
Die Musik dieser Folge wurde von mir selbst erstellt. Verwendete KI-gestützte Musik und musikalische Elemente wurden mit Suno erstellt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag mir die entsprechende Nutzungslizenz vor.
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QUELLEN UND MATERIAL Primärquellen und historische Dokumente: • Victory-Point-Note (1847/1848), Original im National Maritime Museum, Greenwich (London); Digitalisate und Transkription über das Museum verfügbar. • John Rae: Bericht an die Admiralität über die Funde auf der Boothia-Halbinsel, 1854 (auszugsweise publiziert u. a. in The Times, Oktober 1854). • Francis Leopold McClintock: „The Voyage of the 'Fox' in the Arctic Seas. A Narrative of the Discovery of the Fate of Sir John Franklin and His Companions", London 1859. • Briefe der Expeditionsmitglieder aus Grönland (Juli 1845), u. a. ediert in: Russell A. Potter u. a. (Hrsg.): „May We Be Spared to Meet on Earth: Letters of the Lost Franklin Arctic Expedition", McGill-Queen's University Press, 2022. • Charles Dickens: „The Lost Arctic Voyagers", in: Household Words, Dezember 1854 (zwei Teile), sowie John Raes Erwiderung ebendort. • Aufzeichnungen der Inuit-Zeugnisse durch Charles Francis Hall (1860er Jahre) und Frederick Schwatka (1878–1880), u. a. in: William H. Gilder: „Schwatka's Search", 1881.
Wissenschaftliche Studien (Auswahl): • Owen Beattie / John Geiger: „Frozen in Time: The Fate of the Franklin Expedition", 1987 (aktualisierte Neuauflagen) – Exhumierungen Beechey Island, Bleithese. • Anne Keenleyside, Margaret Bertulli, Henry C. Fricke: „The Final Days of the Franklin Expedition: New Skeletal Evidence", in: Arctic, Bd. 50, Nr. 1, 1997 – Schnittspuren / Kannibalismus. • Simon Mays, Owen Beattie: „Evidence for End-stage Cannibalism on Sir John Franklin's Last Expedition to the Arctic, 1845", in: International Journal of Osteoarchaeology, 2016 (online 2015) – Brech- und Kochspuren an Knochen. • Studien zur Relativierung der Bleithese, u. a.: Treena Swanston u. a. (2018, PLOS ONE, Synchrotron-Analysen) sowie die Daumennagel-Studie zu John Hartnell: Jennie Christensen u. a., Journal of Archaeological Science: Reports, 2016 (Zinkmangel-Befund). • Douglas R. Stenton u. a.: DNA-Identifizierungen – John Gregory (Polar Record, 2021), James Fitzjames inkl. Schnittspuren-Befund (Journal of Archaeological Science: Reports, 2024), vier weitere Identifizierungen: Bridgens, Orren, Young (Journal of Archaeological Science: Reports, 2026) und Harry Peglar (Polar Record, 2026); Pressemitteilungen der University of Waterloo, Mai 2026.
Wrackfunde und laufende Archäologie: • Parks Canada: Offizielle Dokumentation der Wrecks of HMS Erebus and HMS Terror National Historic Site – Fundberichte 2014 (Erebus) und 2016 (Terror), laufende Grabungs- und Tauchberichte, Ko-Verwaltung mit Inuit-Organisationen (Franklin Interim Advisory Committee / Nattilik Heritage Centre, Gjoa Haven). • Berichterstattung zum Terror-Fund und zur Rolle von Sammy Kogvik: The Guardian / CBC News, September 2016.
Suchexpeditionen und Nachleben: • Zu McClure und der HMS Investigator: Berichte der Admiralität 1850–1854; Wrackfund 2010 dokumentiert durch Parks Canada. • Zur Belcher-Expedition und HMS Resolute: Admiralitätsakten und Kriegsgerichtsverfahren 1854; zur Geschichte des Resolute Desk: offizielle Dokumentation des Weißen Hauses (White House Historical Association) und Royal Museums Greenwich. • W. Gillies Ross: „The Admiralty and the Franklin Search", in: Polar Record, 2004 (Überblick über die Suchpolitik); ders. zu Ballon- und Fuchs-Botschaften: „False Leads in the Franklin Search" und verwandte Aufsätze in Polar Record. • „Lady Franklin's Lament" (traditionelle Ballade, ab ca. 1850er Jahre, zahlreiche Fassungen; Roud Folk Song Index Nr. 487). • Wilkie Collins / Charles Dickens: „The Frozen Deep" (Theaterstück, 1856/57) – als zeitgenössische Reaktion auf die Kannibalismus-Debatte. • Dan Simmons: „The Terror" (Roman, 2007); AMC-Serie „The Terror" (2018) – ausdrücklich Fiktion, im Skript als solche gekennzeichnet. • Zu Charles Francis Hall: Chauncey C. Loomis: „Weird and Tragic Shores: The Story of Charles Francis Hall", 1971 (inkl. Exhumierung und Arsenbefund). Übergreifende Darstellungen (gut lesbare Einstiege) • Paul Watson: „Ice Ghosts: The Epic Hunt for the Lost Franklin Expedition", W. W. Norton, 2017. • Michael Palin: „Erebus: The Story of a Ship", Hutchinson, 2018 (dt.: „Erebus"). • Gillian Hutchinson: „Sir John Franklin's Erebus and Terror Expedition: Lost and Found", National Maritime Museum / Adlard Coles, 2017. • Russell A. Potter: „Finding Franklin: The Untold Story of a 165-Year Search", McGill-Queen's University Press, 2016; ergänzend Potters laufend gepflegtes Fachblog „Visions of the North". David Woodman und die Inuit-Überlieferung • David C. Woodman: „Unravelling the Franklin Mystery: Inuit Testimony", McGill-Queen's University Press, 1991 (2. Aufl. 2015). • Dorothy Harley Eber: „Encounters on the Passage: Inuit Meet the Explorers", University of Toronto Press, 2008. • Zur Lebensleistung von Louie Kamookak: Nachrufe und Würdigungen, u. a. CBC News und The Globe and Mail, 2018; Mitglied des Order of Canada. • Entschuldigung der Dickens-Nachfahren gegenüber den Inuit (2009): Berichterstattung u. a. The Guardian / kanadische Medien.
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Transkript anzeigen
00:00:03: Herzlich willkommen zurück bei Kronik der Schatten.
00:01:02: Schön, dass ihr wieder da seid!
00:01:04: Heute ist eine besondere Folge, denn Konig der Schatten feiert Geburtstag.
00:01:08: Am dritten August, im Jahr und zwei Jahren habe ich diesen Podcast damals noch unter dem Namen Blutvergießen gestartet.
00:01:16: Drei Jahre gibt es diesem Podcast jetzt also schon – drei Jahre voller Geschichten, Recherchen, Nachtschichten, Zweifel, Freude und ganz vielen Momenten in denen ich gemerkt habe wie sehr mir dieses Projekt ans Herz gewachsen ist!
00:01:30: Für diese Geburtstagsfolge wollte ich eine Geschichte erzählen, die zu Chronik der Schatten passt.
00:01:35: Eine Geschichte, die real ist, belegbar, historisch greifbar und trotzdem voller offener Fragen Spuren und Dunkelheit.
00:01:43: Wir starten direkt rein da dieser Folge sehr lang und umfangreich werden wird.
00:01:48: Die Franklin Expedition hat mich beim Recherchieren ganz anders gepackt, als ich am Anfang gedacht hätte.
00:01:54: Erst klingt es fast wie eine klassische Expeditionsgeschichte – zwei Schiffe, hundertundzwanzig Männer.
00:02:00: ein großes Ziel!
00:02:02: Je tiefer man eintaucht, desto größer wird diese Geschichte.
00:02:05: Da sind Schweigen, Eis zurückgelassene Gegenstände, Berichte der Inuit denen viel zu lange niemand glauben wollte und moderne Wissenschaft die bis heute versucht einzelnen Männern ihre Namen zurückzugeben.
00:02:19: Dieser Punkt hat mich beim Recherchieren besonders beschäftigt.
00:02:22: Die Geschichte liegt fast einhundert-achtzig Jahre zurück aber sie fühlt sich trotzdem noch nicht abgeschlossen an Heute reisen wir an einen Ort, an dem die Sonne im Winter wochenlang nicht aufgeht.
00:02:33: Einen Ort, in dem das Eis Schiffe zerdrücken kann wie eine Faust-eine Streichortschachtel!
00:02:39: Wir reisen in die kanadische Arktis – in das Jahr eighteenhundertfünfundvierzig und wir folgen einhundert neunundzwanzig Männern, die aufbrachen um eine der letzten großen Fragen ihrer Zeit zu beantworten.
00:02:51: Keiner von ihnen kehrte
00:02:53: zurück.".
00:02:54: Die Geschichte der Franklin Expedition ist eine der größten Katastrophen der Polarforschung.
00:02:59: Sie ist aber auch eine Geschichte über Hybris und Hoffnung, über eine Frau die nicht aufhörte zu suchen, über ein Volk dessen Wissen über Generationen ignoriert wurde – und über moderne Wissenschafts, die noch heute mehr als einhundertachtzig Jahre später den Toten ihre Namen zurückgibt.
00:03:16: Buchstäblich!
00:03:17: Die jüngsten Identifizierungen stammen aus diesem Jahr.
00:03:21: Also aus, ... Achtung Triggerwarnung!
00:03:30: In dieser Folge geht es um eine reale historische Katastrophe.
00:03:34: Wir sprechen über Tod, Krankheit, Hunger, Kälte, sterbliche Überreste und im späteren Verlauf auch über Kanibalismus als äußerste Überlebenshandlung in einer absoluten Notsituation.
00:03:45: Außerdem geht es an einigen Stellen um den Umgang mit dem Inuit, um koloniale Sichtweisen.
00:03:54: Ich erzähle all das so respektvoll und sachlich wie möglich.
00:03:58: Achtet trotzdem bitte auf euch, und entscheidet selbst ob diese Folge heute das Richtige für euch ist!
00:04:17: auf historischen Dokumenten, auf Funden und auf wissenschaftlichen Studien.
00:04:21: Wo wir uns auf mündliche Überlieferungen, Erzählungen oder Theorien stützen, sage ich euch das ausdrücklich dazu.
00:04:28: Bei dieser Geschichte ist die Grenze zwischen dem was wir wissen und dem was nur erahnen können selbst Teil des Mysteriums – genau dort in diesem Zwischenraum leben die Schatten!
00:04:39: Macht es euch bequem, zieht euch warm an.
00:04:42: Unsere Reise beginnt in einer Zeit, in der die Arktis für Europa noch ein weißer Fleck auf der Karte
00:04:48: war.".
00:05:02: Um zu verstehen warum ich im Jahr eighteenhundertfünfundvierzig, bereit will ich in eine der lebensfeindlichsten Regionen der Erde segelten müssen wir ein paar Jahrhunderte zurückgehen.
00:05:13: Seit dem späten fünften Jahrhundert träumte Europa von einem Seeweg, der nördlich um den amerikanischen Kontinent herumführt.
00:05:20: Eine Abkürzung von Europa nach Asien vorbei an den langen gefährlichen Routen und das Cap der guten Hoffnung oder um Cap Horn.
00:05:29: Man nannte diesen hypothetischem Seeweg die Nordwestpassage.
00:05:32: Wer sie fand, dem winkte Room Handelsvorteile und strategische Macht.
00:05:37: Generationen von Seefahrern versuchten es.
00:05:40: John Cabot suchte sie bereits fourzehnhundertsiebenundneunzig.
00:05:44: Martin Frobisher segelte in den fünfzehnhundertsebzigerjahren in die arktischen Gewässer, Henry Hudson dessen Name heute eine ganze Buch trägt wurde sechzehnthundertelf von seiner eigenen meutanten Mannschaft im kleinen Boot ausgesetzt – in eben jener Buch, die nach ihm benannt ist.
00:06:00: Er wurde nie wieder gesehen.
00:06:02: Die Arktis verschluckte einen Namen nach dem anderen und die Passage blieb ein Phantom.
00:06:07: Nach dem Ende der napoleonischen Kriege, eighteenhundertfünfzehn bekam diese alte Obsession neuen Treibstoff.
00:06:14: Die britische Royal Navy war die mächtigste Flotte der Welt und sie hatte plötzlich zu wenig zu tun!
00:06:19: Tausende Offiziere saßen auf halben Sollt an Land.
00:06:22: Ein Mann erkannte darin eine Gelegenheit – John Barrow, der zweite Sekretär der Admiralität.
00:06:29: Barrow machte die Erforschung der Arktis zu einem nationalen Projekt.
00:06:32: Über vier Jahrzehnte hinweg schickte der Expedition um Expedition in den Norden.
00:06:37: Namen wie John Ross, William Edward Perry und James Clark Ross schrieben sich in dieser Zeit Indikaten ein.
00:06:44: Stück für Stück wurde die Küstenlinie des arktischen Archipels vermessen.
00:06:49: Mitte der Achtzehnhundertvierziger Jahre war die Karte fast vollständig – fast!
00:06:54: Es fehlte einen vergleichsweise kleinen Stück eine Lücke von wenigen hundert Kilometern unkartierter Gewässer im Zentrum des kanadischen Archibels.
00:07:03: Wer diese Lücke schloss, würde die Nordwest-Passage vollenden.
00:07:06: Barrow damals bereits achtzig Jahre alt und am Ende seiner langen Laufbahn bei der Admiralität wollte dieses Kapitel noch abschließen.
00:07:14: Eine letzte große perfekt ausgestattete Expedition sollte die verbliebene Lücke auf der Karte schließen.
00:07:21: Es ging dabei längst nicht mehr nur um Handel – realistisch betrachtet wusste man bereits dass eine Route durch das Packeis kommerziell kaum nutzbar sein würde!
00:07:32: Die Expedition sollte unter anderem Daten zum Erdmagnetismus sammeln, ein großes Forschungsthema jener Zeit.
00:07:39: Vor allem aber ging es um die Ehre eine Jahrhunderte alte Frage mit britischer Flagge zu beantworten – die Frage war nur wer sollte das Kommando führen?
00:07:48: Beowards Wunschkandidaten sagten der Reihe nach ab.
00:07:52: William Edward Perry, der erfahrenste Arktisfahrer seiner Generation hatte genug vom Eis.
00:07:57: James Clark Ross, der schon am magnetischen Nordpol gestanden hatte, hatte seiner frischvermelten Frau versprochen nie wieder auf Polarfahrt zu gehen.
00:08:05: Der junge charismatische James Fitzjames wurde von der Admiralität als zu unerfahren abgelehnt – so viel der Blick schließlich auf einen Mann, der auf den ersten Blick wie die naheliegende Wahl wirkte und auf dem zweiten Blick wie ein Risiko.
00:08:20: Sir John Franklin.
00:08:32: John Franklin wurde in der englischen Grafschaft Lincoln Shore geboren, als neunthes von zwölf Kindern.
00:08:41: Gegen den Willen seines Vaters ging er mit vierzehn Jahren zur Royal Navy.
00:08:45: Sein Lebenslauf ließ sich wie ein Querschnitt durch die britische Marienegeschichte.
00:08:50: Er kämpfte in der Schlacht von Kopenhagen, segelte mit seinem verwandten Matthew Flanders bei der Umrundung Australiens, überlebte die Schlucht von Truffolnga an Bord der HMS Bellariffin und wurde bei der Schlicht von New Orleans verwundet.
00:09:09: Nach den Kriegsjahren wandte sich Franklin der Polarforschung zu.
00:09:18: Die Unternehmung war schlecht versorgt, schlecht geplant und endete in einer Katastrophe.
00:09:39: Auf dem Rückweg durch die kanadische Tundra verhungerten und erfroren elf seiner zwanzig Männer.
00:09:44: Die Überlebenden ernährten sich zeitweise von Flechten, die sie von Steinen kratzten und gekochtem Leder.
00:09:50: Franklin selbst ars Teile seine eigenen Stiefel.
00:09:54: Innerhalb der Expedition kam es zu einem Mord – ein Reisebegleiter erschoss einen Offizier Robert Hoodt und wurde daraufhin von einem anderen Expeditionsmitglied exekutiert.
00:10:04: Im Umfeld dieser Ereignisse stand auch der Verdacht des Kanibalismus im Raum, ein dunkler Schatten, der in Franklins eigenen Bericht nur angedeutet wird.
00:10:13: Man könnte meinen eine solche Tragödie er hätte Franklins Karriere beendet – das Gegenteil geschah!
00:10:19: In England wurde er als Held gefeiert, also der Mann der seine Stiefel aß.
00:10:24: Das viktorianische Publikum liebte Geschichten von Leiden und Durchhaltervermögen und Franklins Bericht über die Expeditionen wurde ein Bestseller.
00:10:32: Dass elf Männer gestorben waren, las man weniger als Führungsversagen sondern als Beweis für die Grausamkeit der Wildnis und den Heldenmut der Briten, die sich ihr entgegenstellten.
00:10:42: Es ist eine Deutung, die uns heute fremdvorkommt – sie erklärt aber viel über die Zeit in der diese Geschichte spielt!
00:10:49: Franklin führte von eighteenhundertfünfundzwanzig bis achtzehnhundertsiebenzwanzzig eine zweite Landexpedition in die Arktis, diesmal deutlich besser organisiert und erfolgreich.
00:10:59: Hunderte Kilometer Küste wurden kartiert ohne vergleichbare Verluste.
00:11:03: Achtzehundertneunundzwanzich wurde er zum Ritter geschlagen.
00:11:06: Er heiratete in zweiter Ehe Jane Griffin – einer außergewöhnlich willenstarke weit gereiste und gut vernetzte Frau.
00:11:13: Merkt euch diesen Namen!
00:11:15: Lady Jane Franklin wird in dieser Geschichte noch eine entscheidende Rolle spielen.
00:11:20: Dann allerdings nahm Franklins Laufbahn einen Knick, von eighteenhundertsiebenunddreißig bis achtzehnhundertdreihenvierzig diente er als Vizegouverneur von Van Diamondsland dem heutigen Tasmanien – damals eine britische Strafkolonie.
00:11:34: Franklin, der als menschenfreundlich und reformorientiert galt geriet dort in erbitterte Konflikte mit der Kolonialverwaltung.
00:11:42: Am Ende wurde er auf wenig-schmeichelhafte Weise abberufen.
00:11:46: Er kehrte eighteenhundertvierzig nach England zurück, als Mann von achtundfünfzig Jahren dessen Ruf angekratzt war und der etwas zu beweisen hatte.
00:11:56: Als die Admiralität eighteenhundhalbvierzig einen Kommandanten für die große Arktis Expedition suchte, drängte Franklin auf den Posten – es gab Bedenken!
00:12:06: Sein Alter, seine Körperfülle, die Tatsache dass er seit fast zwanzig Jahren nicht mehr im Eis gewesen Überliefert ist die Episode, dass man ihm sein Alter vorhielt.
00:12:16: Er sei doch sechzig und Franklin entgegnete das Stimme nicht – er sei erst
00:12:20: neunundfünfzig.".
00:12:21: Ob dieser Wortwechsel genau so gefallen ist, lässt sich natürlich nicht abschließend belegen!
00:12:26: Er wird aber in der Literatur seit dem neunzehnten Jahrhundert so erzählt….
00:12:29: Ihr merkt schon?
00:12:30: Hier sind wir das erste Mal an der Grenze zwischen Dokumenten und Anekdote.
00:12:35: Fest steht, Franklin bekommt das Kommando.
00:12:38: Am siebten Februar, eighteenhundertfünfundvierzig wurde seine Ernennung offiziell.
00:12:43: Die Maschinerie der Royal Navy setzte sich in Bewegung und sie baute etwas zusammen das nach allen Maßstäben der damaligen Zeit unsingbar unaufhaltbar und tot sicher wirkte.
00:12:55: Das macht was folgte so unheimlich!
00:13:09: Der Expedition bekam zwei Schiffe deren Namen man sich kaum düsterer hätte ausdenken können HMS Eribus Benannt nach dem Gott der Finsternis in der griechischen Mythologie, der Personifikation des Schattenreichs vor dem Eingang zu Unterwelt und HMS Terror – Der Schrecken.
00:13:26: Dabei waren diese Namen keine böse Vorahnung sondern Marinealltag.
00:13:30: Beide Schiffe waren ursprünglich sogenannte Bombenschiffe gebaut um Mörsergranaten auf Küstenfestungen zu feuern.
00:13:37: Einschüchternde Namen gehörten bei dieser Schiffsklasse zum Programm.
00:13:41: Die Terror hatte auch bei der Beschissung von Ford McHenry bei Baltimore teilgenommen, jenem Bombardement das François Scott Key zur amerikanischen Nationalhymne inspirierte.
00:13:53: Für den Krieg gebaut zu sein hat er einen Vorteil – Bombenschiffe waren extrem robust konstruiert um den Rückstoß ihrer schweren Mörser auszuhalten!
00:14:01: Genau diese Stabilität machten sie zu idealem Kandidaten für das Pack-Eis.
00:14:05: Beide Schiffe waren zudem bereits polarerprobt, die Terror in der Hudson Bay und zusammen mit The Aribus auf der großen Antarctis Expedition von James Clark Ross zwischen eighteenhundertneinunddreißig und achtzehnhundertdreiundvierzig.
00:14:19: Sie hatten Stürme und Eisspressungen überstanden – die andere Schiffe zermahlen Tätten!
00:14:24: Für die Franklin Expedition wurden sie noch einmal massiv aufgerüstet….
00:14:28: Die Rümpfe erhielten zusätzliche Verstärkungen aus Eichenholz und Eisenplatten am Bug.
00:14:33: Und dann kam die eigentliche Sensation!
00:14:35: Beide Schiffe bekamen Dampfmaschinen, umgebauten Lokomotiv-Maschinen aus dem Eisenbahnbau, die einen einzigbaren Propeller antrieben.
00:14:43: Damit konnten die Schiffe auch bei Flaute oder in engen Eisrinnen manövrieren mit immerhin etwa vier Knoten.
00:14:50: Dazu kam ein Warmwasserheidsystem für die Mannschaftsräume, einzibare Ruderanlagen, Entsalzungsanlagen und Bibliotheken mit zusammen weit über tausend Büchern.
00:15:00: Am Bord der Erebus gab es sogar eine Drehorgel, die dutzende Melodien spielen konnte.
00:15:05: Die Verpflegung war auf drei Jahre ausgelegt – streckbar auf länger!
00:15:10: Zehntausende Kilogramm Mehl, Schiffszweeback, gepökeltes Fleisch, Schokolade, Tee, Tabak rum Und Zitronensaft gegen Skorbut, eine gefürchtete Vitamin C-Mangelkrankheit.
00:15:21: Sie traf Seeleute auf langen Reisen besonders häufig weil ihnen monatelang frisches Obst und Gemüse fehlte.
00:15:27: Die Folgen reichten von Blutendem Zahnfleisch um großer Schwäche bis hin zum Tod.
00:15:33: Und damals gab es noch eine hochmoderne Neuheit in gewaltigen Mengen – Konservendosen!
00:15:38: Rund achttausend Dosen mit Fleisch, Suppen und Gemüse wurden geliefert.
00:15:42: Der Auftrag dafür ging an einen Lieferanten namens Steven Goldner der das günstigste Angebot gemacht hatte.
00:15:48: Goldner geriet mit der Produktion in Verzug und lieferte einen Teil des Dosen buchstäblich in letzter Minute hastig produziert.
00:15:56: Halte diesen Namen im Hinterkopf – die Dosen werden uns später wieder begegnen!
00:16:02: Nach allem, was die Royal Navy wusste und konnte war dies die am besten ausgerüstete Polarexpeditionen, die je ein Land ausgesandt hatte.
00:16:10: Genauso wurde sie auch verkauft – als Unternehmung bei der eigentlich nichts schiefgehen konnte!
00:16:16: Als Erebus-und Terror ausliefen waren zunächst hundertdreißig Männer an Bord – Offiziere, Seeleute, Marinesoldaten, Heizer, Maschinisten, Ärzte und Handwerker.
00:16:27: Auf dem Papier war diese Mannschaft sorgfältig zusammengestellt… Ausgewählt nach Erfahrung, Empfehlung und Dienstgrad.
00:16:34: Auffällig ist aber wirklich Arktis-Erfahren waren nur wenige von ihnen!
00:16:39: Viele Männer waren gute Seeleute – manche hatten Kriegserfahrung, andere kannten Maschinen, Medizin oder Handwerk… Aber das Eis in das sie fuhren, kannten die meisten nur aus Berichten.
00:16:50: Franklin führte die gesamte Expedition und kommandierte zugleich die Arabs.
00:16:54: An seiner Seite standen zwei Männer, die in dieser Geschichte besonders wichtig werden — Froswark Rossier und James Fitzjames.
00:17:02: Zwei Offiziere, die kaum unterschiedlicher hätten sein können – und deren Wege im Eis auf tragische Weise miteinander verbunden bleiben sollten.
00:17:11: Schauen wir uns jetzt die Männer erst einmal ein bisschen genauer an!
00:17:14: Franklins Stellvertreter und Kapitän der Terror war François Rodin Meurer-Crosse, geboren in den Sechsenneunzig im irischen Bandbridge.
00:17:24: Wenn es auf diesen Schiffen einen Mann gab, der das Eis wirklich kannte dann ihn….
00:17:28: Crossier war seit den Eightzehnundzwanziger Jahren bei nahezu jeder großen britischen Polarunternehmung dabei gewesen.
00:17:34: Drei Mal in der Arktis mit William Edward Perry, darunter bei dessen legendären Vorstoß Richtung Nordpol.
00:17:41: danach vier Jahre in der Antarktis als Kapitän der Terror unter James Clark Ross.
00:17:46: Jener Expedition auf der Airbus und Terror durch Sturm- und Eisberge ging und einmal nachts auf offener See kollidierten was beide Schiffe fast das Leben kostete.
00:17:55: Crossier hatte das überstanden!
00:17:57: Er war zudem ein angesehener Wissenschaftler, Spezialist für Erdmagnetismus und Mitglied der Royal Society.
00:18:04: Nach Rang Erfahrung und Leistung wäre das Oberkommando der Expedition von.
00:18:13: In der Forschung wird Crossier's Übergehung unter anderem mit seiner irischen Herkunft, seinem fehlenden Adelsglanz und seiner schlichten wenig gesellschaftstauglichen Arte in Verbindung gebracht.
00:18:25: Er war ein Mann der Praxis in einer Marine – in der Beziehungen zählten.
00:18:29: Dazu kam eine private Wunde.
00:18:31: Crossier hatte um Sofia Cracroft geworden, Franklins Nichte und enge Vertraute von Lady Jane.
00:18:38: Und er war abgewiesen worden!
00:18:41: Der erfahrenste Polarfahrer der Expedition segelte also als Nummer zwei in die Arktis, unter dem Onkel der Frau, die ihn nicht gewollt hatte.
00:18:49: Aus seinen letzten Briefen abgeschickt aus Grönland an sein Freund James Clark Ross spricht – das ist dokumentiert – vor allem Sorge!
00:18:58: Über die späte Jahreszeit über die fehlende Eiserfahrung der Offiziere über die eigene gedrückte Stimmung.
00:19:04: Es sind die einzigen wirklich skeptischen Töne, Der Dritte im Bunde war James Fitzjames, Commander auf der Airbus mit Anfang dreißig der kommende Mann der Royal Navy.
00:19:17: Glänzend vernetzt, witzig, charmant – ein beknadeter Selbstdarsteller!
00:19:22: Sein Lebenslauf war für sein Alter spektakulär.
00:19:25: Teilnahme an einer abenteuerlichen Euphrat-Expedition durch den Nahen Osten ausgezeichnet für die Rettung eines Ertrinkenden mehrfach hervorgehoben für Tapferkeit im sogenannten Opiumkrieg gegen China wo er verwundet wurde.
00:19:40: Keine!
00:19:41: Trotzdem hatte die Admiralität ihm die Auswahl eines Großteils der Offiziere überlassen, was erklärt warum so viele junge Männer ohne Eiserfahrung an Bord waren.
00:19:50: Fitz James wählte aus seinem eigenen Umfeld – das erstaunlichste an ihm aber blieb zu seinen Lebzeiten verborgen.
00:19:57: Fitz-James war ein unehrliches Kind untergebracht bei einer Pflegefamilie.
00:20:01: Seine Herkunft hat er zeitlebens verschleiert und auch in offiziellen Papieren verschleiern lassen.
00:20:07: Die Marine-Historie hat das erst in unserem Jahrhundert sauber rekonstruiert und die DNA Forschung, zu der wir noch kommen, hat dieser Lebensgeschichte im Jahrzehnt zwanzig ein letztes dunkles Kapitel hinzugefügt.
00:20:20: Ein Mann, der sich seine Identität selbst erschaffen hatte ohne Namen von Rang und dessen Namen die Wissenschaft fast einhundertundachtzig Jahre später tatsächlich zurückgeben konnte – doch dazu später mehr!
00:20:32: Mit an Bord waren auch Schiffsärzte, Eismeister, Maschinisten aus dem Eisenbahnwesen.
00:20:37: Ein Dolmetscher-Posten blieb unbesetzt – niemand an Bordsprache sprach die Sprache der Inuit!
00:20:42: Auch das ist ein Detail, der später noch Gewicht bekommen wird.
00:20:46: Der Auftrag der Admiralität war präzise.
00:20:48: Durch den Lancaster Sound nach Westen segeln und dann nach Süden und Westen vorstoßen, die letzte unkartierte Lücke schließen und durch die Beringstraße in den Pazifik hinausfahren.
00:20:59: Man rechnete mit einen bis zwei Überwinterungen im Eis.
00:21:02: Das war Routine, das hatten andere Expeditionen überstanden.
00:21:06: Am neunzehnten Mai, eighteenhundertfünfundvierzig legten Arabs und Terror in Green Heights an der Thamese ab.
00:21:12: Tausende Schaulustige säumten das Ufer.
00:21:14: Eine Taube, so berichteten es Zeitzeugen ließ sich auf einem Mast nieder was als gutes Ohm gedeutet wurde.
00:21:21: Es sollte das letzte Mal sein dass England diese Schiffe sah.
00:21:41: Die Reise begann unspektakulär.
00:21:42: Die Schiffe liefen die Orgney-Inseln an und erreichten Anfang Juli, die Wahlfischbucht an der Westküste Grönlands.
00:21:50: Dort wurden letzte Vorräte von einem Begleitschiff übernommen, Ochsen, die man mitgeführt hatte, wurden geschlachtet und das Fleisch verstaut.
00:21:57: Fünf Männer wurden als untauglich oder krank nach Hause geschickt – eine Entscheidung, die ihnen das Leben rettete!
00:22:04: Damit stand die endgültige Zahl.
00:22:10: Aus Grönland gingen die letzten Briefe nach Hause.
00:22:13: Über die fünf Heimkehrer und über das Begleitschiff – diese Briefer existieren noch, sie wurden vor wenigen Jahren erstmals vollständig wissenschaftlich editiert und sind vielleicht das berührendste an dieser ganzen Geschichte weil in ihnen nichts von dem Unheil liegt was kommen sollte!
00:22:28: Die Stimmung an Bord war glänzend.
00:22:30: Offiziere schwärmten von Franklin als Kommandanten der Sonntag selbst die Predigt Hielt und seine Offizier wie ein Familienoberhaupt um sich.
00:22:37: schade Fitz James schickte seitenlange geistreiche Charakterporträts seiner Kameraden nach Hause.
00:22:44: Kleine Beschreibungen wer an Bord wie redet, lacht und arbeitet – gedacht zur Veröffentlichung!
00:22:50: Durch sie kennen wir heute viele dieser Männer überhaupt als Menschen und nicht nur als Namen auf einer Musterungsliste.
00:22:56: Mancher Seemann schrieb seiner Familie schlicht, man möge sich ein gutes Jahr machen.
00:23:00: Er sei bestens versorgt.
00:23:02: Franklin selbst schrieb seine Frau Jane und bat sie sinngemäß, sich keine Sorgen zu machen wenn man länger nichts höre.
00:23:08: Verzögerungen seien in der Arktis normal!
00:23:11: In dieses helle Stimmungsbild mischt sich nur ein dunkler Ton – und ihr wisst schon von wem er stammt.
00:23:17: Cossier, der an Ross schrieb wie spät im Jahrmann dran sei und wie allein er sich fühle….
00:23:22: Es ist mit dem Wissen von heute gelesen, als hätte ein einziger an Bord die Schatten schon gesehen.
00:23:28: Ende Juli, eighteenhundertfünfvierzig kam es zur letzten dokumentierten Begegnung in der Bethan Bay.
00:23:34: am Rand des Pack-Eises trafen Erebus und Terror auf zwei britische Wahlfangschiffe – Die Prince of Wales und The Enterprise.
00:23:41: Offiziere besuchten sich gegenseitig man tauschte Neuigkeiten aus.
00:23:45: Kapitän Dennard von Der Prince Of Wales notierte den Besuch im Logbuch.
00:23:49: Die Expedition wartete dort, verteut an einem Eisberg auf günstige Bedingungen um in den Lenkaster Sound einzufahren.
00:23:57: Die Stimmung, so berichteten die Wahlfänger später war zuversichtlich – beide Mannschaften bei bester Gesundheit und guter Dinge!
00:24:04: Dann trennten sich die Wege.
00:24:06: Die Wahlfänger gingen ihrer Arbeit nach, Erebus & Terror segelten nach Westen in den Lenkaster Sound hinein in den arktischen Archipel… Und dann stille.
00:24:15: Kein Brief mehr keine Sichtung mehr keine Nachricht mehr.
00:24:19: Einundertneunundzwanzig Männer und zwei der modernsten Schiffe ihrer Zeit verschwanden aus der dokumentierten Geschichte, für mehr als ein Jahrzehnt fast vollständig in manchen Aspekten bis heute.
00:24:31: An dieser Stelle müssen wir kurz innehalten.
00:24:35: Alles, was ich euch ab jetzt über den weiteren Verlauf der Expedition erzähle wurde rückwirkend rekonstruiert.
00:24:41: Aus Funden aus einem einzigen erhaltenen Dokument, aus Gräbern Knochen Wrax und aus dem mündlichen Überlieferung der Inuit.
00:24:50: Es gibt ab diesem Punkt kein Lokbuch mehr keinen Brief Keinen lebenden Zeugen aus den Reihen der Expeditions.
00:24:57: Ich erzähle euch die Ereignisse trotzdem in chronologischer Reihenfolge weiter, so wie die Forschung sie heute zusammensetzt.
00:25:04: Und ich sage euch jeweils dazu, woher wir die einzelnen Puzzleteile haben!
00:25:21: Was geschah nach der Trennung von den Wahlfängern?
00:25:24: Die Expedition fuhr in den Lenkerster Sound ein und stieß zunächst weiter vor, als ihr Auftrag ist verlangte.
00:25:30: Wir wissen aus dem später gefundenen Dokument – dazu kommen wir noch ausführlich -, dass die Schiffe im Sommer eighteenhundertvierzig den Wellington Channel hinauffuhren bis etwa zum siebenundsebzigsten Breitengrat und die Cornwalls Inseln umrundeten.
00:25:45: Das war ein beachtlicher Vorstoß!
00:25:47: Vermutlich suchte Franklin nach einer offenen Route weiter nördlich, fand sie nicht und kehrte
00:25:52: um.".
00:25:53: Den Winter, eighteenhundertfünfundvierzig und achtzehnhundertsechsundvierzig verbrachte die Expedition im Schutz einer kleinen Kageninsel namens Beachy Island am Eingang des Wellington Channels.
00:26:04: Diesen Ort kennen wir aus Handfesten Funden.
00:26:08: Such-Expeditionen entdeckten dort Jahre später die Überreste des Winterlagers – Zeltplätze, eine Schmiede, ein Lagerhaus, hunderte Lehrerkonservendosen.
00:26:17: ordentlich aufgestapelt… Und drei Gräber!
00:26:20: Drei hölzerne Grabtafeln, sorgfältig beschriftet in den gefrorenen Schotter gesetzt.
00:26:26: Hier liegen begraben.
00:26:27: John Tawington, Heizer auf der Terror gestorben am ersten Januar, eighteenhundertsechsenvierzig zwanzig Jahre alt.
00:26:35: Jon Hartnell, Vollmatrose der Erebus, gestorbend am vierten Januar.
00:26:39: achtzehnhundert sechsen vierzig fünfundzwanzig jahre alt.
00:26:42: William Brain, Marine-Soldat der Erebis, gestorbend am dritten April, achtzehundertsechsundvierzzig zweiunddreißig Jahre.
00:26:50: Auf zwei der Grabtafeln ließen die Kameraden Bibelferse anbringen und wer immer diese Ferse auswählte, hatte einen unheimlich treffenden Griff.
00:26:59: Auf Hartnitz-Tafel steht ein Fers aus dem Buch Herrgei – Der sinngemäß mahnt, bedenkt eure Wege!
00:27:04: Man hat darüber gerezelt ob das eine fromme Routine war oder eine bewusste Botschaft vielleicht von Franklin selbst, der für seine Frömmigkeit bekannt war.
00:27:14: Beweisen lässt sich das nicht.
00:27:15: Die Ferse selbst aber stehen bis heute dort und sind dokumentiert Drei Tote im ersten Winter.
00:27:21: Das war für eine Expedition dieser Größe und dauernd nicht außergewöhnlich, auch wenn es im Rückblick wie ein erstes Wetterleuchten wirkt.
00:27:30: Tuberkulose-und Lungenentzündung so zeigten spätere Untersuchungen, spielten bei diesen drei Männern eine zentrale Rolle – über das Leben im Winterlager selbst verraten die Fundplätze einiges!
00:27:41: Die Männer errichteten an Landstrukturen aus Stein und Vorräten, eine Schmiede ein Magazin einen Beobachtungsposten.
00:27:49: Es finden sich Spuren von Schlittenausflügen in die Umgebung sogar die Reste eines kleinen angelegten Gärtchens indem man offenbar versuchte im arktischen Sommer Kresse oder Ähnliches zu ziehen.
00:28:00: Ein fast rührender britischer Versuch der Eiswüste ein Stück Heimat abzutrotzen.
00:28:05: Die Routine der Royal Navy sah für Überwinterungen, Unterricht, Theaterabende und strikte Tagesabläufe vor um Körper- und Geist dem Männer zu beschäftigen.
00:28:14: Ob all das auf Beachy Island stattfand wissen wir Mangels Dokumenten nicht im Detail – es entsprach aber der gängigen Praxis dieser Schiffe und Offiziere.
00:28:23: Es gab etwas dass ein Beachy island die späteren Suchmannschaften allerdings irritierte.
00:28:28: Es wurde keinerlei schriftliche Nachricht gefunden.
00:28:31: Es war übliche Praxis an Überwinterungsplätzen Botschaften in Steinmalen, sogenannten Kerns zu hinterlegen.
00:28:38: Wer hier war wohin man weiter wollte?
00:28:41: Auf Beachy Island fand man Steinmale eines davon auffällig groß und sorgfältig aufgeschichtet – aber keine Nachricht darin!
00:28:49: Nicht einmal nach Tagelangen auseinandernehmen und nachgraben.
00:28:53: Warum weiß bis heute
00:28:54: niemand?!
00:28:55: Vielleicht ein Versäumnis im Aufbruchstress….
00:28:57: Vielleicht ging eine Nachricht verloren.
00:28:59: Es ist einer der vielen kleinen Lehrstellen dieser Geschichte, und für die Sucher von eighteenhundertfünfzig wurde sie – wir kommen gleich dazu – zur Quelle blanker Verzweiflung.
00:29:10: Im Sommer achtzehnhundertsechsundvierzig kam das Eis in Bewegung und die Expedition setzte ihren Weg fort nun nach Süden durch den Peelground hinunter in Richtung der letzten unkartierten Lücke Hinunter in Richtung einer Insel, deren Name in dieser Geschichte zum Synonym für das Ende werden sollte.
00:29:47: King William Island Liegt im Herzen des arktischen Archipelts.
00:29:51: Auf den Karten von eighteenhundertfünfundvierzig waren nicht einmal sicher ob es eine Insel oder eine Halbinsel war.
00:29:58: Westlich davon öffnet sich die Victoria Strait und diese Mehränge ist eine Falle.
00:30:03: Von Nordwesten her drückt eine gewaltige, permanente Eisströmung aus dem pollaren Ozean in diese Straße.
00:30:09: schweres mehrjähriges Pack-Eis das auch in vielen Sommern nicht aufbricht.
00:30:14: Östlich von King William Island wäre eine geschützte Route verlaufen – aber das konnte achtzehnhundertsechsenvierzig niemand wissen!
00:30:22: Im September aachzehnhuntersächsensvierzig, das Datum kennen wir aus dem einen erhaltenen Dokument, wurden Arabs und Terror nordwestisch vom King William island vom Eis eingeschlossen.
00:30:33: Etwa fünfundzwanzig Kilometer vor der Küste frohren die Schiffe fest.
00:30:38: Das allein war noch keine Katastrophe, genau dafür waren die Schiffen gebaut – dafür waren Vorräte bemessen!
00:30:44: Man richtete sich auf die Überwinterung ein und wartete auf den Sommer eighteenhundertsiebenundvierzig, der das Eis öffnen würde.
00:30:52: Aus dem Frühjahr achtzehnhundert siebenvierzig stammt die erste Hälfte des wichtigsten Dokuments dieser ganzen Geschichte.
00:30:58: Ende Mai, eighteenhundertsiebenvierzig verließ eine kleine Gruppe unter Leutnant Graham Goa die Schiffe und deponierte an der Nordwestküste von King William Island an einem Ort namens Victory Pointe eine Nachricht in einem Steinmal.
00:31:12: Es war ein Standortformular der Admiralität auf dem in mehreren Sprachen darum gebeten wird den Fund der nächsten britischen Behörde zu melden.
00:31:20: In die Mitte des Formulas schrieb die Gruppe ihre Position, den bisherigen Reiseverlauf und am Ende zwei Wörter, die im Rückblick fast unerträglich klingen.
00:31:29: All well!
00:31:30: Alles wohl auf.
00:31:32: Datiert ist diese Nachricht auf dem twenty- achtendsten Mai, eighteenhundertsiehmundvierzig.
00:31:37: Zwei Wochen später, am elften Juni, eighteenhunzehnundvierzig starb Sir John Franklin.
00:31:42: Woran er starb wissen wir nicht?
00:31:44: Wo er begraben oder bestattet wurde, wissen wir nichts.
00:31:47: Sein Körper wurde nie gefunden.
00:31:50: Wir wissen nur das Datum, weil es ein Jahr später jemand an den Rand eben jenes Formular schrieb.
00:31:55: Der Sommer-Achzehnhundertsiebenundvierzig auf den alle gehofft hatten brachte keine Erlösung – Das Eis der Victoria Strait gab die Schiffe nicht frei!
00:32:04: Ein zweiter Winter in der Eiswüste begann nun ohne den Kommandanten unter dem Befehl von François Croixier Dieser zweite Winter im Pack-Eis, der Wendepunkt gewesen sein muss.
00:32:18: Wieder gilt kein Tagebuch, kein Lockbuch.
00:32:21: aus dieser Zeit ist je aufgetaucht – aber die nackten Zahlen, die wenig später notiert wurden, sprechen eine deutliche Sprache!
00:32:28: Bis zum April, eighteenhundertachtenvierzig waren insgesamt neun Offiziere und fünfzehn Mannschaftsmitglieder tot.
00:32:34: Vierundzwanzig Männer zusätzlich zu Franklin überproportional viele Offizieren.
00:32:39: Irgendetwas tötete diese Mannschaft schneller als es Kälte- und normale Entbehrung allein erklären würden.
00:32:45: Was genau?
00:32:46: Darüber sprechen wir im zweiten Teil dieser Folge ausführlich – denn diese Frage beschäftigt die Wissenschaft bis heute!
00:33:20: Am Twenty-Zwanzigsten April, die alles besiegelte.
00:33:26: Crossier und Fitz James gaben die Schiffe auf.
00:33:28: Einhundertfünf Überlebende verließen Erebus und Terror und schlugen ihr Lager an der Nordwestküste von King William Island auf.
00:33:36: Now Victory Point.
00:33:37: Dort holten sie die Nachricht aus dem Vorjahr wieder aus dem Steinmal hervor, beschrieben den Rand des Formulas mit einer zweiten Botschaft.
00:33:44: Dieses Blatt Papier heute als Victory Point Note bekannt ist das einzige schriftliche Zeugnis der Expedition über Ihr eigenes Schicksal!
00:33:53: Sinn gemäß steht dort, die Schiffe wurden am zweiundzwanzigsten April verlassen nachdem sie seit dem zwölften September eighteenhundertsechsenvierzig im Eist festgesessen hatten.
00:34:03: Die Offiziere und Mannschaften insgesamt einhundertfünf Seelen lagern hier.
00:34:08: Sir John Franklin starb am elften Juni achtzehnhundertsieben und vierzig.
00:34:12: Die Gesamtverluste betragen bis heute neun Offizierer und fünfzehn Mann unterzeichnet von Crossier und Fitz James Und dann, fast wie nachgeworfen die letzte Zeile geschrieben von Crossier.
00:34:24: Aufbruch morgen am XXV zum Beck's Fish River.
00:34:29: Der Plan dahinter lässt sich nachvollziehen.
00:34:32: Der Backriver mündet südlich vom King William Island auf dem nordamerikanischen Festland.
00:34:37: Bloß aufwärts viele hundert Kilometer entfernt lag ein Außenposten der Hudson's Bay Company.
00:34:42: Vielleicht hoffte Crossier auch im Süden auf Wild zu stoßen oder auf Inuit.
00:34:47: Es war der Versuch, sich selbst zu retten als keine andere Option mehr blieb.
00:34:52: Nüchtern betrachtet war es ein Todesmarsch.
00:34:54: Die Männer waren nach drei Wintern geschwächt viele vermutlich krank.
00:34:58: Sie schleppten schwere Boote auf Schlitten über das Eis Boote die sie für die Flussfahrt brauchen würden.
00:35:04: Spätere Funde entlang ihrer Route zeichnen ein verstörendes Bild.
00:35:08: Die Suchmannschaften des XIX.
00:35:10: Jahrhunderts fanden auf King William Island zurückgelassene Ausrüstung in absurden Mengen, Silberbesteck mit Offiziersinitialen, Seidentücher Buchstapel, Seife Vorhangsstangen eine Schreibmappe Werkzeug Dinge die auf einem Überlebensmarsch durch die Arktis nichts verloren haben.
00:35:27: Manche Forscher lesen darin Anzeichen von Desorganisation oder geistiger Verwirrung.
00:35:33: andere vermuten, dass die Männer schlicht alles verwertbare Mitnahmen um damit gegebenenfalls mit Inuit handeln zu können und es nach und nach abwaffen.
00:35:42: Beides ist Interpretation – Die Fundlage selbst ist Fakt!
00:35:47: Was dann geschah lässt sich nur noch in Bruchstücken erzählen Und diese Bruchsstücke stammen aus zwei Quellen Aus den sterblichen Überresten und Relikten, die über die folgenden Jahrzehnte gefunden wurden und aus den Erzählungen der Inuit, die diesen Männern begegneten.
00:36:01: Ich kennzeichne euch das jeweils Belegt durch Funde ist, die Route des Marsches führt die Westküste von King William Island entlang nach Süden.
00:36:10: In der Erebus Bay etwa achtzig Kilometer südlich das Aufbruchspunkt blieben Boote und Tote zurück.
00:36:16: An einer Stelle fand man später ein Boot auf einem Schlitten darin zwei Skelette, Gewehre, Schokolade, Tee und wieder diese rätselhafte Fracht aus Seidentüchern und Silberlöffeln – bemerkenswert!
00:36:27: Das Boot war nach Norden ausgerichtet, zurück in Richtung der Schiffe….
00:36:31: Weiter südlich über die Südküste der Inselverstreut fanden sich weitere Überreste, einzelne Tote und kleine Gruppen.
00:36:38: Auf dem Festland schließlich an einem Ort, der heute Starvation Cove heißt – also die Bucht des Verhungerns – endete die Spur der letzten Gruppe nur wenige Kilometer vor der Mündung des Backriver.
00:36:51: Keiner der einmal fünf Männer erreichte je einen Außenposten, keiner überlebte!
00:36:58: Aus den mündlichen Überlieferungen der Inuit – und das sind jetzt ausdrücklich Erzählungen über Generationen weitergegeben, später von Forschern aufgezeichnet – stammen Szenen die das Gerüst erfunden mit Leben füllen.
00:37:10: Berichte von einer Begegnung mit einer Gruppe ausgemergelter weißer Männer, die ein Boot über das Eis zogen, angeführt von einem Mann, den die Inuit Agloka nannten.
00:37:20: Diese Männer waren dünn ihre Münder trocken und dunkel, sie gestikulierten ihre Schiffe sein vom Eis zerdrückt worden.
00:37:27: Und sie kauften Robbenfleisch!
00:37:29: Die Inuitfamilien – selbst am Rand des Existenzminimums lebend – zogen weiter.
00:37:34: Eine Handvoll Jäger konnte hundert hohenande Männer nicht ernähren.
00:37:38: Andere Überlieferungen erzählen von selten voller Leichen, von einem großen Schiff das später weiter südlich im Eis gesehen wurde, von Männern die an Bord gewesen seien sollen und von einem toten groß gewachsenen Mann in einer Kabine….
00:37:51: Wie viel davon sich auf welche Ereignisse bezieht, ist Gegenstand jahrzehntelanger Forschung.
00:37:56: Wir kommen im Hintergrundteil darauf zurück – denn diese Erzählungen haben sich am Ende als erstaunlich treffsicher erwiesen.
00:38:03: Irgendwann zwischen achtzehnhundert achtenvierzig und nach manchen Hinweisen vielleicht aachzehn hundertfünfzig oder einenfünftig verstummte die Franklin Expedition endgültig.
00:38:13: Einhundertundzwanzig Männer waren tot und das Unheimliche ist, zu diesem Zeitpunkt wusste die Welt noch nicht einmal dass überhaupt etwas schief gegangen war.
00:38:39: In England begann die Geschichte der Franklin Expedition gewissermaßen erst als sie in der Arktis schon vorbei war.
00:38:46: Zwei Jahre lang machte sich niemand ernsthaft Sorgen!
00:38:49: Die Expedition war auf drei Jahre verproviantiert, Funkverbindungen gab es nicht, Schweigen war erwartbar... Doch ab Eightzehnhundertsiebenundvierzig wurde eine Stimme immer lauter, die sich mit dem Abwarten nicht abfinden wollte.
00:39:03: Lady Jane Franklin – sie schrieb an die Admiralität, an Premierminister und an den Präsidenten der Vereinigten Staaten später sogar an den russischen Zaren.
00:39:12: Sie mobilisierte die Presse, die Öffentlichkeit ihr beträchtliches Privatvermögen.
00:39:18: Wenn diese Geschichte eine unbeirrbare Helden hat… dann sie!
00:39:22: Die Admiralität reagierte schließlich mit einem dreigleisigen Plan.
00:39:29: Eine Landexpedition unter John Richardson und John Raye suchte entlang der arktischen Festlandsküste.
00:39:35: James Clark Ross, der Mann, der nie wieder ins Eis gewollt hatte, führte zwei Schiffe durch den Lancaster Sound.
00:39:41: Ein drittes Unternehmen näherte sich von der Pazifik-Seite über die Beringstraße.
00:39:46: Zusätzlich lobte die Admiralität eine Belohnung von zwanzigtausend Pfund aus – nach heutiger Kaufkraft ein Millionenbetrag für jeden der dem Mannschaften Hilfe brechte.
00:39:56: Alle drei Vorstöße fanden nichts!
00:39:59: Was dann folgte war eine der größten Suchaktionen der Seefahrtsgeschichte.
00:40:04: Allein im Jahr eighteenhundertfünfzig kreuzten rund ein Dutzenschiffe in der Arktis.
00:40:08: Eine ganze britische Flotil unter Kapitän Hoechio Austin, zwei Wahlfangschiffe unter dem erfahrenen Eiskapitän William Penny – dazu der alte John Rust, der mit über siebzig Jahren noch einmal selbst ins Eis fuhr!
00:40:21: Er hatte Franklin vor der Abreise halb im Scherz versprochen ihn zu holen falls er nicht zurückkehme und war nun einer der wenigen die dieses Versprechen ernst nahm….
00:40:31: Sogar aus Amerika kam Hilfe, denn New Yorker Kaufmann Henry Grinnell finanzierte aus eigener Tasche zwei Schiffe nach dem Lady Franklin sich brieflich an die amerikanische Öffentlichkeit gewandt hatte.
00:40:43: Und Lady Franklin selbst schickte parallel ihre eigenen privat finanzierten Expeditionen los – die erste von mehreren für die sie nach und nach einen erheblichen Teil ihres Vermögens ausgab!
00:40:55: Die Methoden dieser Suche klingen heute teils wie aus einem Abenteuer Roman, sind aber aktenkundig.
00:41:01: Man ließ Wasserstoffballons mit hunderten angebundenen Nachrichtenzetteln über das Eis treiben in der Hoffnung einer Möge ins Sichtweite der Vermissten niedergehen!
00:41:10: Man fing Polarfüchse, legte ihn gravierte Halsbänder mit Botschaften und Imposition von Vorratsdepots an und ließ sie wieder laufen.
00:41:18: Die Tiere streifen weit – vielleicht würde einer von ihnen den Hungern vor die Flinte laufen und seine Botschaft überbringen?
00:41:25: Schiffe feuerten Signalraketen in die Polarnacht, hinterließen Depots, bemalten Felswände mit Hinweisen.
00:41:32: Nichts davon erreichte je einen Mann der Franklin Expedition.
00:41:35: Nach allem was wir heute wissen war zu diesem Zeitpunkt vermutlich bereits keiner von ihnen mehr am
00:41:40: Leben.".
00:41:41: Die Suchenden konnten das aber nicht wissen.
00:41:43: Die Vorstellung, dass irgendwo da draußen Kameraden auf Rettung warteten, trieb sie durch Eisspressungen, Skorboot und Polarnächte.
00:41:51: Die Suche nach Fönklin wurde daheim zur nationalen Obsession – befeuert von Zeitungen, Balladen und sogar von Seons von Hellsehern deren angebliche Visionen vom Schicksal der Expedition ernsthaft bis in Marinekreise hineindiskutiert
00:42:05: wurden.".
00:42:06: Ein schönes Beispiel dafür, wie schnell sich um eine reale Tragödie ein Nebel aus Spekulation legt.
00:42:13: Im August eighteenhundertfünfzig dann der erste echte Durchbruch.
00:42:16: Suchschiffe entdeckten auf Beachy Island das verlassene Winterlager und die drei Gräber von denen ich euch vorhin erzählt habe – endlich eine Spur!
00:42:25: Die Funde wurden mit fast archäologischer Akribie aufgenommen.
00:42:36: Überliefert ist unter anderem der Fund eines einzelnen Pass-Handschuher, das jemand zum Trocknen ausgelegt und mit Steinchen beschwert hatte als wollte der Besitzer gleich zurückkommen.
00:42:46: Fünf Jahre lag es da schon – solche Details trafen die Suchmannschaften härter als manches Grab!
00:42:52: Doch die Euphorie kippte schnell in Ratlosigkeit….
00:42:55: Denn nun rechte sich die Lehrstelle vom Beachy.
00:42:58: Drei Tote, ein Lager und ein großes Steinmal – aber keine Nachricht!
00:43:02: Keine Richtungsangabe?
00:43:04: Nichts?!
00:43:05: Die Männer nahmen das Steinmal Stein für Stein auseinander, gruben darunter, suchten in jeder Ritze.
00:43:10: Die Spur begann und endete auf einem Schotterhaufen am Rand der
00:43:13: Wege.".
00:43:16: In den Folgejahren konzentrierten sich die Suchschiffe überwiegend auf den Norden und Westen, also in die falsche Richtung.
00:43:22: Das hatte eine gewisse Logik – Franklins Befehle hatten als Alternative einen Vorstoß durch dem Wellington Channel nach Norden vorgesehen und auf Beachy deutete nichts in den Süden!
00:43:32: Die Victoria's Trade und King William Island wo die Antwort lag blieben außen vor.
00:43:37: Tragestarrern ist auch….
00:43:39: Eine einzige Schlittengruppe, ein paar hundert Kilometer weiter südlich hätte schon eighteenhunderteinundfünfzig oder zweieinfünftig die Wahrheit finden können.
00:43:47: Die Suche schrieb derweil ihre eigenen Dramen und zwei davon muss ich euch erzählen weil sie zeigen was diese Region mit Schiffen und Menschen machte.
00:43:55: Das erste?
00:43:56: In den letzten Jahren lief Kapitän Robert McClure mit der HMS-Investigator von der Pazifikseite her in die Arktis ein, offiziell um Franklin zu suchen, getrieben aber erkennbar auch vom Airguides selbst die Passage zu vollenden.
00:44:11: McClures entdeckte tatsächlich die letzte fehlende Verbindung von Westen her und fuhr sich dann im Eis der Mercy Bay so gründlich fest dass die Investigator nie wieder freikam – drei Winter saß seine Mannschaft fest!
00:44:23: Am Ende halb verhungert und vom Scoreboard gezeichnet, bis Schlittenmänner einer anderen Such-Expedition sie eighteenhundertdreinfünfzig fanden und über das Eis zu ihren Schiffen führten.
00:44:33: McClure's Männer überquerten damit teils zu schiff zahlt es zu Fuß über das gefrorene Meer, als erste Menschen nachweislich die Nordwestpassage.
00:44:42: Aus der Rettungsmission für Franklin war nebenbei die Lösung der jahrhunderte alten Aufgabe geworden – Halb-Errungen halb erlitten.
00:44:50: McClure erhielt dafür später eine hohe Belohnung des Parlaments.
00:44:53: Eine Pohante mit Beigeschmack, denn gesucht hatte ja eigentlich etwas anderes!
00:44:58: Das Frag der Investigator übrigens wurde aus dem Grund der Mercy Bay wiedergefunden.
00:45:03: Auch das ein Vorbote dessen, dass vier Jahre später mit der Airbus gelingen sollte.
00:45:08: Das zweite Drama?
00:45:17: fünf Schiffe.
00:45:18: Belcher, ein als schwierig geltender Kommandant ließ nach zwei Wintern entgegen dem Rat seiner Kapitänel gleich vier dieser Schiffe im Eis zurück und kehrte achtzehnhundertfünfzig mit der versammelten Mannschaft auf dem fünften Heim.
00:45:30: Vier aufgegebene Schiffe der Royal Navy – Ein beispielloser Vorgang, der ihm einen Kriegsgericht einbrachte.
00:45:36: Freigesprochen wurde er nur mit zusammen gebissenen
00:45:39: Zehen.".
00:45:39: Eines dieser zurückgelassenen Schiffe aber, die HMS Resolute weigerte sich unterzugehen.
00:45:45: Sie brach allein aus dem Eis aus, driftete über tausend Meilenführer los durch die Arktis und wurde von einem amerikanischen Wahlfänger treibend aufgebracht – unversehrt gespenstisch leer!
00:45:57: Die Vereinigten Staaten kauften das Geisterschiff, ließen es restaurieren und schenkten es Großbritannien als Geste der Freundschaft zurück.
00:46:04: Als die Resolute Jahrzehnte später abgefragt wurde, ließ Königin Victoria aus ihren Eichenbalken einen Schreibtisch fertigen und schenkte ihn dem amerikanischen Präsidenten.
00:46:16: Das fand ich sehr interessant.
00:46:18: Dieser Schreibtisch, der Resolute Desk steht bis heute im Oval Office des Weißen Hauses.
00:46:23: Wenn ihr also das nächste Mal Bilder seht auf denen ein US-Präsident etwas unterzeichnet dass Holz unter seinen Händen war einmal Teil der Suche nach John Franklin.
00:46:34: Manchmal sitzen die Ausläufer einer Geschichte an Orten an denen man sie nie vermuten würde.
00:46:39: Unterm Strich aber gab es nach Jahren dutzenden Schiffen und ungeheuren Summen keinen einzigen Hinweis darauf, wohin Franklin nach Beachy Island gegangen war.
00:46:49: Bei den Suchaktionen kam ihrerseits Schiffe und Menschen zu Schaden – die Arktis forderte auch von den Rettern ihren Preis!
00:46:55: Die Admiralität war ernüchtert….
00:46:58: der Krimkrieg band achtzehnhundertfünfzig Schiffe & Geld und die offizielle Suche lief aus.
00:47:04: Die erste echte Antwort kam ausgerechnet von keinem Suchschiff.
00:47:10: Sie kam von einem Mann, der ganz anders arbeitete als die Royal Navy.
00:47:14: John Ray war Arzt und Forschungsreisender der Hudson's Bay Company – ein Schotte, der reiste wie die Menschen des Landes in kleinen Gruppen mit Schneehäusern stattzelten, vom Jagd lebend im engen Austausch mit den Inuit.
00:47:29: Im Frühjahr eighteenhundertfünfzig traf Ray auf der Busier Halbinsel Inuit, die ihm von einer Gruppe von etwa vierzig weißen Männern erzählten.
00:47:37: Die Jahre zuvor hungrend ein Boot nach Süden gezogen hätten und sie erzählte von vielen Leichen, die später in der Gegend der Backriver-Mündung gefunden worden seien.
00:47:47: Ray kaufte den Inuit Gegenstände ab, die sie von diesen Orten hatten.
00:47:51: Silber besteckt mit den Initialen und Wappen von Franklin Offizieren einen kleinen Orden der Sir John Franklin persönlich gehört hatte – Urenteilung Knöpfe!
00:48:00: Der Beweis war erbracht.
00:48:02: Die Expedition war auf- und um King William Island zugrunde gegangen.
00:48:07: Ways Berichte an die Admiralität enthielten aber noch etwas anderes.
00:48:11: Die Inuit hatten ihm vom Zustand der Leichen berichtet, verstimmelte Körper, Inhalte von Kochgefäßen und Way zog daraus in seinem Bericht den Schluss das die letzten Überlebenden zum äußersten Mittel gegriffen haben um ihr Leben zu verlängern – Kanibalismus.
00:48:26: Dieser Bericht war als internes Dokument gedacht.
00:48:29: Er gelangte an die Presse und das viktorianische England explodierte.
00:48:34: Das britische Marinesoldaten, Helden des Empire einander gegessen haben sollen war undenkbar – unsagbar eine Ungeheuerlichkeit!
00:48:43: Lady Franklin führte den Feldzug gegen Ray Ann und sie gewann dafür dem berühmtesten Schriftsteller des Landes Charles Dickens.
00:48:51: Dickens veröffentlichte in seiner Zeitschrift Artikel, in denen er Rays Schlussfolgerungen zerflügte und Ergriff Wray und die Inuit zeugen öffentlich an – wobei er aus heutiger Sicht klar rassistische Stereotype bediente.
00:49:05: Er deutete sogar an, Inuit selbst könnten die geschwächten Männer getötet haben!
00:49:10: Ray verteidigte seine Gewehrsleute, aber der Schaden war angerichtet.
00:49:14: Sein Ruf war ruiniert!
00:49:16: Die Belohnung von Zehntausend Pfund für die Aufklärung des Schicksals erhielt er erst nach CIM Ring und anders als praktisch jeder gescheiterte Marineoffizier dieser Ära wurde der Mann, der die Wahrheit herausgefunden hatte nie zum Rittergeschlagen.
00:49:30: behaltet diesen Konflikt im Kopf.
00:49:31: Die Frage, wem man glaubt – also den Erzählungen der Inuit oder dem Selbstbild des Empire – zieht sich von hier an wie ein roter Faden durch die nächsten einhundertsechzig Jahre dieser Geschichte und sie wird am Ende eindeutig beantwortet
00:49:44: werden.".
00:50:14: Für die britische Regierung war der Fall nach Waze-Bericht im Wesentlichen erledigt.
00:50:24: Für Lady Franklin war gar nichts erledigt.
00:50:27: Sie wollte Gewissheit, Dokumente, Gräber die Wahrheit über die letzten Tage ihres Mannes.
00:50:33: Mit Spenden und eigenem Geld kaufte sie eine kleine Dampfjacht Die Fox und übergab das Kommando an François Leopold McClintock einen erfahrenen Arktis-Offizier und Pionier der Schlittenreisen.
00:50:45: Die Fox lief aus, saß prompt einen ganzen Winter im Treib-Eis der Beffen Bay fest und erreichte erst die Zielgebiet.
00:50:55: Im Frühjahr von dort schlitten Gruppen aus um King William Islands systematisch abzusuchen.
00:51:02: Was sie fanden machte aus Vermutungen Gewissheit!
00:51:06: McClintock selbst stieß an der Südküste der Insel auf ein menschliches Skelett in den Resten einer Stewards-Uniform, liegend mit dem Gesicht nach unten sowie der Mann beim Gehen zusammengebrochen war.
00:51:17: Bei ihm einen Taschenbuch mit Papieren – Seemanns lürig Notizen teils im Spiegelschrift bis heute nicht vollständig entschlüsselt!
00:51:26: Diese sogenannten Pecklerpapiere werden uns ganz am Ende der Folge noch einmal begegnen und eine Auflösung auf die man einhundertsechzig Jahre warten
00:51:34: musste.".
00:51:36: Der entscheidende Fund aber gelang mehr Clintox-Schlittenführer Leutnant William Hobson am sechsten Mai, eighteenhundertneinundfünfzig bei Victory Point.
00:51:45: Das Steinmal und darin jenes eine Blatt Papier von dem ich euch erzählt habe!
00:51:50: Die Victory Point Note All well, vom Mai in der Mitte und an den Rändern.
00:51:56: in anderer Handschrift die Nachricht von April.
00:52:00: Schiffe aufgegeben, Franklin tot, vierundzwanzig tote.
00:52:04: Aufbruch zum Back River.
00:52:06: auf einem einzigen Blatt liegen Hoffnung und Untergang nur wenige Zentimeter auseinander.
00:52:12: Hapsen und McClintock fanden außerdem das zurückgelassene Material am Aufbruchsort, Kleiderberge, Öfen, Werkzeug.
00:52:19: Und in der Erebus Bay das Boot auf dem Schlitten mit den Zweiskeletten und der absurden Ladung von der ich vorhin sprach!
00:52:26: McClintock kehrte eighteenhundertneunundfünfzig nach England zurück und wurde gefeiert.
00:52:31: Sein Reisebericht wurde ein Bestseller.
00:52:33: Lady Franklin hatte bekommen, was die Regierung ihr verweigert hatte – ein Dokument, Daten, ein Stück Wahrheit!
00:52:40: Und sie hatte noch etwas erreicht.
00:52:42: Da die Expedition von ihrem Untergang die entscheidende Lücke kartiert hat, ließ sich nun argumentieren, Franklin und seine Männer hätten die Nordwestpassage entdeckt.
00:52:51: Sie haben es mit ihrem Leben bezahlt, aber sie haben's
00:52:54: entdeckt.".
00:52:55: Auf Vönglins Denkmal in London steht bis heute sinngemäß eher seit der Entdecker der Passage.
00:53:00: Tatsächlich durchfahren wurde sie erst drei bis neunzehntundert sechs von Ronald Emetson, mit einem winzigen Schiff und sehr viel von den Inuit-Gelernten wissen – auch das eine Pointe der Geschichte!
00:53:26: Mit mehr Clintox Rückkehr galt das Rätsel im offiziellen Großbritannien als gelöst.
00:53:31: Die Grundzüge standen fest… Todeskommandanten, Marsch, Untergang.
00:53:36: Doch ein paar unbeirrbare wollten mehr wissen und sie taten etwas das ihrer Zeit weit voraus war – Sie hörten den Inuit zu!
00:53:44: Der Amerikaner Charles Francis Hall, ein Druckereibesitzer aus Cincinnati ohne jede Forschungsausbildung ist dabei eine der sonderbarsten Figuren dieser ganzen Geschichte.
00:53:54: Holver überzeugt zunächst aus fast religiösen Eingebungen heraus dass es noch Überlebende geben könnte die unter Inuit lebt.
00:54:02: Er verkaufte sein Geschäft, ließ Frau und Kinder zurück und fuhr als Passagier eines Wahlfängers in die Arktis wo er insgesamt einige Jahre unter Inuit lebte.
00:54:11: Ihre Lebensweise über Namen und systematisch Zeugnisse über die Franklin Expedition sammelte – Erinnerungen von Menschen, die den sterbenden Männern begegnet waren oder ihre Lager gesehen hatten übersetzt von dem Inuit-Ehepaar Tokulito & Ebibing dass ihn über Jahre begleitete und ohne das seine Arbeit unmöglich gewesen wäre.
00:54:31: Überlebende fand Holl nicht, die Hoffnung darauf musste er auf seiner zweiten Reise endgültig begraben – was er stattdessen mitbrachte waren hunderte Seiten aufgezeichneter Erzählungen darunter die detaillierten Berichte eines Inuk namens INUKPU SHIJUK der Fundorte- und Szenen-Suprecise beschrieb, das Forscher noch im XXI.
00:54:51: Jahrhundert mit seinen Angaben arbeiteten.
00:54:54: Hall fand auch Skelettreste, eines der von ihm geborgenen Skelette wurde nach England überführt und damals anhand mitgefundener Gegenstände als Leutnant Henry Livus Conte bestattet.
00:55:06: Eine Identifizierung die sich im XXI Jahrhundert als falsch herausstellen sollte.
00:55:11: Nach heutiger Analyse handelte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den Schiffsarzt Harry Gottscher.
00:55:17: Holzaufzeichnungen teils wir, teils penibel gehören heute zu dem wertvollsten Quellen überhaupt!
00:55:23: Darunter Erzählungen über ein Schiff, das weit südlich der Aufgabe Position im Eis gesehen wurde und über Spuren von Männern die später als gedacht unterwegs gewesen sein könnten.
00:55:33: Auch hier wieder ganz wichtig – Das sind aufgezeichnete mündliche Überlieferungen, keine Dokumente der Expedition selbst!
00:55:40: Holz eigenes Ende, nur als Randnotiz, passt zu düsteren Aura dieses Themas.
00:55:46: Er starb in den letzten Jahren als Leiter einer Nordpol-Expedition unter nie restlos geklärten Umständen – eine Exhumierung im zwanzigsten Jahrhundert wie es hohe Asenwerte in seinen Überresten nach.
00:55:58: Ob Vergiftung durch fremde Hand oder die damals asenhaltige Bordmedizin ließ sich nicht mehr entscheiden.
00:56:05: Aber das ist eine eigene Geschichte für einen anderen
00:56:07: Abend.".
00:56:09: In den Jahren, der amerikanische Cavalry-Offizier Frederick Swatka mit einer kleinen Landexpedition die per Hundeschlitten King William Island und das Festland absuchte.
00:56:23: Eine Reise von mehreren tausend Kilometern, eine der längsten Schlittenreisen die bis dahin je dokumentiert wurden.
00:56:29: Spottkar fand weitere Gräber, Skelette und Relikte, bestattete verstreute Gebeine und sammelte ebenfalls Inuitzeugnisse.
00:56:37: Ein Grab konnte anhand von Gegenständen einem Offizier zugeordnet werden – John Irving von der Terror!
00:56:43: Seine Gebeinen wurden nach Schottland überführt.
00:56:51: Papiere der Expeditionen waren wohl unwiederbringlich verloren.
00:56:54: Inuit berichteten ihm von Kisten mit Büchern und Schriftstücken aus den Wachs-und-Lagern, die über die Jahre Wind-, Wetter- und Schlicht der praktischen Verwendung zum Opfer gefallen waren.
00:57:04: Niemand hatte den Inuit je sagen können dass diese Dinge für die Fremden von Wert waren!
00:57:09: Danach wurde es still um die Franklin Expedition.
00:57:12: Die Welt hatte neue Obsessionen, den Nordpol, den Südpol – bald zwei Weltkriege!
00:57:17: Die Knochen auf King William Island bleichten im Wind, die Erzählungen der Inuit-Wanderten von Generation zu Generation.
00:57:24: fast ein Jahrhundert lang schien diese Geschichte auserzählt.
00:57:28: Sie war es nicht.
00:57:29: Der zweite Akt dieser Geschichte gehört der Wissenschaft und er beginnt mit drei jungen Männern wie seit So weit die Kronik der Ereignisse.
00:57:56: Damit kennt ihr das Gerüst Aufbruch, Dann Jahrzehnte der Suche im neunzehnten Jahrhundert.
00:58:13: Im zweiten Teil dieser Folge schauen wir uns nun an, was Wissenschaft und Forschung seither aus diesem Gerüst gemacht haben – und zwar wieder chronologisch von den Neunzehnundachzigerjahren bis ins Jahr Zwei-Tausendsechsenzwanzig.
00:58:26: Dabei klären wir die großen offenen Fragen!
00:58:29: Woran starben diese Männer wirklich?
00:58:31: Was ist dran an der berüchtigten Bleivergiftungstheorie, was ergaben die Untersuchungen zum Kanibalismus?
00:58:37: und wie wurden nach über einhundertsechzig Jahren die Frax gefunden.
00:58:42: In den letzten Jahren begann der kanadische Anthropologe Owen Beatty von der University of Alberta Skelettreste vom King William Island mit modernen Methoden zu untersuchen.
00:58:53: Dabei fielen ihm zwei Dinge auf, Spuren von Scoreboard und auffällig hohe Bleiwerte in den Knochen.
00:58:59: Knoche allein konnten aber nicht klären ob das Blei aus der Zeit der Expedition stammte oder sich über ein ganzes Leben angesammelt hatte Denn das neunzehnte Jahrhundert war generell eine bleireiche Welt.
00:59:11: Wasserleitungen, Geschirr, Farben sogar Wein kam mit Blei in Berührung!
00:59:17: Die Antwort konnten nur Weichgewebe und Haare liefern – und die gab es nur an einem Ort … In den Permafrostgräbern von Beachy Island In den letzten Jahren lief es sich nicht so gut, dass die Menschen in der Welt geblieben sind.
00:59:41: In den vergangenen Jahren war es ein sehr ungewöhnliches Leben für mich und meine Eltern.
00:59:54: Es sind keine Erzählungen, keine Legenden.
00:59:57: Es sind Fotografien eines Menschen aus dem Jahr eighteenhundertsechsundvierzig konserviert vom
01:00:02: Eis.".
01:00:03: Die Autopsien ergaben, Torrington und seine Kameraden Hartnell und Brain waren schwer lungenkrank.
01:00:08: Tuberkulose-und Lungenentzündung – und ihre Haare enthielten Bleiwerte die um ein Vielfaches über dem lagen was selbst für das neunzehnte Jahrhundert normal war.
01:00:18: Und zwar in Haarabschnitten, die während der Expedition gewachsen waren.
01:00:22: Das sprach dafür dass zumindest einen Teil der Belastung während der Reise aufgenommen worden sein könnte.
01:00:28: Sicher war damit aber nicht wie groß dieser Anteil tatsächlich.
01:00:32: Bitti hatte auch einen Verdächtigen, die Konservendosen.
01:00:35: Erinnert ihr euch an Steven Goldner den Billiganbieter der in letzter Minute lieferte?
01:00:40: Auf Beachy Island lagen seine Dosen zu Hunderten und ihre Nähte waren in mit Luzin versiegelt, der zu einem erheblichen Teil aus Bleibestand teils schlampig verarbeitet – mit Lötklumpen, die ins Dosen innere ragten!
01:00:54: Bittys Schlussfolgerung ausgearbeitet mit dem Autor John Geiger im Buch Frozen In Time.
01:01:00: Die Expedition hat sich schleichend selbst vergiftet.
01:01:03: Blei kann Erschöpfung, Koliken, neurologische Störungen, Wesensveränderungen und geschwächte Immunabwehr verursachen.
01:01:10: Plötzlich schienen viele Rätsel erklärbar – die hohe Sterblichkeit, die überproportional vielen toten Offiziere, die womöglich mehr Dosenkost aßen, vielleicht sogar irrational wirkende Entscheidungen wie Vorhangsstangen auf dem Todesmarsch.
01:01:25: Diese Theorie dominierte die Franklin Forschung über Jahrzehnte und ihr findet sie bis heute in unzähligen Dokumenten als feststehende Tatsache.
01:01:33: Hier müssen wir aber sauber bleiben, versprochen ist versprochen.
01:01:36: Die hohen Blei-Werte sind ein belegter Befund.
01:01:40: Die Deutung BLEI sei eine Hauptursache des Untergangs ist eine Theorie und sie ist in den letzten Jahren erheblich ins Banken geraten.
01:01:47: Neuere Studien ab dem Jahr haben nachgelegt.
01:01:51: Untersuchungen an Knochen und Nägeln weiterer Expeditionsmitglieder zeigten teils dass die Bleibelastung über die Expeditionszeit wohl keinen dramatischen Anstieg nahm schon vorher bestanden haben kann.
01:02:05: Das Leben im industriellen England war Bleibelastung genug, eine viel beachtete Analyse eines Daumen-Nagels von John Hartnell kam zudem zu dem Ergebnis dass er eher an schweren Zinkmangel litt, sprich an Mangelernährung die das Immunsystem Schwächte und der Tuberkulose den Weg bereitete.
01:02:23: Auch Vergleiche mit anderen Marine-Expeditionen der selben Ära, die dieselbe Art Konservenaßen und nicht reinweise starben, dämpften die Bleitese.
01:02:32: Der heutige Forschungsstand vorsichtig formuliert.
01:02:36: Blei war vermutlich ein Belastungsfaktor unter mehreren – aber wahrscheinlich nicht der Auslöser der Katastrophe!
01:02:43: Die Hauptverdächtigen heißen heute deutlich
01:02:45: unspektakulärer.".
01:02:47: Kälte, Skorbutt, Tuberkulose, Lungenerkrankungen, Mangelernährung und schließlich Hunger.
01:02:53: Ein tödliches Zusammenspiel – kein einzelner Killer!
01:02:57: Manche Forscher diskutieren ergänzend Botulismus aus schlecht verschlossenen Dosen oder Trichinose durch rohes bzw.
01:03:04: nicht ausreichend gegartes Eisbärfleisch.
01:03:07: Botulismus ist eine schwere Vergiftung durch ein Bakteriengift, das unter Sauerstoffabschluss entstehen kann – also zum Beispiel in schlecht verarbeiteten oder verdorbenen Konserven.
01:03:17: Es kann Muskelehmungen, Atemprobleme und im schlimmsten Fall den Tod verursachen!
01:03:22: Trichinose wiederum ist eine parasitäre Erkrankung, die durch winzige Fadenwürmer ausgelöst wird.
01:03:28: Menschen können sich anstecken wenn sie rohes oder unzureichend gegartes Fleisch infizierter Tiere essen.
01:03:34: Auch Sie kann schwere Beschwerden auslösen – etwa Fieber, Muskelschwerzen, Schwäche und Entzündungen.
01:03:41: Beides wäre grundsätzlich denkbar vor allem unter den Bedingungen einer hungernen Expedition.
01:03:46: Bewiesen ist es für die Franklin-Männer aber nicht!
01:03:50: Plausible Theorien, keine gesicherten Fakten.
01:03:54: Übrigens damit auch dieses Detail seinen Abschluss findet Stephen Goldner geriet schon in den Achtzehnhundertfünfzigerjahren ins Visier, als sich in Marine-Debros massenhaft verdorbene Dosen aus seiner Produktion fanden.
01:04:06: Ein echter Skandal damals!
01:04:08: Ob seine Dosen die Franklin Männer vergiftet haben ist wie gesagt fraglich – dass ein Teil des Proviens minderwertig oder verdorben gewesen sein könnte und damit die Vorratslage schöner ausser als sie war, das halten viele Forscher für gut möglich.
01:04:22: Beweisen lässt es sich für die Expedition selbst nicht….
01:04:25: Die Dosen könnten hier eines Tages noch Antworten liefern.
01:04:48: Kommen wir zu der Frage, die seit John Rays Bericht von Dickens hatte die Inuit-Berichte über Cannibalismus als Verleumdung gebranntmarkt.
01:05:00: Das offizielle Britannien hatte sich diese Leseart gern zu eigen gemacht, hundertdreißig Jahre später sprach die Forensik.
01:05:08: In den neunzehntetachtziger und vor allem neunzenhundertneinzigern Jahren untersuchten Forscherteams darunter die Anthropologin Anne Kilicide Hunderte Knochen und Knochenfragmente von Fundstellen auf King William Island – insbesondere aus der Erobus Bay!
01:05:24: Das Ergebnis publiziert, an einer erheblichen Zahl der Knochen fanden sich Schnittspuren von Metallklingen an Stellen und in Mustern die den Zerlegen vom Körpern entsprechen konzentriert an Gelenken.
01:05:37: Spätere Untersuchungen in den Zwei-Tausendzehnerjahren gingen noch einen Schritt weiter.
01:05:42: An manchen Knochen fanden sich zusätzlich Politur und Brechspuren, die dafür sprechen das Knoche zerschlagen und in Gefäßen gekocht wurden.
01:05:50: Das geschieht wenn auch das Mark und das Fett gewonnen werden – die allerletzte Stufe des Hungers in der Fachliteratur als Endstadiumkannibalismus
01:05:58: beschrieben.".
01:06:00: Das ist heute wissenschaftlicher Konsens und keine Spekulation mehr.
01:06:04: Mindestens ein Teil der letzten Überlebenden hat die Körper bereits verstorbener Kameraden genutzt, um das eigene Leben zu verlängern.
01:06:11: Die Inuit-Zeugen, die John Raye in den letzten Jahren berichtet haben, hatten die Wahrheit
01:06:17: gesagt.".
01:06:18: Charles Dickens hatte sie öffentlich als Lügner verleumdet und lag falsch.
01:06:23: Es hat bis ins einenzwanzigste Jahrhundert gedauert, ehe diese Rehabilisierung auch offiziell ausgesprochen wurde.
01:06:30: Die Familie von Dickens hat sich im Jahr Zwei-Tausend neun bei den Inuit für die Äußerungen ihres Vorfahren entschuldigt – fast genau eineinundundfünfzig Jahre nach Waze bericht!
01:06:40: Ich will an dieser Stelle kurz innehalten, weil es mir wichtig ist.
01:06:44: Hinter diesem klinischem Wort Cannibalismus stehen Menschen in der äußersten Not die sich überhaupt denken lässt.
01:06:50: Männer, die monatelang ihre Freunde hatten Sterben sehen und vor der Wahl standen, die kein Mensch je haben
01:06:56: sollte.".
01:06:57: Kein seriöser Vorschach spricht hier von Verbrechen!
01:07:00: Es ist das letzte Kapitel eines Sterbens – nicht mehr und nicht weniger.
01:07:33: Damit sind wir bei der vielleicht wichtigsten Perspektivverschiebung der letzten Jahrzehnte.
01:07:37: Und die handelt weniger von Knochen oder Blei als von der Frage, wessen Wissen zählt?
01:07:42: Über einhundertfünfzig Jahre lang existierten zwei Versionen dieser Geschichte nebeneinander – Die westliche Version stand in Büchern Victory Point Note, McClintock, Swatka, BT.
01:07:53: Die Version der Inuit lebte in Erzählungen weitergegeben über Generationen, Geschichten von den hungern Fremden vom Lagern voller Tota und ganz konkret von zwei Schiffen.
01:08:04: Eine Überlieferung besagte eines der Schiffe sei im Westen in tiefem Wasser gesunken – eine andere erzählte von einem Schiff das weit südlich der Aufgabeposition gelegen habe in einer Gegend namens Utschulik Westlich, der Adelaide-Halbinsel.
01:08:19: Männer seien zeitweise an Bord gewesen.
01:08:22: Inuit hätten das Schiff betreten, Bergzeug und Holz daraus gewonnen – und schließlich sei es gesunken!
01:08:28: Eine weitere Erzähltradition verband ein Schiff mit einer Bucht im Süden von King William Island, Der Terror Bay, die ihren Namen übrigens schon im neunzehnten Jahrhundert von Suchexpeditionen erhalten hatte….
01:08:40: Im zwanzigsten Jahrhundert begannen einzelne Forscher, diese Überlieferungen systematisch ernst zu nehmen.
01:08:45: Der kanadische Autor David Woodman wertete in den Neunzehnhundert neunziger Jahren die im Neunzentenjahrhundert aufgezeichneten Inuit-Zeugnisse vor allem die Sammlungen von Hall und Schwodka akribisch aus und kam zu dem Schluss – wenn man den Inuit glaubt dann liegen die Wrax deutlich weiter südlich als die Stelle an der die Schiffe aufgegeben wurden….
01:09:05: Und dann sind womöglich Männer zu den Schiffen zurückgekehrt weiter gesegelt oder gedriftet.
01:09:12: Eines Schlüsselrolle spielte außerdem der Inno-Khistoriker Louis Camou Kark aus Giohaven auf King William Island, der über Jahrzehnte die Erzählungen der Ältesten seiner Gemeinde sammelte mit den schriftlichen Quellen abgelich und Suchteams beriet.
01:09:26: Merkt euch auch diesen Namen für gleich!
01:09:29: Die Royal Navy des neunzehnten Jahrhunderts hatte Männer mit Wollmendeln und Konservendosen in eine Welt geschickt, deren Bewohner seit Jahrtausenden wussten wie man dort lebt.
01:09:38: Und niemand an Bord konnte sie auch nur fragen – ich habe euch ja am Anfang erzählt dass kein Dollmatcher dabei war.
01:09:43: Diese Ironie vollendet sich in dem was dann geschah!
01:09:55: Ab Jahrzehnte startete Kanada unter Führung der Denkmalbehörde Parks Canada eine neue, groß angelegte Suche nach den Wachs.
01:10:02: Mit Sonartechnik, Forschungsschiffen, Eisbrechern und ausdrücklich als gleichwertige Säule mit dem überlieferten Wissen der Inuit.
01:10:10: Ja um ja wurden Suchraster abgefahren – auch politische Interessen spielten im Hintergrund eine Rolle!
01:10:15: Die Arktis ist für Kanada ein Raum von Souveränität, Forschungs- und kulturellem Erbe.
01:10:21: Das gehört zur Ehrlichkeit dazu….
01:10:23: Im September, war es soweit.
01:10:26: Im Süden in der Wilmouth und Crampton Bay westlich der Adelaide Halbinsel und südlich von King William Island erschien auf den Sonarbildern ein Schiffsrumpf – aufrecht auf dem Meeresgrund in nur gut elf Metern Tiefe erstaunlich intakt!
01:10:40: Die Analyse von Details und schließlich die Schiffsglocke bestätigten….
01:10:44: Es waren die HMS Arrabas Franklin's Flaggschiff, gefunden fast genau dort wo die Inuit-Überlieferung seit Generationen ein Schiff verortet hatte.
01:10:53: Rund hundert Kilometer südlich der Position an der die Schiffe Zwei Jahre später im September, hier folgte der zweite Paukenschlag und seine Vorgeschichte ist fast zu gut um wahrzusehen.
01:11:09: Aber sie ist dokumentiert.
01:11:11: Sammy Corkwick ein Inno Granger aus Giorhaven und Besatzungsmitglied des Forschungsschiffes Martin Bernier erzählte an Bord, da habe Jahre zuvor bei einem Jagdausflug in der Terror Bay einen Holzmast aus dem Eisragen sehen.
01:11:24: Das Schiff änderte daraufhin seinen Kurs und fuhr in die Bucht, und fand dort perfekt erhaltenen in rund vierundzwanzig Metern Tiefe die HMS Terror.
01:11:34: In der Bucht die zufällig längst ihren Namen trug.
01:11:37: Fensterscheiben noch im Heck, Geschirr in den Regalen, Türen geschlossen – Forscher beschrieben den Zustand als so gut dass das Schiff wirkte, als hätte die Besatzung es eben erst verlassen!
01:11:49: Beide Frags liegen damit weit südlich der Aufgabeposition von Wesen, gefolgt von einem verzweifelten zweiten Anlauf mit den Schiffen.
01:12:22: Die Wachs werden seither archäologisch untersucht – Von der Erebus wurden bereits hunderte Artefakte geborgen Darunter Offiziersbesteck, Epaletten, versiegelte Flaschen und eine Schreibmappe.
01:12:34: Die Hoffnung eines Tages liestbare Dokumente oder Galock-Bücher zu finden ist nicht ausgestorben, denn das kalte sauerstoffarme Wasser konserviert sogar Papier.
01:12:44: Beide Wrackstätten sind heute geschützte historische Städte, die von Parks Canada und den Inuit gemeinsam verwaltet werden.
01:12:51: Die Artefakte gehören Kanada und den INUIT gemeinsam.
01:12:54: Louis Camoucaque der Historiker aus Gioahaven erlebte beide Funde noch.
01:12:59: Er starb in dem Jahr zweizehntausend und wurde für seine Lebensleistung mit hohen kanadischen Ehrungen ausgezeichnet.
01:13:05: Die Suche, die mit dem ignorierende Inuit begonnen hatte endete damit dass ihr Wissen den Schlüssel liefert.
01:13:12: Wenn diese Geschichte eine Moral hat dann liegt sie wohl genau hier.
01:13:33: Bleibt ein letztes Kapitel und das ist das Jüngste, es reicht bis in unsere Gegenwart.
01:13:37: Seit den Zwei-Tausendzehner Jahren arbeitet ein Team um den Archäologen Douglas Stenton von der University of Waterloo daran DNA aus dem auf King William Island geborgenen Skelett-Resten zu gewinnen und mit lebenden Nachfahren der Besatzung abzugleichen.
01:13:52: Dutzende Proben wurden über Resten entnommen.
01:13:55: Ein DNA-Archiv der Expedition entstand – dann begann das Warten auf passende Nachkommen die sich testen lassen!
01:14:03: In den letzten Jahren gelang die erste Identifizierung der Geschichte dieser Expedition.
01:14:08: John Gregory, Maschinist der Erebus gestorben in der Erebis Bay bestätigt über die DNA eines direkten Nachfahren aus Südafrika.
01:14:16: Zum ersten Mal hatte einer der namenlosen Skelette von King William Island wieder einen Namen – ein Gesicht und eine Familie!
01:14:40: Der selbe Unterkiefer trägt Schnittspuren.
01:14:46: Im Klartext, auch der Körper des Kapitäns wurde nach dessen Tod von den letzten Überlebenden genutzt.
01:14:53: Der Hunger jener Letzten Monate machte vor keinem Rang halt – ein einzelner Knochen, der mehr über das Ende dieser Expedition erzählt als ganze Bücherregale.
01:15:02: Und damit sind wir im Jahr zu dem Jahr zum nächsten Jahr im Jahr.
01:15:06: bei Forschung, die erst wenige Wochen alt ist.
01:15:09: Im Mai dieses Jahres gab das Team um Stenten die Identifizierung von vier weiteren Männern bekannt.
01:15:16: Drei von ihnen – des Tuer John Bridgens der Vollmatrose William Owen und David Young mit Dienstgrad Boy First Class einer der Jüngsten an Bord wurden über Überreste aus der Arabus Bay bzw.
01:15:29: aus dem Bereich der Victory Point Lager identifiziert.
01:15:32: Von Owen hatte man am Victory Point sogar einen Strumpf mit einem eingestickten Namen gefunden.
01:15:38: Bei diesen drei Männern betonten die Forscher einen leisen, fast tröstlichen Befund.
01:15:43: Ihre Überreste lagen in räumlicher Nähe zu anderen Überresten.
01:15:47: Dieser letzte Weg scheint also zumindest stellenweise noch ein gemeinsamer gewesen zu sein!
01:15:52: Der vierte ist eine kleine Sensation für alle, die diese Geschichte lange verfolgen – Harry Peckler, ein erfahrener Matrose der Terror, jener Mann dessen Überreeste bei den sogenannten Pecker-Papieren gefunden wurden, obwohl die Kleidung zunächst er zu einem Steward zu passen schien.
01:16:10: Einhundertsechzig Jahre lang stritt die Forschung, ob das Skelett Peckler war oder ein Kamerad der dessen Papiere bei sich trug.
01:16:17: Die DNA hatte es nun entschieden – Es war Pecklar selbst etwa zweihundert Kilometer von den Schiffen entfernt weiter als fast alle anderen.
01:16:26: Damit sind per DNA sechste-einhundertundzwanzig Männer identifiziert und das Team macht weiter!
01:16:32: Wer glaubt mit der Familie eines Besatzungsmitglieds verwandt sein, kann sich bis heute bei den Forschern melden.
01:16:39: Lass das kurz sacken!
01:16:41: Eine Geschichte die, die mit Segelschiffen und Konservendosen begann wird im Jahr auch mit Genanalysen weitergeschrieben.
01:16:51: Es gibt nicht viele historische Rätsel, die buchstäblich in Echtzeit weiter gelöst werden – während wir hier sitzen.
01:17:12: Bevor wir zum Schluss kommen lohnt noch ein Blick auf etwas, dass in einem Podcast wie diesen nicht fehlen darf… Darauf, wie aus diesem realen Unglück eine Legende wurde.
01:17:20: Denn kaum eine Polargeschichte hat so viele Erzählschichten angesetzt wie diese!
01:17:25: Es begann schon zu Lebzeiten der Suche – in den Achtzehnhundertfünfzigerjahren entstand die Volksballade Lady Franklin's Lament Das klare Lied der Lady Franklin.
01:17:35: Ein Lied aus der Perspektive der wartenden Ehefrau, das in unzähligen Varianten durch Großbritannien, Irland und Nordamerika wanderte – und bis heute von Folkmusikern gesungen wird!
01:17:47: Lady Franklin selbst betrieb derweil hochprofessionell das was wir heute Narrativmanagement nennen würden.
01:17:53: Sie formte das Bild ihres Mannes als Frommenentdecker-Mehrtürer, bekämpfte die Kanibalismusberichte, sorgte für Denkmäler von London bis Tasmanien und dafür, dass auf dem Londoner Denkmal die Entdeckung der Passage seinem Namen zugeschrieben wurde.
01:18:08: Vieles von dem was Generationen über Franklin in Anführungszeichen wussten stammt aus dieser von ihr geprägten Erzählung – auch das gehört zur Wahrheit dieser Geschichte!
01:18:18: Ihre erste große Legendenschicht wurde ganz bewusst aufgetragen.
01:18:22: sogar das Theater spielte mit.
01:18:24: Wilkie Collins schrieb angeregt und mitgestaltet von Charles Dickens Das Stück The Frozen Deep ein Arktistrama, in dem Dickens höchst selbst auf der Bühne stand.
01:18:35: Es war Teil derselben Kampagne die das Bild der Edlen niemals zum äußerstenfähigen britischen Helden zementieren
01:18:42: sollte.".
01:18:43: Im zwanzigsten und einundzwanzigste Jahrhundert kehrte sich das Vorzeichen um.
01:18:48: Aus dem Heldenepos wurde Stoff für das Unheimliche, den größten Anteil daran hat einen Roman The Terror von Dan Simmons aus dem Jahr zwei tausend sieben der die historischen Eckdaten also Schiffe namen Daten Victory Point Note akribisch übernimmt und mit einem übernatürlichen Element verwebt – einem monströsen Wesen dass die Männer auf dem Eis jagt.
01:19:11: Es wurde daraus die viel gelobte, gleichnamige Fernsehserie.
01:19:17: Beides ist großartige Unterhaltung und beides hat das Bild der Expedition für ein Millionenpublikum geprägt!
01:19:23: Deshalb sage ich es hier in aller Deutlichkeit.
01:19:26: Das Monster, die Thunberg genannte Kreatur ist reine Fiktion!
01:19:30: Sie gehört zur Roman und Serien Welt von The Terror und ist kein belegter Bestandteil der realen Überlieferungen zu Franklin Expedition.
01:19:38: Simmons ließ sich dabei frei von Motiven aus der Mythologie der Inuit inspirieren.
01:19:43: Für die reale Geschichte der Expedition gibt's dafür keinen Belegbaren befunden.
01:19:47: Was Roman und Serie hingegen erstaunlich nah an den Quellen erzählen – das Eis?
01:19:52: die Krankheit, der Marsch sogar einzelne reale Personen wie Crossier, Fitz James und der Schiffsjunge David Young dem wir vorhin bei den DNA-Funden wieder begegnet sind beruht auf genau der Forschung über die wir heute gesprochen haben.
01:20:07: Fiktionen und Fakten liegen hier so eng beieinander, dass es sich lohnt die Naht zu kennen.
01:20:12: Und vielleicht ist das kein Zufall, was ausgerechnet diese Geschichte des Jorges angezogen hat?
01:20:17: Eine reale Tragödie, die ein Jahrzehnt lang aus nichts als Schweigen bestand, ist der perfekte Nährboden für alles, was wir in die Dunkelheit hineinerzählen wollen!
01:20:55: Bei aller Forschung – Die Liste der offenen Fragen ist immer noch lang und ich will sie euch zum Schluss ehrlich nennen damit ihr einordnen könnt wo das gesicherte Wissen endet….
01:21:05: Wir wissen nicht, woran Sir John Franklin starb und sein Grab ist nicht gefunden.
01:21:10: Manche vermuten eine Bestattung im Eis, manche an Land – es kursiert sogar die Hoffnung auf eine Grabkammer!
01:21:16: Nichts davon ist belegt….
01:21:18: wir wissen nicht was zwischen Mai-Achzehnundertsiebenvierzig und April-Achtzehnundertachtenvierzig an Bord geschah und warum so viele Offiziere so früh
01:21:27: starben.".
01:21:28: Wir wissen nicht sicher, ob Männer zu den Schiffen zurückkehrten und wie die Wachs an ihre Fundorte gelangten.
01:21:34: Es ist kein Lockbuch- und Keintagebuch erhalten... Noch nicht, möglicherweise.
01:21:39: Und von onehundertundzwanzig der einhundertneunundzwannzig Männern kennen wir bis heute keine Ruhestätte die einen Namen zugeordnet wäre!
01:21:47: Die Schatten dieser Geschichte sind also längst nicht ausgeleuchtet – vielleicht ist es genau das was sie seit einhundertachtzig Jahren so unwiderstehlich macht für Suchende, Forscher, Romanautoren und Serienmacher und heute auch für uns.
01:22:03: Damit sind wir am Ende unserer langen Reise angekommen.
01:22:06: Einhundertundzwanzig Männer segelten achtzehnhundertvierzig los, um eine Lücke auf der Landkarte zu schließen.
01:22:13: Sie schlossen sie und bezahlten dafür mit allem was sie hatten!
01:22:17: Was von ihnen blieb war zunächst ein reines Blatt Papier mit zwei Botschaften die nicht weiter auseinander liegen könnten... Alles wohl auf und ein Jahr später der Aufbruch in den Untergang.
01:22:28: Was außerdem blieb, waren die Erinnerungen eines Volkes, dem man hundertfünfzig Jahre lang nicht zuhören wollte – bis sich herausstellte, dass in diesen Erinnerung die ganze Zeit die Wahrheit aufbewahrt war.
01:22:40: Die Lager, die Toten, die Verzweiflung, Die Fängt in Expedition ist deshalb für mich mehr als eine Polatragödie.
01:22:48: Sie isst eine Geschichte darüber, wie Mythen entstehen – aus einer Lücke?
01:22:52: Aus Schweigen?
01:22:53: Aus dem Bedürfnis einer Nation lieber einen Heldentod zu erzählen, als eine bittere Wahrheit zu hören.
01:22:59: und sie ist zugleich der Beweis dass Wahrheit geduldig ist!
01:23:03: Sie überdauert in Permafrost, in Knochen, in Schiffsrümpfen auf den Meeresgrund und in den Stimmen von Großmüttern und Großvätern die ihren Enkeln erzählen was sie gesehen
01:23:12: haben.".
01:23:13: Manchmal braucht sie onehundertsechzig Jahre, um einem Toten seinen Namen zurückzugeben.
01:23:19: Aber sie kommt!
01:23:21: Irgendwo in der Arktis liegen noch immer die Antworten, die uns fehlen – Frank Lins Grab vielleicht ein Lockbuch in einer versiegelten Kammer der Terror?
01:23:29: Die Namen der meisten Männer, deren letzten Wege noch immer keiner Person sicher zugeordnet werden können….
01:23:34: Per DNA sind bislang sechs der onehundertundzwanzig Männer identifiziert.
01:23:40: Die Forschung taucht weiter, die Familien lassen weiter ihre DNA testen – die Ältesten erzählen weiter!
01:23:47: Diese Geschichte ist noch offen — sie wird gerade erst fertig
01:23:50: erzählt.".
01:24:34: Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann erzählt euren Freunden und eurer Familie doch von dieser Folge.
01:24:39: Denn durch Weitererzäheln haben Geschichten schon immer überlebt….
01:24:43: An dieser Stelle möchte ich noch einmal kurz Danke sagen.
01:24:46: Drei Jahre Chronik der Schatten bedeuten für mich unglaublich viel!
01:24:50: Dieser Podcast ist für mich längst mehr als ein Projekt geworden, er begleitet mich durch meinen Alltag, durch frühe Morgenende, durch lange Recherchen, durch Aufnahmen und Durchschnittnächte – und durch all die Momente in denen aus einer Idee langsam eine fertige Folge wird.
01:25:06: Dass ihr diesem Weg mit mir geht bedeutet mir wirklich viel.
01:25:12: bewerten, mir Nachrichten schreiben oder einfach still dabei sind.
01:25:17: Ihr macht aus Kronik der Schatten das was es heute ist!
01:25:21: Falls ihr noch mehr von mir und dem Podcast mitbekommen möchtet, findet ihr mich auch bei Instagram unter chronik.der.chatten-podcast.
01:25:29: Dort nehme ich euch mithinter die Kulissen, Teilegedanken zu neuen Folgen, kleine Einblicke in der Recherche und alles was rund um Chronik der Schatten entsteht.
01:25:38: Außerdem kriegt ihr dort ein bisschen von meinem allgemeinen Alltag und meinen Tieren mit!
01:25:43: Zum Abschluss dieser Geburtstagsfolge habe jetzt noch etwas worüber ich mich sehr gefreut habe.
01:25:50: Meine Shadows haben mir Geburtstagswünsche für Chronik der Schatten geschickt.
01:25:53: Die spiele ich euch gleich noch ein!
01:25:56: Danke, dass ihr heute mit mir durch die Schatten gereist seid und bleibt wachsam für die Geschichten hinter den Geschichten.
01:26:15: Und ja, wie bin ich auf dein Podcast gestoßen?
01:26:19: Ich würde sagen, ich war gefühlt einer der ersten Hörerinnen mit.
01:26:24: Weil wir uns ja schon super, super früh kennengelernt haben und kurz nachdem wir alle gemeinsam unseren eigenen Podcast gestartet haben, haben wir ja bereits unsere erste gemeinsame Folge – die Silvester-Folge über Jackson Ripper geplant!
01:26:40: Und damals hatten wir noch einen anderen Namen und du ebenfalls.
01:26:44: Und heutzutage sind wir gemeinsam unter deinem alten Namen, nämlich Blutvergießen fusioniert.
01:26:51: Deswegen freue ich mich umso mehr das Kroniken der Schatten jetzt mit unfassbar spannenden Mythen- und Geschichten weitergeht!
01:27:01: Warum ich dich höre?
01:27:02: Weil es einfach total spannend finde, mehr über Geschichte zu erfahren und ich liebe vor allen Dingen Geschichten über irgendwelche Wesen oder Orte, die einfach mystisch sind.
01:27:16: Und wir wissen ja alle überall steckt ein Könnchen Wahrheit mit dabei und deswegen freue ich mich umso mehr dass ich dir zuhören darf!
01:27:28: Ich freue mich jede Woche auf eine neue Folge In diesem Sinne.
01:27:31: Happy Birthday United States, die Partei der United States I live is Georgia US.
01:27:46: um mich zu hören und mit Storien aufzunehmen, was mir geholfen wird.
01:27:59: Und eine der Dinge, die ich jemals an Anti-Podcasts gemacht habe war, wie sie die Storierungen zum Leben gebracht haben und wie es schon so war, als sie den true Crime Format zwei hatte und auch die Legends und Myths behind the scenes too, which I mean right away.
01:28:40: That was still pretty cool of its own and giving me that sense of you know chills down my spine ,which i really like.
01:28:50: so thats.
01:28:52: one thing I've take about this podcast is it's really refreshing and spoken on a different language compared to other languages.
01:29:05: Hallo, ich bin hier.
01:29:28: Ich wünsche die Welt in viel Erfolg mit deinem Podcast und gratuliere dir zu deinen dritten Geburtstag zum Chronik der Schatten.
01:29:38: Liebe Antje, liebe Chronik Der Schatten Podcast!
01:29:43: Ich bin jetzt mehr als zwei Jahre dabei und ich bin Fan von deinem podcast, liebe Antje Und ich finde es toll, wie der sich entwickelt hat von True Crime zu legenden Mythen aber auch tatsächlich weiterhin true crime in Sachen alte Fälle und auch vergessene Fälle.
01:30:09: Das finde ich schön, das finde ich spannend!
01:30:12: Man lernt bei dir, ich lerne viel von dir über die alten Weisheiten und manchmal denke ich mir ach Mensch ja das habe ich total vergessen.
01:30:22: oder wenn man an die Hexenverfolgung denkt welche Strukturen dahinter stehen.
01:30:31: Und wenn man das auch heute übersetzt kann man im Grunde genommen die gleichen Strukturn erkennen nur dass die Menschen damals noch kann man sagen brutaler waren, unmenschlicher waren.
01:30:45: Ich weiß nicht wie es vergleichbar heute ist.
01:30:48: wahrscheinlich darf man diese Zeiten nicht vergleichen.
01:30:52: also jede Zeit war brutal oder ist brutal.
01:30:56: und auf der anderen Seite wie du auch immer wieder darauf hinweist dass man freundlich sein darf und liebevoll zueinander.
01:31:11: Und auch zu sich selbst, dass man aufpassen darf auf sich.
01:31:14: Das ist immer sehr wichtig!
01:31:16: Und das gefällt mir alles an deinem Podcast so deine Recherche wie du auch die Geschichten erzählst in deinem Ja, so literarisch würde ich jetzt mal sagen und das gefällt mir unglaublich gut.
01:31:35: Und deswegen möchte ich mich daran beteiligen und deinem Podcast Happy Birthday sagen zum Dreijährigen bestehen.
01:31:47: Schön dass er durch dich da ist und schön dass es dich gibt liebe Antje!
01:31:53: Also alles Gute und weiterhin So wunderbare tolle Themen.
01:32:00: Danke schön!
01:32:02: Ja, dann ich sage jetzt mal bis bald.
01:32:07: Okay oder bis zu den nächsten?
01:32:10: Ja vielleicht machst du ja da ein vierjähriges oder so.
01:32:14: Dann bin ich hoffentlich auch wieder dabei.
01:32:17: Okay alles Liebe Tschüss Ines.
01:32:22: Hallo liebe Ange, hier sind der Jörg und der Marc vom Podcast StreamCafé.
01:32:27: Wir wünschen dir alles alles erdenkliche Gute zu deinem Dreijährigen.
01:32:31: Drei Jahre ist natürlich schon eine Hausnummer.
01:32:32: wir haben gerade mal zwei geschafft.
01:32:34: wir können das nachvollziehen wie viel Arbeit dahinter steckt Wieviel Herzblut nötig ist es so lange durchzuziehen.
01:32:39: also dafür unseren größten Respekt Auch von mir allergrößten Respekt.
01:32:43: Ich bin auf deinen Podcast erst vor kurzem aufmerksam geworden, war aber trotzdem sofort begeistert.
01:32:49: ein spannendes Thema, spannend aufbereitet.
01:32:53: Ich wünsche dir auf alle Fälle alles Gute!
01:32:54: Wir beide wünschen dir alles Gude auf die nächsten drei Jahre.
01:32:57: hier waren der Marc und er vom Streamcafé.
01:33:01: Hier ist der Mitch, einmal herzlichen Glückwunsch zu drei Jahren Kronik der Schatten.
01:33:06: Ich bin wirklich von Anfang an dabei und habe miterlebt wie sich der Podcast von Folge zu Folge weiterentwickelt und immer weiter gesteigert hat!
01:33:16: Es ist ein wunderbarer Podcast.
01:33:17: ich war von Anfangan dabei und ich werde auch bis zum Schluss dabei bleiben auf viele weitere Jahre und ganz viel starke Geschichten!
01:33:47: Jede Seite ein Flüstern, das tief in dir spricht Bis die Realität finstern es breit.
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