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Hy Brasil - Die Insel im Nebel (Hörerwunsch)

Shownotes

Diese Folge ist ein Hörerwunsch vom Instagram-Profil Irische_Mythologie. Schaut dort gerne vorbei, wenn ihr euch für irische Mythen, alte Erzählungen und die Geschichten Irlands interessiert.

In dieser Folge reisen wir an den Rand alter Karten: zu Hy Brasil, einer geheimnisvollen Insel westlich von Irland, die über Jahrhunderte in Kartenwerken auftauchte und doch nie sicher nachgewiesen werden konnte.

Es geht unter anderem um:

  • Hy Brasil als irische Phantominsel im Atlantik
  • die frühe Darstellung als Bracile auf einer Portolankarte von 1325
  • mittelalterliche und frühneuzeitliche Kartografie
  • die Bedeutung und mögliche Herkunft des Namens Hy Brasil
  • Abraham Ortelius und das Theatrum Orbis Terrarum
  • Bristol, John Cabot und frühe englische Atlantikfahrten
  • die Insel der Sieben Städte, Antillia und andere Phantominseln
  • Tír na nÓg, Mag Mell und irische Anderswelten
  • die Navigatio Sancti Brendani
  • Fata Morgana und mögliche natürliche Erklärungen
  • Porcupine Bank und den Meeresboden westlich von Irland
  • Thomas Johnson Westropp und eine späte Sichtung aus dem Jahr 1872

Wie immer gilt: Legenden werden als Legenden eingeordnet. Belegbare historische Punkte, Karten, Dokumente und wissenschaftliche Einordnungen werden davon getrennt betrachtet.

Musik-, Stimm- und Produktionsrechte Gesprochener Text, Stimme, Skript, Bearbeitung und Produktion dieser Episode liegen – soweit nicht anders angegeben – bei mir.

Die Musik dieser Folge wurde von mir selbst erstellt. Verwendete KI-gestützte Musik und musikalische Elemente wurden mit Suno erstellt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag mir die entsprechende Nutzungslizenz vor.

Weitere verwendete Audioelemente, Sounds oder Medien stammen gegebenenfalls aus PowerDirector 365. Auch hierfür lag mir zum Zeitpunkt der Veröffentlichung die erforderliche Lizenz vor.

Alle Rechte an der konkreten Zusammenstellung, Bearbeitung und Einbindung in diese Episode liegen bei mir, soweit rechtlich zulässig und soweit nicht anders gekennzeichnet.

Kontakt: Ihr findet mich unter Chronik.der.Schatten_podcast. Dort geht es um meinen Alltag, meine Tiere, Gedanken, kleine Einblicke hinter die Kulissen und natürlich auch um kommende Folgen.

Wenn euch die Folge gefällt, freue ich mich sehr über eine Bewertung des Podcasts. Kommentare und Nachrichten lese und beantworte ich auf Instagram, Podimo und Spotify. Auf anderen Plattformen kann es sein, dass mir Kommentare leider nicht angezeigt werden.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Library of Congress – Worlds Revealed: Hy-Brasil: The Supernatural Island Zur kartografischen Überlieferung von Hy Brasil, Angelino Dulcert/Dalorto, Bracile, Andrea Bianco, Ortelius und der langen Präsenz der Insel auf Karten.

  • Norman B. Leventhal Map & Education Center: Hy-Brasil: Mapping a Mythical Island Zur kartografischen Entwicklung von Hy Brasil, zur Darstellung als Phantominsel, zur Karte von James Imray & Son aus dem Jahr 1859 und zum späteren Verschwinden aus britischen Seekarten.

  • University of Bristol – Department of History: Quellen zu den Bristol-Fahrten und John Cabot Zur Suche nach der Isle of Brasile, den Bristol-Fahrten, John Cabot, den Letters Patent von Heinrich VII. und dem wirtschaftlichen Hintergrund der englischen Atlantikfahrten.

  • Newfoundland and Labrador Heritage: Bristol Voyages und John Cabot Zur Rolle Bristols, zu den Fahrten von 1480/1481, zur Suche nach Brasil, zu Cabots Atlantikfahrt und zur Einordnung der frühen englischen Erkundungen im Nordatlantik.

  • The Cabot Project, University of Bristol Zur Forschung rund um John Cabot, Bristol, William Weston und die frühen englischen Atlantikfahrten um 1497 bis 1500.

  • Roderick O’Flaherty: A Chorographical Description of West or H-Iar Connaught, verfasst 1684, später herausgegeben durch die Irish Archaeological Society Zur westirischen Überlieferung über O’Brasil/Hy Brasil und zu Berichten über angebliche Sichtungen beziehungsweise Aufenthalte auf der Insel.

  • Richard Head: The Western Wonder; or, O-Brazeel, 17. Jahrhundert Zur literarischen Überlieferung rund um John Nisbet und die sagenhafte Insel O’Brasil.

  • Barbara Freitag: Hy Brasil: The Metamorphosis of an Island. From Cartographic Error to Celtic Elysium Zur Entwicklung von Hy Brasil zwischen Kartografie, irischer Überlieferung und späterer Deutung als mythische Insel.

  • James MacKillop: A Dictionary of Celtic Mythology Zur Einordnung irischer mythologischer Begriffe wie Tír na nÓg, Mag Mell, Tír Tairngire und verwandten Vorstellungen der Anderswelt.

  • Encyclopaedia Britannica: Einträge zu Brendan, Immram und irischer Erzähltradition Zur Navigatio Sancti Brendani, den Immrama und der mittelalterlichen Tradition irischer Meeresreisen.

  • Marine Institute / INFOMAR und wissenschaftliche Berichte zur Porcupine Bank Zur geologischen Einordnung der Porcupine Bank, ihrer Lage westlich von Irland und der Tiefe der Unterwassererhebung.

  • NOAA / National Weather Service und meteorologische Fachquellen zu Fata Morgana

Zur atmosphärischen Lichtbrechung als möglicher Erklärung für entfernte oder verzerrte Sichtungen am Horizont.

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Transkript anzeigen

00:00:03: Willkommen zurück zu Chronik der Schatten.

00:01:02: Diese Folge ist etwas Besonderes, denn sie kommt wieder von euch!

00:01:05: Diesmal ganz konkret als Wunsch vom Instagram-Profil irische Unterstrichmethologie.

00:01:12: An dieser Stelle könnt ihr dort sehr gerne einmal vorbeischauen und folgen, falls ihr euch für irische Mythen alte Erzählungen und die Geschichten Irlands interessiert.

00:01:20: Es ist wirklich ein toller Kanal der mit sehr viel Liebe zu diesem Thema geführt wird!

00:01:25: Als der Wunsch kam wusste ich sofort das passt perfekt zur Chronik der Schatten denn heute gehen wir wieder an den Rand des Bekannten in die Zwischenzone zwischen dem was belegt ist und dem was überliefert wird zwischen Geschichte und Mythos zwischen Karte und Legende.

00:01:41: Ich hoffe sehr, dass ich diesem Thema gerecht werde.

00:01:44: Denn heute sprechen wir über Hai Brasil – eine Insel die auf Karten stand lange bevor jemand behauptete sie je betreten zu haben!

00:01:53: Eine Insel nach der Kaufleute und Seefahrer tatsächlich suchten, eine Insel die später in den Zusammenhang königlich autorisierter Atlantikfahrten gerät.

00:02:02: Eine Insell von der manche sagten sie sei nur alle sieben Jahre aus dem Nebel aufgetaucht.

00:02:08: Eine INSEL, die irgendwann von den Karten verschwand ohne einen einzigen großen Gegenbeweis eher durch ein neues Zeitalter der Vermessung in dem unbestätigte Inseln keinen Platz mehr

00:02:20: hatten.".

00:02:21: Wie immer gilt, was ihr heute hören werdet setzt sich aus zwei Bereichen zusammen.

00:02:26: Auf der einen Seite stehen historisch belegbare Fakten also Dokumente, Karten zeitgenössische Berichte und wissenschaftliche Einordnungen Und auf der anderen Seite stehen Erzählungen Überlieferung Legenden Berichte die sich nicht beweisen lassen Die aber zu dem Bild gehören dass die Welt von dieser Insel hatte.

00:02:44: Beides hat seinen Platz hier.

00:02:46: Ich sage euch wie immer einmal zu beginnen, was Legende ist bleibt Legende.

00:02:51: Ich werde es klar als Überlieferung einordnen.

00:02:54: erzählen werde ich es trotzdem weil Legenden manchmal mehr über eine Zeit verraten als jedes Dokument.

00:03:00: also hört zu irgendwo westlich von Irland im Atlantik liegt eine Insel im Nebel.

00:03:07: vielleicht bevor wir auf die Karten schauen müssen wir einmal kurz festhalten was Heil Brasil überhaupt sein soll.

00:03:32: In den irischen und westatlantischen Überlieferungen ist High Brasil keine gewöhnliche Insel.

00:03:37: Sie liegt irgendwo westlich von Irland, draußen im Atlantik, verborgen hinter Nebel und Meer.

00:03:44: Manchmal wird erzählt sie sei nur alle sieben Jahre sichtbar – nur für kurze Zeit danach verschwindet sie wieder als hätte der Ozean sie verschluckt.

00:03:52: Im manchen Geschichten erscheint High Brasil wie ein Ort jenseits der normalen Welt Eine Insel, die man sehen kann aber kaum erreichen.

00:04:00: Ein Land das bewohnt sein soll geheimnisvoll abgeschirmt beinahe verzaubert.

00:04:06: Wer sie findet betritt keinen normalen geografischen Ort.

00:04:09: Er betritt einen Grenzraum zwischen Meer und Mythos Zwischendiesseiz und Anderswelt.

00:04:15: Das ist die Legende.

00:04:18: Der spannende Punkt ist Heil Brasil blieb nicht nur Legende.

00:04:22: Diese Insel wurde auf Karten eingetragen, über Jahrhunderte von ernsthaften Kartografen in Kartenwerken die für Seefahrer, Händler und Entdecker Bedeutung hatten.

00:04:33: Damit beginnt das eigentliche Rätsel.

00:04:36: Fangen wir also dort an wo Geschichte oft anfängt mit Dokumenten.

00:04:41: Eine der frühesten bekannten kartografischen Darstellungen einer Insel, die später mit Haibrasil verbunden wurde, findet sich auf einer sogenannten Portolan-Karte aus dem Jahr thirteenhundertzwanzig.

00:04:53: Portolankarten waren mittelalterliche Seekarten, die vor allem für die Navigation entlang von Küsten und überbekannte Seewege genutzt wurden.

00:05:02: Sie zeigten Häfen, Küstenlinien, Inseln und ein Netz aus Richtungslinien an denen sich Seeleute orientieren konnten.

00:05:10: Genau auf so einer Karte erscheint also eine Insel, die später mit Heil-Brasil verbunden wurde.

00:05:16: Diese Karte wird mit dem malokinischen Kartografen Angelino Dulceert beziehungsweise Angelino da Lorto verbunden.

00:05:24: Beide Namensformen begegnen in der Forschung weil die historische Lesung und Zuschreibung seines Namens unterschiedlich gedeutet wurden.

00:05:31: Auf dieser Karte.

00:05:32: er scheint westlich bzw südwestlich der irischen Küste eine Insell mit den Namen Brasil.

00:05:39: Sie ist kein Wagerfleck am Rand der Welt.

00:05:42: Sie isst ein klar gesetzter Eintrag.

00:05:45: Auf späteren Karten wird diese Insel oft kreisförmig dargestellt, manchmal mit einer Linie oder einem Kanal, der sie in zwei Hälften teilt Ein Detail das sich in der Bild-Tradition von High Brasil immer wieder findet.

00:05:59: Der Name variiert im Laufe der Zeit Die Schreibweisen wechseln, die Grundidee bleibt bestehen.

00:06:10: Eine geheimnisvolle Insel im Atlantik – irgendwo westlich von Irland!

00:06:15: Was bedeutet das?

00:06:16: Eine Insel, von der erzählt wurde sie Liege verborgen im Nebel taucht auf einer Karte auf.

00:06:21: Sie wird abgeschrieben, angepasst weitergegeben Von Kartograph zu Kartograf Von Jahrhundert zu Jahrhundert.

00:06:29: Sie war kein gesichertes Land im modernen Sinn.

00:06:32: Trotzdem gehörte sie zu dem geografischen Wissen, mit den Menschen damals arbeiteten.

00:06:38: Heil Brasil war lange mehr als eine Geschichte.

00:06:41: Heil Brazil war eingezeichnet!

00:06:43: Portolan-Karten waren keine dekorativen Wandbilder – Sie waren Werkzeuge einer sehfahrenden Welt.

00:06:49: Auf ihnen fanden sich Küstenlinien, Hefen, Inseln, Namen und ein dichtes Netz aus Linien die von Kompassrosen ausging.

00:06:58: Diese Linien halfen Seeleuten dabei, Kurse zu halten und Entfernungen zwischen Küstenpunkten einzuschätzen.

00:07:05: Darin liegt die besondere Wirkung dieses Karteneintrags.

00:07:09: Heil Brasil erscheint in einem Kartentyp der für Orientierung gedacht war – für Handel, Reisen oder Entscheidungen auf See!

00:07:17: Wenn eine Insel auf einer solchen Karte stand, bedeutete das keine sichere Existenz nach heutigen Maßstäben.

00:07:23: Es bedeutet aber, dass sie in den Wissensbestand aufgenommen worden.

00:07:28: Jemand hatte von ihr gehört, jemand hatte sie übernommen.

00:07:31: Jemand hielt Sie für wichtig genug, sie nicht

00:07:34: wegzulassen.".

00:07:36: So wurde aus einer Erzählung ein Karteneintrag.

00:07:38: Aus einem Karten-Eintrag wurde Tradition.

00:07:41: Aus Tradition wurde bei nahe Gewissheit.

00:07:45: Bevor wir uns anschauen wie diese Insel über Jahrhunderte auf Karten weiterlebte, lohnt sich ein genauerer Blick auf Ihren Namen – denn schon dieser Name erzählt eine eigene Geschichte!

00:07:55: Allerdings keine einfache….

00:07:58: Der Name High Brasil wirkt auf den ersten Blick vertraut.

00:08:02: Brazil, da denkt man heute sofort an das südamerikanische Land!

00:08:06: Genau diese Nähe macht den Namen aber auch türkisch – denn bei High Brasil bewegen wir uns in einer älteren irischen und atlantischen Namenswelt.

00:08:15: Über die genaue Herkunft des Namens gibt es keine endgültige Einigkeit.

00:08:20: Mehrere Erklärungen stehen nebeneinander und keine davon lässt sich abschließend beweisen….

00:08:26: Eine häufig genannte Deutung führt den Namen auf alteirische Wortformen, wie Bress oder Wie Bress zurück.

00:08:35: Einmal wird das BRES oder BRES geschrieben.

00:08:43: Diese werden mit Vorstellungen wie Schönheit, Wert, Größe und Stärke verbunden.

00:08:49: Aus dieser Perspektive wäre Brasil also ein Name, der etwas Besonderes bezeichnet.

00:08:55: Einen schönen starken wertvollen oder erhabenen Ort!

00:08:59: Eine andere Erklärung führt zu Ibrissal – das kann singemäß als Nachkommen- oder Clan des Brissall verstanden werden.

00:09:09: Brissal erscheint in irischen Namens und Überlieferungstraditionen.

00:09:13: Heibrasil wäre damit nicht einfach ein Fantasiename, sondern eine Name mit irischem Hintergrund.

00:09:19: Verbunden mit einer Gestalt einem Geschlecht oder einer älteren mythischen Erinnerung.

00:09:25: Dazu kommt in manchen Deutungen wird Heibrasil auch als eine Art Insel der Seligen verstanden.

00:09:33: Das passt zu dem Bild das uns in der Lage begegnet Eine Insel im Westen verborgen im Nebel schön, schwer erreichbar und irgendwie außerhalb der gewöhnlichen Welt.

00:09:44: Wichtig bleibt aber – das sind Deutungen!

00:09:47: Der Name ist Alt, seine Schreibweisen wechseln, seine genaue Herkunft liegt nicht eindeutig offen vor uns.

00:09:53: Bracil Brazil Breseil Heibrasil Obersel All diese Varianten zeigen wie beweglich Namen im mittelalterlichen Karten- und Überlieferung sein konnten.

00:10:05: Und wie gesagt, die Namensähnlichkeit zum heutigen Brasilien ist auffällig, führt aber in die falsche Richtung.

00:10:11: Für das südamerikanische Land wird der Name in der Regel mit Brasilholz erklärt – also mit einem rötlichen Farbstoffholz, dass im Handel eine wichtige Rolle spielte!

00:10:21: Hai Brasil gehört dagegen in einen älteren irischen und atlantischen Zusammenhang….

00:10:27: Der Name bleibt damit selbst ein kleines Rätsel Mehrfach gedeutet, über Jahrhunderte verschieden geschrieben und nie ganz eindeutig festgelegt.

00:10:36: Eigentlich passt das erstaunlich gut zu dieser Insel – denn auch sie war auf Karten sichtbar und entzog sich trotzdem jedem sicheren Zugriff!

00:11:17: Nach der ersten bekannten Darstellung verschwand Teil Brasil nicht wieder aus der Kartografie im Gegenteil.

00:11:23: Die Insel tauchte immer wieder auf und diese Kontinuität ist kartographisch bemerkenswert….

00:11:29: Sie erscheint auf mittelalterlichen Seekarten, später auch in Atlanten und Kartenwerken aus verschiedenen europäischen Zentren der Kartografie.

00:11:36: Etwa aus dem italienischen, katalanischen und portugiesischen Raum.

00:11:41: Auch der katalanische Atlas von thirteenhundertfünfundsiebzig eine der berühmtesten Karten des Mittelalters zeigt westlich von Irland eine Insel die in diesem Zusammenhang gehört.

00:11:52: Das ist wichtig, weil es zeigt – Heil Brasil war kein einzelner Fehler auf einer einzelnen Karte.

00:11:57: Die Insel wurde über lange Zeit weitergegeben.

00:12:00: Kartografen übernahmen sie, passen ihre Lage an, zeichneten sie neu ein und gaben sie an die nächste Kartengeneration weiter.

00:12:08: Auch in der frühen Neuzeit verschwand Heil Brasil nicht aus dem Kartenbild.

00:12:12: Im Gegenteil!

00:12:13: Die Insell wanderte weiter durch die großen Kartenwerke Europas….

00:12:17: Ein besonders wichtiges Beispiel ist Abraham Ortelius.

00:12:20: Er gehörte zu den berühmtesten Kartografen des sechzehnten Jahrhunderts und veröffentlichte Fünfzehnthundertsiebzig sein berühmtes Werk Theatrum Orbis Terrarum.

00:12:30: Dieses Werk gilt als einer der ersten modernen Atlanten, weil es Karten verschiedener Regionen gesammelt, geordnet und in einem einheitlichen Buchformat zugänglich gemacht hat.

00:12:41: Auch dort erscheint Brasil westlich von Irland.

00:12:45: Das ist bemerkenswert, denn bei Ortelius sprechen wir nicht von irgendeiner Randnotiz auf einer vergessenen Skitze.

00:12:51: Wir sprechen von einem Kartenwerk das in Europa große Bedeutung hatte.

00:12:56: Wer in diese Karten blickte sah die Welt wie sie im sechzehnten Jahrhundert verstanden wurde mit bekannten Ländern neuen Entdeckungen unsicheren Küstenlinien und eben auch mit Inseln deren Existenz noch nicht abschließend überprüft war.

00:13:11: Spätere Kartenwerke, auch im Umfeld großer Namen wie Gerhard Mercator, zeigten wie lange solche überlieferten Inseln im Kartenbild weiter lebten.

00:13:21: Natürlich heißt das nicht dass all diese Kartografen High Brasil selbst gesehen hatten – sie arbeiteten mit dem Material, das ihnen zur Verfügung stand.

00:13:30: Ältere Katen, Reiseberichte, Seefahrer-Erzählungen, Abschriften, Vermutungen und manchmal auch mit Informationen die über viele Stationen weitergegeben worden waren!

00:13:40: Heibrasil hielt sich damit erstaunlich lange im Kartenbild.

00:13:44: Jede neue Darstellung verlieh der Insel wieder ein Stück Glaubwürdigkeit, mit der Zeit wirkte sie weniger wie eine offene Frage und mehr wie einen Ort den man nur noch finden musste.

00:13:54: Auffällig ist dabei, Hebrasil blieb zwar über Jahrhunderte auf Karten erhalten doch die genaue Lage war nie wirklich stabil.

00:14:03: Auf früheren Darstellungen liegt die Insel nahe der irischen Westküste Später rückt sie teilweise weiter hinaus in den Atlantik.

00:14:10: Auf manchen Karten nähert sie sich sogar den nordamerikanischen Gewässern!

00:14:15: Für moderne Augen wirkt das widersprüchlich, für die damalige Kartografie zeigt es etwas anderes – verschiedene Berichte, Abschriften und Vermutungen wurden miteinander verbunden ohne dass jemand die Insel sicher überprüfen konnte.

00:14:30: Heil Brasil hatte also einen Namen eine Form und eine erstaunliche lange Tradition.

00:14:35: was fehlte war ein fester Ort.

00:14:37: Genau darin liegt ein Teil ihres Rätsels.

00:14:40: Sie war präsent genug, um immer wieder eingezeichnet zu werden – aber zu flüchtig, um jemals wirklich greifbar zu werden!

00:14:47: Das waren keine Amateure und keine bloßen Träume.

00:14:50: Das waren die festen Kartografen ihrer Zeit.

00:14:52: Gleichzeitig arbeiteten auch sie mit Berichten, Abschriften, älteren Karten, Seefahrerwissen, Gerüchten und

00:14:58: Vermutungen.".

00:14:59: Eine Karte war damals kein digitales Abbild der Erde.

00:15:03: Sie war ein Versuch, Ordnung in eine Welt zu bringen die zu großen Teilen noch unsicher war.

00:15:08: Heil Brasil blieb erstaunlich lange in dieser Ordnung erhalten – noch im neunzehnten Jahrhundert tauchen entsprechende Einträge auf britischen Seekarten auf.

00:15:16: Erst in der zweiten Hälfte des neunzentten Jahrhunders verschwindet die Insel endgültig aus dem offiziellen Kartenbild durch präzisere Vermessungen, systematischere Seefahrt und ein neues Verständnis davon was auf eine Karte gehört.

00:15:30: Dieser Abschied geschah allmählich!

00:15:32: Hai Brasil verschwand nicht in einem einzigen Moment – die Insel wurde kleiner, unsicherer skeptischer

00:15:38: beschriftet.".

00:15:40: Auf einer Atlantikkarte von James Imway & Sun aus dem Jahr eighteenhundertneinundfünfzig erscheint sie nicht mehr als großes geheimnisvolles Land.

00:15:49: Dort steht sinngemäß nur noch Brazil Rock Höchst zweifelhaft.

00:15:54: Das ist fast tragisch!

00:15:55: Aus der Insel im Nebel war ein Felsen geworden, aus dem Sehnsuchtsort ein Fragezeichen, aus einer kartografischen Gewissheit einen Warnhinweis.

00:16:05: Man sieht daran wie sich die Welt verändert hatte – Im Mittelalter konnte ein überlieferter Ort über Jahrhunderte auf Karten überleben.

00:16:13: Im neunzehnten Jahrhundert reichte das nicht mehr.

00:16:15: Jetzt zählten Messungen, Tiefenangaben wiederholbare Beobachtungen und nautische Genauigkeit.

00:16:22: Haibrasil wurde nicht mit einem großen Knall widerlegt – sie wurde langsam ausgedünnt!

00:16:27: Erst Insel dann Felsen, dann Zweifel, dann nichts.

00:16:31: Das macht ihr verschwinden so eindrucksvoll.

00:17:08: Haibrasil war mehr als ein kartografisches Phänomen.

00:17:12: Menschen sind tatsächlich losgefahren um diese Insel zu suchen….

00:17:16: Besonders wichtig sind dabei die Fahrten aus Bristol im fünften Jahrhundert.

00:17:20: Bristol war eines der wichtigsten Seefahrt-Zentren Englands, die Stadt lebte vom Handel, vom Atlantik von Schiffen, Waren und Routen.

00:17:29: Für Kaufleute war eine unbekannte Insel im Westen mehr als ein Wunder – sie konnte wirtschaftlicher Gewinn sein!

00:17:36: Man darf sich diese Fahrten also nicht wie eine romantische Schatzsuche vorstellen – Bristol war ein Handelsort.

00:17:43: Wer ein Schiff ausrüstete, riskierte Geld, Männer, Vorräte, Zeit, Material.

00:17:48: All das kostete!

00:17:50: Für die Jahre vierzehntundachzig und vierzehnhunderteinundachtzig sind früher Fahrten aus Bristol in Richtung Westen besonders greifbar.

00:17:58: Ziel dieser Unternehmungen war die Suche nach der Isle of Brazil – also nach jener Insel Brasil, die in Karten und Erzählungen westlich von Irland auftauchte.

00:18:08: Für das Jahr fourteenhundertachtzig werden zwei Schiffe besonders genannt, die George und the Trinity.

00:18:15: Sie fuhren aus um nach der Isle of Brazil zu suchen.

00:18:18: Interessant ist dass sie Salz mitführten.

00:18:21: Salz war für die Fischerei wichtig weil man Fisch damit haltbar machen konnte.

00:18:25: Das verändert den Blick auf die Expeditionen.

00:18:28: Vielleicht suchten diese Männer mehr als eine geheimnisvolle Insel.

00:18:32: Vielleicht suchten sie Fischgründe, neue Routen – einen Platz an dem man landen, handeln, Vorräte aufnehmen oder wahren sichern konnte.

00:18:40: High Brazil war in dieser Perspektive mehr als ein Märchen im Nebel.

00:18:44: High Brasil war eine Möglichkeit.

00:18:46: Eine Möglichkeit, dass da draußen etwas lag das Geldwert war!

00:18:50: Wie regelmäßig solche Fahrten nach fourteenhundertundachtzig stattfanden lässt sich nicht in jedem einzelne Fall sicher belegen….

00:18:57: Sicher ist aber, die Suche nach Brasil war im Brüssel kein bloßes Märchen das man sich am Kamin erzählte.

00:19:04: Sie war konkret genug dass Schiffe ausliefen.

00:19:08: Ein paar Jahre später rückt dann eine andere Figur in dem Mittelpunkt – John Cabot!

00:19:13: Cabot war ein italienischer Seefahrer der in englischen Dokumenten als Bürger Venedigs bezeichnet wird.

00:19:19: Sein eigentlicher Name war Giovanni Cabotto.

00:19:22: Im englischem Umfeld wurde daraus John Cabott.

00:19:26: Am fünften März, vierzehnhundertsechsenneunzig erhielt Cabot von Heinrich den Siebten eine königliche Erlaubnis – eine sogenannte Letterspatent.

00:19:35: Diese Urkunde legte fest was Cabot und seine Söhne tun durften.

00:19:39: Sie durften mit bis zu fünf Schiffen in unbekannte Regionen segeln.

00:19:44: In der Urkund ist von den östlichen, westlichen und nördlichen Meeren die Rede.

00:19:49: Dort sollten sie nach Inseln, Ländern, Regionen oder Provinzen suchen die der christlichen Welt bisher unbekannt waren.

00:19:57: Schon diese Formulierung ist wichtig!

00:19:59: Sie zeigt wie man sich den Atlantik damals vorstellte.

00:20:02: Aus englischer Sicht war er ein Raum voller Möglichkeiten.

00:20:06: Irgendwo dort draußen konnten Inselen liegen Küsten Handelsplätze vielleicht sogar ein westlicher Zugang nach Asien.

00:20:14: Falls Cabot solche Orte fand, durfte er sie im Namen der englischen Krone beanspruchen.

00:20:19: Er durfte dort die Zeichen des Königs setzen!

00:20:22: Das gefundene Land sollte also in den Machtbereich Englands treten.

00:20:26: Auch Geld spielte eine große Rolle – Cabot und seine Unterstützer mussten die Reise selbst finanzieren.

00:20:32: Der König gab die Erlaubnis- und dem politischen Schutz.

00:20:36: Das finanzielle Risiko lag bei Cabot & seinen Geldgebern.

00:20:39: Falls die Reise gewinnen brachte, sollte ein Fünftel davon an Heinrich VII.

00:20:44: gehen.

00:20:45: Bristol war dabei zentral – von dort sollte die Reis ausgehen.

00:20:49: Dorthin sollten Schiffe und Waren zurückkehren.

00:20:52: Für die Stadt bedeutete das eine große Chance!

00:20:55: Bristol war ein Hafen mit Erfahrung.

00:20:57: Dort gab es Kaufleute, Seeleute-, Schiffsausrüster-und Menschen, die bereit waren Geld in riskante Fahrten zu investieren.

00:21:04: Die Stadt lebte vom Handel und vom Meer.

00:21:07: Eine Fahrt nach Westen war dort, wie wir wissen keine völlig fremde Idee.

00:21:12: Cabot kam damit in eine Stadt, in der der Gedanke an Land im westlichen Atlantik bereits lebendig war.

00:21:18: Schon vor ihm hatten Bristol Kaufleute nach Brasil gesucht.

00:21:22: Karten zeigten Inseln im Westen.

00:21:24: Seefahrer erzählten von Möglichkeiten jenseits bekannter Routen.

00:21:28: Kaufleuten überlegten was ich da draußen finden lassen

00:21:31: könnte.".

00:21:33: Im Jahr fourteenhundertsiebenundneunzig setzte Cabot seine Erlaubnis in die Tat um.

00:21:38: Für diese berühmte Fahrt ist vor allem Einschiff überliefert – Die Matthew, mit einer vergleichsweise kleinen Besatzung für Cabot von Bristol aus nach Westen.

00:21:47: Nach ungefähr einem Monat erreichte er Land auf der anderen Seite des Atlantiks.

00:21:52: Heute wird diese Landung meist mit Neufundland oder dem Nordatlantischen Raum in Verbindung gebracht.

00:21:58: Cabot selbst fuhr allerdings nicht mit unserem heutigen Wissen los!

00:22:02: Was er nicht wusste, dort liegt ein Kontinent den Europa später Nordamerika nennen wird.

00:22:08: Er bewegte sich in einer Welt aus Karten Gerüchten Hoffnungen und unklaren Berichten.

00:22:15: Viele europäische Seefahrer suchten damals westliche Wege nach Asien.

00:22:19: andere hofften auf Inseln Küsten Handelsplätze oder neue Routen.

00:22:24: Eine Insel wie High Brazil passte genau in diese Denkweise.

00:22:28: Nach Cabitz-Fahrt tauchen zwei besonders wichtige Stimmen auf.

00:22:32: Die erste ist John Day.

00:22:35: Im Winter, fourteenhundertsiebenneunzig acht neunzig schrieb er einen Brief an ein nichtnamentlich gesicherten spanischen Lord Grand Admiral den viele Historiker mit Christoph Kolumbus identifizieren.

00:22:47: In diesem Brief erwähnt Day dass Männer aus Bristol schon früher Land gefunden hätten das sie mit Brasil in Verbindung brachten.

00:22:55: Das beweist keine reale Insel hei Brazil.

00:22:58: Es beweist auch keinen Landgang auf der mythischen Insel.

00:23:01: Es zeigt aber, dass im späten fünften Jahrhundert in Seefahrerkreisen über eine angebliche Entdeckung gesprochen wurde.

00:23:10: Was they genau meinte bleibt offen – vielleicht ging es um eine falsch gedeutete Sichtung?

00:23:15: Vielleicht ein Gerücht?

00:23:17: Vielleicht eine Frühjahrbegegnung mit Land im westlichen Atlantik, das später mit anderen Orten in Verbindung gebracht wurde?

00:23:25: Die zweite wichtige Stimme Ist Petro de Ayala, der spanische Gesandte in London.

00:23:30: Er schrieb fourteenhundertachtundneunzig an die katholischen Könige Ferdinand und Isabella über die Fahrten aus Bristol.

00:23:37: Sein Bericht ist besonders spannend weil er zeigt dass die Männer aus Bristol offenbar mehrere sagenhafte Orte im Blick hatten.

00:23:44: Ayala nennt Brasil Und Die Insel Der Sieben Städte Diese Insel der sieben Stände gehört zu den großen Phantom-Inseln des Atlantiks.

00:23:53: Häufig wird sie mit Antilia verbunden, einer Insel die auf Karten des fünften Jahrhunderts im westlichen Atlantik auftaucht.

00:24:01: Die Legende dahinter führt in den Iberischen Raum.

00:24:05: Einer verbreiteten Überlieferung zufolge sollen während der muslimischen Eroberung der iberischen Halbinsel siebenkristliche Bischöfe mit ihren Gemeinden nach Westen über das Meer geflohen sein – dort irgendwo im Atlantick hätten Sie eine Insel erreicht und sieben Städte gegründet!

00:24:21: Das ist keine gesicherte historische Tatsache.

00:24:23: Es ist eine Legende!

00:24:25: Für die Menschen des späten Mittelalters war diese Vorstellung aber mächtig, weit draußen im Ozean sollte es eine Insel geben auf der eine christliche Gemeinschaft überlebt hatte – abgeschnitten von Europa, verborgen vielleicht reich, vielleicht friedlich, vielleicht sogar besser geordnet als die Welt aus der man

00:24:43: kam.".

00:24:44: Damit wird verständlicher warum solche Inseln auf Karten auftauchten und warum er nach ihnen suchte….

00:24:50: Sie waren mehr als geografische Vermutungen, sie waren Hoffnungsorte.

00:24:55: Haibrasil gehörte in genau diese atlantische Vorstellungswelt.

00:24:59: Neben Brasil und der Insel der sieben Städte begegnen auf spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Karten auch andere rätselhafte Inselnamen.

00:25:09: Sempren-Den Island Maida Antilla.

00:25:13: Manche kam aus christlichen Legenden Andere aus Seefahrer berichten Wieder andere vielleicht aus falsch verstandenen Sichtungen oder aus Karten, die über Generationen abgeschrieben wurden.

00:25:24: Für die Menschen dieser Zeit war der Atlantik kein Lehrerraum – er war eine Fläche voller Möglichkeiten.

00:25:30: Dort konnten neue Handelsrouten liegen, neue Fischgründe, unbekannte Inseln, christliche Zufluchtsorte, Reichtum, Rettung und Wunder.

00:25:41: Nach Cabitzfahrt hörte dieses englische Interesse am Westen nicht sofort wieder auf!

00:25:46: Ein besonders spannender Name ist William Reston, ein Kaufmann aus Bristol.

00:25:51: Für ihn ist eine Fahrt zur Newfoundland um fourzehnhundertneun neunzig belegt bzw sehr gut bezeugt.

00:25:59: König Heinrich VII zahlte ihm im Jahr fifteenhundert sogar eine Belohnung als Beitrag zu seinen Kosten.

00:26:05: Das zeigt, Cabot war kein einzelner Abenteurer der zufällig von Bristol aus los vor.

00:26:11: Er stand in einem Umfeld aus Kaufleuten, Geldgebern, Seeleuten und königlichem Interessen.

00:26:17: Bristol war einer der Orte an denen England begann den Atlantik ernsthaft als Zukunftsraum zu betrachten.

00:26:24: In diesem Zusammenhang bekommt Hybridzilla ein neues Gewicht.

00:26:27: Für uns klingt diese Insel heute wie eine Legende.

00:26:30: für Menschen im fünften Jahrhundert konnte sie aber Teil einer viel größeren Frage sein.

00:26:36: Was liegt dort draußen im Westen?

00:26:38: Gibt es Inseln, gibt es Handelsplätze, gibtes Fischgründe.

00:26:42: Gibt das einen Weg nach Asien, gibt es Land, dass England beanspruchen könnte?

00:26:47: Cabotsfahrt beweist nicht das High-Brosil existierte – auch die frühen Bristol-Fahrten beweisen das nicht!

00:26:54: Aber sie zeigen sehr deutlich in welchem Umfeld diese Suche stattfand.

00:26:58: Bristol blickte nach Westen.

00:27:00: Kaufleute investierten Geld, Karten zeigten geheimnisvolle Inselnen.

00:27:05: Diplomaten berichteten von Fahrten über den Atlantik.

00:27:08: Die englische Krone begannen solche Unternehmungen politisch abzusichern, die Suche nach Heiber-Silver deshalb mehr als ein kurioses Randkapitel der Kartengeschichte.

00:27:17: Sie gehört zu der Vorgeschichte in der aus Kartenlegenden Seefahrer gerüchten und wirtschaftlichen Hoffnungen langsam realer Atlantikkahrten wurden.

00:27:27: Aus einer Insel im Nebel wurde kein bewiesener Ort – aber der Glaube an solche Orte konnte ausreichen um Schiffe auslaufen zu lassen!

00:28:03: Ein anderer wichtiger Strang führt nach Irland.

00:28:06: Roderick O'Faherty war ein irischer Gelehrter des siebzehnten Jahrhunderts.

00:28:10: In seiner Beschreibung von West Connacht verfasst, dass in den Zusammenhang westirischer Überlieferungen aufgenommen wurde.

00:28:21: Er erwähnt dort Berichte von Menschen die behaupteten diese Insel gesehen oder sogar betreten zu haben.

00:28:27: Besonders interessant ist die Erwähnung eines Mannes namens Moroch Olei, der geglaubt haben soll selbst zwei Tage auf Oberseel gewesen zu sein.

00:28:36: Von dort aus so die Überlieferung habe er bekannte Orte an der irischen Westküste sehen können.

00:28:42: Historisch verifizieren lässt sich das nicht!

00:28:44: Wir können heute nichts sagen.

00:28:46: dieser Mann war dort also gab es die Insel.

00:28:49: solche Berichte zeigen dennoch etwas sehr deutlich Heilbrasil war für Menschen an der irischen Westküste mehr als eine abstrakte Idee aus alten Karten.

00:28:57: Die Insel gehörte zur lokalen Vorstellungswelt, sie war Teil dessen was man sich erzählte wenn man auf den Atlantik sah.

00:29:04: Da draußen hinter dem Nebel könnte etwas sein.

00:29:16: An dieser Stelle verlassen wir die überprüfbaren Dokumente und betreten das Reich der Erzählungen.

00:29:21: Was jetzt folgt ist keine gesicherte Geschichte.

00:29:23: es ist eine Legende und so muss sie auch eingeordnet werden.

00:29:27: Eine der bekanntesten Erzählungen über High Brazil handelt von einem Kapitän namens John Nisbet.

00:29:33: Diese Geschichte wurde besonders durch einen Text des irischen Autors Richard Head aus dem siebzehnten Jahrhundert bekannt.

00:29:40: Nisbit soll auf einer Fahrt von Frankreich nach Irland im Nebel eine Insel entdeckt haben!

00:29:45: Er soll dort gelandet sein, mit einem alten Mann gesprochen und die Insel als seltsam bei nahe verzauberten Ort erlebt haben.

00:29:52: In der Geschichte gibt es Gold, Magie, große schwarze Kaninchen, einen Zauberer – und die Vorstellung dass Menschen auf dieser Insel gefangen gehalten worden seien!

00:30:02: Das klingt nicht wie ein nüchterner Reisebericht….

00:30:05: Es klingt wie das was es ist … Eine Erzählung.

00:30:08: Trotzdem ist diese Legende wichtig.

00:30:10: Sie verrät uns, wie Menschen sich High Brazil vorstellten!

00:30:14: Die Insel war kein Lehrerpunkt im Atlantik – sie war bewohnt, hatte Regeln, verbunden mit Geheimnissen, Magie, Gefangenschaft und Befreiung.

00:30:23: Sie war kurz gesagt eine Insel mit einer inneren Logik… Wie alle guten

00:30:28: Legenden.".

00:30:43: Um Highbrösel wirklich zu verstehen, müssen wir einen Schritt zurückgehen.

00:30:46: Nicht zu den Karten, nicht zu den Expeditionen – eher zudem was Menschen in Irland schon lange vor dem vierzehnten Jahrhundert im Westen sahen oder zu sehen glaubten!

00:30:56: Die irische Mythologie kennt eine ganze Reihe von Orten jenseits des Meeres.

00:31:01: Inseln oder Reiche im Weste, die nicht dem normalen Lauf der Zeit gehorchten.

00:31:06: Orte, die nur wenigen zugänglich sind….

00:31:09: Orte, an denen es kein Leid, keine Krankheit und keinen Tod gibt.

00:31:13: Das bekannteste dieser Reiche ist Tier-Nanok – das Land der ewigen Jugend.

00:31:20: In irischen Überlieferungen erscheint Tier-nanok als eine Welt die nicht einfach geografisch lokalisiert werden kann aber immer mit dem Westen, dem Meer und dem jenseitigen verbunden ist.

00:31:31: Aus den Erzählungen um Ochin ist Tier Nanok als Reich bekannt in dass der Held von Nief geführt wird.

00:31:38: Dort lebt er lange Zeit.

00:31:40: Als er zurückkehrt, stellt er fest das in der Welt der Menschen viel mehr Zeit vergangen ist.

00:31:45: Verwandte Vorstellungen sind MacMell die Ebene der Freude und Tier Taringir – das Land der Verheißung.

00:31:54: All diese Orte teilen ein Motiv sie liegen jenseits des gewöhnlichen Lebens häufig westlich, häufig über dem Meer, häufig hinter einer Grenze den nicht jeder überschreiten kann.

00:32:05: Solche Orte sind in den Geschichten real genug, um gesucht zu werden.

00:32:09: Gleichzeitig entziehen sie sich der normalen Welt!

00:32:12: Dieses Motiv bleibt aber nicht nur abstrakt – In der irischen Überlieferung gibt es ganze Erzählungen darüber wie Menschen versuchen solche Orte tatsächlich zu erreichen.

00:32:23: Sie steigen in Boote, verlassen die bekannte Küste und fahren hinaus auf das Meer, dorthin wo die normale Welt endet.

00:32:51: Es gibt eine eigene literarische Gattung in der irischen Überlieferung, die sich mit solchen Reisen befasst.

00:32:58: Die Imrama – die Meeresfahrten.

00:33:01: Die bekannteste verwandte Erzählung ist die Navigatio Sancti Brendani, die Seereise des heiligen Branden.

00:33:09: Sie ist in ihrer erhaltenen Form im neunten Jahrhundert greifbar und greift ältere irische Erzähltraditionen auf.

00:33:16: In dieser Geschichte bricht der irische Mönchburnten mit einer Gruppe von Mönchen auf, um im westlichen Ozean die Insel der Seligen zu finden.

00:33:25: Die Reise dauert sieben Jahre – die Männer begegnen Wundern, Monstern, sprechenden Vögeln, gefährlichen Prüfungen und paradiesischen Bildern.

00:33:34: Am Ende erreichen Sie gesuchte Inseln und dürfen sie kurz besuchen bevor sie zurückkehren!

00:33:39: Die Navigatio Sancti Brendani verbindet christliche Pilger- und Heilsvorstellungen mit älteren irischen Motiven von Meeresreisen in anderen Welten.

00:33:48: Sie wurde im Mittelalter weit verbreitet, gelesen, abgeschrieben und in unterschiedlichen Fassungen erzählt.

00:33:55: Ob Brandon in dieser Geschichte High Brazil findet sagen die Texte nicht – das wäre eine moderne Gleichsetzung, die man nicht einfach behaupten kann!

00:34:03: Der Raum bleibt aber derselbe, der westliche Ozean die Suche nach einer Insel, die mehr ist als Land.

00:34:11: In vielen Erzählungen über High Brazil spielt der Nebel eine zentrale Rolle – Die Insel ist nicht einfach weit weg, sie ist verborgen hinter Dunst, Wolken und einem Schleier, der sich nur selten lüftet.

00:34:23: In der Legende erscheint sie nur alle sieben Jahre.

00:34:26: Die Sieben ist in vielen erzählt Traditionen eine besondere Zahl.

00:34:30: Sie steht für Zyklen, Übergänge, Prüfungen und Wiederkehr.

00:34:34: Bei Brasil verstärkt sich das Gefühl dass diese Insel nicht einfach gefunden werden kann!

00:34:39: Man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein – man muss dem Moment erwischen.

00:34:44: Das Bild einer durch Nebel verborgenen Insel hat auch eine geografische Grundlage.

00:34:49: Der Nordatlantik westlich von Irland ist ein Raum mit schwierigen Sichtbedingungen.

00:34:54: Nebel, Dunst, Wolken wechselndes Licht und schwere See konnten Wahrnehmungen verändern.

00:35:00: Dazu kommt ein meteorologisches Phänomen namens Vater Morgana.

00:35:05: Dabei handelt es sich um eine atmosphärische Lichtbrechung, durch die entfernte Objekte verzerrt, gehoben oder gespiegelt erscheinen können.

00:35:13: Unter bestimmten Bedingungen kann es wirken als läge Land am Horizont – obwohl dort gar kein Land ist!

00:35:19: Oder als sei eine entfernte Küste näher, höher oder seltsamer geformt, als sie wirklich.

00:35:25: Ob solche Erscheinungen einzelne Sichtung von High Brazil erklären lässt sich im Nachhinein nicht beweisen.

00:35:31: Als natürliche Erklärung ist es aber ernst zu nehmen!

00:35:35: Bis hierher bewegen wir uns zwischen Karten, Erzählungen und möglichen Wahrnehmungstäuschungen am Horizont – doch bei High Brasil gibt's noch eine weitere Frage….

00:35:44: Könnte hinter der Legende irgendeine reale Landschaft stecken?

00:35:48: Kein verzaubertes Reich, keine Insel die alle sieben Jahre

00:35:51: erscheint?!

00:35:52: Eher eine geografische Spur, ein missverstandener Ort oder eine Struktur im Meer die später mit der Legende verbunden wurde.

00:36:00: Damit verlassen wir für einen Moment die Welt der Überlieferung und schauen auf den Atlantik selbst!

00:36:34: Hier wird es jetzt geologisch – das ist kein Abstieg in die Langeweile, denn der Meeresboden westlich von Irland ist selbst ohne Legende faszinierend.

00:36:43: Westlich von Erland liegt eine große Unterwassererhebung, die Porcupine Bank.

00:36:48: Sie befindet sich auf dem irischen Kontinental Shelf ungefähr zweihundert Kilometer westlich der irischen Küste.

00:36:55: Die flachsten Bereiche liegen heute nach wissenschaftlichen Angaben ungefähr bei einhundertvierzig bis zweihundert Meter unter den Meeresspiegel, viele andere Berichte liegen deutlich tiefer – rundherum fällt der Meeresboden weiter ab!

00:37:09: Wichtig ist die Porcupinebank ist kein Beweis für Heibrasil….

00:37:14: sie ist keine versunkene Stadt.

00:37:16: Sie ist kein bestätigter Rest einer Insel auf der Menschen gelebt haben.

00:37:19: Sie ist auch kein Nachweis dafür, dass mittelalterliche Kartografen ausgerechnet diese Erhebung meinten.

00:37:25: Sie zeigt aber das der Atlantik westlich von Irland keine einfache gleichmäßige Tiefe ist.

00:37:31: Dort gibt es Plateaus, Rücken, Kanten und geologische Strukturen die deutlich aus dem umliegenden Meeresboden herausragen.

00:37:38: Während der letzten Eiszeit lag der globale Meeresspiegel deutlich niedriger als heute, ungefähr um bis zu hundertzwanzig Meter.

00:37:48: Die flachsten bekannten Bereiche der Porcupinebank liegen nach heutigen Angaben noch darunter – damit wäre es zu stark formuliert zu sagen sie sei während der letzten Eiszeit sicher trockenes Land gewesen.

00:38:01: Vorsichtig sagen lässt sich etwas anderes!

00:38:03: Veränderungen des Meeresspiegels, Küstenverläufe untergegangene Landschaften und auffällige Strukturen im Meeresboden spielen in der Forschung zu Legenden- und Landschaftserinnerungen eine Rolle.

00:38:15: Dieses Feld nennt man Geomythologie – es beschäftigt sich damit ob und wie reale Naturerreignisse etwa Vulkanausbrüche über Schwemmungen, Erdbeben oder veränderte Küstenlinien in Mythen und Erzählungen weiterleben können.

00:38:30: Ob High Brazil eine solche Erinnerung enthält, lässt sich nicht beweisen.

00:38:34: Die Frage bleibt legitim – könnten alte Erfahrungen mit mehr Küste, Nebel-, Sichtungen und Landverlust dazu beigetragen haben dass sich die Vorstellung einer geheimnisvollen westlichen Insel so lange hielt?

00:38:46: Die ehrliche Antwort lautet «möglich aber nicht bewiesen».

00:38:51: Damit bleibt High Brasil irgendwo zwischen Naturraum, Erinnerungs- und Legende stehen!

00:38:56: Es gibt Hinweise, die erklären könnten warum Menschen im Westen Irlands von einer Insel in Atlantik erzählten.

00:39:02: Einen endgültigen Beweis für diese Insel gibt es aber nicht.

00:39:06: An dieser Stelle lohnt sich der Blick über Hybrosil hinaus – denn solche Inseln waren kein Einzelfall!

00:39:11: Wir haben eben schon kurz darüber gesprochen….

00:39:14: Auf alten Karten tauchen immer wieder Orte auf, die gesucht beschrieben, weitergegeben und irgendwann wieder gestrichen wurden.

00:39:24: Die Geschichte der Kartografie kennt viele sogenannte Phantom-Inseln.

00:39:28: Inseln, die auf Karten erscheinen, gesucht werden und später wieder verschwinden.

00:39:32: Mada, St.

00:39:34: Prudence Island, Antilla – die Insel der sieben Städte All diese Namen gehören zu einer Welt in der Karten mehr zeigten als gesichertes Wissen.

00:39:43: Sie zeigten auch Erwartungen, Berichte und Hoffnungen.

00:39:47: Kartografen des Mittelalters und der frühen Neuzeit zeichneten oft das ein, was ihnen überliefert wurde.

00:39:53: Sie nahmen ältere Karten – sie vertrauten Berichten von Seeleuten.

00:39:57: Sie korrigierten Strichen ergänzten allerdings längst nicht immer so wie wir es heute erwarten würden.

00:40:03: Manchmal steckte hinter einem Karteintrag eine echte Landmasse die falsch positioniert wurde.

00:40:09: Manchmal war es eine doppelte Eintragung eines bereits bekannten Ortes….

00:40:13: Manchmal war es eine Fehlbeobachtung, manchmal eine Legende die lange genug wiederholt wurde um wie geografisches Wissen zu wirken.

00:40:22: Heilbrasil konnte aus mehreren dieser Dinge zusammengesetzt sein.

00:40:26: Irische Inselmythen berichte von Seefahrern, atmosphärischen Erscheinungen, ungenaue Kartenüberlieferung und der Wunsch dass westlich von Irland noch etwas liegen könnte.

00:41:01: Es gibt einen Bericht, der in vielen Auseinandersetzungen mit Hybrasil auftaucht und bis heute zu den rätselhaftesten Teilen dieser Geschichte gehört.

00:41:09: Thomas Johnson Westrop war ein irischer Antiquar-, Archäologe-und Volklorist.

00:41:14: Er lebte vom späten neunzehnten bis ins frühe zwanzigste Jahrhundert und beschäftigte sich intensiv mit irischen Altertymern, Landschaften und Überlieferung.

00:41:23: Westrop berichtete später, dass er im Sommer deiner Mutter und weiteren Zeugen von der irischen Westküste aus eine Insel gesehen habe.

00:41:34: Diese Insel sei für kurze Zeit sichtbar gewesen und dann wieder verschwunden.

00:41:38: Er brachte diese Sichtung später mit Hybridil in Verbindung.

00:41:42: Auch hier gilt – dieser Bericht ist kein Beweis für die Existenz der Insel!

00:41:47: Selbst ein sorgfältiger Beobachter kann sich täuschen.

00:41:50: Eine atmosphärische Erscheinung, eine entfernte Wolkenformation, eine Vatermorgana oder einen Lichtspiel am Horizont könnten eine solche Sichtung

00:41:58: erklären.".

00:42:00: Westrop war jedoch kein zufälliger Geschichtenerzähler – er war ein Mann der Überlieferungen sammelte und ernst nahm.

00:42:07: Sein Bericht ist deshalb interessant als spätes Echo einer viel älteren Vorstellung nicht als endgültige Antwort.

00:42:15: Ein Mensch sieht etwas am Horizont, er kann es nicht einordnen.

00:42:19: Die lokale Überlieferung gibt ihm geschehen einen Namen – Heilbösel!

00:42:33: Wenn man die lange kartografische Tradition betrachtet stellt sich eine einfache Frage….

00:42:38: Haben all diese Kartografen einen Fehler gemacht und ihn immer wieder voneinander abgeschrieben?

00:42:43: Oder haben sie etwas eingezeichnet von dem Sie wirklich glaubten das es

00:42:47: existiert?!

00:42:49: Beides kann teilweise stimmen.

00:42:51: In der Geschichte der Kartografie gibt es viele Beispiele dafür, dass ein früher Fehler lange weiterlebt.

00:42:56: Ein Kartograph übernimmt die Angabe von einem angesehenen Vorgänger – der Nächste übernimmt sie wieder!

00:43:02: Irgendwann wirkt der Eintrag allein durch seine Wiederholung glaubwürdig?

00:43:06: Heibesill könnte so überlebt haben als Karteneintrag, der auf einem frühen Bericht beruhte Vielleicht auf einer Fehlbeobachtung, vielleicht auf eine Verwechslung.

00:43:15: Vielleicht auf eine Erzählung und dann über Jahrhunderte weitergetragen wurde.

00:43:21: Gleichzeitig suchten Menschen wie wir jetzt wissen tatsächlich danach.

00:43:24: Kaufleute aus Bristol investierten Geld Zeit und Schiffe in Fahrten nach Westen.

00:43:29: Das waren keine Menschen die aus reiner Romantik handelten.

00:43:32: Es waren Kaufleuter.

00:43:33: Sie wollten ruten Waren Möglichkeiten und Gewinn.

00:43:37: Wenn sie nach Brüssel suchten, dann vermutlich weil Sie Berichte hatten die Ihnen ausreichend glaubwürdig erschienen.

00:43:42: Die wahrscheinlichste Erklärung liegt in der Mischung – echte Beobachtungen, falsch gedeutete Sichtungen, irrsche Mythologie, kathographische Gewohnheit, wirtschaftliche Hoffnung und der menschliche Wunsch das hinter dem Horizont noch etwas wartet.

00:43:57: Gerade dieser letzte Punkt ist wichtig!

00:43:59: Denn bei Heibersel geht es nicht nur um Karten, Seefahrt und alte Berichte….

00:44:03: Es geht auch um Sehnsucht um die Vorstellung, dass irgendwo jenseits der bekannten Welt ein Ort liegen könnte an dem etwas anderes möglich ist.

00:44:13: Heibersil ist nicht die einzige Insel dieser Art.

00:44:15: Atlantis, Avalon, Eldorado, Schlaraffenland – Die menschliche Vorstellungskraft ist voll von Orten, die vielleicht nie existiert haben nach denen aber trotzdem gesucht wurde.

00:44:26: Solche Orte tragen oft das was in der eigenen Welt fehlt.

00:44:30: Reichtum, Jugend Frieden, Gerechtigkeit, Heilung oder ein Leben ohne Leid.

00:44:37: Für Menschen im mittelalterlichen Irland konnte ein perfektes Land im Westen eine machtvolle Vorstellung sein – einen Ort jenseits von Krieg, Hunger, politischer Zersplitterung und Unsicherheit!

00:44:48: Für Seefahrer- und Kaufleute aus Bristol konnte eine unbekannte Insel eine wirtschaftliche Hoffnung sein.

00:44:53: Für uns heute ist High Brazil vielleicht wieder etwas anderes… Eine Erinnerung daran dass die Welt einmal größer

00:45:00: wirkte.".

00:45:01: das Kartenlücken hatten, dass das unbekannte ganz konkret irgendwo da draußen liegen konnte hinter Nebel, Wellen und Horizont.

00:45:09: Diese Sehnsucht ist kein einfacher Irrtum – sie ist zutiefst menschlich!

00:45:14: Nach all diesen Deutungen müssen wir aber noch einmal klar auf den gesicherten Stand schauen, denn so faszinierend Hypo-Sill als Sehensuchtsort, Kartenrätsel oder Legende isst.

00:45:23: die entscheidende Frage bleibt was sich davon tatsächlich belegen lässt?

00:45:36: Es wäre falsch zu behaupten, High Brazil sei als reale Insel belegt.

00:45:40: Denn das ist sie nicht!

00:45:42: Nach heutigem Forschungsstand gibt es keinen belastbaren Nachweis dafür dass Westlich von Irland eine solche Insel existiert hat wie sie auf den alten Karten und in den Legenden beschrieben wurde.

00:45:52: Offen ist eher eine andere Frage Wie ist dieses Motiv entstanden?

00:45:56: Und warum hielt es sich so lange?

00:45:58: Die Geologen kennen den Meeresboden westlich von Irland.

00:46:01: Die Historiker kennen die Bristol-Dokumente, die Kathografiegeschichte kennt die Karten auf denen Brasil erscheint.

00:46:08: Die Volkloristik kennt die irischen Erzählungen vom westlichen Inseln, vom Jenseits, vom Nebel und vom Land hinter dem Meer.

00:46:16: Was fehlt ist eine einzige Erklärung, die all das vollständig zusammenbringt?

00:46:20: Vielleicht gab es nie den einen Ursprung.

00:46:23: Vielleicht ist Highbrasil gerade deshalb so langlebig, weil es aus vielen Schichten besteht – Landschaft, Meer, Nebel, Mythos, Handel, Irrtum und Hoffnung!

00:46:34: Ich habe diese Folge vorbereitet und dabei immer wieder dasselbe Gefühl gehabt.

00:46:38: Highbrasil ist weniger eine geografische Frage als eine menschliche.

00:46:42: Es geht nicht nur darum, ob die Insel existierte – es geht darum was es bedeutet das Menschen über Jahrhunderte nach Jesuchten!

00:46:49: Das Kaufleute im Bristol Schiffe ausrüsteten, das Kartografen immer wieder eine geheimnisvolle Insel westlich von Irland einzeichneten, das Menschen an der irischen Westküste auf den Atlantik sahen und sagten da draußen is sie….

00:47:03: Manchmal sieht man sie.

00:47:06: In einer Welt in der die Karte scheinbar vollständig ausgefüllt ist, in der Satelliten, digitale Karten und Messdaten jeden Fleck der Erde erfassen wirkt der Gedanke an High Brazil fast fremd – fast rebellisch!

00:47:18: Vielleicht liegt ihr eigentliches Erbe weniger in einer Insel im Atlantik als in der Idee dass es immer noch etwas gibt das wir nicht wissen?

00:47:26: Etwas jenseits des Horizons…etwas das sich dem Blick entzieht.

00:47:30: Vielleicht weil wir falsch schauen, vielleicht weil wir zu spät kommen.

00:47:34: Vielleicht weil manche Geschichten gerade davon leben dass sie nie ganz gefunden werden.

00:47:40: Irgendwo westlich von Irland liegt im Nebel eine Insel... ...vielleicht!

00:48:08: Danke das ihr heute mit mir durch die Schatten gereist seid.

00:48:11: Wenn euch mein Podcast gefällt freue ich mich sehr über positives Feedback.

00:48:16: Das hilft mir wirklich weiter und bedeutet mir viel.

00:48:19: Genauso freue ich wenn ihr auf Instagram folgt.

00:48:22: Dort findet ihr mich unter chronik.der.chatten-Podcast, bleibt wachsam für die Geschichten hinter den Geschichten.

00:49:07: Tschüss!

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