Du möchtest deine Werbung in diesem und vielen anderen Podcasts schalten? Kein Problem!
Für deinen Zugang zu zielgerichteter Podcast-Werbung, klicke hier.

Audiomarktplatz.de - Geschichten, die bleiben - überall und jederzeit!

Elmer McCurdy - Der Tote im Geisterhaus

Shownotes

Inhaltshinweis:

In dieser Folge geht es um Tod, einen Schusswechsel, Einbalsamierung, den Umgang mit einem menschlichen Leichnam und die spätere Zurschaustellung menschlicher Überreste.

In dieser Folge geht es um:

  • Elmer McCurdys Kindheit in Maine
  • seine Militärzeit und den Umgang mit Sprengstoff
  • die sogenannten Yeggmen und die Realität hinter dem Outlaw-Mythos
  • misslungene Bank- und Zugüberfälle im Jahr 1911
  • McCurdys Tod in Oklahoma
  • Joseph L. Johnson und die Einbalsamierung des Leichnams
  • die spätere Nutzung des Körpers in Schaustellungen und Vergnügungsparks
  • die Entdeckung im Geisterhaus von Long Beach im Jahr 1976
  • die forensische Identifizierung durch das Los Angeles County Coroner’s Office
  • McCurdys Beerdigung auf dem Summit View Cemetery in Guthrie, Oklahoma

- die Frage nach Würde, Identität und dem Umgang mit menschlichen Überresten

Kontakt: Ihr findet mich unter Chronik.der.Schatten_podcast. Dort geht es um meinen Alltag, meine Tiere, Gedanken, kleine Einblicke hinter die Kulissen und natürlich auch um kommende Folgen.

Wenn euch die Folge gefällt, freue ich mich sehr über eine Bewertung des Podcasts. Kommentare und Nachrichten lese und beantworte ich auf Instagram, Podimo und Spotify. Auf anderen Plattformen kann es sein, dass mir Kommentare leider nicht angezeigt werden.

Musik-, Stimm- und Produktionsrechte Gesprochener Text, Stimme, Skript, Bearbeitung und Produktion dieser Episode liegen – soweit nicht anders angegeben – bei mir.

Die Musik dieser Folge wurde von mir selbst erstellt. Verwendete KI-gestützte Musik und musikalische Elemente wurden mit Suno erstellt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag mir die entsprechende Nutzungslizenz vor.

Weitere verwendete Audioelemente, Sounds oder Medien stammen gegebenenfalls aus PowerDirector 365. Auch hierfür lag mir zum Zeitpunkt der Veröffentlichung die erforderliche Lizenz vor.

Alle Rechte an der konkreten Zusammenstellung, Bearbeitung und Einbindung in diese Episode liegen bei mir, soweit rechtlich zulässig und soweit nicht anders gekennzeichnet.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Crystal Ponti: The Dead Outlaw Whose Mummy Became a Traveling Show Prop, HISTORY / A&E Television Networks, veröffentlicht am 30. Mai 2025, zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2025.
  • American Association for State and Local History: The Birth of an Exhibit, 29. August 2018.
  • Mark Svenvold: Elmer McCurdy: The Misadventures in Life and Afterlife of an American Outlaw, Basic Books, New York, 2002.
  • Clyde C. Snow / Theodore A. Reyman: The Life and Afterlife of Elmer J. McCurdy: A Melodrama in Two Acts, Clinical Toxicology, Band 14, Heft 1, 1979, S. 123–131.
  • Tulsa World / Tulsa Daily World, zeitgenössische Berichte aus Oktober 1911, insbesondere zum Schusswechsel und zur Darstellung durch Stringer Fenton.
  • National Museum of Civil War Medicine: Embalming and the Civil War, 20. Februar 2016.
  • HISTORY: How Civil War Deaths Advanced America’s Funeral Industry, 6. Oktober 2025.
  • Encyclopaedia Britannica: Freak show.
  • Encyclopaedia Britannica: Sideshow.
  • City of Guthrie: Summit View Cemetery.
  • Cornell Law School / Legal Information Institute: Quasi property rights of a human body.
  • Cornell Law School / Legal Information Institute: Corpse.

Du möchtest deine Werbung in diesem und vielen anderen Podcasts schalten? Kein Problem!
Für deinen Zugang zu zielgerichteter Podcast-Werbung, klicke hier.

Audiomarktplatz.de - Geschichten, die bleiben - überall und jederzeit!

Transkript anzeigen

00:00:03: Willkommen ihr Wanderer zwischen den Welten, willkommen bei Kronik der Schatten.

00:01:03: Dem Ort an dem wir gemeinsam tief in die Dunkelheit tauchen um die Wahrheit hintermüden Legenden und realen Geschichten zu suchen!

00:01:11: Ich bin Antje und ihr wisst was euch hier erwartet.

00:01:13: Keine verklärten Märchen, kleine aufgebauten Gerüchte!

00:01:17: Hier geht es um Geschichten die so wahr sind dass sie manchmal unwirklich klingen.

00:01:21: Bevor wir beginnen möchte ich euch etwas Wichtiges mitgeben und zwar wie immer nur einmal denn ich werde das nicht wiederholen um den Fluss der Geschichte nicht zu stören.

00:01:30: Diese Folge beruht auf belegbaren historischen Quellen, zeitgenössischen Zeitungsberichten, späteren forensischen Untersuchungen und historischer Einordnung.

00:01:40: Überall dort wo die Quellenlage dünner wird, wo spätere Erzählungen eine Rolle spielen oder wo sich Details nicht mehr vollständig überprüfen lassen werde ich das klar benennen.

00:01:49: Ihr sollt jederzeit wissen was dokumentiert ist, was wahrscheinlich ist und wo wir vorsichtig bleiben müssen.

00:01:55: Denn genau das ist der Geist dieser Sendung!

00:01:57: Wir schauen hin, auch wenn es unbequem wird.

00:02:00: Wir fragen nach – auch wenn eine Geschichte längst zu Kuriosität geworden ist und wir versuchen hinter dem Spektakel wieder den Menschen zu erkennen.

00:02:14: Achtung!

00:02:14: Triggerwarnung.

00:02:16: In dieser Folge geht es um Tod, einen Schusswechsel, den Umgang mit einem menschlichen Leichnamen, Einballsamierung und die spätere Zuschaustellung menschlicher Überreste.

00:02:25: Ich erzähle diesen Fall ohne reißerische Details.

00:02:35: Die Geschichte, die ich euch heute erzähle beginnt im Jahr Eightzehnundachtzig in Maine.

00:02:40: Sie führt uns über Kansas und Oklahoma durch die letzten Auslöfer des sogenannten Wilden Westens – In eine Bestattungsstube, in Schaustellerzelte, in ein Museum des Verbrechens, in Filmkulissen, in einen Geisterhaus in Kalifornien… Und am Ende auf einem Friedhof in Gassery-Oklahoma!

00:02:59: Es ist die Geschichte von Elma McCurdy Ein Mann, der zu Lebzeiten kein berühmter Outlaw war.

00:03:05: Kein Jesse James!

00:03:06: Kein Billy the Kid – kein Name, der in den großen Erzählungen des amerikanischen Westens eine tragende Rolle spielte.

00:03:14: Er war ein Mann am Rand.

00:03:16: Ein Arbeiter.

00:03:16: Ein Soldat.

00:03:17: Ein Trinker.

00:03:18: Ein Krimineller.

00:03:20: Ein Mensch, der mehrere schlechte Entscheidungen traf und in einem Schusswechsel starb.

00:03:25: Doch nach seinem Tod begann etwas das seine eigentliche Lebensgeschichte fast überlagerte….

00:03:31: Sein Leichnam wurde ein Ausstellungsstück, eine Attraktion, eine Requisite.

00:03:36: Ein angeblicher Wachs- oder Kunststoffkörper, an dem Menschen vorbeiging, lachten, erschraken und ihn kaum beachteten.

00:03:44: Bis am achten Dezember neunzehntonundsechsundsiebzig ein Filmteam der Serie The Six Million Dollar Man in Long Beach Californien an einer scheinbaren Requisitenfigur zog und ihr einen Arm abbrach!

00:03:57: Darunter lagen weder Wachs noch Holz oder Kunststoff.

00:04:01: Dort war menschlicher Knochen, was dorthin war ein echter menschliche Leichnam und dieser Leichname hatte einen Namen – Elmar Mercurdi!

00:04:11: Das ist keine Legende das ist Geschichte.

00:04:14: also fangen wir an.

00:04:31: Elmer J. McCurdy wurde am ersten Januar, in Washington, Maine geboren.

00:04:37: Dieses Datum findet sich in späteren biografischen Darstellungen und wird in der Forschung als sein Geburtsdatum geführt.

00:04:44: Seine Mutter war Sadie McCurdy – sie war bei Elmas Geburt unverheiratet und noch jung.

00:04:50: Wer sein biologischer Vater war lässt sich nicht mit letzter Sicherheit belegen!

00:04:54: Schon dieser Anfang erzählt etwas über die Welt, in die Elmer hineingeboren Ein uneheliges Kind zu bekommen war im ländlichen Neu-England des späten neunzehnten Jahrhunderts keine Kleinigkeit.

00:05:05: Das bedeutete Gerede, Stigma und sozialen Druck – besonders für die Mutter!

00:05:10: Spätere Darstellungen erklären die familiäre Entscheidung damit dass Sadie vor diesem sozialen Stigma geschützt werden sollte.

00:05:18: Elma wurde deshalb von Sadies Bruder George und dessen Frau Helen aufgenommen und großgezogen.

00:05:24: Für das Kind bedeutete das, die Menschen, die ihn aufzogen waren seine Verwandten und zunächst sollte er sie für seine Eltern halten.

00:05:32: Man muss hier vorsichtig bleiben!

00:05:34: Wir können nicht in Elma McCurdy's Kopf schauen – wir haben keine Tagebücher von ihm, keine privaten Briefe, keine lange Selbstbeschreibung….

00:05:41: was wir haben sind spätere biografische Rekonstruktionen, Zeitungsberichte, Gerichts- und Militärbezüge, forensische Akten und Aussagen anderer

00:05:50: Menschen.".

00:05:52: Doch mehrere Darstellungen berichten über einstimmend, dass Elmar erst als Jugendlicher erfuhr, das George und Helen nicht seine leiblichen Eltern waren.

00:06:01: Die Enthüllung soll ihn schwer getroffen haben.

00:06:04: Ob sie wirklich der entscheidende Bruch in seinem Leben war lässt sich nicht beweisen – aber es ist nachvollziehbar, daß ein solches Familiengeheimnis Spuren hinterlassen konnte.

00:06:14: Im Jahr eighteenhundert neunzig starb George an Tuberkulose.

00:06:18: Elmar war da ungefähr zehn Jahre alt.

00:06:21: Später lebte Elmer eine Zeit lang bei seinem Großvater, begann eine Ausbildung beziehungsweise Arbeit im Bereich der Klemmtenrei und kam auch wieder mit seiner Mutter in Kontakt.

00:06:31: Er lernte ein Handwerk – Rohrleitungen, Metall, praktische Arbeit!

00:06:35: Das ist wichtig weil Elmer McCurdy später oft nur noch als Makabre Kuriosität erzählt wird… Als Der Tote Outlaw, als die Mumia aus dem Geisterhaus, als bizarre Fußnote der amerikanischen Unterhaltungsgeschichte.

00:06:50: Aber bevor all das geschah, war er ein Junge aufs Main, der in schwierige familiäre Verhältnisse hineingeboren wurde.

00:06:56: Ein junger Mann, der einen Handwerk lernte – jemand, der vermutlich versuchte seinen Platz zu finden!

00:07:01: Dann kam das Jahr, den Jahr, die Jahr, dem Jahr, zwei Jahre später.

00:07:04: in den Vereinigten Staaten hatten wirtschaftliche Krisen und regionale Einbrüche viele Arbeiter getroffen.

00:07:10: Elmar verlor seine Arbeit.

00:07:12: Zwei Jahre später, im Jahr, da starrten seine Mutter Sadie und sein Großvater innerhalb kurzer Zeit.

00:07:18: Damit brachen zwei wichtige Bezugspunkte in seinem Leben weg.

00:07:22: Auch hier gilt, wir dürfen aus diesen Ereignissen keine einfache Erklärung basteln – Menschen werden nicht automatisch kriminell weil sie Verluste erleben!

00:07:31: Aber Verluste, Armut, Alkohol, unstehte Arbeit und fehlende Bindungen können ein Leben in eine Richtung schieben, aus der es irgendwann schwer wird wieder herauszukommen.

00:07:41: Elmer verließ Maine erzog weiter arbeitete hier und dort, als Klemmtner, als Bergarbeiter, als Gelegenheitsarbeiter.

00:07:49: Seine Spuren führen nach Kenzis und Missoui.

00:07:51: Fünfzehnhundertfünf wurde er in Ayola-Kenzis wegen öffentlicher Trunkenheit verhaftet.

00:07:58: Das ist ein kleiner Eintrag in der Geschichte aber er weist auf einen Muster hin das später immer wieder auftaucht.

00:08:03: Elmar trank – und offenbar trank er viel!

00:08:07: Die Quellen beschreiben ihn nicht als großen Anführer, nicht als charismatische Figur die andere Mitriss.

00:08:12: Er, als ein Mann der herumtrieb, arbeitete, trank wieder weiterzog und Schritt für Schritt in Kreise geriet, in den Kriminalität zum Lebensunterhalt werden konnte.

00:08:42: Er wurde in Fort Levenworth eingesetzt, einer militärischen Anlage in Kansas.

00:08:46: Dort erhielt er eine Ausbildung die später für seine kriminelle Laufbahn eine entscheidende Rolle spielen sollte.

00:08:53: McCurdy lernte mit Maschinengewehren umzugehen.

00:08:55: Außerdem kam er mit Sprengstoffen in Berührung – insbesondere mit Nitroglycerin bzw.

00:09:01: mit Spränktechniken, die für militärische Zwecke genutzt wurden.

00:09:05: Wie umfassend diese Ausbildung wirklich war ist nicht in jedem Detail klar!

00:09:09: Sicher ist aber, nach seiner Militärzeit verfügte er Überkenntnisse die er später für Bank- und Zugüberfälle einsetzen wollte.

00:09:18: Am siebten November Jahrzehnten wurde Elmer McCurdy ehrenhaft aus der Armee entlassen.

00:09:23: Ehrenhaft entlassen – das ist ein Detail dass man nicht übergehen sollte!

00:09:27: Es bedeutet nicht, dass danach alles gut lief… Aber es zeigt, dass wir es nicht mit einer von Anfang an eindeutig festgelegt Verbrecherfigur zu tun haben….

00:09:37: Elmar Mercurdi war kein literarischer Bösewicht, der immer nur auf den einen Moment der Gewalt zu steuerte.

00:09:43: Er war ein Mann mit Brüchen – ein Mann, der einmal Soldat gewesen war, der ein Handwerk gelernt hatte, der arbeiten konnte und der danach in eine Richtung ging die ihn zerstören sollte.

00:09:53: Nur wenige Wochen nach seiner Entlassung wurde Mercurdy in St Joseph verhaftet.

00:09:58: Zusammen mit einem früheren Kameraden soll er Werkzeuge und Gegenstände bei sich gehabt haben, die Behörden als Einbruchswerkzeuge deuteten.

00:10:06: Meißel, Sägen, Trichta beziehungsweise Hilfsmittel im Zusammenhang mit Nitroglizerien, Schießpulver- und

00:10:13: Geldsäcke.".

00:10:15: Mekradi und sein Begleiter behaupteten vor Gericht, die Dinge hätten mit einer Erfindung zu tun – eine fußbetriebenen Maschinengewehrkonstruktion!

00:10:23: Das klingt heute fast absurd….

00:10:25: aber ein Jury sprach in Anfang elevenhundertelfrei.

00:10:28: Damit stand Elmer McCurdy wieder draußen, frei ohne erkennbare Perspektive.

00:10:34: Mit militärischen Sprengstoffkenntnissen mit Alkoholproblemen – mit Kontakten zu Männern die bereit waren Banken und Züge zu überfallen.

00:10:42: Der Begriff der in der historischen Einordnung häufig auftaucht lautet Jack oder Jackman.

00:10:48: Gemeint waren umherziehende Kriminelle auf Safecracker die Banken, Postämter, Geschäfte oder Züger ins Visier nahmen.

00:10:57: Das waren keine eleganten Abenteurer, wie sie später in Filmen und Groschen-Romanen auftauchten.

00:11:02: Sie waren mobil, rau oft schlecht organisiert und nutzten Sprengstoff brutal und unpräzise!

00:11:09: Sie bewegten sich häufig entlang von Eisenbahnlinien, wechselten Orte, Namen und Kontakte und suchten sich Ziele die erreichbar wirkten.

00:11:17: Ländliche Banken, Postämter, kleinere Geschäfte, Züge – ihr Werkzeug war selten Feinarbeit!

00:11:24: Es war Gewalt, Metall, Sprengstoff.

00:11:27: Diese Einordnung wird gleich wichtig, denn Elmer McCurdy verfügte zwar Überkenntnisse im Umgang mit Spreengstoff aber Wissen bedeutet noch lange keine Kontrolle.

00:11:36: Nitroglycerin konnte einen Tresor öffnen oder einen Tatort in ein unkontrollierbares Trümmerfeld verwandeln.

00:11:43: Bei McCurdy sollte sich sehr bald zeigen, wie fatal diese Mischung aus Sprengstoff, Alkohol, falschen Informationen und schlechter Planung werden konnte.

00:11:51: Er war vermutlich weder der große Meisterkriminelle noch nur eine Witzfigur – er war Teil einer harten mobilen Kriminellen-Unterwelt der Zeit!

00:12:00: Ein Mann, der gefährlich werden konnte und zugleich an den Mitteln scheiterte, die er einzusetzen

00:12:05: versuchte.".

00:12:20: Emma McCurdy's kriminelle Laufbahn war kurz, aber sie lässt sich in einigen Punkten recht gut nachzeichnen.

00:12:26: Im März, schloss er sich einer Gruppe von Männern an die einen Zug der Iowan Mountain Missouri Pacific Railroad überfallen wollten.

00:12:35: Es ging um Zug Nr.

00:12:43: Der Überfall gelangt zunächst.

00:12:46: Der Zug wurde gestoppt, der Safe wurde gefunden.

00:12:50: McCurdy setzte Nitroglycerin ein – aber dann zeigte sich wie gefährlich seine Methode war.

00:12:56: Die Explosion war zu stark!

00:12:58: Der Safe wurde geöffnet, doch der Inhalt wurde schwer beschädigt.

00:13:02: Silbermünzen schmolzen teilweise oder wurden mit dem Metall des Safes verbunden.

00:13:07: Statt einer großen Beute blieb am Ende nur ein kleiner Teil dessen übrig was die Männer erwartet hatten….

00:13:13: In manchen späteren Erzählungen klingt das fast komisch.

00:13:16: Ein Outlaw, der den Safe sprengt und dabei die Beute zerstört – aber hinter dieser Anekdote steckt kein lustiges Missgeschick!

00:13:23: Es war ein bewaffneter Überfall, Menschen wurden bedroht, ein Zug wurde zum Tatort, Sprengstoffe wurde eingesetzt… Das Risiko war

00:13:31: real.".

00:13:32: Im September, zeigte ein weiterer dokumentierter Vorfall.

00:13:37: Am einundzwanzigsten September versuchten McCurdy und zwei weitere Männer die Citizen Bank in Chautauqua, Kansas zu berauben.

00:13:44: Die Tat war mühsam – die Männer arbeiteten sich über längere Zeit durch eine Wand bzw.

00:13:49: im Bankbereich hinein.

00:13:51: Wieder setzte McCurdys Nitroglycerine ein….

00:13:54: wieder zerstörte die Explosion mehr als sie nützte!

00:13:57: Die äußere Wolltür wurde beschädigt oder herausgerissen … doch der eigentliche Safe blieb weitgehend verschlossen.

00:14:03: Ein weiterer Sprengenversuch schlug Fehl.

00:14:06: Am Ende nahmen die Täter nur etwa einhundertfünfzig Dollar in Münzen mit, die außerhalb des eigentlichen Safes lagen.

00:14:14: Einhundert fünfzig Dollar waren damals keine völlig bedeutungslose Summe – aber gemessen an dem Risiko, dem Aufwand und der Gewalt der Tat war es wenig!

00:14:23: Danach flohnen die Männer.

00:14:25: Elmer McCurdy gelangte zurück in die Gegend vom Bartelswill Oklahoma und hielt sich zeitweise auf der Ranch eines Bekannten namens Charlie Reward auf.

00:14:35: Dann kam der vierte Oktober, es sollte McCurdy's letzter Überfall werden.

00:14:41: Gemeinsam mit zwei Komplizen wollte er einen Zug der Missouri Kansas-Texas Railroad überfallen – auch bekannt als KT Train.

00:14:49: In den Berichten heißt es die Männer hätten geglaubt dass der Zug eine sehr große Summe Geld transportiere etwa fourhunderttausend Dollar bestimmt als Zahlung beziehungsweise Royalty Gelder für die Osage Nation.

00:15:05: Für McCurdy und seine Komplizen wäre sie eine Beute gewesen, die alles verändert hätte.

00:15:10: Aber Sie stoppten den falschen Zug!

00:15:12: Der Überfall ereignete sich nach Okissa-Oklahoma.

00:15:16: Statt der erwarteten vierhunderttausend Dollar erbeuteten die Männer nur ungefähr sechsenvierzig Dollar.

00:15:22: Außerdem nahmen sie Whisky ein Revolver einen Mantel und die Uhr des Schaffners bzw eines Zugangestellten mit.

00:15:29: Ein zeitgenössischer Zeitungsbericht soll diese Tat später singemäß als einen der kleinsten Zugraube der Geschichte beschrieben haben.

00:15:37: Auch hier ist vorsichtig, solche Formulierungen aus Zeitung waren oft zugespitzt – aber die Diskrepanz ist belegt!

00:15:59: Erwartet wurde eine riesige Summe.

00:16:02: Erbeutet wurde sehr

00:16:03: wenig.".

00:16:04: Elmer McCurdy kehrte nach dem Überfall in die Nähe der Reward Venge zurück, In den Quellen heißt es er habe von dem gestohlenen Whisky getrunken.

00:16:12: Außerdem war er gesundheitlich angeschlagen.

00:16:15: Spätere Untersuchungen bzw historische Darstellungen erwähnten tuberkulose Eine leichte Lungenentzündung und trichinose – heute meist trichinellose genannt.

00:16:27: Trichinose ist eine parasitäre Erkrankung, die durch trichineller Larven ausgelöst wird.

00:16:32: Die Ansteckung erfolgt meist über rohes oder unzureichend erhitztes Fleisch.

00:16:36: Die Larven können sich im Körper ausbreiten und unter anderem Muskelschmerzen, Fieber, Schwäche- und Schwellungen verursachen – aber dies nur am Rande, da ich selbst nicht spontan gewusst habe was Trichinoße ist!

00:16:48: Sicher ist an dieser Stelle auf jeden Fall, McCurdy war kein gesunder Mann.

00:16:52: Gleichzeitig wurde nach ihm gesucht.

00:16:54: Auf seine Ergreifung wurde eine Belohnung ausgesetzt – zweitausend Dollar, tot oder lebendig.

00:17:01: Damit lief die Zeit gegen

00:17:02: ihn.".

00:17:29: In den frühen Morgenstunden des siebten Oktober-Ninzehnhunderteilf erreichte eine kleine Gruppe von Gesetzeshytern die Gegend in der Elmer Mercur, die sich versteckt hielt.

00:17:37: Genannt werden die Brüder Bob Fenton und Stringer Fentons sowie Dick Wallace.

00:17:42: Die Männer waren als Deputy Sheriffs bzw.

00:17:46: Mitglieder einer Posse unterwegs.

00:17:48: Sie hatten Mercurdi anhand von Spuren bis zu einem Heuschuppen beziehungsweise einer Scheune auf der Reward Ranch verfolgt.

00:17:55: Sie warteten auf Tageslicht, Mercurdy befand sich im Inneren.

00:17:59: Einer der wertvollsten zeitgenössischen Hinweise auf diesen letzten Morgen stand aus einem Zeitungsbericht Der Talser World vom fünften Oktober, und darin wurde Stringer Fenton am Bahnhof von Telsa zu dem Einsatz befragt.

00:18:14: Auch solche Berichte müssen vorsichtig gelesen werden.

00:18:17: Sie stammen aus der Perspektive eines Beteiligten und aus einer Zeit in der Zeitungen Geschichten oft zugespitzt erzählten, aber sie geben uns einen Eindruck davon wie McCurdy's Tod unmittelbar danach dargestellt wurde.

00:18:31: Nach dieser Darstellung folgt die Posse der Spur nach dem Katie-Überfall bis sie McCurdie auf der Ranch von Charlie Reward stellte.

00:18:40: Mehrfach soll versucht worden sein ihn zur Aufgabe zu bewegen!

00:18:44: Die überlieferte Antwort war sinngemäß eindeutig.

00:18:47: Er werde sich nicht

00:18:49: ergeben.".

00:18:50: Als es hell wurde, kam es zum Schusswechsel – die Berichte beschreiben McCurdy als bewaffnet mit einer Schrottflinte und einem Revolver.

00:18:58: Er soll genug Munition gehabt haben und seine Position im Inneren des Häus immer wieder verändert haben.

00:19:05: Die Männer draußen konnten ihn offenbar nur anhand von Geräuschen in Heuorten.

00:19:09: Fast eine Stunde lang dauerte der Kampf!

00:19:12: In einem später ebenfalls häufig zitierten Bericht schilderte Bob Fenton, McCurdy habe zuerst auf ihn geschossen danach auf Stringer Fentons und dann auf Dick Wallace.

00:19:23: Erst danach hätten die Beamten das Feuer erwidert.

00:19:26: Als keine Schüsse mehr aus der Scheune kamen gingen die Männer hinein.

00:19:30: Sie fanden Elmer McCurdie tot im Heu.

00:19:33: Spätere forensische Befunde führen eine Schussverletzung im Brustbereich als Todesursache.

00:19:38: Wer genau den tödlichen Treffer abgab, wurde unterschiedlich dargestellt.

00:19:42: Der zeitgenössische Fändenbericht nennt mehrere Treffer bzw.

00:19:46: mögliche Treffer.

00:19:47: Neuere Recherchen des Oklahoma Territorial Museums halten Stringer-Fantons Luger für besonders wahrscheinlich.

00:19:55: Sicher bleibt McCurdy starb im Schusswechsel mit der Posse.

00:20:00: Er war einunddreißig Jahre alt.

00:20:02: Der Todestag ist der siebte Oktober nineteenhundertelf.

00:20:05: Der vierte Okto war der Tag seines letzten Zugüberfalls.

00:20:10: Damit endete das Leben von Elmer McCurdy – kein langer Prozess, keine berühmte Verhaftung, keine Legende auf die Titelseiten, die sich sofort ins nationale Gedächtnis eingebrannt hätte!

00:20:22: Er war einer von vielen Männern, die in jener Zeit mit Gewalt-, Armut-, Alkohol- und Kriminalität verbunden waren.

00:20:29: Ein Mann der in einem Heuschuppen starb nachdem er den falschen Zug überfallen hatte – doch sein Tod war nicht das Ende seiner Geschichte!

00:20:37: Eigentlich begann die bekannteste, bedrückendste und unwirklichste Phase seines Daseins erst jetzt….

00:21:01: Nach seinem Tod wurde Elmer McCurdy's Körper nach Boheska, Oklahoma gebracht.

00:21:05: Dort kam er in das Bestattungsunternehmen von Josef L Johnson Johnson versorgte den Leichnam und balsamierte ihn mit einer asehenhaltigen Lösung ein.

00:21:16: Das war zu dieser Zeit nicht ungewöhnlich, asenhaltige Präparate wurden im neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert in der Einbalsamierung verwendet.

00:21:24: Sie waren giftig – aus heutiger Sicht hochproblematisch Aber sie konservierten Körper außerordentlich stark.

00:21:31: Dass McCurdy's Körper über so viele Jahrzehnte erhalten blieb, lag also an keinem Wunder und an keiner unheimlichen Besonderheit seines Todes.

00:21:39: Es lag an Chemie – und diese Chemie hatte eine eigene Geschichte!

00:21:43: Vor der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts spielte Einballsamierung in der amerikanischen Bestattungspraxis noch keine große Rolle.

00:21:50: Sie wurde vor allem im medizinischen und anatomischen Zusammenhängen genutzt, zum Beispiel um Körper oder Präparate nach einer Untersuchung haltbar zu machen….

00:22:00: Das änderte sich während des amerikanischen Bürgerkriegs.

00:22:04: Tausende Männer starben weit entfernt von ihren Familien.

00:22:07: Angehörige wollten ihre Söhne, Brüder, Ehemänner und Väter zu Hause beerdigen.

00:22:12: Dafür mussten die Körper über weite Strecken transportiert werden – manchmal über Tage.

00:22:18: Aus dieser Notwendigkeit entwickelte sich ein Geschäft.

00:22:22: Einbalsamierer reisten zu Schlachtfeldern, Lagern und Bahnhöfen.

00:22:26: Sie boten Familien an die Toten so zu konservieren dass eine Überführung möglich wurde.

00:22:32: Arsene war dabei eines der Mittel die eingesetzt wurden.

00:22:35: Es war gefährlich es war giftig aber es erfüllte seinen Zweck.

00:22:40: Bei Elmer McCurdy führte genau diese Methode dazu das sein Körper nicht einfach verviel.

00:22:45: er trocknete aus er mumifizierte Er wurde härter leichter unheimlicher.

00:22:51: Die Einballsamierung, die eigentlich den Weg bis zu einer Beerdigung ermöglichen sollte wurde in seinem Fall zur Voraussetzung dafür, dass sein Körper jahrzehntelang weitergereicht werden konnte.

00:23:02: Das ist der bittere Kerner dieser Stelle – eine Technik, die ursprünglich helfen sollte Tote zu ihren Familien zurückzubringen sorgte bei McCurdy dafür, das er gar nicht zur Ruhe kam.

00:23:13: Sein Leichnam blieb erhalten auf eine Weise, die ihn über Jahrzehnte hinweg als menschlichen Körper erkennbar

00:23:19: ließ.".

00:23:20: Niemand kam um ihn abzuholen.

00:23:22: Keine Familie trat auf, keine Mutter, kein Vater, kein Ehepartner, kein Kind.

00:23:28: Niemand sagte das ist unser Toter wir kümmern uns.

00:23:33: Johnson hatte Kosten.

00:23:34: er hat Arbeit investiert.

00:23:36: Er hatte einen Leichnam in seinem Haus der nicht bestattet wurde.

00:23:39: Nach den späteren Darstellungen weigerte er sich den Körper einfach herauszugeben oder zu begraben solange niemand die Kosten übernahm.

00:23:48: Dann wurde aus dem Leichnam eine Attraktion.

00:23:51: Johnson stellte McCurdy's Körper in seinem Bestattungsunternehmen aus, er kleidete ihn an, gab ihm in manchen Darstellungen ein Gewehr in die Hände und präsentierte ihn als The Amboy Bandit oder the bandit who wouldn't give up also den Banditen der nicht aufgab.

00:24:08: Besucher konnten ihn sehen für fünf Cent.

00:24:11: Spätere Darstellungen berichten, dass Besucher ihre Münzen teilweise in den Mund des Toten legten.

00:24:17: Sicher belegt ist, Johnson verlangte Eintritt und McCurdy's Körper wurde in seinem Bestattungsunternehmen öffentlich gezeigt.

00:24:25: Das ist eine dieser Stellen an denen die Geschichte so grotesk wird das man fast innehalten muss – ein Mann stirbt nach einem misslungenden Raubüberfall, er wird einbeisamiert.

00:24:35: Er hat keine Familie, die ihn beansprucht.

00:24:37: Er bleibt in einer Bestattungsstube und statt das seine Geschichte dort endet wird sein Körper Teil einer kleinen lokalen Schau.

00:24:45: Menschen kamen um ihn anzusehen – nicht als Person sondern als Kuriosität, als Trophäe, als toter Gesetzloser der nun endlich ungefährlich

00:24:55: war.".

00:24:55: Man könnte sagen Johnson nutzte eine Situation wirtschaftlich aus.

00:25:01: Mehr sollten wir ihm juristisch aus heutiger Sicht nicht einfach unterstellen, ohne die damaligen Umstände, die damalgigen Regeln und die Quellenlage sauber zu trennen.

00:25:10: Aber ethisch bleibt es schwer auszuhalten.

00:25:13: Elmer McCurdy war tot – er konnte sich nicht wehren und offenbar gab es niemanden der für ihn sprach.

00:25:36: Fünf Jahre lang blieb Elmer McCurdy's Leichnam in Purheska.

00:25:40: Dann, im Jahr nineteenhundertsechzehn tauchten zwei Männer auf.

00:25:44: Sie behaupteten Elmas Brüder zu sein – in den Quellen werden sie unter den Namen James und Charles Patterson geführt.

00:25:51: Nach den späteren Rekonstruktionen waren sie keine Verwandten sondern Schausteller bzw.

00:25:56: Carnival Promoters.

00:25:58: Sie erklärten, sie wollten den Leichnam übernehmen und für ein ordentliches Begräbnis

00:26:03: sorgen.".

00:26:04: Sie sollen sogar Behörden beziehungsweise lokale Stellen eingeschaltet haben, um die Herausgabe glaubwürdiger erscheinen zu lassen.

00:26:11: Joseph Johnson übergab den Körper.

00:26:14: Damit begann Elmer McCurdy's lange Reise durch die Welt der Schaustellungen.

00:26:18: Die Pattersons nahmen ihn mit und präsentierten ihn in ihrer Show.

00:26:22: Dort wurde er nicht mehr nur als lokaler Toder Bandit gezeigt.

00:26:26: Er wurde Teil eines größeren Geschäftes Ein menschlicher Körper, um den herum eine Erzählung gebaut wurde.

00:26:33: The Outlaw Who Would Never Be Captured Alive!

00:26:36: Der Gesetzlose der niemals lebend gefasst werden

00:26:39: würde.".

00:26:40: Das war ein guter Schausteller-Titel – dramatisch wildwestauglich leicht zu verkaufen.

00:26:45: mit der Realität hatte er nur begrenzt zu tun.

00:26:49: Elmer McCurdy war nicht freiwillig zu einer Legende geworden.

00:26:52: Er war erschossen worden, danach hatte man seinen Körper präpariert und ausgestellt.

00:26:56: Jetzt wurde er weitergereicht!

00:26:59: Von diesem Moment an verschwimmen die Spuren teilweise – es gibt Namen, Stationen, Besitzerwechsel, Anzeigen, spätere Zeugenaussagen und biografische Rekonstruktionen.

00:27:09: Doch nicht jedes Detail lässt sich lückenlos belegen.

00:27:13: Was ich aber klar sagen lässt?

00:27:15: McCurdy's Leichnam blieb über Jahrzehnte im Umlauf.

00:27:20: verliehen, umgedeutet und immer wieder neu inszeniert.

00:27:24: Er war nicht mehr Elmar – er war Ware!

00:27:42: Nach der Zeit bei dem Patterson gelangt der Elmer McCurdy's Körper in die Hände weiterer Schausteller.

00:27:47: Eine wichtige Station war Louis Sonny.

00:27:50: Er betrieb ein sogenanntes Museum of Crime also eine artwandante Verbrechensausstellung.

00:27:55: Dort wurden Figuren und Objekte ausgestellt, die mit berühmten Kriminellen Outlaws und Gewaltgeschichten verbunden waren.

00:28:03: Die Grenzen zwischen echter Geschichte, Sensationslust, Theater- und Erfindung waren fließend.

00:28:09: McCurdy passte in diese Welt oder besser gesagt – die Figur, die man aus ihm gemacht hatte, passte hinein.

00:28:15: Er wurde zusammen mit Wachsfiguren oder Darstellungen bekannter Outlaws gezeigt.

00:28:20: In einer solchen Ausstellung spielt es kaum eine Rolle, wer er wirklich gewesen war.

00:28:24: Wichtig war welche Geschichte sich verkaufen ließ!

00:28:27: Der echte Elmer McCurdy war ein unstehter Mann aus Maine – der Kriminell wurde, Züge und eine Bank überfiel mit Sprengstoff arbeitete und bei einem Schusswechsel starb.

00:28:39: In den späten neunzehntundzwanziger Jahren tauchte der Körper im Umfeld einer großen Laufveranstaltung beziehungsweise ihrer begleitenden Sideshow auf.

00:28:57: Einen Quer durch die USA führenden Wettlauf, der selbst ein Spektakel war!

00:29:09: Besonders bekannt ist die Verbindung zu Drain Espar und dem Film Narkotic.

00:29:14: Dabei wurde der Körper offenbar nicht unbedingt als Elmer McCurdy präsentiert, sondern als warnende Figur – als angeblicher Dead-Dope-Find!

00:29:23: Als toter Drogenabhängiger.

00:29:25: Das ist ein weiterer Schritt der Entmenschlichung.

00:29:28: Erst wurde aus einem Menschen ein toter Outlaw Dann aus dem toten Outlaw eine Schaustellerfigur Dann aus der Schauestellerfigure ein beliebig umdeutbares Objekt.

00:29:38: Sein Körper war verfügbar, seine Identität war zweitrangig.

00:29:42: Wer gerade eine Geschichte brauchte, hängte ihm eine neue an.

00:29:46: Nach dem Tod von Louis Sunny im Jahr neunzehntneuenvierzig wurde der Leichnam eingelagert.

00:29:53: Später soll dann Danzani, Louis-Sanis Sohn in weitergegeben oder verliehen haben.

00:29:58: In den nineteenhundertsechziger Jahren sollen mehr Curtis Körper in Verbindung mit dem Film Shifuig gestanden haben – einem Exploitationfilm von nineteenhundertsieben und sechzig.

00:30:09: In einigen Darstellungen heißt es er sei dort kurz als Requisite zu sehen gewesen.

00:30:14: Auch hier formuliere ich bewusst vorsichtig.

00:30:17: Der genaue Umfang seiner Verwendung in einzelnen Filmen ist in der Überlieferung nicht immer leicht zu trennen.

00:30:23: Sicher ist aber, dass der Körper in den Kreislauf von Schausstellungen, Filmrequisiten und Vergnügungsindustrie

00:30:29: geriet.".

00:30:35: Der Körper gelangte zeitweise zu einer Ausstellung in der Nähe von Mount Rushmore.

00:30:46: Dort soll er bei einem Sturm beschädigt worden sein, Finger, Seen und Teile der Ohren fehlten später bzw.

00:30:53: waren stark beschädigend.

00:30:55: Irgendwann kam er zurück nach Kalifornien.

00:30:58: Schließlich landete Elmer McCurdy im Vergnügungsbereich The Pike beziehungsweise New Pike in Long Beach.

00:31:05: Dort wurde er im Geisterhaus Left In the Dark aufgehängt – bemalt!

00:31:09: Überzogen mit Schichten aus Farbe und Wachs, als leuchtende unheimliche Figur.

00:31:14: Die meisten Menschen die an ihm vorbeiging hielten ihn für künstlich.

00:31:18: Möglicherweise ist das einer der erschreckendsten Punkte der ganzen Geschichte – ein echter menschlicher Leichnamen hing dort als Dekoration und seine Echtheit war im Laufe der Jahre so unwahrscheinlich geworden dass niemand ernsthaft damit rechnete.

00:31:32: Er ward zu grotesk um wahrzusein.

00:31:34: Darum sah niemand hin!

00:31:57: Am achten Dezember neunzehnhundertsechsenzig arbeitete ein Filmteam der amerikanischen Fernsehserie The Six Million Dollar Man im Bereich des Vergnügungsparks in Long Beach.

00:32:07: Die Folge, für die dort gedreht wurde trug später den Titel Carnival of Spice – das Team nutzte die Kulisse des Geisterhauses.

00:32:15: Zwischendem Figuren hing auch Elmer McCurdy.

00:32:18: Natürlich wusste das zu diesem Zeitpunkt niemand!

00:32:21: Für die Crew war er eine Requisite Eine alte, vielleicht etwas unheimliche Figur.

00:32:26: Eine Attrappe die im Weg ging oder umgesetzt werden musste.

00:32:30: Ein Mitarbeiter versuchte die Figur zu bewegen Dann brach ein Arm ab.

00:32:35: Was darunter sichtbar wurde ließ sich nicht mehr als Wachsfigur erklären.

00:32:38: Es waren menschliche Überreste Knochen Gewebe Ein echter Körper.

00:32:44: Die Polizei wurde gerufen.

00:32:45: Der Leichnam kam in die Zuständigkeit des Los Angeles County Coronas Office.

00:32:50: Am neunten Dezember nineteenhundertsechsten-siebzig wurde der Körper im Los Angeles County Coronas Office untersucht.

00:32:57: Die Autopsy führte Dr.

00:32:59: Joseph C durch, Der Körper war stark mumifiziert mit Farbe und Wachs überzogen sehr leicht geworden und beschädigt.

00:33:06: einige Körpertile fehlten.

00:33:08: dennoch waren wichtige Befunde erhalten.

00:33:11: Der Gerichtsmediziner stellte fest, dass es sich um einen menschlichen-männlichen Leichnam handelte.

00:33:16: Die Todesursache passte zu einer Schussverletzung im Brustbereich.

00:33:19: Außerdem zeigten Untersuchungen das im Gewebe ersehen vorhanden war.

00:33:24: Das passte zur alten Einballserbierungsmethoden aus dem späten neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert.

00:33:30: Bei der späteren dentalen Untersuchung fanden Ermittler im Mundraum weitere Hinweise Eine Münze aus dem Jahr, und Ticketreste beziehungsweise Steps die mit Louis Sunnys Museum of Crime in Verbindung gebracht werden konnten.

00:33:45: Außerdem gab es Hinweise auf ein Projektilteil und weitere körperliche Merkmale, die mit den historischen Beschreibungen McCurdy's abgeglichen wurden.

00:33:54: Der berühmte Gerichtsmediziner Thomas Noguchi damals Chief Medical Ex-Semineer Corona von Los Angeles County war in den Fall eingebunden.

00:34:03: Wichtig war außerdem, der forensische Anthropologe Clyde Snow.

00:34:08: Snow nutzte unter anderem Röntgenaufnahmen und eine Methode der Überlagerung bei den Schädelfrakturen mit einem bekannten Foto abgeglichen wurden.

00:34:16: Dieses Vorgehen führte schließlich zur Identifizierung.

00:34:20: Der Körper aus dem Geisterhaus war Elmer J. McCurdy – ein Mann, der seit nineteenhundertelf tot war.

00:34:27: Ein Mann dessen Leichnam fünfundsechzig Jahre lang durch die Hände Andra gegangen.

00:34:32: Ein Mann, der erst als Attraktion dann als Requisite und schließlich als vermeintliche Puppe behandelt worden war.

00:34:39: Im Dezember neunzehnhundertsechsen-siebzig berichteten Zeitungen über den Fall.

00:34:44: Die Geschichte war bizarr genug um landesweit Aufmerksamkeit zu bekommen – Der tote Outlaw aus Oklahoma, der als Funhousefigur in Kalifornien gefunden wurde!

00:34:53: Das war eine Schlagzeile, die niemand erfinden musste.

00:34:57: Aber unter der Kuriosität lag etwas viel Dunkleres, denn diese Entdeckung war nicht nur eine skurrile Meldung – sie war die späte Rückgabe einer Identität!

00:35:20: Die Identifizierung von Elmar McCurdy war kein einfacher Blick auf einen Ausweis.

00:35:24: Es gab keine DNA-Datenbank, die man schnell abfragen konnte – es gab keine lebenden Angehörigen, die sofort zur Verfügung standen und eindeutig bestätigen konnten?

00:35:34: Ja das ist er!

00:35:36: Die Ermittler mussten anders arbeiten.

00:35:38: Sie mussten historische Spuren mit forensischen Befunden verbinden.

00:35:42: Da war die Schussverletzung im Brustbereich, die zu McCurdys dokumentierten Tod passte.

00:35:47: Da war das Arsene im Gewebe, dass zur Einballsamierung im Jahr elevenhundertelf passte.

00:35:52: Da waren die Ticketreste, die auf Lewis Sunnys Museum of Crime verwiesen und damit auf eine bekannte Station in der Reise des Leichnahms.

00:36:00: Da war die Münze von nineteenhundertzwanzig – sie sagte allein noch nicht wer der Tote war, zeigte aber, daß der Körper nach McCurdy's Tod weiter in einer Schaustellerwelt kursiert war, in der Besucher Dinge IN oder an den Körper steckten!

00:36:15: Da waren körperliche Merkmale, Spuren früherer Eingriffe der Zustand der Mumifizierung und die historische Rekonstruktion der Besitzkette.

00:36:24: Und da war Clyde Snows anthropologischer Arbeit!

00:36:27: Durch den Vergleich von Schädelaufnahmen mit einem Foto McCurdy's aus der Zeit nach seinem Tod konnte er die Identifizierungen stützen.

00:36:35: Am Ende wurde aus dem Mumir im Geisterhaus wieder ein Name – Elmar McCurdie.

00:36:41: Das klingt nüchtern, aber es ist eigentlich der zentrale Wendepunkt der ganzen Geschichte.

00:36:47: Denn ein menschlicher Körper ohne Namen wird leicht zum Objekt!

00:36:50: Ein Name zwingt uns wieder hinzusehen.

00:36:53: Ein Name erinnert daran, dass dort keine gesichtslose Attraktion hing sondern ein Mensch – ein kurioser Fund, ein Gruselmoment am Filmset aber vor allem ein Mensch der geboren wurde, der eine Mutter hatte, der von Verwandten aufgezogen wurde, wer arbeitete, der Trank, der Scheiterte, der Kriminellwurde, der Stab und der dann mehr als sixty-fünf Jahre lang keine Ruhe

00:37:17: fand.".

00:37:38: Nach der Identifizierung stellte sich eine Frage, die eigentlich viel zu spät kam.

00:37:43: Was geschieht jetzt mit Elmar McCurdy?

00:37:45: Mehrere Bestattungsunternehmen sollen Angeboten haben ihn kostenlos zu beerdigen – doch schließlich wurde entschieden, ihn nach Oklahoma zurückzubringen!

00:37:54: Fred Olds, ein Vertreter der Indian Territory Posse of Oklahoma-Westernes setzte sich dafür ein dass McCurdy in Oklahoma beigesetzt wurde.

00:38:04: Nach weiteren Prüfungen durfte er den Leichnamen übernehmen.

00:38:08: Am April, am twenty-zehnten neunzehnhundert siebenundsebzig wurde Elmer McCurdie auf dem Summit View Cemetery in Gassery, Oklahoma, beerdigt – genauer im Butelbereich des Friedhofs in der Nähe bzw neben Bill Doolin einen bekannten Outlaw der Wild Bunch Geschichte.

00:38:25: Der Ort war nicht zufällig gewählt, der Summit View Cemetery reicht bis ins späte XIX Jahrhundert zurück und wurde von der Stadt Gassery übernommen.

00:38:35: Der Butthil-Bereich des Friedhofs ist mit den Geschichten des alten Westens verbunden.

00:38:40: Dort liegen mehrere Männer, die an Namen heute mit der Gewaltgeschichte des Oklahoma Territoriums verknüpft sind.

00:38:46: Zu ihnen gehört auch Bill Doolin – und seit.

00:38:52: Das hat eine fast bittere Symbolik.

00:38:54: Zu Lebzeiten war McCurdy nie einer der großen Namen des Wilden Westends, im Tod wurde er zu einer Attraktion gemacht die größer war als seine eigentliche Biografie.

00:39:04: Erst am Ende kam er an einen Ort an dem seine Geschichte zumindest wieder historisch eingeordnet werden konnte.

00:39:11: Am Ende stand weder Heldengeschichte noch Legende im Vordergrund.

00:39:14: es ging um ein Menschen mit einem Namen, einem Geburtsdatum, einem Todestag und einem Grab.

00:39:20: Die Beisetzung war nicht völlig still.

00:39:23: Berichte nennen etwa dreihundert Anwesende, es war eine Mischung aus historischer Neugier, lokaler Erinnerung, späten Respekt und vielleicht auch wieder ein Stück Spektakel – aber diesmal endete die Geschichte anders.

00:39:35: Nach der Beerdigung wurden etwa zwei Fußbeton über den Sarg gegossen, ungefähr sechszig Zentimeter.

00:39:41: Der Grund war schlicht und bitter!

00:39:43: Man wollte verhindern dass McCurdy's Körper jemals gestohlen oder ausgestellt

00:39:47: wird.".

00:39:48: Stellt euch das vor, ein Mensch muss nach mehr als fünfundsechzig Jahren unter Beton begraben werden damit er endlich dort bleiben darf wo er hingehört.

00:39:57: Elmar McCurdy lag endlich in der Erde nicht in einem Geisterhaus, nicht in einen Filmset, nicht im Schaufenster einer Sensationsausstellung sondern in einem Grab mit seinem Namen.

00:40:38: Wenn man Elmar Mccurdys Geschichte hört liegt eine Frage sofort im Raum Wie konnte das passieren?

00:40:44: Wie konnte ein menschlicher Leichnam über Jahrzehnte ausgestellt, verkauft, verliehen, bemalt, beschädigt und als Dekoration aufgehängt werden?

00:40:52: Die einfache Antwort wäre, weil Menschen grausam waren.

00:40:55: Aber die vollständige Antwort ist komplizierter – sie hat mit Armut zu tun, mit fehlenden Angehörigen, mit einer Zeit in der der Umgang mit menschlichen Überresten anders reguliert und anders wahrgenommen

00:41:06: wurde.".

00:41:07: Mit der Schaustellerkultur des späten Neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts.

00:41:12: Mit der Faszination für Outlaws, Gewalt und das Makabere.

00:41:16: Mit einem Unterhaltungsgeschäft, dass vom Staunen lebte – und nicht immer fragte wo Staunendet und Entwürdigung beginnt!

00:41:23: Um zu verstehen warum McCurdy's Körper überhaupt durch diese Welt wandern konnte muss man kurz auf die Unterhaltungskultur jener Zeit schauen….

00:41:32: Im Amerika des neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts waren sogenannte Dein Museums Sideshows und Freakshows populär.

00:41:40: Der Begriff Freakshow ist heute klar abwertend und problematisch!

00:41:44: Historisch beschreibt er aber eine Form der Unterhaltung in den Menschen, Tiere, Präparate, angebliche Naturwunder medizinische Besonderheiten, Fälschungen und Sensationsobjekte vorgeführt wurden.

00:41:56: Dein Museums präsentierten ihren Besuchern eine Mischung aus Bildung, Schaulust, Theater- und Jahrmarktsversprechen.

00:42:03: Dort konnten Wachsfiguren stehen, ausgestopfte Tiere, technische Kuriositäten, angebliche Relikte berühmter Verbrechen, medizinische Präparate oder Menschen deren Körper von der damaligen Gesellschaft als anders markiert und zur Attraktion gemacht wurden.

00:42:20: Zwischen Dokumentationen Unterhaltung Ausbeutung und Betrug verlief keine saubere Grenze.

00:42:26: Das Publikum zahlte für das Gefühl, etwas Außergewöhnliches gesehen zu haben.

00:42:30: Etwas das erschreckte, etwas das Staunen auslöste, etwas dass man später weiter erzählen

00:42:36: konnte.".

00:42:37: In dieser Grauzone fand Elmer McCurdy nach seinem Tod seinen Platz.

00:42:41: Sein Körper wurde als Beweisstück für eine Geschichte behandelt, die Eintrittsgeld brachte.

00:42:46: Er wurde Teil einer Welt in der echtes und erfundenes Nebeneinander standen.

00:42:50: Eine Wachsfigur konnte eine Fälschung sein – ein angebliches Monster konnte zusammengesetzt sein… Ein medizinisches Präparat konnte echt sein ….

00:42:58: Und irgendwo dazwischen hing ein echter toter Mann den viele irgendwann für künstlich hielten.

00:43:04: Elmer McCurdy's Körper passte in diese Welt weil man ihn in eine verkaufbare Erzählung pressen

00:43:09: konnte.".

00:43:10: Der echte Mensch störte dabei eher, der echte Menschen war kompliziert.

00:43:15: Ein unehrlich geborenes Kind aus Maine – ein junger Mann mit Verlusten, ein Arbeiter, ein Soldat, ein Alkoholiker, ein Krimineller, einen Mann, der scheiterte!

00:43:24: Die Showfigur war einfacher, der Outlaw, der niemals lebend gefasst wurde, der einwaltsamierte Bandit, die Mumir, die Attraktion, die Requisite, die Puppe und mit jeder neuen Rolle verschwand Elma ein Stück

00:43:37: weiter.".

00:43:54: Der amerikanische Westen ist voller Figuren, die größer erzählt wurden als sie im Leben waren.

00:44:16: Freiheit gegen Staat, Rebellion gegen Ordnung, Pferd gegen Eisenbahn.

00:44:21: Staubige Straße gegen Banktrisor – Männer mit Waffen die angeblich nach ihren eigenen Regeln leben!

00:44:27: In der Realität war vieles weniger romantisch.

00:44:30: Die Taten selbst hatten mit romantischer Freiheit wenig zu tun, Banküberfälle, Zugüberfelle und Sprengstoffanschläge waren Gewalt- und Eigentumsdelikte.

00:44:39: Menschen wurden bedroht, Gebäude beschädigt, Züge gestoppt und Angestellte in Gefahr gebracht.

00:44:44: Elmar Mercurdi zeigt diesem Bruch zwischen Mythos und Wirklichkeit.

00:44:48: Er eignet sich schlecht für eine Heldengeschichte!

00:44:53: Aber er war auch nicht nur eine Poante.

00:44:59: Das Oklahoma Territorial Museum hat in einer späteren Ausstellung ausdrücklich darauf hingewiesen, dass McCurdy nicht einfach nur als Bumbling Fool also als töppelhafter Idiot verstanden werden sollte.

00:45:12: Seine Methoden passten in das Muster der Jackman jener Zeit.

00:45:16: Umherziehende Safecracker die mit Rohrgewalt, Sprengstoff und wechselnden Identitäten arbeiteten – damit wird er nicht sympathischer aber historisch genauer!

00:45:26: Elmer McCurdy war ein Mensch in einem bestimmten Milieu, in einer bestimmten Zeit mit bestimmten Methoden und Entscheidungen.

00:45:32: Seine Taten waren real, seine Opfer waren real – sein Tod war real Und die spätere Vermarktung seines Körpers war real.

00:45:40: Der Mythos hat aus all dem eine bizarre Gruselgeschichte gemacht.

00:45:44: Die Geschichte selbst ist dunkler weil sie ohne Übertreibung auskommt.

00:45:49: Juristisch betrachtet ist Elmer Mccurdys Fall schwierig Weil er durch verschiedene Zeiten Orte und Hände ging.

00:45:59: In den folgenden Jahrzehnten wechselte er mehrfach dem Besitzer oder Verwarrer, obwohl ein menschlicher Körper rechtlich nie einfach eine normale Ware ist.

00:46:13: In den USA gilt im Commonwealth traditionell der Grundsatz das an einem menschlichen Leichnam kein gewöhnliches Eigentum bestehen kann.

00:46:22: Gleichzeitig haben Gerichte im Laufe der Zeit sogenannte crazy property rights anerkannt.

00:46:27: Also Schutz und verfügungsrechte rund um Bestattung, angehörige und würdige Behandlung ohne den Körper vollständig wie besitzt zu behandeln.

00:46:36: Das klingt technisch aber die Grundidee ist einfach!

00:46:39: Ein menschlicher Körper ist keine Sache wie ein Stuhl kein Gegenstand wie eine Wachsfigur kein Besitzstück wie eine Kisterequisiten.

00:46:46: er verdient Schutz.

00:46:47: Wie dieser Schutz genau aussieht unterscheidet sich je nach Zeit Bundesstaat und konkreten Fall.

00:46:53: Im Fall Merkördi kamen in den letzten Jahren die Strafrechtliche Aufarbeitung mehr zustande.

00:46:59: Viele der Menschen, die früh beteiligt waren, waren längst tot – die Besitz- und Verwahrkette war kompliziert.

00:47:05: Spätere Betreiber wussten möglicherweise nicht einmal dass sie einen echten menschlichen Leichnam vor sich hatten.

00:47:11: Deshalb wäre es juristisch unsauber im Skript einzelne spätere Personen pauschal als Täter zu bezeichnen wenn für ihre Kenntnis keine sichere Quelle

00:47:19: vorliegt.".

00:47:20: Ethisch ist die Sache deutlicher.

00:47:22: Ein Mensch wurde nach seinem Tod nicht würde voll behandelt, sein Körper wurde benutzt, seine Identität wurde übermalt im wörtlichen und übertragenen Sinn.

00:47:31: Und erst die forensische Untersuchung der neunzehntundertsiebziger Jahre gab ihm zurück was ihm jahrzehnte lang genommen worden war – seinen Namen!

00:47:40: Elmar McCurdy wurde einund dreißig Jahre alt.

00:47:42: Er wurde am ersten Januar, in Washington, Maine geboren.

00:47:47: Er starb am siebten Oktober, neunzehnt hundert elf in Oklahoma.

00:47:51: Dazwischen lag kein großes Heldenleben.

00:47:53: Es lag ein schwieriges Leben dazweschen Ein Leben mit familiären Brüchen Arbeit Militärdienst Alkohol Kriminalität und Gewalt.

00:48:02: Man darf ihn nicht romantisieren.

00:48:04: Er war an bewaffneten Überfällen beteiligt, er gefährdete Menschen.

00:48:07: Er traf Entscheidungen die anderen schadeten und schließlich zu seinen Tod führten.

00:48:12: aber man darf ihn auch nicht auf eine Poamte reduzieren Denn was nach seinem Tod geschah erzählt weniger über ihn als über die Welt die ihn benutzte Über Menschen, die für fünf Cent einen Toten sehen wollten.

00:48:24: Über Schausteller, die aus einem Leichnam eine Attraktion machten.

00:48:27: Über eine Unterhaltungsindustrie, die zwischen echter Geschichte und Sensation nicht immer trennte.

00:48:33: Über ein Publikum das hin sah ohne wirklich zu erkennen was es sah Und über eine Gesellschaft, die einem Toten erst dann wieder würde gab als sein Körper zufällig enttarnt wurde.

00:48:43: Vielleicht ist Elmer McCurdy's Geschichte deshalb so schwer abzuschütteln.

00:48:47: Sie ist nicht nur makaber, sie ist entlarvend – sie zeigt wie schnell aus einem Menschen ein Objekt werden kann wenn niemand mehr seinen Namen ausspricht!

00:48:56: Sie zeigt, wie bequem es ist eine komplizierte Biografie in eine gruselige Kuriosität zu verwandeln und sie erinnert daran dass Würde nicht davon abhängen darf ob jemand erfolgreich beliebt wohlhabend oder moralisch einwandfrei war.

00:49:11: Elmer McCurdy war kein guter Held, kein unschuldiger Märtyrer.

00:49:14: Kein Mann ohne Schuld!

00:49:16: Aber er war ein Mensch und irgendwann reicht genau

00:49:19: das.".

00:49:20: Das war die Geschichte von Elmer McCurdy – Ein Mann der im Leben kaum Spuren hinterließt und nimmt tot durch eine groteske Kette aus Zufällen Geschäftssinn, Sensationslust und Gleichgültigkeit berühmt wurde.

00:49:32: Seine Geschichte beginnt nicht im Geisterhaus von Long Beach.

00:49:35: Sie beginnt in Maine mit einem Kind, dessen Herkunft von Anfang an von Geheimnissen umgeben war.

00:49:41: Sie führt über Arbeit, Armut, Militärdienst, Alkohol und Kriminalität in einen Heuschuppen in Oklahoma – dort hätte sie enden können… doch sie endete nicht!

00:49:52: Aus Elmer McCurdy wurde The Ambent Bandit.

00:49:55: dann eine Sideshow-Attraktion, dann eine Figur im Museum of Crime, dann ein leuchtend bemaltter Schrecken in einem Geisterhaus.

00:50:03: Erst als ein Arm abbrach, sah jemand genauer hin.

00:50:06: Vermutlich ist das der bitterste Kern dieser Geschichte.

00:50:09: Manchmal erkennt eine Gesellschaft einen Menschen erst wieder wenn etwas zerbricht.

00:50:14: Heute liegt Elmer McCurdy auf dem Summit View Cemetery in Gassery, Oklahoma.

00:50:20: Über seinem Sarg liegt Beton damit seine letzte Ruhe diesmal wirklich geschützt bleibt.

00:50:25: Ein harter fast brutaler Schlussstrich unter einer Geschichte die viel zu lange weiter ging.

00:50:30: Ruhe in Frieden Elmer Und ihr Lieben, bevor ihr ganz weg seid möchte ich euch noch ein paar persönliche Worte sagen.

00:51:03: Falls euch Chronik der Schatten gefällt würde ich mich unglaublich freuen wenn ihr den Podcast bewertet.

00:51:08: das hilft mir wirklich sehr damit neue Menschen diese Folgen überhaupt finden können.

00:51:12: Außerdem freue ich mich immer riesig über nette Kommentare Nachrichten und eure Gedanken zu dem folgen.

00:51:18: Ich lese und beantworte alles was ich sehe auf Instagram Podimons Spotify.

00:51:23: Auf anderen Plattformen kann es leider sein dass mir Kommentare gar nicht angezeigt werden.

00:51:28: Falls ihr dort etwas schreibt und keine Antwort bekommt, dann liegt das Schlicht daran, dass ich es nicht sehe.

00:51:33: Auf Instagram findet ihr mich unter chronik.der.chatten-Podcast.

00:51:38: Dort geht's nicht nur um den Podcast sondern auch um meinen Alltag meine Tiere, meine Gedanken kleine Einblicke hinter die Kulissen Und natürlich auch um kommende Folgen.

00:51:48: Da würde ich mich auf jeden Fall freuen wenn ihr darüber kommt weil Ich bin gar nicht mehr so weit von den zwei tausend entfernt und ich würde mich wirklich freuen Wenn ich die zweitausend irgendwann voll kriegen würde.

00:51:57: Das wäre wieder so ein kleiner Meinestein für mich.

00:51:59: Und wenn ihr Themenwünsche habt, könnt ihr mir diese sehr gerne auf Instagram per DM schicken oder dort schreiben wo ich eure Kommentare sehen kann also wie gesagt auf instagram por di moda spotify.

00:52:11: auch konstruktive Kritik nehme ich gerne an.

00:52:13: Ich freue mich über jede nette Nachricht und versuche wirklich immer auf alles zu antworten aber bitte bleibt freundlich weil das ist mir wichtig in meiner Community egal ob zu mir oder auch zu anderen Community-Mitgliedern.

00:52:26: Danke, dass ihr mit mir durch die Schatten gereist.

00:52:28: seid und bleibt wachsam für die Geschichten hinter den Geschichten.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.